warum man macht man Karriere? Nur wegen dem Geld?

    Hi!


    Ich bin 24 und studiere derzeit Informatik. Das Fach mach mir Spaß, aber eigentlich studiere ich nur, weil man eben so später Karriere macht. Mir persönlich würde auch ein normaler Job reichen, denn ich werde so oder so mehr erben, als ich wahrscheinlich jemals durch meine Karriere verdienen werde/ würde. Da ich im Moment mit Mathematik kämpfe bekomme so langsam richtige Zweifel an der ganzen Geschichte. Ich habe viele Freund die eine Ausbildungen gemacht haben, viele auch kein Abitur. Die haben jetzt zum Teil schon Kinder. Und genau das ist es was ich eigentlich auch möchte. Eine eigene Familie. Aber bei meinem Weg kann es ja noch ewig dauern, bis ich "gesetzt" bin und eine Familie gründen kann. Ich habe ja nicht einmal eine Freundin. Und warum? Weil ich mich auf das Studium konzentriere... %-| Ist es vielleicht schlauer, mir einen normalen Job zu suchen, und eine Familie zu gründen. Geld ist ja sowieso da, aber eine Karriere habe ich dann halt nicht. Nur einen normalen Job. %:|

  • 43 Antworten

    Das kannst nur du alleine entscheiden. Mit 24 Jahren muss man doch noch nicht zwingend eine Familie haben und dass du keine Freundin hast, ist auch kein "Hals- und Beinbruch". Überstürz da bloß nichts, nur weil Freunde von dir schon Kinder haben.


    Wenn du einen "normalen" Job ausüben möchtest (und es bei Informatik bleiben soll), würde ich dir eine Ausbildung vorschlagen.

    Zitat

    Aber bei meinem Weg kann es ja noch ewig dauern, bis ich "gesetzt" bin und eine Familie gründen kann. Ich habe ja nicht einmal eine Freundin. Und warum? Weil ich mich auf das Studium konzentriere... %-|

    Ich habe für mich selbst entschlossen, dass ich so lebe, dass es mir auch in der Gegenwart gut geht. Ausschließlich für eine potentielle Zukunft zu leben macht mich nicht froh. Du scheinst offensichtlich mit deiner jetzigen Situation nicht glücklich zu sein, also kannst du drüber nachdenken, was du ändern kannst und möchtest.


    Willst und kannst du dieses Studium denn durchziehen? Wie lange brauchst du, wenn alles schnell geht, bis zum Abschluss?


    Wäre es vielleicht eine Möglichkeit langsamer zu studieren? Und vielleicht, wenn du das möchtest, nebenher arbeiten? Bei mir läuft es mit dem Studium erst seitdem ich arbeite halbwegs rund ;-D


    Könntest du dir vorstellen in einen dualen Studiengang zu wechseln, bei dem du dir Leistungen aus dem Studium anrechnen lassen könntest?


    Wäre eine verkürzte Ausbildung zB zum Fachinformatiker oder so eine Idee?


    Karriere machen muss man meiner Meinung nach nicht, weder ich noch mein Partner sind zB vom Konzept lebenslanger Vollzeit Erwerbstätigkeit überzeugt. Aber es ist gut einen Plan für sein Leben zu haben und sein Leben mit Inhalten zu füllen. Ich halte es für gut, wenn man produktiv ist (unabhängig vom Geldverdienen) und wenn man einen Grund zum Aufstehen und Leben hat.


    Ist man nun mit dem Ist-Zustand des Lebens unzufrieden, kann man natürlich radikal alles abbrechen. Froh macht das meiner Meinung nach aber nicht. Es ist immer besser, wenn man einen Plan A, B und C hat.


    Eine eigene Freundin und Familie wirst du nicht einfach so aus dem Hut zaubern können, aber ich denke, dass die Chancen für eine langfristig stabile Beziehung dann am besten sind, wenn man mit sich selbst und seinem Leben im Reinen ist. Und an dem Punkt kannst du ja definitiv arbeiten :-)

    Deine ursprüngliche Frage im Thementitel hat aber mit deinen Gedankengängen nicht viel zu tun ;-) .


    Weil man studiert, macht man ja noch lange keine Karriere. Nicht einmal zwingend höheres Einkommen (z.B. wenn du irgendwo nach Tarif bezahlt wirst).


    Du solltest tun, wofür dein Herz schlägt. Natürlich gehört auch vorausschauende Planung zum Leben und man muss nicht zwingend hauptberuflicher Totem-Schnitzer werden, nur weil man es so toll findet. Die Balance ist wichtig. Andererseits studierst du ja sicher schon ein paar Jahre und müsstest bald durch sein. Da muss man das auch nicht zwingend jetzt hinwerfen, denn schaden wird es dir im Leben auch nicht.

    Bei manchen ist es das Geld, bei anderen der damit verbundene Status, bzw. beides.


    Was aber selten von der Hand zu weisen ist, ist die Tatsache, dass man höher in der Hierarchieebene stehend eher über das Schicksal anderer entscheiden kann, als das man selber den Job verliert.


    Selten geht jemand ja selbst, wenn er Untergebene entlassen könnte.


    Für einige ist es eben ausschlaggebend, dass sie dann diejenigen sein können, die anderen in den H*** treten und nicht so sehr zur Manövriermasse gehören.

    @ normalerjung

    Glaub mir, wenn du eine Arbeit findest, die dich nicht erfüllt und extrem unterfordert ist das auch keine schöne Sache. Naja...kommt individuell auf die Person an.


    Ich bin mehr oder weniger genau das Gegenteil von dir und das ist auch nicht unbedingt ein sorgenfreies Leben.

    Joah. Und man stelle sich vor, man verliebt sich dann als abgebrochener Studienheld aus Versehen in eine taffe Frau, studiert und in erstklassiger Position.


    Wie lange das wohl gut geht?


    Oder die große Liebe ist eine Frau, die sich denkt, klasse der Mann. Hat jede Menge Schotter, da kann ich mir was ausrechnen. Und wenn ich dann vielleicht mal nicht mehr will, kann ich den auf Unterhalt echt gut melken.


    Ich kenne genau solche Frauen....

    ???


    Wieso schließt sich Studium/Karriere/Familie denn aus?


    Man kann sogar während des Studiums heiraten oder Kinder bekommen! Man muss halt an einem Strang ziehen.


    Und die Ursprungsfrage, ohne, dass Du genauer benennst, was Karriere überhaupt ist:


    ich glaube, man wächst da so rein. Erfahrung, Alter + Kompetenzen nehmen zu, man networked, trifft die richtigen Leute,


    trifft passende Entscheidungen. Und dann ist man irgendwann auch im Beruf ein Entscheidungsträger und diese Leute sind wichtig und werden tendenziell passend bezahlt.

    Geld ist da, also kannst du auch so lange studieren, bis du es geschafft hast. Warum? Weil du sonst später im Leben auch nicht bestehen wirst. Und auf Weicheier stehen Frauen nun auch mal nicht. Wer sich als junger Mensch schon auf sein Erbe verlässt, der hat schon verloren bevor er selber auch nur irgendwas auf die Reihe gekriegt hat. Familie funktioniert übrigens auch nicht von selbst. Ganz zu schweigen davon, was du deinen Kindern beibringen und vorleben willst. Komfortzone von Anfang an kann ja wohl nicht das Ziel sein. Solche Existenzen sind früher oder später zum Scheitern verurteilt.

    Zitat

    Solche Existenzen sind früher oder später zum Scheitern verurteilt.

    Ja. Meine Fragen wären deshalb: Ist das Urteil schon gesprochen? Hat der TE noch eine Chance?


    Ich habe den Eindruck, er wird den Hürdenlauf des Lebens aus eigener Kraft nicht schaffen, von Karriere ganz zu schweigen.


    :°(

    Karriere ist relativ. Ich hab früher auch mal so gedacht: Man muss ja Karriere machen. :-/ Bis ich irgendwann nur noch das Gefühl hatte, dass ich lebe um zu arbeiten. Kam gar nich mehr damit klar. Mittlerweile arbeite ich nur noch Teilzeit und es ist ein richtig gutes Lebensgefühl!! :-x


    Ich verstehe eh nicht, warum immer so viele studieren wollen. Ich find eine Ausbildung mittlerweile viel wertvoller. Auch Handwerksberufe finde ich mittlerweile mehr als interessant. Damit kann man viel mehr anfangen. Studieren kann man nebenbei immer noch. Der Markt ist doch eh schon überlaufen.


    Leb dein Leben. Später wirst du es bereuen. Ich möchte mal nicht im Sterbebette liegen und mir sagen "Hach, hattest zwar kein Leben aber dafür viel Arbeit!". ;-)

    Naja. Du bist doch schon am studieren. Also zwick deine Arschbacken zusammen und mach hinne. Wenn du jetzt aufgibst, dann gibt du immer auf. Ein Beruf ist ja auch lernen und lernen. Wenn du dein Studium in der Tasche hast, dann kannst du ja auch noch einen Beruf erlernen. Und Mathe? Das ist eigentlich wie Musik. Nix anderes. Das kann jeder lernen. Auch du.

    Zitat

    Weil man studiert, macht man ja noch lange keine Karriere. Nicht einmal zwingend höheres Einkommen (z.B. wenn du irgendwo nach Tarif bezahlt wirst).

    genau. die absolventenquote in D beträgt ca. 1/3 -- es geht sich also nicht aus, dass jeder studierte erstmal eine Horde unstudierte entlässt, bevor ihn etwas angreift ;-)


    aus meiner sicht ist der Vorteil am studieren, dass man i.d.r. die spannenderen Tätigkeiten machen kann. davon hat man also auch was während der zeit, wo man auf ein erbe wartet ;-D


    insofern: ran an mathe. wobei die Informatiker da tatsächlich ganz gut einsteigen müssen ]:D

    Zitat

    Wer sich als junger Mensch schon auf sein Erbe verlässt, der hat schon verloren bevor er selber auch nur irgendwas auf die Reihe gekriegt hat.

    Ich hoffe, er redet nicht so mit der Familie, wie er sich hier uns erklärt ;-D . "Übrigens, ich schmeiße mein Studium jetzt und suche mir eine Frau. Ach, bei der Gelegenheit, wie fühlt ihr euch gerade so ... und wie lange habt ihr vor, noch hier ... ihr wisst schon ...?".


    Jetzt gehe ich auf die 50 zu. Meine Mutter ist zwar vor zwei Jahren gestorben, aber ein Erbe habe ich bis heute nicht angetreten, denn Erbe war erst mal mein Vater. Und ich gönne ihm noch viele gesunde Jahre. Vielleicht gehe ich ja sogar in den Ruhestand und er lebt noch?


    Man sollte nie an sein Erbe denken, sondern sein Leben meistern. Wenn es kommt, ist es meist traurig. Von mir aus kann mein Vater auch alles ausgeben und auf den Kopp hauen, sich noch schöne Jahre machen. Hab ich ihm auch schon gesagt. Er soll bloß nicht wegen uns Kindern sparsam sein.

    In der Regel sind Berufe mit Ausbildung im Vergleich zu Berufen mit Studium weniger frei, weniger kreativ. Ausbildungsberufe sind öfter an klare begrenzte Schritte in den Aufgabenbereichen angelegt- es wird dir eher gesagt, was du zu tun und zu lassen hast, bei akademischen Berufen ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass man eigene Entscheidungen treffen kann (oder muss), du trägst da öfter höhere Verantwortung. In meinem akademischen Beruf (der auch viel mit Informatik zu tun hat) habe ich im Prinzip Zielvorgaben mit einer Zielzeit. Wie, das heißt auf welche Art und Weise ich diese Ziele erreiche und wann ich die Aufgaben erledige, kann ich über weite Strecken selbst festlegen- das empfinde ich persönlich als sehr angenehm und relativ frei (bei den Zielen kann ich mitdiskutieren (ich bin über weite Strecken mein eigener Herr, die Arbeit ist vielfältig). Ich weiß aber auch, dass es hinreichend viele Menschen gibt, die lieber regelmäßige und klare Anleitung oder Regeln wünschen- zu erheblichen Anteilen sind das Menschen mit einer Ausbildung- diesen Menschen würde meine Arbeit vermutlich nicht gefallen oder sie kämen damit schlechter zurecht.


    Insofern liegt die Entscheidung ganz bei dir- nur du kannst wissen, was dir mehr liegt.


    Und ja, die Mathematik ist für nicht wenige Menschen alles andere als einfach (auch für Informatiker, die sich nicht selten etwas anderes unter diesem Studium vorgestellt haben). Aber wenn man sich bemüht und die Mathematik verstehen lernt, wird man merken, welche Kraft in der Mathematik stecken und welche Möglichkeiten der Vereinfachung und Optimierung von Problemen man durch die Mathematik in die Hände (oder besser in das Hirn) bekommt.

    Ich sehe hier nicht die Wahl zwischen Karriere und Erbe. Auch nicht zwischen Studieren und Nichtstun. Es gibt tatsächlich noch ne Menge mehr im Leben. Und ich finde die Frage gar nicht so dumm. Viele machen, weil das eben so ist. Weil "man" das eben so macht.


    Da finde ich das Hinterfragen der eigenen Werte und Wünsche sehr sinnvoll.


    Der Frage von 'Lewian' schließe ich mich mal an.

    Im Übrigen bin ich während des Studiums (im 2. Semester) mit meiner damaligen Freundin zusammengekommen- sie ist heute immer noch meine geliebte Frau (wir hatten erst nach dem Studium unsere Kinder bekommen). Genaugenommen war meine damalige Freundin kein Hindernis für das Studium, sondern vielmehr eine Stütze- gerade auch um Abschalten zu können, um neue Kraft zu tanken- immerhin studierte meine damalige Freundin ja auch noch.


    Was ich damit sagen will: Freundin und Studium müssen sich nicht widersprechen.