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    Also du trennst dich von ihm und er akzeptiert es nicht.


    new_here, du hast ja einiges durchgemacht, vor allem in den letzten Wochen. Dazu lass dir erst mal gesagt sein, dass es mir sehr leid tut, wie es dir geht, und einen kleinen Tröster schicken :°_ . Dass man in dieser Situation mit verheulten Augen rumsitzt ist ja nur verständlich.


    Andererseits trägst du schon lange viel mit dir herum und hast erst vor kurzer Zeit mit einer Behandlung angefangen. Es ist etwas hochgebrodelt, was lange zu tief in dir war und jetzt stellst du viele Dinge in Frage. In dieser Situation kommt man kaum mit sich selbst klar, geschweige denn, dass man sein Familien- und Sozialleben noch mit ungetrübtem Blick richtig einsortieren kann. Du reagierst mit Flucht, um dich von dem Ballast zu befreien und wieder zu dir zu finden.


    Ich fände es gut, wenn du trotz dieser überfordernden Phase einen geordneten Rückzug antreten könntest. Gib der Therapie eine Chance. Auch dein Mann sollte irgendwann in diese eingebunden werden. Wir nehmen ihn im anderen Faden zwar als verständnislos wahr, aber diese Verständnislosigkeit könnte auch aus Hilflosigkeit mit der Situation erwachsen. Bis auf die sexuellen Spannungen hattest du eure Ehe als intakt und harmonisch beschrieben und bis vor kurzem auch so empfunden. Wenn du also noch irgendwie die Kraft aufbringen kannst, versuche, den Draht nicht jetzt in dieser Ausnahmesituation komplett zu kappen. Vielleicht eine Trennung auf Zeit, damit du dich auf eine Therapie konzentrieren kannst. Wenn du wieder stabil bist, kannst du eure Beziehung vielleicht nochmal neu bewerten - auch aus der Phase des Abstands.


    Vielleicht kann dein Psychotherapeut das Gespräch mit euch beiden führen und moderieren? Oder ein systemischer Coach, der sich in euer beider Perspektiven hineinarbeiten kann und dem jeweils andern "übersetzt", was ihr fühlt?


    Auch wenn es dir jetzt dreckig geht, verliere nicht den Boden unter den Füßen. Nimm dir die Zeit, die du brauchst und nimm die professionelle Hilfe in Anspruch, die hierfür angeboten wird. Alles andere wird die Zeit zeigen und es geht immer irgendwie weiter. Weinen ist da keine Schande und kann helfen. Und wenn du jemanden zum Reden brauchst, ist das Forum hier gerne für dich da :)* .

    Ich habe nun länger darüber nachgedacht. Wirklich lange. Seit über einem Jahr schlich sich immer mehr der Gedanke in den Kopf, dass ich mit ihm als Menschen nicht mehr zusammenleben würde. Immer wieder kam dann aber die Hoffnung, dass wenn er sich ändert, er auch wieder mein Partner werden würde.


    Er hat sich über die Zeit hinweg zum absoluten Geschäftsmann gemausert. Durch und durch. Die Kinder, die restliche Familie und ich sind vollkommen nach hinten gerückt. Meine Meinung, meine Wünsche und auch mein Wille waren egal. Er hat durchgezogen, was er wollte. Ich liebe ihn. Aber ich bin nicht mehr bereit um meine Stellung bei ihm zu betteln. Das kann ich nicht mehr.


    Gestern versprach er, dass er all das nicht mehr machen würde. Ich stand mehrfach vor ihm und habe geweint, gebettelt und gefleht, dass er mich wieder als Partnerin akzeptiert. Seine herrische Art führte nun auf lange Sicht nun dazu, dass er mich immer häufiger an den Mann erinnerte, der mir das damals alles angetan hat. Und so verschob sich immer mehr das Bild. Er ist nicht mehr der Mann, den ich geheiratet habe. Was einerseits normal ist. Aber eben auch nur bis zu gewissen Grad okay.

    Habt ihr in diesem Jahr jemals über die Möglichkeit nachgedacht, dass euch eine Paartherapie helfen könnte?


    So wie es sich liest, scheint dein Entschluss festzustehen.


    Wie geht's den Augen? Gab es noch Tränen heute, oder konntest du dich ein wenig beruhigen?

    Mehrfach habe ich ihn drum gebeten, es mit jemand außenstehenden zu besprechen. Ohne Erfolg. Er wollte es nie. Ich habe mir dann irgendwann jemanden gesucht, der mir zuhört und habe es in einer Beratungsstelle gefunden. Auch dort bestand am Anfang die Chance, dass er daran hätte teilnehmen können. Er wollte nicht, fand es lächerlich und nickte es nur ab. Ich gehe seit fast 4 Monaten dort hin und jetzt, jetzt will er es, weil er Angst hat, ich meine es ernst. Und das tue ich. Ich habe das Gefühl, ich muss nun endlich selbst ein Statement setzten, nachdem er so viele gesetzt hat.

    War dein Psychiater-Besuch im November nur wegen des Medikaments und die Therapie läuft schon länger?


    Ihr solltet beide so handeln, dass ihr euch beide nichts vorwerfen könnt, im Affekt gehandelt zu haben. Dazu gehört meiner Meinung aber auch, dass er mit zur Familienberatung oder Therapie geht. Du bist sexuell missbraucht worden und dein Mann kann dein Empfinden nicht einsortieren. Da sehe ich dringenden Bedarf, dass auch er Hilfe bekommt, deine Situation zu verstehen und seinen Umgang damit zu erlernen.


    Nur auf ein Medikament zu hoffen wäre mir bisschen kurz gesprungen. Damit liegt wieder die ganze Verantwortung bei dir. Vielleicht sprichst du nochmal mit ihm über diesen Punkt. Er hat dich mit deiner Vorgeschichte zur Partnerin gewählt und damit hat auch er ein Stück weit Verantwortung, mit dieser Situation richtig umgehen zu können. :)_

    Ich möchte warten, bis das Medikament wirkt, um zu schauen ob ich mich gedanklich noch immer in einer Ausnahmesituation befinde. Ich möchte mir nicht selbst vorwerfen müssen, es nicht versucht zu haben. Auch wenn ich es seit über einem Jahr versuche. Mir brummt der Kopf. %:|

    Zitat

    Mir brummt der Kopf. %:|

    Kann ich mir vorstellen.


    Aber versuche, ihn davon zu überzeugen, dass eine therapeutische Teilnahme für euch als Paar (also ihn eingeschlossen) aufgrund der Vorgeschichte sinnvoll ist. Selbst wenn du wieder klarer siehst und dich entscheidest, an der Ehe festzuhalten, löst sich so ein Jahr Unzufriedenheit und Konflikte wegen dem Sex ja nicht einfach in Luft auf. Ihr werdet in diesem Fall Arbeit vor euch haben und dabei sicherlich Hilfe brauchen. Sonst fallt ihr bald wieder in die gleiche Krise rein.


    Aber jetzt lass erst mal sacken und komme für dich zur Ruhe. Das ist das Wichtigste im Moment. :)*