@ Cinnamon4

    ich werd irgendwie nicht ganz schlau :)


    Erklär doch mal wie das bei dir abläuft wenn du dich verliebst.


    Ist der Mann vergeben/ nicht, im Freundeskreis/ nicht usw.


    Wie äußert sich dein verliebt sein?


    Ich persönlich kann das echte Verliebtsein gar nicht verstecken :-Dda bin ich eine totale Trantüte.


    Wie ist das bei dir?

    Also ich sehe nicht den Punkt, dass man von seiner freien Liebe Mentalität auf andere schließt und es deswegen nicht versteht, dass sie bei Verliebtheit auf Distanz geht.


    Für mich ist das eine Vertrauensfrage. In sich selbst und den anderen. Es ist bevormundend und zeigt Missvertrauen, wenn man auf Distanz geht, weil sich der eine verliebt hat. Man schließt damit kategorisch aus, dass er/sie damit allein zurecht kommt, insbesondere wenn es eben keine Verhaltungsänderung des Verliebten, vor oder nach eines möglichen klärenden Gesprächs, gibt. Dass man auf Distanz geht, wenn der Verliebte es andauernd weiterversucht, ist ja verständlich, aber dann gibt es ja auch einen guten Grund dafür. Das fehlende Vertrauen in sich selbst zeigt sich dadurch, dass man seiner Interpretation nicht traut und/oder nicht zu sich steht, also ganz einfach weitermacht wie bisher, ohne ständig zu denken wie der Verliebte oder was der Verliebte von einem denkt, denn das ist ihr/sein Bier.


    Für mich persönlich gefährdet das "auf Distanz gehen" eine Freundschaft mehr als eine kurze Verliebtheit, weil sich darin eben das Missvertrauen ausdrückt und die Distanz an sich ebenfalls nicht erstrebenswert ist. Eine Verliebtheit legt sich dagegen oft bei freundschaftlichen Umgang wieder.

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    Ich gehe davon aus, dass es damals bei den Steinzeitmenschen keine gezielt gewollte ausschließliche Homosexualität gab

    Das halte ich für gewagt. Woran machst du das denn fest?

    Neandertaler sollen in der Lage gewesen sein, ihre Säuglinge zu töten, wenn das Überleben der Gruppe aufgrund Nahrungsmangels gefährdet war. Insofern betrachte ich die (wie ich schrieb: ausschließliche) Homosexualität als einen "Luxus" in Zeiten des nackten Überlebens. Aber wie gesagt, das ist nur meine Meinung.

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    Ich meine auch gelesen zu haben, dass sich die Gesellschaftsform dieser Affen nirgendwo anders dauerhaft durchgesetzt hat.

    Aber nur, weil nur eine Gruppe von Tierarten so verfährt, heißt das ja nicht, dass dieses Konzept nicht erfolgreich ist

    Das nicht, aber es lässt den Rückschluss zu, dass jede Gruppe/jedes Wesen genau das an Überlebensmechanismen entwickelt, was wirklich gebraucht wird/wurde. Na klar ist der Mensch auf einen engen sozialen Umgang angewiesen, und genau den pflegen wir doch auch. So schlecht kann es also, bei heute rund 8 Milliarden Menschen, nicht gelaufen sein. Und wer für sich eine bestimmte Nische braucht, der kann sie sich ja suchen, ohne deshalb das Gros der Menschheit gleich "mit-ein-nischen" zu wollen. ;-)

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    Und ich denke schon, dass das Zusammenleben der Menschen besser klappen würde, wenn Sex nicht so etwas stark moralisch geregeltes wäre.

    Wie oben geschrieben, es steht jedem frei, heute mehr denn je, sich der bevorzugten Gruppe anzuschließen. Und wenn sich die Verliebtheit dann doch eher bei Freunden/Kumpels entwickelt, gäbe es immer noch die Möglichkeit, in Zeiten einer erbetenen Distanz nicht den eigenen Selbstwert in Frage zu stellen.

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    Schön, dass du das so siehtst. Ich würde mal behaupten, dass das die wenigsten tun, weswegen auch hier schon gefragt wurde, warum man sich denn so oft verliebe und ob es überhaupt Verliebtheit sei, was für mich bisschen etwas anormales, vielleicht sogar krankhaftes, impliziert.

    In unserer heutigen Gesellschaft werden zahlreiche "un-normale" Bedürfnisse ausgelebt, weil jedes einzelne dieser Bedürfnisse für sich zahlenmäßig nicht der Norm entspricht, auf der anderen Seite es aber so viele "Abzweigungen" gibt, die zusammengefasst eben doch zur Normalität gehören. Davon abgesehen, kann es auch interessant sein, sich die möglichen Motive (hier: häufige Verliebtheit) genauer anzusehen, inwieweit die "echt" sind oder kompensatorisch wirken. Wäre es Letzteres, gäbe es vielleicht andere Lösungsansätze für die sozialen Interaktionen der TE.

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    Im Gegenteil, die Verbindung von Freundschaft und Sex kann sich sehr kontraproduktiv auswirken.

    Aber das ist ja kein Alleinstellungsmerkmal. Die Berufswahl eines Freundes, die Wahl oder Beibehaltung eines bestimmten Lebensstil, Geld, Veränderung der Persönlichkeit usw. kann sich ebenfalls kontraproduktiv auf die Freundschaft auswirken.

    Ohne Frage. Hier jedoch sind wir ja ausschließlich bei dem Thema Sexualität.

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    müsste man doch offen und tolerant sein und andere nicht verurteilen, weil sie sich zum Beispiel häufig verlieben, und sie dann meiden.

    Wirst du von deinen Freunden wegen deiner Polyamorie verurteilt?

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    Am Ende ist es eh nur wichtig, dass man sich mit Menschen umgibt, die ähnlich ticken wie man selbst.

    Ja, ähnlich, aber eben selten in allen Belangen komplett übereinstimmend.


    Ich kann verstehen, dass du dir mehr sexuelle Freiheit wünschst, um nicht dieses Ablehnungsgefühl spüren zu müssen. Aber ich glaube, es ist tatsächlich wirksamer, sich mit diesem Gefühl auseinanderzusetzen, als sich eine sexuelle Neuordnung zu erträumen. @:)

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    insbesondere wenn es eben keine Verhaltungsänderung des Verliebten, vor oder nach eines möglichen klärenden Gesprächs, gibt.

    Das hatte ich anders verstanden. Siehe:

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    Na, ich schreie es ja auch nicht heraus ;-) . Vielleicht ist mein Umfeld da besonders sensitiv, aber die merken das eigentlich recht schnell ;-) .

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    Man schließt damit kategorisch aus, dass er/sie damit allein zurecht kommt

    Irgendwann wurde für mich ein Erfahrungswert daraus, dass ein Verliebter nicht damit klar kommt, und das fällt zwangsläufig auf mich zurück.


    Wenn mir aber ein Freund explizit sagen würde, dass es kein Problem für ihn ist, weil er das schon von sich kennt und sich bald wieder entliebt UND sich absolut freundschaftlich normal verhält, bekäme er ein kleines Vorschussvertrauen. Aber nur dann. Ansonsten gilt: Haben mich 20 Hunde gebissen, gehe ich vorsichtshalber beim 21. auf die andere Straßenseite. Und dann muss eben jener Hund damit klarkommen, dass sein Lefzen-hochziehen Irritationen und Konsequenzen auslöst.

    @ Cinnamon

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    Dass man auf Distanz geht, wenn der Verliebte es andauernd weiterversucht,

    Kannst du wirklich von dir sagen, dass du dich dann neutral-freundschaftlich verhältst? Also über das vetraute übliche Maß hinaus: Keine entsprechenden Bemerkungen, keine Überschwänglichkeit, keine Versuche, seelisch innigere Momente oder körperliche Nähe herzustellen, keine Geschenke oder Anzüglichkeiten usw.?

    ... weil in einen verliebte Menschen ätzend und grenzüberschreitend sowie furchtbar gekränkt sind, wenn man selbst nichts von ihnen will. Da wird dann wahlweise geschmollt, es noch aufdringlicher versucht, der Dackelblick eingesetzt oder man wird beschimpft.


    Und das, obwohl das etwas ist, was der mit sich ausmachen muss; es ist sein Gefühl und nicht meins. Trotzdem wird das an mir abreagiert.

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    Wenn mir aber ein Freund explizit sagen würde, dass es kein Problem für ihn ist, weil er das schon von sich kennt und sich bald wieder entliebt UND sich absolut freundschaftlich normal verhält, bekäme er ein kleines Vorschussvertrauen. Aber nur dann.

    :)^ okay

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    Kannst du wirklich von dir sagen, dass du dich dann neutral-freundschaftlich verhältst? Also über das vetraute übliche Maß hinaus: Keine entsprechenden Bemerkungen, keine Überschwänglichkeit, keine Versuche, seelisch innigere Momente oder körperliche Nähe herzustellen, keine Geschenke oder Anzüglichkeiten usw.?

    Also ich kann es z.B.


    Mein Verhalten verändert sich bei Verliebtheit nur minimal und ist auch wenig(er) initiativ. Deswegen würde ich auch bei den Verhaltensveränderungen nach der Relevanz unterscheiden: so was wie längerer Blickkontakt und häufigeres Lächeln kann man m.E. als unrelevant einstufen, weil dies auch mit Tagesform variiert. Geschenke, Anzüglichkeiten, Herstellen von Körperkontakt ist wiederum relevant und kann den/der Gelibete/n zurecht "nerven". Aber gerade die kann man, zumindest ich, auch einfach einstellen.

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    ... weil in einen verliebte Menschen ätzend und grenzüberschreitend sowie furchtbar gekränkt sind, wenn man selbst nichts von ihnen will. Da wird dann wahlweise geschmollt, es noch aufdringlicher versucht, der Dackelblick eingesetzt oder man wird beschimpft.

    Kommt halt auf diejenige Person und ihre Persönlichkeit an. Und ich vermute ja einen Zusammmenhang zwischen präferierten Beziehungsform (wobei die ja auch von Persönlichkeit abhängt) und dem Verhalten beim Verliebt-sein. Wenn man nur (serielle) Monogamie betreibt und dann natürlich nur mit Menschen, in denen man verliebt ist, dann wird jedes Verliebt-sein "existenziell". Dementsprechend entsteht Frust bei Zurückweisung, die eben die wenigsten für sich behalten können. Wenn man sich wie ich häufig verliebt (so alle 3-4 Wochen) und für offene Beziehungen ist, dann wird jedes Verliebt-sein weniger "existenziell". Außerdem gestehe ich den anderen ja auch seine/ihre Freiheiten zu, so dass auch keine Eifersucht/Verlustängste bei mir aufkommen, wenn jemand anderes ins Spiel kommt oder Zeit ins Land geht, was ja letztlich auch nichts anderes als die Erhöhung der Wahrscheinlichkeit, dass es (doch) jemand anderes wird, ist.

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    Und ich vermute ja einen Zusammmenhang zwischen präferierten Beziehungsform (wobei die ja auch von Persönlichkeit abhängt) und dem Verhalten beim Verliebt-sein.

    Das könnte gut sein. Und ich tippe auch auf Hormone. Verliebtheit ist ja im Grunde ein Zustand, in den die Betroffenen - jedenfalls die, die ich erlebt habe - ähnlich wie Süchtige auf das Subjekt

    ihrer Verliebtheit fixiert sind. Es wird so oft wie möglich die Nähe des "Suchtmittels" gesucht bzw. versucht, immer mehr Nähe herzustellen, es entstehen eine Art Entzugssymptome, wenn kein Kontakt stattfindet und das Denken kreist um die Verliebtheit bzw. das "Suchtmittel" bis hin zu Aggressionen oder getrübter Stimmung, wenn das "Suchtmittel" sich entzieht bzw. die Verliebtheit nicht erwidert. Im Zweifel hat der Verliebte "Liebeskummer" als stärkstes Entzugssymptom. Spätestens wenn Leute sich deshalb umbringen oer den anderen praktisch besitzen wollen, wird das pathologisch. Typisch scheint auch zu sein, dass Verliebte nicht ernst nehmen bzw. erkennen wollen, dass der andere nichts von ihnen möchte. ... Das ist jetzt bewusst etwas überspitzt formuliert, aber die hormonellen Veränderungen gibt es ja wohl wirklich bei Verliebten. Auch wenn das nicht alles erklärt und definitiv nichts entschuldigt an an den Tag gelegten Vehaltensweisen.


    (Vielleicht ticken polyamore Menschen ja auch auf hormoneller Ebene vernünftiger? ;-D )


    Da ich mich nie verliebe

    , kann ich Verliebtheit zwar nicht nachempfinden, schon gar nicht mit oben beschriebenen Verhaltensweisen ??erinnert mich eben wirklich mehr an Süchtige??, aber möglicherweise bleibt es bei polyamoren Menschen da tendenziell eher im Rahmen statt ins Extreme zu kippen - aus den von dir genannten Gründen.


    Wenn das Verhalten und die Denke des Verliebten mehr auf der Eben bleibt, die ich von ihrer Außenwirkung her als nicht besitzergreifende oder sonstwie bedrängende bis übergriffige Sympathie beschreiben würde, könnte das für mich ok sein, wenn jemand sich auf solche Weise in mich verlieben sollte. Wobei es mir aufgrund meiner Erfahrungen da allerdings schwer fallen würde, dem anderen das zu glauben und auch einen Reinfall riskieren zu wollen.

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    Davon abgesehen, kann es auch interessant sein, sich die möglichen Motive (hier: häufige Verliebtheit) genauer anzusehen, inwieweit die "echt" sind oder kompensatorisch wirken. Wäre es Letzteres, gäbe es vielleicht andere Lösungsansätze für die sozialen Interaktionen der TE.

    Sehe ich auch so. Aber in beiden Richtungen. Ich z.B. saß der Illusion von (serieller) Monogamie auf, die sich als nichts anderes als Unsicherheit/Unerfahrenheit und der Internalisierung gesellschaftlicher Erwartungen offenbarte. Wenn man andrerseits sehr viel "rumkommt", kann man schon mal nach dem "Warum" fragen.