Zitat

    Wer sich als junger Mensch schon auf sein Erbe verlässt, der hat schon verloren bevor er selber auch nur irgendwas auf die Reihe gekriegt hat.

    Ich hoffe, er redet nicht so mit der Familie, wie er sich hier uns erklärt ;-D . "Übrigens, ich schmeiße mein Studium jetzt und suche mir eine Frau. Ach, bei der Gelegenheit, wie fühlt ihr euch gerade so ... und wie lange habt ihr vor, noch hier ... ihr wisst schon ...?".


    Jetzt gehe ich auf die 50 zu. Meine Mutter ist zwar vor zwei Jahren gestorben, aber ein Erbe habe ich bis heute nicht angetreten, denn Erbe war erst mal mein Vater. Und ich gönne ihm noch viele gesunde Jahre. Vielleicht gehe ich ja sogar in den Ruhestand und er lebt noch?


    Man sollte nie an sein Erbe denken, sondern sein Leben meistern. Wenn es kommt, ist es meist traurig. Von mir aus kann mein Vater auch alles ausgeben und auf den Kopp hauen, sich noch schöne Jahre machen. Hab ich ihm auch schon gesagt. Er soll bloß nicht wegen uns Kindern sparsam sein.

    In der Regel sind Berufe mit Ausbildung im Vergleich zu Berufen mit Studium weniger frei, weniger kreativ. Ausbildungsberufe sind öfter an klare begrenzte Schritte in den Aufgabenbereichen angelegt- es wird dir eher gesagt, was du zu tun und zu lassen hast, bei akademischen Berufen ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass man eigene Entscheidungen treffen kann (oder muss), du trägst da öfter höhere Verantwortung. In meinem akademischen Beruf (der auch viel mit Informatik zu tun hat) habe ich im Prinzip Zielvorgaben mit einer Zielzeit. Wie, das heißt auf welche Art und Weise ich diese Ziele erreiche und wann ich die Aufgaben erledige, kann ich über weite Strecken selbst festlegen- das empfinde ich persönlich als sehr angenehm und relativ frei (bei den Zielen kann ich mitdiskutieren (ich bin über weite Strecken mein eigener Herr, die Arbeit ist vielfältig). Ich weiß aber auch, dass es hinreichend viele Menschen gibt, die lieber regelmäßige und klare Anleitung oder Regeln wünschen- zu erheblichen Anteilen sind das Menschen mit einer Ausbildung- diesen Menschen würde meine Arbeit vermutlich nicht gefallen oder sie kämen damit schlechter zurecht.


    Insofern liegt die Entscheidung ganz bei dir- nur du kannst wissen, was dir mehr liegt.


    Und ja, die Mathematik ist für nicht wenige Menschen alles andere als einfach (auch für Informatiker, die sich nicht selten etwas anderes unter diesem Studium vorgestellt haben). Aber wenn man sich bemüht und die Mathematik verstehen lernt, wird man merken, welche Kraft in der Mathematik stecken und welche Möglichkeiten der Vereinfachung und Optimierung von Problemen man durch die Mathematik in die Hände (oder besser in das Hirn) bekommt.

    Ich sehe hier nicht die Wahl zwischen Karriere und Erbe. Auch nicht zwischen Studieren und Nichtstun. Es gibt tatsächlich noch ne Menge mehr im Leben. Und ich finde die Frage gar nicht so dumm. Viele machen, weil das eben so ist. Weil "man" das eben so macht.


    Da finde ich das Hinterfragen der eigenen Werte und Wünsche sehr sinnvoll.


    Der Frage von 'Lewian' schließe ich mich mal an.

    Im Übrigen bin ich während des Studiums (im 2. Semester) mit meiner damaligen Freundin zusammengekommen- sie ist heute immer noch meine geliebte Frau (wir hatten erst nach dem Studium unsere Kinder bekommen). Genaugenommen war meine damalige Freundin kein Hindernis für das Studium, sondern vielmehr eine Stütze- gerade auch um Abschalten zu können, um neue Kraft zu tanken- immerhin studierte meine damalige Freundin ja auch noch.


    Was ich damit sagen will: Freundin und Studium müssen sich nicht widersprechen.

    Zitat

    Geld ist ja sowieso da, aber eine Karriere habe ich dann halt nicht. Nur einen normalen Job. %:|

    na eigendlich studiert man, um später eine anspruchsvollere Tätigkeit machen zu können, die einen auch geistig fordert und somit zufrieden macht. Einfache Tätigkeiten können schnell langwelig werden und einen wenig fordern.


    Macht es dir nicht Spaß zu denken?

    Genau, ich hab mich auch durch mathe und Physik durchbeissen muessen..abe rjetzt hab ich einen job der Spass amcht super interessant ist und ok bezahlt (also als Wissenschaftler wird man nicht reich, aber reicht gut fuer das normale leben) insofern, ziehs durch! Als Informatiker musst du deine Freundin halt eher in der Mensa kennenlernen oder wer weiss, Mathe brauchen ja viele also vielleicht die Mathe Lehramtlerinnen, Lerngruppe oder so..ich fands im Studium einfach interessante Typen kennenzulernen, aber als Frau bei Physikstudium ist das halt auch einfacher. :)* Nur Mut. Familie und das normale Leben kommt eh :)^ aber besser ein interessanter Beruf dazu :)z

    In welchem Semester studierst du denn bzw. wie lange hast du noch vor dir?


    Würdest du an Zeit überhaupt viel gewinnen, wenn du nun abbrichst und eine Ausbildung anfängst?


    Dass man tendentiell früher Kinder bekommt, wenn man früh eine Ausbildung anfängt, statt Abi zu machen und zu studieren, ist nunmal so. Das steht aber Familie und Kindern nicht im Weg. Sooo lange dauert es ja nun auch nicht, ein Studium abzuschließen.


    Und du hast derzeit nichtmal eine Partnerin, mit der du Kinder hättest haben können. Dass du nur keine hast, weil das Studium so anstrengend ist, glaube ich nicht. Sonst hättest du ja auch schon vor Studienbeginn eine Partnerin gehabt, mit der du jetzt bereits Kinder hättest. Deine Freunde mit Familie haben ja sicher nicht erst mit 23 ihre Freundin gefunden und sofort Kinder bekommen. Hat sich bei dir eben nicht so ergeben. Klingt mir auch nach einer Ausrede, weil du (derzeit) nicht so richtig Bock auf die Uni hast.


    Mal davon abgesehen: Informatik ist sicher nicht übel was Berufsaussichten angeht, auch nicht gerade eins der einfachsten Studienfächer. Aber in Zukunft einen Bachelor zu haben ist zwar gut, aber auch nicht per se die Definition von "Karriere machen". Kannst ja auch als gelangweilter Coder in der ewig selben Position für 40 Jahre bis zur Rente enden ;-)

    Zitat

    so oder so mehr erben, als ich wahrscheinlich jemals durch meine Karriere verdienen werde/ würde.

    Darauf würde ich mich nie verlassen. Auch steinreiche Millionäre haben es schon geschafft, nochmal eine Runde Insolvenz einzulegen - und schwupps sehen die Erben alt aus. Oder sie werden wegen irgendwas auf Pflichtteil gesetzt, kann immer passieren, wo es 'menschelt'.

    Ich glaube, das Problem ist nicht der langfristige Lebensentwurf, das Problem sind genau jetzt die düsteren Tatsachen. Nämlich: ich bestehe Mathe nicht, eine Freundin habe ich auch nicht, was also soll das Ganze? ;-D

    Also 1. - die Frage von Lewian :)^ :)^ Die würde ich mir an Deiner Stelle und in Deinem Alter täglich stellen, bis ich auf die Antwort gekommen bin...

    @ parazellnuss

    Zitat

    Und Mathe? Das ist eigentlich wie Musik. Nix anderes.

    Es gibt zwar mathematisch begabte Musiker und umgekehrt, aber anders herum auch in den berühmtesten Orchestern Musiker mit eher bescheidenem mathematischen Talent. Das sind durchaus voneinander getrennte Talente. :-)

    @ bfi

    Zitat

    Familie und das normale Leben kommt eh

    Das kann man nicht wissen.


    Ein Grund mehr, ansonsten nach Möglichkeit das zu tun, was einem wirklich Freude macht.


    Gruß

    @ normalerjung

    Du bist erst 24 - in dem Alter gründen die wenigsten Männer eine Familie.


    Mein Tipp ist: Augen zu und das Studium beenden. Dann hast du wenigstens was in der Hand und kannst dich später (mit Familie) vielleicht auch selbständig machen.


    Wer weiß, wann du erbst. ;-)

    @ emotionale

    Zitat

    Es gibt zwar mathematisch begabte Musiker und umgekehrt, aber anders herum auch in den berühmtesten Orchestern Musiker mit eher bescheidenem mathematischen Talent. Das sind durchaus voneinander getrennte Talente.

    Pssst! Komm mal ganz nah her mit deinem Ohr: Hast du schon mal etwas von Motivation gehört? Schwierige Dinge auf einen brauchbaren Nenner zu bringen?

    Motivation ist wichtig, klar. Aber es gibt dann doch bestimmte Grenzen, was der einzelne Mensch verstehen kann.


    Es gibt Menschen mit und ohne Mathewindung im Kopf :=o , letztere können sich noch so reinhängen, motiviert sein...trotzdem haben sie ihre Grenzen.