Ja, also mir geht das so. Das ist genau wie beim Thema Verschleierung. Was ich darüber hier geschrieben habe, ist meine ehrlich Meinung dazu, die ich vertreten und leben möchte. Aber es tut mir trotzdem geradezu weh, wenn ich verschleierte Frauen sehe, diese meine Meinung dazu ist mit einem recht hohen kognitiven Aufwand verbunden, dieses Bauchgefühl zu überwinden.


    Ich kann mir gut vorstellen, dass Menschen bei gewissen Themen aber Bauchgefühl und Meinung gleichsetzen (wollen oder das einfach tun, ohne weiter darüber nachzudenken).

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    Mich stört das die Gesellschaft da nun von einem ausschließlichen Modell zum nächsten pendelt, statt zu sehen das, je nach persönlicher Situation, ganz verschiedene Modelle richtig sein können.

    Wie passt das dazu, dass du dir von Staat und Gesellschaft mehr Unterstützung für euer Modell wünschst?


    Es kann doch nicht alles und das Gegenteil davon gefördert werden! Rückenwind für alle geht eben nicht!

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    Ja, also mir geht das so. Das ist genau wie beim Thema Verschleierung. Was ich darüber hier geschrieben habe, ist meine ehrlich Meinung dazu, die ich vertreten und leben möchte. Aber es tut mir trotzdem geradezu weh, wenn ich verschleierte Frauen sehe, diese meine Meinung dazu ist mit einem recht hohen kognitiven Aufwand verbunden, dieses Bauchgefühl zu überwinden.

    Same here.

    Was es halt recht schnell recht gefährlich werden lässt, wenn dann die notwendige kognitive Energie nicht genutzt wird oder nicht vorhanden ist oder - wie bei mir - immer erst einen Schritt hinter der Meinung herhinkt...

    Zitat

    Es kann doch nicht alles und das Gegenteil davon gefördert werden!

    Ich halte das für möglich, aber eben nicht unter den gegebenen gesellschaftlichen Umständen. Da ist die radikale feministische Gesellschaftskritik angezeigt, die einigen hier so Bauchschmerzen gemacht hat. ;-) Wenn Care-Arbeit insgesamt einen höheren Stellenwert bekommen und entsprechend gefördert werden würde, wenn sich grundsätzlich über die Definiton von "Familie" und die Ehe-Institution Gedanken gemacht werden würde, könnte man es mMn eben doch für alle leichter machen. Indem man eben nicht ein bestimmtes Modell fördert, sondern die Grundlagen schafft, auf denen sich unterschiedliche Modelle sicher und für die Betroffenen handlebar aufstellen können.

    Also, wenn insgesamt der Kapitalismus entschieden an die Leine genommen werden würde ... man kann ja träumen.

    Zitat

    Was es halt recht schnell recht gefährlich werden lässt, wenn dann die notwendige kognitive Energie nicht genutzt wird oder nicht vorhanden ist oder - wie bei mir - immer erst einen Schritt hinter der Meinung herhinkt...

    Man kann sich doch Zeit lassen mit dem Meinungsbilden. Das finde ich nicht problematisch. Gestern gelesen: Your first thoughts show how you have been socialised, your second thoughts define who you are. (Aus dem Gedächtnis zitiert)

    Zitat

    Wie passt das dazu, dass du dir von Staat und Gesellschaft mehr Unterstützung für euer Modell wünschst?

    Na, hervorragend passt das dazu? Du bist ja ne Nummer. Das ist ja, als ob Du fragst: "Dass du Hunde und Katzen gleichermaßen magst - wie passt das denn dazu, dass du dir wünschst, du könntest beides halten?"

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    Wenn Care-Arbeit insgesamt einen höheren Stellenwert bekommen und entsprechend gefördert werden würde, wenn sich grundsätzlich über die Definiton von "Familie" und die Ehe-Institution Gedanken gemacht werden würde, könnte man es mMn eben doch für alle leichter machen.

    Nein: Für die, die klassische Männer- und Frauenbilder mögen und (möglichst unreflektiert) leben wollen, macht man es damit überhaupt nicht leichter! ;-) ;-D Deswegen wehren sie sich ja so dagegen.


    Ich sehe es ja auch so, dass insbesondere moderne Vaterschaft für alle ein Gewinn wäre oder zumindest sein könnte. Aber es würde vielen Leuten eben ein Umdenken abfordern. Und das ist erstens nicht bequem und lässt sich zweitens nicht von oben verordnen.

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    Na, hervorragend passt das dazu? Du bist ja ne Nummer. Das ist ja, als ob Du fragst: "Dass du Hunde und Katzen gleichermaßen magst - wie passt das denn dazu, dass du dir wünschst, du könntest beides halten?"

    Hunde sind aber nicht das Gegenteil von Katzen. ;-) Bei Beziehungsmodellen gibt es sehr wohl exakte Antipoden, die ein Staat eben nicht einfach so gleichberechtigt nebeneinander fördern kann.

    Warum denn nicht? Es sind doch eher die Menschen, die nicht aushalten würden, dass alle Modelle gleichermaßen gefördert würden. Und da wir in einer Demokratie leben, wäre es halt schnell mit der bestehenden Regierung vorbei. Was ja vermutlich der Grund dafür ist, weshalb "der Staat" so etwas gegenwärtig eben nicht tut.

    Zitat

    Nein: Für die, die klassische Männer- und Frauenbilder mögen und (möglichst unreflektiert) leben wollen, macht man es damit überhaupt nicht leichter! ;-) ;-D

    Warum denn nicht? ":/ Da können doch dann weiterhin die Frauen all das tun, was Frauen in deren Sichtweise tun sollen, und die Männer ebenso. Oder meinst Du, es wäre nicht leichter, weil man die anderen Modelle tolerieren muss? Ja gut, das kann einem keiner abnehmen.

    hikleines


    Ich hab mich da unglücklich ausgedrückt, in meinen ersten Beiträgen drüben, weiß ich inzwischen auch und werde das in Zukunft versuchen gleich klar zu machen und deutlich zu unterstreichen, dass es mir nur um die derzeitige Darstellung geht. Wären überall nur glückliche Hausfrauen oder Hausmänner zu sehen und total problematische kinder, wenn nicht ein Elternteil zu Hause bleibt, würde mich das nicht minder ärgern. ;-D ;-D

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    Ich sehe es ja auch so, dass insbesondere moderne Vaterschaft für alle ein Gewinn wäre oder zumindest sein könnte. Aber es würde vielen Leuten eben ein Umdenken abfordern. Und das ist erstens nicht bequem und lässt sich zweitens nicht von oben verordnen.

    Momentan wird "von oben" etwas anderes "verordnet". Es ließen sich sehr wohl die Voraussetzungen dafür schaffen, dass es auch andere Modelle leichter haben.

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    Warum denn nicht? ":/

    Na, weil ihre bevorzugte Lebensweise, dann nicht mehr die "Default-Option" wäre. Da würde ganz viel "Das macht man eben so." wegfallen. Dann wäre ganz viel Komplexität angesagt und die ist ja nun nicht die bevorzugte Option von Leuten, die Klischees und Rollenbilder amgenehm finden.


    All die männlichen Spitzenmanager mit 70h-Wochen und Kindern müssten dich vielleicht plötzlich rechtfertigen. ]:D :=o


    Da muss man sich echt nichts vormachen: Für viele wäre das wesentlich unbequemer als die aktuelle Lage.