Warum sind Frauen heutzutage in Beziehungen nicht mehr loyal?

    Es ist ja allgemein bekannt, dass die Scheidungsquote in Deutschland heutzutage ca. 50% beträgt, wobei 80% der Scheidungen von Frauen eingereicht werden. Warum tendieren Frauen im Gegensatz zu Männern eher zur Scheidung? Gilt nicht mehr der heilige Grundsatz der Ehe: "Bis der Tod uns scheidet"? Was ist aus der guten alten Zeit geworden?


    Und ist das Leben nach der Scheidung für die Frau wirklich immer besser oder spielen da auch teils unrealistische Erwartungshaltungen und Hineinsteigerungen a la "In des Nachbarns Garten ist es grüner" mit rein? ???

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    Alias 937807 schrieb:

    Gilt nicht mehr der heilige Grundsatz der Ehe: "Bis der Tod uns scheidet"? Was ist aus der guten alten Zeit geworden?

    Mit der Aussage geht ja auch immer einher, dass man annimmt, die Ehen waren damals besser, alle waren glücklicher, die Welt war noch in Ordnung - das halte ich für einen Trugschluss.

    Meine Großeltern "mussten" damals heiraten, weil meine Oma schwanger wurde, eine Scheidung kam einfach nicht in Frage. Glücklich waren sie deswegen noch lange nicht, im Gegenteil.


    Dass Paare sich heute unkompliziert trennen können, ist wichtig und richtig so. Eine Beziehung sollte nicht aus Zwang aufrecht erhalten werden, oder aus der Angst, dass man nichts anderes mehr abkriegt oder gesellschaftlich nicht mehr anerkennt wird.


    Warum eher Frauen die Scheidung einreichen, ist eine gute Frage. Manchmal habe ich das Gefühl, tendenziell verharren Männer eher in suboptimalen Beziehungen und finden sich schneller mit weniger ab. Aber das mag auch ein subjektiver Eindruck sein.

    Wer die Scheidung letztendlich einreicht, sagt nichts darüber aus, wer loyaler war/ist. Wenn der Mann zum Beispiel fremdgeht und die Frau sich daraufhin scheiden lässt, ist der Mann der illoyale Part.

    Alias 937807 schrieb:

    Gilt nicht mehr der heilige Grundsatz der Ehe: "Bis der Tod uns scheidet"?

    Meine erste Ehe wurde nach 8 Jahren geschieden ... und ja, auch ich war es, die sich getrennt hat. Bis zum meinem oder seinem Tod hätte ich es nicht ausgehalten. Aus einem "ich trinke gerne" wurde dann der "jeden Tag Trinker" und zum Schluß dann "der Alkoholiker". Und da mir mein Leben etwas wert war, blieb mir nur die Trennung.


    Und ja, mein Leben ist seit der Entscheidung ein deutlich besseres. Inzwischen lebe ich mit meinem zweiten Ehemann 21 Jahre zusammen und 17 Jahre davon verheiratet. Und somit kann ich sagen: Ja, der zweite Garten ist deutlich grüner! ;-)

    Weil wir mit unserem westlichen Lebensstil der Romantik nachhängen. In anderen Kulturen ist es Gang und Gebe, Hochzeiten zu arrangieren, was man hier unter Zwangsehe versteht, es werden auch Paare verkuppelt miteinander etc. all das ist für uns Mittelalter, dabei ist genau das, ein Verhalten was die eigene Ethnie aufrecht erhält, wir nicht aussterben und in einem Familienverbund leben, wie es sich ja im Normalfall auch gehört. Neulichs erst las ich eine Studie darüber, warum Frauen meist älter werden, es gibt vielerlei Gründe weshalb das so ist. Und einer davon, den hat sich das Leben gut ausgedacht und programmiert: Familien leben zusammen, eine Grossfamilie, seit jeher waren die älteren Frauen, die Omas dafür zuständig die Enkel ebenfalls zu umsorgen, zu pflegen. Das alles hat also einen Grund, warum es so ist wie es ist, genauso das Männer länger fruchtbar sind, hat seine Gründe. Das Leben ist in uns programmiert. Andere Völker leben noch so, nur wir, wir gestalten es zunehmend anders. Wir sind der Romantik unterlegen, für uns hat Liebe eine andere Bedeutung. Das spielt in besagten Kulturen keine Rolle, denn Liebe ist nicht unbedingt das, was das Sozialgefüge zusammen hält.Wurde hier schon geschrieben, damals unsere Oma, verheiratet ein Leben lang und nicht glücklich, wir haben es nur teilweise angenommen, sind aber immer der Romantik unterlegen. Und genau weil wir so sehr an diese Märchen der Liebe glauben, suchen wir immer danach und werden doch meistens enttäuscht werden, siehe Scheidungen usw. es ist erstaunlich, wie sehr uns das prägt, diese Jagd nach der Liebesromantik. Wir könnten auch alle zufrieden sein, verheiratet, Kinder haben, unsere Familien verstehen sich, aber nein, wir schaffen uns die Probleme selbst. Wir haben zu Hohe Ansprüche-ja das haben wir!

    Alias 937807 schrieb:

    Gilt nicht mehr der heilige Grundsatz der Ehe: "Bis der Tod uns scheidet"? Was ist aus der guten alten Zeit geworden?

    Also wenn Du so alt bist, wie deine Frage es für mich suggeriert, bist Du auch in der "sogenannten" guten alten Zeit haften geblieben.

    Oder ist dir die Frau davon gelaufen, dass Du jetzt hier fragst warum - Frauen (Verallgemeinerung) - nicht mehr loyal sind?

    Woher nimmst du deine Zahlen?


    Die Scheidungsquote ist tatsächlich in den letzten Jahren rückläufig, 2016 bei ~40%.


    Auch finde ich nirgendwo, dass in 80% der Fällen die Frau die Scheidung einreicht.

    Die einzige Statistik, die ich finden konnte, ist über 10 Jahre alt und da waren es 56% - also ein wenig mehr als die Hälfte.

    Ariela83 schrieb:

    Wir haben zu Hohe Ansprüche-ja das haben wir!

    Ich schrieb ja oben schon, dass mein 1. Mann sehr trinkfreudig war. Und ganz ehrlich: Ich finde es weder romantisch, noch waren meine Ansprüche zu hoch ... wenn der Dir Angetraute regelmässig das Schlafzimmer bzw. Bett voll kotzt, weil er dann etwas über den Durst getrunken hatte.


    Und in so einem Fall war es auch keine fehlende Loyalität. Denn wenn Du ständig bis täglich angelogen wirst, weil die Sucht größer als die moralischen Werte sind, dann bleibt einem nur sich zu trennen. Das finde ich solche Aussagen (s. Zitat) wirklich grenzwertig! Fremde Kotze wegwischen ist nämlich nicht sehr romantisch und auch nicht sonderlich förderlich für Gefühle.


    Und nein, es war kein neuer Mann der Grund. Ich war nach der Trennung zwei Jahre alleine.

    Zitat

    Warum sind Frauen heutzutage in Beziehungen nicht mehr loyal?


    Frauen hassen solche klischeehaften Formulierungen.;-)


    Also, lass uns überlegen, wie wir es formulieren können, damit alle es so verstehen, wie Du es meinst.


    hmmmm







    Wie kommst du darauf, dass die Frauen nicht loyal seien? Das sie letztlich häufiger (wenn die 80% überhaupt stimmen, ich finde auf die schnelle nur deutlich niedrigere Zahlenangaben) die sind, die die Scheidungspapiere einreichen, heißt noch lange nicht, dass sie die (einzigen) nicht-loyalen in der Beziehung waren.

    Ich halte romantische Vorstellungen, aber auch Zwangsehen für kontraproduktiv. Ich wollte nicht mit jedem zusammen leben. Meine Interessen brauchen eine gemeinsame Schnittmenge und diese liegt nicht in gemeinsamen Kindern alleine, genauso wie ich eine ältere Frau nicht zwangsweise in der Kinderbetreuung sehe.

    Es ist schon richtig, dass man sich heutzutage schneller trennen kann. Es ist aber auch wichtig, dass es so ist. Trotzdem gehen viele leichtsinnig eine Beziehung ein, ohne zu wissen, was sie da überhaupt machen. Ist halt anders als im Film.;-D Die Erwartungshaltungen sind hoch, die seelischen Defizite oftmals auch nicht klein. Wenn man sich in Familien umschaut, findet man so allerhand Schwierigkeiten, die nicht unbedingt zur dauerhaften Bindung beitragen. Liebe kann bei weitem nicht alles, diese braucht Grundlagen, auf denen sie auch aufbauen kann. Aber ideale Bedingungen findet man eher selten.

    Zitat

    Es ist ja allgemein bekannt, dass die Scheidungsquote in Deutschland heutzutage ca. 50% beträgt

    Nein, ist es nicht. Ich kenne kleinere Zahlen.


    Zitat

    wobei 80% der Scheidungen von Frauen eingereicht werden

    Die haben vermutlich mehr Eier und weniger Bequemlichkeit ;-)

    Zitat


    Gilt nicht mehr der heilige Grundsatz der Ehe: "Bis der Tod uns scheidet"? Was ist aus der guten alten Zeit geworden?

    Du meinst, wo der "Mann noch der Herr im Haus" war und sein Einverständnis geben musste, bevor Frau eine Arbeitsstelle antreten und ein eigenes soziales Leben aufbauen konnte?


    Geschieden werden übrigens Ehen immer nur juristisch - und daran ist nichts Heiliges.


    Jetzt mal ehrlich: bist du ein Betroffener? Wurdest du aktuell verlassen oder droht eine Trennung/Scheidung?

    Solche Zahlen wie 50% oder 80% sind natürlich immer super, aber wo sind die belegbaren Quellen dafür ?

    Und ich denke auch das "die gute alte Zeit" nicht wirklich gut war sondern einfach ein Produkt ihrer Zeit und gesellschaftlichen "Normen". Wenn man da hin zurück reisen und den Frauen die heutige Zeit vorstellen könnte, wieviele würden dann wohl lieber mit den heutigen Freiheiten leben ?

    Ich denke Männer mussten sich früher einfach weniger bemühen um eine Frau zu halten, dafür waren die schlicht zu abhängig. Würde einigen Heute sicher auch in die Karten spielen aber wer will denn ne Frau die nur aus Zwang bei ihm bleibt ?

    Wenn Du Loyalität mit dem Gedanken verbindest, dass Frau bis zum seelischen Untergang an einer Beziehung oder Ehe festhalten muss, ist der Gedanke sehr einseitig ausgelegt. Wenn Du das gute alte "Früher" meinst, als Menschen gesellschaftlich geächtet und ausgegrenzt wurden, wenn sie gewagt haben sich zu trennen, ist auch das nur eine Scheinlösung. Ist es so erstrebenswert eine Beziehung aufrecht zu erhalten, in der Menschen sich nur noch aushalten, statt miteinander zu leben, lebendig zu sein und die gemeinsame Lebenszeit auf Augenhöhe zu gestalten?


    Es mag gefühlt heute so sein, dass der Partnermarkt sich schneller verändert, anspruchsloser und schneller dynamisch wechselnd erscheint. Aber, dass hat es in unterschiedlichen Zeiten irgendwie immer gegeben. Früher wurden wegen der sozialen Härte eher Affären nebenbei gelebt, um das trostlose Beziehungsleben aufzupeppen. Oder durch Alkohol, seelische oder körperliche Misshandlung kompensiert, weil der Ist-Zustand nicht auszuhalten war.


    Hier ist es ehrlicher sich zu sagen, wir schaffen das Wir nicht mehr und daraus die Konsequenzen zu ziehen, wenn alle Konzepte es aufzuhalten gescheitert sind. Wenn Menschen sich nicht mehr verstehen, Inhalte einer Beziehung verloren gegangen sind, wäre ein weiter so und gemeinsam leiden, die schlechtere Alternative als Lebenskonzept.

    Man muss jeden Einzelfall betrachten. "Die" Frauen generell "heutzutage illoyal" anzusehen ist Mumpitz. Ich predige seit langem dass die Menschen extrem verschieden sind. Hinzu kommt, dass der Partner eines Menschen, gewöhnlich auch ein Mensch, verschiedene latente Eigenschaften des Partners erst zum Vorschein bringen kann - ein geschickt agierender Mensch bringt die guten Seiten des Partners hervor, ein ungeschickt agierender die negativen Seiten. Eigentlich sind das sogenannte Binsenweisheiten, sind sie nicht? Bei mir selbst habe ich das so erfahren - die Leute mit denen interagiere haben in diesem Sinne eine Macht, und ich selbst kann wenig dagegen machen. Mehr möchte ich allerdings nicht über mich selbst sagen - und auch Nachfragen, Beleidigungen und Beschimpfungen und enigmatische Spekulationern werden daran nichts ändern. Manche Leute (hier!) sind uneinsichtig und versuchen es immer wieder.