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    Statistisch ist das einfach null und kein stück aussagekräftig.

    Ähhhh? Null hat keine Aussagekraft? Und dann postulierst du über Gewalt in deinem eigenen Umfeld?


    Ich klink mich hier aus.

    Gewalt ist nie zu rechtfertigen. Letztens beim Bachelor gesehen, dass die aussortierte Kandidatin bei ihrem Abgang dem Bachelor noch schnell eine Backpfeife verpasste. Die Reaktionen waren da ziemlich geteilt. Einige meinten sogar, dem geschähe das Recht. Aber stünde dort die Bachelorette und ein Typ schlägt ihr noch schnell ins Gesicht, dann wäre sofort die Hölle los. Obwohl diese Art Schlag vermutlich beiden gleichermaßen weh getan hätte.


    Wenn man logisch darüber nachdenkt, gibt es keinen Unterschied. Aber vom Gefühl her ist es trotzdem irgendwie anders. Vielleicht liegt das an der Erziehung? Jungs prügeln sich ja eh gerne und halten das schon aus ":/


    Für mich persönlich kommt es darauf an, ob derjenige mir körperlich überlegen ist oder nicht und ob ich Angst haben müsste. Klein und schwach hat halt immer mehr "Narrenfreiheit" als jemand der groß und gefährlich ist. Dasselbe gilt ja auch für Hunde.

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    Gewalt ist nie zu rechtfertigen. Letztens beim Bachelor gesehen, dass die aussortierte Kandidatin bei ihrem Abgang dem Bachelor noch schnell eine Backpfeife verpasste. Die Reaktionen waren da ziemlich geteilt. Einige meinten sogar, dem geschähe das Recht. Aber stünde dort die Bachelorette und ein Typ schlägt ihr noch schnell ins Gesicht, dann wäre sofort die Hölle los. Obwohl diese Art Schlag vermutlich beiden gleichermaßen weh getan hätte.

    Ich weiß schon warum ich solchen Bullshit nicht sehe. Da finde ich unterstützt die Produktionsfirma eben diese falsche Sicht auf Gewalt, dass es eben nicht so schlimm und OK ist wenn eine Frau einen Mann ohrfeigt. Gut, ich kenne die Vorgeschichte nicht, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass der Bachelor die Kandidatin auf übelste beleidigt oder tätlich angegriffen hat. Nur dann würde ich die Reaktion als annähernd gerechtfertigt erachten.

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    Gut, ich kenne die Vorgeschichte nicht, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass der Bachelor die Kandidatin auf übelste beleidigt oder tätlich angegriffen hat.

    Ich glaub die war rausgeflogen, ist dann zu dem hin als würde sie sich verabschieden wollen und hat ihn dann geschlagen. Hab nen Artikel nur beim scrollen gesehen.


    Da wüsste ich schon gerne, wie der Sender damit umgeht. Ob die Dame jetzt eine Anzeige bekommt etc.

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    Da wüsste ich schon gerne, wie der Sender damit umgeht. Ob die Dame jetzt eine Anzeige bekommt etc.

    Nichts dergleichen wird passieren, da die Show ja gescripted ist und daher würde es mich auch nicht wundern wenn der Bachelor schon wusste dass er geohrfeigt werden wird. Vielleicht hat sich der Sender da auch vertraglich abgesichert.

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    Sagt mir sowas doch vorher. Ich weiß sowas nicht. Ich dachte früher auch, dass Gerichtssendungen echt sind. |-o ;-D

    Psst, das "N" in RTL steht für Niveau. ;-)


    Die Gerichtsshows, zumindest Barbara Salesch, war echt. Allerdings nur am Anfang wo in der Sendung nur Zivilrecht verhandelt wurde, also zum Beispiel der Streit um den Knallerbsenstrauch und dem Maschendrahtzaun. Das allerdings ist lange her. ;-D

    Ich bin nicht der Ansicht, dass es einen Unterschied macht, ob eine Frau oder ein Mann Gewalt anwendet.


    Der Unterschied besteht für mich allein darin, ob der Mensch, der Gewalt (ganz gleich welcher Art) ausgesetzt ist, sich dagegen wehrt. Körperliche Überlegenheit ist kein Argument und sagt nichts darüber aus, ob ein Mensch sich auch wehren kann. (Es gibt doch auch Fälle, wo Kinder ihre Mütter schlagen, die sich dann aus Liebe nicht wehren können und wollen, obwohl sie natürlich die rein körperlichen Mittel hätten, sich Autorität zu verschaffen.)


    Mal angenommen der geschlagene Mann ist psychisch gesund, dann bedeutet das noch lange nicht, dass er auch die Hemmungen verliert, eine Frau schlagen zu können, die ja körperlich nun einmal schwächer ist. Ein Mann, der sich seiner Kraft bewusst ist, wird keine Frau (zurück)schlagen, aus Respekt vor dem Schaden, den er dabei anrichten kann und für den er nicht die Verantwortung übernehmen möchte. Ich denke, da gibt es bei den meisten Männern eine natürliche innere Blockade. Ich selbst lehne Gewalt ab und habe grundsätzlich nicht das Bedürfnis einem Lebewesen weh zu tun oder es zu verletzen, aber wenn ich solche Situationen im Kopf durchspiele, dann weiß ich, dass ich einen Mann (zurück)schlagen könnte. Bei einer Frau wüsste ich nicht, wie ich sie mir vom Leib halten soll, ohne sie dabei zu verletzen. Ich bin in dieser Hinsicht aber auch psychisch gesund und hätte Probleme damit. Wie muss es dann erst einem Mann gehen, bei dem mehr im Argen liegt als ein naturgegebener Respekt vor einem schwächeren Menschen.


    Ich will mir gar nicht ausmalen, wie ein Mann sich fühlen muss, der emotional/psychisch so konditioniert ist, dass er annimmt, er würde diese Behandlung verdienen oder hätte keine Wahl, als das aushalten zu müssen. Einem solchen Mann geht es nicht anders als einer misshandelten Frau und noch hinzu kommt die Scham aufgrund der gesellschaftlichen Erwartungen, die an Männer heran getragen werden und die es ihm unmöglich machen, sich Gehör zu verschaffen, wo doch so naheliegend ist, dass der Mann öffentlich kompromittiert wird, sobald er zugibt, dass er ein Opfer ist. Allein der Begriff "Opfer" ist ja derart mit Scham und Lächerlichkeit behaftet, dass misshandelte Männer freiwillig auf jeden Schutz und jede Hilfe verzichten, weil sie sich wahrscheinlich nicht einmal eingestehen können, dass sie misshandelt werden und nach Argumenten für ihre Passivität suchen, mit denen sie noch etwas Selbstachtung behalten können.

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    (Es gibt doch auch Fälle, wo Kinder ihre Mütter schlagen, die sich dann aus Liebe nicht wehren können und wollen, obwohl sie natürlich die rein körperlichen Mittel hätten, sich Autorität zu verschaffen.)

    "Aus Liebe nicht wehren/abwehren/wehrhaft verhalten" - da ist "Liebe" nicht das richtige Wort.


    Also streiche das Wort "Liebe", setze stattdessen ein: "mangelndes Selbstbewusstsein, Masochismus, passiver Aggressivität, Depressivität, Selbsthass, Selbstaufgabe" - oder Angst z.B. in Form einer generalisierten Angststörung. Von "psychisch besonders" über "psychisch auffällig" bis "psychisch krank".


    Bei den restlichen Zeilen: ich finde, es gibt eine Art von "Überempathie" von dir, Theniyn, die hier Nilsx1984 eher schadet als hilft.


    Und der Begriff "Opfer" ist nicht nur mit Scham belegt, sondern auch mit Hilfe bekommen, Trost bekommen, Sympathie bekommen, unterstützt werden, und im Recht sein. Wer diese Assoziationen so gemacht und verinnerlicht hat, wird die beliebte Opferposition direkt suchen, gerade in einem Konflikt.

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    Ich selbst lehne Gewalt ab und habe grundsätzlich nicht das Bedürfnis einem Lebewesen weh zu tun oder es zu verletzen, aber wenn ich solche Situationen im Kopf durchspiele, dann weiß ich, dass ich einen Mann (zurück)schlagen könnte. Bei einer Frau wüsste ich nicht, wie ich sie mir vom Leib halten soll, ohne sie dabei zu verletzen.

    Wie einen Mann auch, der einfach nicht locker lässt und trotz wehrhaftem Verhalten (verbal, nonverbal) immer wieder angreift:


    zu Boden ringen (das geht ohne Verletzung), auf den Bauch drehen, Hände der Person zusammen auf den Rücken, Kleidungsstück/Schnur um die Handgelenke knoten (die Polizei nimmt Handschellen oder Kabelbinder, aber wer sowas schon dabei). Diese Person kann dann aus eigener Kraft nicht mehr aufstehen. Maximal wehrhaftes Verhalten ohne Verletzung des Gegenübers, Festhalten durch diese Art des Fesselns, dann beim Täter bleiben, unmittelbar Ruf der Polizei, Übergabe des Täters, Anzeige des vorangegangen rechtswidrigen Angriffs, der diese Gegenmaßnahme als angemessene, verhältnismäßige Notwehr rechtfertigt.


    Grundlage: §32 bis §34 StGB

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    Was unterscheidet weibliche von männlicher Gewalt in Beziehungen

    Der einzige Unterschied ist, dass Gewalt durch Frauen - aus nicht haltbaren Gründen - von vielen auch heute noch bagatellisiert und verharmlost wird.


    Mehr noch: Fauen wird auch 2018 tw noch explizit empfohlen, auf verbale Aussagen mit körperlicher Gewalt zu reagieren! Z.B. eine Ohrfeige als Reaktion auf eine dumme Anmache.


    Mal ganz davon abgesehen, dass das beim falschen Gegenüber verdammt gefährlich werden kann, ist das m.E. auch für sich genommen eine völlig unangemessene Reaktion.


    Schlimm genug, wenn sowas im Affekt passiert. Aber dass sich hinterher garantiert jemand findet, der der Frau zur körperlichen Gewalt gratuliert, das ist der eigentliche Skandal.


    Es braucht hier m.E. dringend ein gesellschaftliches Umdenken inkl. Einrichtung von Männerhäusern.


    Dass weibliche Gewalt systematisch unterschätzt wird, zeigt sich übrigens auch an ungewöhnlicher Stelle: Wirbelstürme mit weiblichem Namen fordern lt. einer Studie mehr Todesopfer. Vermutlicher Grund: Die Menschen unterschätzen wegen des weiblichen Namens die Naturgewalt des Sturms und ergreifen daher zu wenig Vorsichtsmaßnahmen. :-o

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    Wirbelstürme mit weiblichem Namen fordern lt. einer Studie mehr Todesopfer. Vermutlicher Grund: Die Menschen unterschätzen wegen des weiblichen Namens die Naturgewalt des Sturms und ergreifen daher zu wenig Vorsichtsmaßnahmen.

    Oh, wut?