Warum möchte niemand mehr an seiner Beziehung arbeiten?

    Hallo liebes Forum,


    Mir ist etwas aufgefallen und würde gerne wissen, ob euch das auch so geht.


    Und zwar habe ich in letzter Zeit viele Menschen kennengelernt, Männer und Frauen. Ich bin zwar gerade nicht aktiv auf Beziehungssuche, aber wäre nicht abgeneigt mich doch mal zu binden (hatte lange kein Bedürfnis danach). Ich bin jetzt Anfang 20 und könnte es mir eben gut vorstellen, also bin ich in der Disco öfter auf Flirts eingegangen oder auf Online-Anfragen und habe mich mal vorsichtig "umgeschaut", wer so mein Ding wäre. Jedenfalls hatte ich auch ein paar Treffen mit Menschen, die (laut ihnen) ernste Absichten hatten, alles war anfangs gut. Man hat sich verstanden, rumgealbert und dergleichen. Doch schon bei der kleinsten aufgetretenen Meinungsverschiedenheit hieß es "Adios". Völlige Kleinigkeiten, die man meiner Ansicht nach in 5 Minuten hätte klären können, wenn man sich mal kurz die Mühe gemacht hätte. Das ist mir bei Männern und Frauen aufgefallen. Doch oft kam nur ein Schulterzucken und ein "Naja egal, mit anderen habe ich diese Probleme nicht". Ich war oft wie vor den Kopf gestoßen und geschockt wie schnell manche Sachen abgestempelt wurden. Man muss doch in der Lage sein an Dingen zu arbeiten oder zu klären oder nicht? Auch bei jemanden der krankhafte Eifersucht zeigte und auf meine Nachfrage, ob er sich überhaupt ändern wolle kam nur ein: "Nö, ich bin eben so. Viele Frauen würden das zu schätzen wissen". Oder bei einer Frau, die nie ihren Mund aufbekam, wenn sie an mir was störte und dann typische Drama-Posts auf Facebook veröffentlichte a lá "Du hast mir so wehgetan..." und erst nach 300000 Nachfragen mit der Sprache rausrückte bekam ich auf ein "Wieso sprichst du nicht zuerst mit MIR?" nur ein "Bin eben vorsichtig geworden durch schlechte Erfahrungen, ist jetzt halt so." zurück. Keine Einsicht oder Willen zur Veränderung, beziehungsweise überhaupt kein Interesse mit mir darüber zu reden, wie das wohl für mich ist.


    Natürlich hat sich das dann alles schnell erledigt. Ist das etwa normal oder habe ich einfach nur die falschen Menschen kennengelernt? Ich behandel doch keine Menschen wie Kleidungsstücke, die man nach Belieben aussortiert, wenn einem ein kleiner Makel auffällt. Ich kam mir echt so vor, als würde sich niemand für mich als Mensch interessieren, sondern nur für "hoffentlich bin ich bald in einer Beziehung, egal mit wem."


    Bitte lasst mich nicht die Einzige sein, die diese Erfahrungen gemacht hat ":/

  • 6 Antworten

    Dass niemand mehr bereit ist, an seiner Beziehung zu arbeiten, stimmt nicht. Ich sage dies aber aus meiner Sicht als bald 62-jährige, die seit ca. 40 Jahren mit demselben Partner zusammen ist. Natürlich gab es in all diesen Jahren auch Krisen, auch eine sehr heftige nach 10 Jahren Ehe, doch hatten wir beide wie die Löwen um unsere Beziehung gekämpft, und zwar mit Erfolg.


    Da wir leider kinderlos blieben, kann ich nur wenig darüber urteilen, wie es bei ganz jungen Leuten ist. Ich sehe es aber bei unseren Nachbarn und auch bei den Kindern meiner Schwestern, dass deren Beziehungen nicht anders sind als früher. Sie sind alle zwischen Anfang 20 und Anfang 30. Sie alle aber haben sich über persönliche Kontakte im direkten Lebensumfeld gefunden oder kannten sich gar schon aus der Schulzeit.


    Möglicherweise bist Du tatsächlich an besonders oberflächliche Menschen geraten, woran Medien wie Facebook & Co. sicher nicht ganz unschuldig sind. Nicht ohne Grund habe ich mich aus derartigen Medien ganz schnell wieder zurückgezogen. Sie sind mir einfach viel zu oberflächlich. Wer sich kennenlernt, benötigt ganz sicher weder Facebook noch Whatsapp o.ä. Am wichtigsten ist m.E. stets der persönliche Kontakt und die persönliche Auseinandersetzung.

    Zitat

    Doch schon bei der kleinsten aufgetretenen Meinungsverschiedenheit hieß es "Adios".

    Passt nicht zum Titel. Oder siehst du das alles schon als Beziehung in diesem Stadium?


    Sind es immer die gleichen Gründe? Welche sind das?

    Zitat

    Passt nicht zum Titel. Oder siehst du das alles schon als Beziehung in diesem Stadium?

    Nein, natürlich nicht. Habe den Titel vielleicht etwas unglücklich formuliert, aber ich gehe davon aus, dass betreffende Personen sich in Beziehungen nicht anders verhalten würden.

    Zitat

    Sind es immer die gleichen Gründe? Welche sind das?

    Nein, immer verschiedene. Habe oben nur 2 Beispiele genannt. Ich hatte auch schon, dass mich jemand wegen meines Filmgeschmack plötzlich uninteressant fand. Oder weil ich mal erwähnte, dass ich den Kosenamen "Schatz" so 0815 und unschön finde.

    Zitat

    aber ich gehe davon aus, dass betreffende Personen sich in Beziehungen nicht anders verhalten würden

    Genau dort sind meine Zweifel. Aber eventuell suchen die auch alle keine "richtige" Beziehung?


    Alles krasse Beispiele für mich. Komische Leute, die du da findest. :D

    Ich mag solche Verallgemeinerungen, wie du sie mit dem Titel vornimmst, überhaupt nicht. Das stimmt so einfach nicht. Es entspricht jedenfalls nicht meinen Erfahrungen.


    Allerdings finde ich es durchaus sinnvoll, Bekanntschaften nicht zu vertiefen, wenn man schnell merkt, dass es nicht "passt". An Freundschaften/Beziehungen zu "arbeiten", die noch gar keine sind, macht wenig Sinn, wenn am in seinem Leben andere Menschen hat, mit denen alles passt. Dass du es als Kleinigkeiten empfindest, heißt ja nicht, dass die andere Partei das genauso sieht. Wenn man sich nur wenig kennt, kann man ja noch gar nicht einschätzen, was dem anderen so wichtig bzw. für ihn so störend ist, dass er/sie lieber auf den Kontakt verzichtet.


    Ich kann mir auch vorstellen, dass es an deinem Alter liegt - viele Menschen sind mit Anfang 20 noch sehr "rastlos" und weder von den Lebensumständen noch der Persönlichkeitsentwicklung her auf eine feste Bindung aus, sondern mehr auf Unverbindlichkeit, Spass und Freiheit.

    Zitat

    Natürlich hat sich das dann alles schnell erledigt. Ist das etwa normal oder habe ich einfach nur die falschen Menschen kennengelernt? Ich behandel doch keine Menschen wie Kleidungsstücke, die man nach Belieben aussortiert, wenn einem ein kleiner Makel auffällt. Ich kam mir echt so vor, als würde sich niemand für mich als Mensch interessieren, sondern nur für "hoffentlich bin ich bald in einer Beziehung, egal mit wem."

    ehrlich gesagt frage ich mich, warum solche leute in von dir beschriebenen fällen an der beziehung arbeiten sollen? ich meine, wenn man sich seit ewig kennt, 20 jahre verheiratet ist, ggf. kinder und ein haus hat, DANN ist es klug und sinnvoll um die beziehung zu kämpfen. und dass das auch nach wie vor getan wird kenne ich aus dem eigenen umfeld.


    aber jemanden, dem man ggf. irgendwo in der disko über den weg gelaufen ist oder mit dem man sich online mal zu ein paar dates verabredet hat? ganz ehrlich - warum sollte ich mich für so jemanden ändern? wenn ich schon in so einem extrem frühen beziehungsstatus merke, dass es einfach nicht klappt, dann klappt es eben einfach nicht. da bringt es gar nix, an der beziehung zu arbeiten oder mit demjenigen darüber zu reden. da merkt man dann eben einfach im laufe des kennen lernens, dass das gegenüber eben angewohnheiten hat die man selbst nicht mag/leiden kann oder dergleichen. warum solltest du also deine angewohnheiten ändern müssen, damit du zu jemandem passt der dich vielleicht grade mal ein paar tage oder wochen kennt?


    hinzu kommt dann eben auch noch die frage der disziplin. wenn ich beruflich erfolgreich sein will und wert auf meine karriere lege dann binde ich mir nicht in jungen jahren gleich jemanden ans bein mit dem ich ständig an der beziehung arbeiten muss. nee, dann kümmer ich mich um ausbildung, studium und job, schaue dass der rubel rollt und möchte eine beziehung führen die quasi "nebenher" einfach so läuft ohne dass man da viel diskutieren oder an sich arbeiten müsste.


    zu guter letzt ist dann eben noch die frage, wen man aufgabelt. ich denke mir mal, wenn ich ein junges mädel wäre und in der disko balze, dann muss ich eben damit leben dass dort auch ein ganz bestimmtes klientel balzt. das ist dann mitunter eben nicht der einfühlsame, romantische teil der menschheit sondern eben eher der, der auf eine schnelle nummer und jede menge spass aus ist. da wird dann genommen, was man kriegt und sobald erste problemchen auftauchen macht man sich aus dem staub. ähnliches gilt für irgendwelche online-dating-seiten.


    ich würde dir also eher raten, zu versuchen im normalen leben leute kennen zu lernen und dann eben auch darauf zu achten, welche prioritäten diejenigen haben. manche legen viel wert auf die beziehung und arbeiten auch dran, aber manchen ist karriere oder einfach nur spass eben wichtiger.