Du bist jetzt schon zweieinhalb Tage fort, ohne ein Lebenszeichen. All deine Sachen liegen noch hier, Wäsche, Weihnachtsgeschenke, deine Schuhe. Irgendwann musst du ja wieder kommen. Zwischendurch will ich wütend werden, weil du es scheinbar für gut und richtig befindest, einfach nicht da zu sein und und auch nicht da sein zu wollen. Aber ich bin einfach nur enttäuscht, denn es fühlt sich nicht an, wie eine Trennung auf Zeit, sondern für immer. Trotzdem hab ich deine Wäsche gewaschen. Wie bescheuert ist das denn? Du hast gesagt, ich solle nicht wütend sein. Aber gegen die Traurigkeit komme ich gerade einfach nicht an.


    Vielleicht meldest du dich auch nicht mehr, weil du gesehen hast, dass ich deine Bilder verschoben habe. Ich weiß, dass ich kein Recht dazu hatte und dein Vertrauen missbraucht habe, nur damit mir etwas leichter ums Herz wird... für einen kurzen Moment. Das dumme Gefühl zu dem, was ich gesehen habe, ist trotzdem nicht weg. Ich könnte keine Erklärung verlangen und du könntest wohl auch keine liefern. Ich kann es auch nicht ungeschehen machen. Ich weiß nicht, ob ich das wollte... Lieber ein unglücklicher Sokrates, als ein glückliches Schwein!? Keine Ahnung... Im Moment frage ich mich schon, warum ich mir von den intelligenten Jungs, immer die unpassendsten aussuche. (Sry!) Gibt es nicht einen, der eine Beziehung mit Zukunft will und keine Leichen im Keller hat?


    Innerlich stelle ich mich schon darauf ein, dass du wiederkommst und die magischen drei Worte sagt: "Es ist vorbei." Aber mein Körper wehrt sich mit aller Macht gegen diesen Zustand, der jetzt langsam eintritt. Ich kann nicht schlafen, wenn ich irgendwann eingeschlafen bin, dauert es nur ein paar Stunden und mir tut alles weh. Ich kann nicht essen, trinken, mich befreit bewegen. Ich versuche verzweifelt, diese eine Bewerbung fertig zu stellen, die unbedingt raus muss, aber ich habe nach diesen zwei Tagen so tierische Kopfschmerzen, dass ich mich nicht mehr konzentrieren kann.


    Ich schöpfe meine Kraft aus der Beziehung. Du bist so etwas wie meine Familie, weil meine "richtige" Familie, die mir diese Kraft nicht geben kann. Ich mag Menschen, wenn ich unter Menschen komme. Ich kann vieles erreichen, wenn man mich einfach so sein lässt, wie ich bin. Du warst von Anfang an, die Verheißung all dessen. Warst.


    Du willst dass ich dir all deine Freiheiten lasse, aber du kommst mir keinen Schritt entgegen, wenn ich Bedürfnisse habe. Ich brauche einen geregelten Tagesablauf um gesund zu bleiben. Ich möchte mich in meiner eigenen Wohnung frei bewegen können, ohne ständig Rücksicht nehmen zu müssen. Ich brauche nicht jemanden, der immerzu da ist, aber jemanden, auf den ich mich verlassen kann, wenn er sagt, er würde da sein. Ich wünsche mir jemanden, der MIR mal ein Frühstück vorbereitet und MICH fragt, was der Tag so bringen soll. Aber das passiert alles nicht.


    Ich stecke irgendwie fest, zwischen dem Gefühl all das trotzdem festhalten zu wollen und einen totalen Neuanfang herbei zu sehnen. In diesem Fall habe ich sogar das Gefühl, dass ich nicht einmal mehr in dieser Stadt bleiben könnte. Und dann schäme ich mich so, weil ich mich in dich verliebt habe. Ich hab's doch vorher irgendwie geahnt. Spätestens aber bei unseren ersten Reibereien hat sich das alles auf so unangenehme Weise bekannt angefühlt. Und ich konnte nicht Nein sagen, weil ich mir so gewünscht, dass mich jemand als diejenige erkennt, die ich einmal war... die ich eigentlich bin.


    Morgen werde ich außerplanmäßig zu meiner Psychologin gehen, weil meine Gedanken abends im Bett nur noch darum kreisen, wie ich diesen Zustand beenden kann. Ich kann nicht mehr. Wenn du gehst, geht in ein paar Monaten alles wieder von vorn los. Es wird nur ein anderer Mann sein. Ich werde wieder alles geben, ich werde mein Selbstwertgefühl verlieren und am Ende meine bloße Existenz verfluchen, weil ich mir sicher bin, jemand anderes hätte mehr aus diesem Leben machen können als ich.


    Die Lösung kann doch nicht sein, dass ich nur ein Leben haben kann, wenn ich auf Beziehungen verzichte und nur noch Ausbildung, Arbeit und den Feierabend als solches betrachte?

    Ich hab wieder Angst vor Englisch morgen. :°( Bitte beachte mich morgen ganz viel und nicht diese doofe Kuh. >:(


    Ich freu mich schon wenn wir nach der Schule bei mir sind. x:) Dann musst du ja erstmal auf mich warten. :-p Ich liebe dich über alles mein wunderbarer Schatz. x:) x:) x:)

    Ich weiß, dass du gestern nur so doof warst, weil du nervös wegen dem Urlaub bist. Schön, dass es die heute wieder besser geht. Wir werden das hinkriegen und die nächsten 4 Wochen werden wunderschön x:)

    Ich fahre jetzt in unsere Stammkneipe, Lifemusik, schade dass du nicht dabei sein kannst, morgen so früh arbeiten mußt und kein Auto hast. Vielleicht ist Wolle da und zeigt mir nochmal den Trick mit den Karten und dem Feuerzeug? Das Feuerzeug hat er in der Hand gewendet, vielleicht auch den Kartenstapel? Scheiße ist der Mann schnell, schneller als wir es mitbekommen!


    Ich denke an dich! x:)