@ danae87

    Oh ich glaube durchaus, das es da eine nicht unerhebliche Dunkelziffer gibt, dass Frauen ihre Männer schlagen.


    Aber wenn ich ganz allgemein das Gefüge in sozialen Beziehungen betrachte, damit meine ich nicht nur Partnerschaften, auch Familiengefüge und dergleichen, dann komme ich zum dem Schluss, so für mich, dass Frauen eher psychische Gewalt ausüben.

    Mh, das kann schon sein. Ich fände Zahlen dazu mal ganz interessant. Meine Ma hat beispielsweise beide Formen von Gewalt durch beide Elternteile erfahren, aber aus irgendeinem Grund hatte bei meiner Oma die psychische Komponente die schlimmere Wirkung, bei meinem Opa die körperliche. ":/

    Zitat

    aber aus irgendeinem Grund hatte bei meiner Oma die psychische Komponente die schlimmere Wirkung, bei meinem Opa die körperliche

    Ich vermute, jeder kann nur die Ressourcen nutzen, die er besitzt, bzw. bei denen er den Vorteil hat.


    Und Frauen sind seltener körperlich überlegen, Männer sind vielleicht häufiger psychisch "abhängig".


    Wo sollen da verläßliche Zahlen herkommen, und was würde das bringen?

    Das meinte ich nicht, Che. Beide konnten beides. Beide haben geprügelt und mein Opa war auf psychischer Ebene noch deutlich gewalttätiger als meine Oma. Aber im Gedächtnis geblieben ist bei meinem Opa vornehmlich die körperliche Gewalt, bei meiner Oma steht aber vorallem die emotionale Erpressung auf der Rechnung, wenn man so will, während die Schläge hinten runter fallen und weit weniger wichtig erscheinen. Das wieso dafür, finde ich spannend.

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    Wo sollen da verläßliche Zahlen herkommen, und was würde das bringen?

    Woher? Mh, Forschung, denke ich. Und ich fände es interessant hinsichtlich unserer Geschlechtervorstellungen und vielleicht wäre es hilfreich für die Männer, die glauben sie seien der einzige Kerl der sich von seiner Frau misshandeln lässt. Und für Frauen und ihr Selbstbild könnte es auch interessant sein.


    Auch hinsichtlich der Hilfsinfrastruktur und der Argumentation dafür oder dagegen könnte es hilfreich sein mal konkrete Zahlen zu haben. So gibt es im britischen Königreich einige Männerhäuser, in Deutschland sind es ganz wenige, niedriger einstelliger Bereich. Und die Argumentation dagegen beinhaltet auch obige Vorstellung, dass Frauen nämlich eh nicht schlagen und daher Männer nicht geschützt werden müssen. Wenn es aber öfters Gewalt gibt, dann wäre die Einrichtung solcher Männerhäuser ja durchaus wichtig.


    http://genderama.blogspot.de/2…in-cornwall-kurz-vor.html

    Man muß doch lediglich sein Umfeld betrachten und die eigenen Erlebnisse reflektieren. Dann hat man seine ureigene Erhebung. Eigentlich wäre hier der bessere Weg, die Dinge so zu betrachten, wie man Gewalt am besten aus der Welt schafft, oder minimiert.


    Nur so gänzlich wird das auch wiederum nicht funktionieren, weil Gewalt als starker Anteil der Evolution eine große Rolle spielt.

    Zitat

    Man muß doch lediglich sein Umfeld betrachten und die eigenen Erlebnisse reflektieren. Dann hat man seine ureigene Erhebung.

    Nur ist die halt nicht aussagekräftig. In meinem Umfeld gibt es aktuell weder Gewalt gegen Frauen noch Männer, soll ich daraus schließen, dass es keine gibt? Oder nur bei den "alten" oder so? "Die Mehrzahl von Daten ist nicht Anekdoten", schrieb hier mal eine Userin.

    @ danae87

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    Das meinte ich nicht, Che. Beide konnten beides. Beide haben geprügelt und mein Opa war auf psychischer Ebene noch deutlich gewalttätiger als meine Oma. Aber im Gedächtnis geblieben ist bei meinem Opa vornehmlich die körperliche Gewalt, bei meiner Oma steht aber vorallem die emotionale Erpressung auf der Rechnung, wenn man so will, während die Schläge hinten runter fallen und weit weniger wichtig erscheinen. Das wieso dafür, finde ich spannend.

    Ja, das wieso?


    Also ich habe die psychische auch als schlimmer empfundn als die physische. Evtl. liegt es daran, dass der körperliche Schmerz schneller vergeht und nach Heilung der Wunden bist du wieder gesund. Während die psychischen Wunden nachhaltiger sind und einfach nicht so schnell, bzw. nicht so einfach heilen?

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    Evtl. liegt es daran, dass der körperliche Schmerz schneller vergeht und nach Heilung der Wunden bist du wieder gesund. Während die psychischen Wunden nachhaltiger sind und einfach nicht so schnell, bzw. nicht so einfach heilen?

    :)^ Klingt überzeugend für mich. Auch bei Dir, danae, als Beobachterin, wird die psychische Gewalt stärker haften geblieben sein. Den Schmerz der Schläge, die andere einstecken, bekommt man ja nicht so direkt mit, aber psychische Gewalt läßt sich recht gut nachfühlen, finde ich.

    Zitat

    Also ich habe die psychische auch als schlimmer empfundn als die physische. Evtl. liegt es daran, dass der körperliche Schmerz schneller vergeht und nach Heilung der Wunden bist du wieder gesund. Während die psychischen Wunden nachhaltiger sind und einfach nicht so schnell, bzw. nicht so einfach heilen?

    Ich find es halt spannend, dass bei meinem Opa die psychischen Sachen die er gemacht hat, eher hinten auf der Rechnung stehen, während die Prügel im vordergrund der Wut steht, während es bei meine Oma genau anders rum ist.


    Also wieso das bei meiner Ma so ist, meine ich. Beide Elternteile haben beide Arten von gewalt ausgeübt, aber ihm nimmt sie die Schläge übler als ihr und ihr die psychische Gewalt übler als ihm.


    Für mich haben beide als Eltern vollständig verkackt. Auf ganzer Linie. Als Großeltern waren sie besser und mein Opa macht sich als Urgroßvater wirklich gut. Aber als Eltern kriegen beide eine sechs.

    Zitat

    In meinem Umfeld gibt es aktuell weder Gewalt gegen Frauen noch Männer,

    Dann hast du Glück, oder du bist einfach ein schlechter Beobachter. Ich verweile schon über sechzig Jahre auf dieser Welt und würde mich glücklich schätzen, hätte ich deine Erfahrungswerte.


    Aber durch Anekdoten-Witzchen wird man halt auch nicht schlauer.


    Und: Wenn du keinerlei Erfahrung hinsichtlich physischer Gewalt in deinem Umfald hast, dann ist das doch auch eine gewisse statistische Aussage.

    Bei mir selbst ist es übrigens auch so, dass ich mit Schlägen besser klarkam als mit dem psychischen Bockmist. Einfach weil bei den Schlägen die Rollenverteilung viel klarer war. ich wusste, dass die nicht gerechtfertigt sind, niemals. Aber bei dem anderen Kram war ich nicht so gut geimpft und hab immer die Fehler bei mir gesucht und mich als "schuldig" wahrgenommen und das schön weitergeführt. Aber im Grunde waren die Schläge natürlich teil davon. Aber halt schön abgrenzbar.

    Zitat

    Und: Wenn du keinerlei Erfahrung hinsichtlich physischer Gewalt in deinem Umfald hast, dann ist das doch auch eine gewisse statistische Aussage.

    Momentan. Momentan und sicherlich nicht dauerhaft. Und nein, das sagt statistisch betrachtet gar nichts. Es kann daran liegen, dass ich mir ein passendes Umfeld gewählt habe, es kann einfach Glück sein, es könnte sein, dass ich einfach blind bin. Ich könnte auf der insel der Seeligen wohnen. Die einzige gewaltfreie Nachbarschaft der ganzen Republik. Statistisch ist das einfach null und kein stück aussagekräftig.

    Grottig :)_ ich glaube, das weiß ich inzwischen ziemlich gut, nach 15 Jahren med1....


    Danae,

    Zitat

    weil bei den Schlägen die Rollenverteilung viel klarer war. ich wusste, dass die nicht gerechtfertigt sind, niemals.

    klingt plausibel.

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    Also wieso das bei meiner Ma so ist, meine ich. Beide Elternteile haben beide Arten von gewalt ausgeübt, aber ihm nimmt sie die Schläge übler als ihr und ihr die psychische Gewalt übler als ihm.

    Hm, das weißt Du, weil sie es sagt? Dann frage sie doch gleich direkt, warum das so ist. :)z