Dein Beitrag von 13:06, das Verlinken scheint gerade, huchwieistdasmöglich, eine Macke zu haben.

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    Naja. Rente ist ja nicht einfach so "da". Das muss ja auch erwirtschaftet werden.


    Im derzeitigen System geht Rente ohne Rentenbeiträge (=Erwerbsarbeit) eben nicht. Und das finde ich nicht per se ungerecht.


    Da müsste man wenn dann gleich über das Bedingungslose Grundeinkommen reden...

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    Es wird grundsätzlich so getan als hätte der Partner der Geld verdient auch mehr geleistet,

    Hat er in der Regel auch- das war vor 50 Jahren, ohne technische Ausstattung im Haushalt und mit 5 Kindern noch anders. Ich sehe Hausarbeit längst nicht mehr gleichwertig zur Erwerbsarbeit, zumal Hausarbeit sehr schlecht messbar ist. Bei Kinderbetreuung sehe ich höchstens die ersten 3 Lebensjahre eines Kindes als vergleichsweise gleichwertig einer Erwerbstätigkeit (auch was den zeitlichen Aufwand betrifft).

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    und ja, das hat was mit der Berufswahl zu tun

    Mit dem Beruf hat das nicht unbedingt was zu tun, sondern oft eher mit unflexiblen Arbeitgebern.

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    Wer das in einer kürzeren Zeit schafft (das hängt auch teilweise von den persönlichen Fähigkeiten ab), hat Zeit gewonnen.

    Schön wär’s!


    Tatsächlich könnte ich meinen Job zum großen Teil völlig problemlos von zu Hause oder von jedem Ort der Welt aus erledigen. Stattdessen sitze ich meine 40-h pro Woche im Büro ab, obwohl ich meine Aufgaben gewöhnlich locker in der Hälfte der Arbeitszeit schaffe. Nur leider zählen bei uns keine Ergebnisse, sondern wirklich nur pure Anwesenheit.


    Also schreibe ich hier – so ganz nebenbei- oder erledige Korrespondenz.

    Nun, sensibelman, da haben wir halt verschiedene Ansichten in Punkto Kindererziehung. Wir haben ja allerdings schon festgestellt, dass die schon bei der Ernährung anfangen. Wundert mich also nicht.

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    sondern oft eher mit unflexiblen Arbeitgebern.

    :)z Leider steckt man da oft in einem Teufelskreis: Kritik an dieser Situation (sinnloses Absitzen anstatt nach Hause gehen wenn Aufgabe erledigt) kann der Arbeitgeber abstrafen- nach dem Motto: Störung des Betriebsklimas. Genau aus diesem Grund halte ich hierarchisch aufgebaute Unternehmenskonstrukte für ineffizient, weil jeder Chef wie ein König agieren kann- der Staat mag halbwegs demokratische Strukturen aufweisen, Unternehmen haben diese nur sehr eingeschränkt. Das ist kein Unternehmerischer Vorteil, sondern ein Nachteil auch gerade zu Lasten der Angestellten.

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    da haben wir halt verschiedene Ansichten in Punkto Kindererziehung

    Ansichten sind ziemlich ziemlich belanglos- entscheidend sind die Ergebnisse. Das betrifft sowohl die Kindererziehung als auch die Ernährung.


    Bei der Erziehung messe ich das Ergebnis am Sozialverhalten (Hilfsbereitschaft, Solidarität, Rücksichtnahme) und an der Selbstständigkeit der Kinder (selbst erreichte Lebensfreude, Leben selbst erfolgreich in deren Sinn gestalten). Ausklammern möchte ich hier ausdrücklich unverschuldete gesundheitliche Probleme (auch wenn das nicht immer klar abgrenzbar ist).


    Auch die Ernährungsqualität ist messbar (statistisch über den Gesundheitszustand).

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    Das ist doch genau das Problem. "zu hause bei den Kindern" wird mein synonm verwendet für "tut nichts". Aber das ist ein riesen Irrtum. Ich will ja unbedingt arbeiten, als Ausgleich und weil ich das gern mache. Das ist einfach im vergleich zu der Erziehung der Kinder verdammt entspannend.

    Und damit hast Du es als Frau noch gut erwischt, als Hausmann erweitert sich "tut nichts" noch um "faul, arbeitsscheu, Pascha, lässt lieber die arme Frau schuften".

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    Das ist einfach im vergleich zu der Erziehung der Kinder verdammt entspannend.

    Die entscheidende Frage ist, von welcher Altersstufe der Kinder du sprichst. Und ja, bei der "Erziehung" wird nicht selten zuviel und zuviel Unsinniges gemacht.

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    Tatsächlich könnte ich meinen Job zum großen Teil völlig problemlos von zu Hause oder von jedem Ort der Welt aus erledigen. Stattdessen sitze ich meine 40-h pro Woche im Büro ab, obwohl ich meine Aufgaben gewöhnlich locker in der Hälfte der Arbeitszeit schaffe.

    Hat leider alles seine Vor- und Nachteile, würde ich sagen. Ich erledige meinen Job tatsächlich fast ausschließlich Zuhause oder an anderen Orten, an denen ich mich gerade aufhalte. Bezahlt werde ich nach Leistung und nicht nach Zeit. Und wann ich wieviel erledige, kann ich mir einigermaßen frei einteilen.


    Allerdings werde ich als freie Dienstnehmerin im Urlaub zB überhaupt gar nicht bezahlt und Weihnachts- und Urlaubsgeld kann ich mir auch in die Haare schmieren. Würde ich krankheitsbedingt länger ausfallen, wäre das ein echtes Problem bzw müsste ich dann meine finanziellen Reserven angreifen. Mal ganz davon abgesehen, dass die Auftragslage stark schwankt. Momentan ist sie für mich wunderbar, aber frag mich bloß nicht wie das in 3 Monaten aussieht ;-D

    Meine Kinder sind noch recht jung. 6 und 3 Jahre alt und inzwischen können die natürlich schon viel mehr alleine und tun das auch. Das ist auch gut so, aber deswegen brauchen sie ja noch jemanden der bei Problemen und Katastrophen erreichbar ist, ansprechbar ist und eventuell einen Arzt rufen kann.


    Weißt du, ich lag, etwas älter als meine Große, mal mehrere Stunden vor der Wohnung im Gras. Mein rechter Arm war gebrochen, ich konnte den Schlüßel im Schloß nicht umdrehen und es war niemand zu Hause. Niemand der bemerkt hätte, dass ich nicht nach Hause komme, niemand der mit mir ins Krankenhaus gefahren ist und das hätte röntgen und gipsen lassen. Handy war noch nicht, also hab ich gewartet bis Feierabend war und jemand kam. Und ich war tief im Herzen so richtig richtig alleine. An die Schmerzen des Bruches erinnere ich mich nicht mehr, nichtmal mehr genau daran, wie ich es geschafft habe mir den Arm zu brechen. Doch dies Gefühl unendlicher Einsamkeit, weil niemand da war, der mich in den Arm genommen und getröstet hätte, der mir das Gefühl gegeben hätte, dass schon alles in Ordnung wird, daran erinnere ich mich sehr intensiv.


    Man kann Kinder also immer in professionelle Betreuung geben, dann kümmert sich jemand, aber das Kind ist nie allein auf sich gestellt unterwegs, oder man lässt es auch mal alleine los, aber dann muss jemand da sein den Kind kennt, dem es vertraut und wo es hingehen kann, wenn es denn eben Hilfe braucht.

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    aber deswegen brauchen sie ja noch jemanden der bei Problemen und Katastrophen erreichbar ist, ansprechbar ist und eventuell einen Arzt rufen kann.

    Klar.

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    Doch dies Gefühl unendlicher Einsamkeit

    Ich denke, das Gefühl von Einsamkeit oder Hilflosigkeit ist für die meisten Menschen bedrückend- das gilt nicht nur für Kinder.


    Meine Anwesenheit/Nähe bezüglich meiner Kinder habe ich aber nie als Arbeit oder Aufwand empfunden. Vielmehr mag ich es, wenn ich Menschen um mich herum habe (insbesondere meine Kinder)- und da sehe ich Kinder nicht wesentlich anders als Erwachsene- man kann sich prima mit ihnen unterhalten, zusammen lachen, zusammen spielen, zusammen singen, zusammen aufräumen, ...


    Und ob ich nun nur für mich alleine Essen zubereite oder das gleich für die ganze Familie mit vorbereite, ist für mich kein großer Unterschied. Auch das Aufräumen und Saubermachen macht kaum Mehraufwand- ob mit oder ohne Kinder.

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    Meine Anwesenheit/Nähe bezüglich meiner Kinder habe ich aber nie als Arbeit oder Aufwand empfunden.

    Es ist aber Leistung die man erbringt und die einen Wert hat. Ich liebe meinen Job auch und empfinde ihn ganz oft als Hobby, aber dennoch möchte ich dafür bezahlt werden, ja ich leiste dann sogar die beste Arbeit, also verdiene ich im Grunde gerade dann die beste Bezahlung.


    Weißt du, den Spaß in allen Ehren, aber man muss ja auch im Alter von irgendwas leben können. Und wenn das bedeutet, dass man die Bereitschaft so für die Kinder da zu sein damit bezahlt im Alter oder nach einer Scheidung wie ein Idiot dazustehen der nie irgendwas nennenswertes geleistet hat und genau rechnen muss, damit man nach der letzten Arztrechnung nicht ohne Geld für nahrung dasteht, dann empfinde ich das als einfach unfassbar unfair. Denn man hat etwas wichtiges getan und dem anderen Partner ermöglicht seinerseits das Maximum des ihm/ihr möglichen in der Erwerbsarbeit herauszuholen. Denn hätte der andere Partner immer Punkt X Feierabend machen müssen, weil die Kinder abgeholt werden müssen, dann wird das mit der Beförderung eher nichts.


    Das neue Scheidungs- und Unterhaltsrecht sieht das aber anders. Da muss man sich als Frau hinterher als Idiot fühlen, weil man nicht weitergearbeitet hat sondern die anfallenden Arbeiten zu Hause alleine gestemmt hat. Diese Entscheidungen führen inzwischen oft direkt in die Armut. Ich kenne sogar Frauen die aufgrund genau dieser Gesetzeslage ihre Männer nicht verlassen (können). Sie müssten nämlich nicht nur ihr zu Hause aufgeben, sondern inzwischen dann auch die Kinder, denn er könnte den Wohnraum ja alleine halten.


    Und das ist die Art Druck die ich meine, die einhergeht mit einer deutlichen Entwertung der Zeit die man mit seinen Kindern verbringt. Und das finde ich, zu gut deutsch, echt scheiße.

    @ Shojo

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    Nicht?

    Nein. Das war ja noch kein Argument, sondern nur der Hinweis darauf, dass Rente eben nich per se "da ist". (Und dann jemand käme, der sie Müttern wieder wegnehmen würde.) Das läuft bei uns (zum Glück!) über eine Versicherungspflicht und das Umlageverfahren.


    Aber deswegen erwarte ich sicher nicht, dass mir irgendwer für meine Erwerbstätigkeit dankbar sein müsste. Genauso fände ich es völlig absurd, von irgendwem Dankbarkeit (und finanzielle Leistungen) zu erwarten, nur weil ich mich für ein Kind entschieden hätte. :|N

    @ danae

    Für mich gehen für mich Kinderrechte ganz klar vor Elternrechten. Ich halte Eingriffe in das freie Schalten und Walten der Eltern also grundsätzlich einmal für überaus legitim. vgl. z.B. das Gewaltverbot. Ich wäre auch für einen verpflichtenden Elternführerschein für alle werdenden Eltern.

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    Es ist aber Leistung die man erbringt und die einen Wert hat.

    Vor allem muss es halt jemand machen. Viele Nachtportiers lösen bei der Arbeit unzählige Kreuzworträtsel oder sehen unzählige Filme, und trotzdem werden sie bezahlt. Es gibt nun mal Jobs, die zu einem Großteil aus schlichter Anwesenheit bestehen.