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    Das mag schon sein, aber Studenten machen diese Erfahrung eben deutlich später als jene mit Berufsausbildung. Und ganz ehrlich, was da teilweise so an Meinungen über das Arbeitsleben kursiert, ist tatsächlich eher peinlich.

    Ein Akademiker macht in der Regel ganz andere Erfahrungen als jemand mit Ausbildung. Es ist ja nicht so das ein Studierter dann die Arbeit eines Gelernten macht. Und da ein Akademiker halt ein Studium braucht um überhaupt dahin zukommen die Erfahrung machen zu können/dürfen, kann ich doch nicht zeitlich argumentieren, dass der eine ganz andere Erfahrungen früher macht als der Andere. Das hat ja schon was von "Nachts ist kälter als draußen".


    Ich habe Jahrelang im Handwerk gearbeitet. Praxis ist nichts, entscheidend ist ob der der es macht was in der Birne hat und motiviert ist.

    Ich habe eher den Eindruck, dass die Grenzen zunehmend verschwimmen. Immer mehr junge Leute erlangen das Abitur und absolvieren anschließend ein Studium. Die landen heute ganz oft in Jobs, die früher von Gelernten ausgeführt wurden (Teamassistenz ist da ein in meinem Bekanntenkreis ganz prominentes Beispiel).


    Das Problem, das ich häufiger mitbekomme, ist einfach, dass jemand, der relativ frisch von der Uni kommt, bereits Führungsverantwortung erhält und Entscheidungen auf Basis seines gelernten Wissens trifft, ohne Ahnung davon zu haben, wie diese von den "unteren Rängen" tatsächlich umgesetzt werden können. Derjenige fällt also Entscheidungen, die einfach praxisfern sind. (Erneut: das sind sicher Ausnahmen.)


    Was ich oben aber eigentlich aussagen wollte (weil es der häufigere Fall ist), ist, dass ich immer wieder beobachte, dass Studenten, die bisher maximal ein Praktikum absolviert haben und nebenbei vielleicht eine Hiwi-Stelle besetzen, Aussagen über das Arbeitsleben treffen und Erwartungen daran stellen, die einfach fern jeder Realität sind. Und ja, da glaube ich tatsächlich, dass jemand mit Ausbildung, der sich entsprechend länger im Berufsleben rumtreibt etwas mehr Ahnung hat.


    Das ist nicht schlimm, diese Studenten machen ihre Praxiserfahrung ja noch früh genug (und wenn sie wirklich Glück haben, läuft es vielleicht doch genau so, wie sie es sich vorgestellt haben), aber der Standesdünkel, der da manchmal durchkommt ist schon ziemlich schwer zu ertragen. (Ist er umgekehrt übrigens auch. Wie gesagt - nicht alle Studenten sind weltfremde Fachidioten).

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    Praxis ist nichts, entscheidend ist ob der der es macht was in der Birne hat und motiviert ist.

    Sehe ich - mit Einschränkungen - ähnlich. Aber das ist nicht zwingend an einen Studienabschluss gekoppelt.

    Könnt ihr wirklich von vornherein ausschließen, dass ein Partner mit dem und dem Job niemals für euch in Frage kommt?


    Was, wenn ihr ihn/sie auf einer Party kennen lernt.. Ihr redet nicht sofort übers Berufliche und seid euch super sympathisch.. Aus diesem Grund würdet ihr dann sagen: Sorry, aber ich wollte nie ne Lehrerin als Frau. Tschüss?!


    Find ich doch ein bisschen komisch..


    Ich persönlich könnte per se keinen Job ausschließen. Intelligenz hängt nicht (immer) mit dem Bildungsgrad zusammen!

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    Ich habe eher den Eindruck, dass die Grenzen zunehmend verschwimmen. Immer mehr junge Leute erlangen das Abitur und absolvieren anschließend ein Studium. Die landen heute ganz oft in Jobs, die früher von Gelernten ausgeführt wurden (Teamassistenz ist da ein in meinem Bekanntenkreis ganz prominentes Beispiel).

    Eine scharfe Abgrenzung zwischen Studium und Ausbildung besteht ja auch nicht mehr. Zwischen Uni und Ausbildung wurden ja FH's, BA's, diverse private geschoben und dann auch noch der Abschluss einmal abgestuft. Desweiteren gibt es immer mehr Spezialfächer die man studieren kann und die den Begriff Studium und Akademiker mehr und mehr aufweichen.

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    Das Problem, das ich häufiger mitbekomme, ist einfach, dass jemand, der relativ frisch von der Uni kommt, bereits Führungsverantwortung erhält und Entscheidungen auf Basis seines gelernten Wissens trifft, ohne Ahnung davon zu haben, wie diese von den "unteren Rängen" tatsächlich umgesetzt werden können. Derjenige fällt also Entscheidungen, die einfach praxisfern sind. (Erneut: das sind sicher Ausnahmen.)

    Sowas kann ich auch nicht nachvollziehen und kenne es aus meiner Firma so auch nicht. Zumal Fachwissen wenig mit Führung zu tun hat, für letzteres muss man ein Stück weit einfach geboren sein. Wobei man auch sagen muss, dass man von einem studierten eigenverantwortliches arbeiten erwarten kann und muss und zumindest sich selbst führen muss.

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    Was ich oben aber eigentlich aussagen wollte (weil es der häufigere Fall ist), ist, dass ich immer wieder beobachte, dass Studenten, die bisher maximal ein Praktikum absolviert haben und nebenbei vielleicht eine Hiwi-Stelle besetzen, Aussagen über das Arbeitsleben treffen und Erwartungen daran stellen, die einfach fern jeder Realität sind. Und ja, da glaube ich tatsächlich, dass jemand mit Ausbildung, der sich entsprechend länger im Berufsleben rumtreibt etwas mehr Ahnung hat.

    Ich glaub das ist kein Problem von Studenten sondern ein generelles Problem der aktuellen Generation. Vorangegangene haben mehr bekommen als sie erwartet haben, die heutige Generation wird tendenziell weniger bekommen als sie es in Daylie Soaps vorgesetzt bekommen.

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    Ich glaub das ist kein Problem von Studenten sondern ein generelles Problem der aktuellen Generation.

    Da hast du wahrscheinlich recht. Nur wird es den einen mit 16 ausgetrieben, den anderen vielleicht erst mit 26.


    Uff, jetzt habe ich ganz schön lange über Akademiker vs nicht-Akademiker diskutiert, obwohl ich eigentlich darauf hinauswollte, dass ich die ständige Abwertung einer dieser Gruppen durch die andere ziemlich dämlich finde ":/ ;-D

    Ich habe im echten Leben noch nie einen Mann kennen gelernt, der wert darauf legt, dass seine Freundin Akademikerin ist. Wenn ich daran denke, dass viele nur auf "jung und ge*l" schauen, ist mir diese Präferenz um Einiges sympathischer, weil man sich einen Studienabschluss selbst erarbeiten kann, an dem naturgegebenen Aussehen kann man oft nicht allzuviel ändern.


    Mir scheint aber, dass die Bevorzugung von studierten Frauen auf mehr Protest und Ablehnung stößt, als die Bevorzugung bestimmter äußerlicher Merkmale (z.B. jung, hübsch, blond), die ja im Endeffekt viel oberflächlicher sind..?


    Ich finde einen Arzt, der eine Ärztin zur Frau nimmt, die ihm auf Augenhöhe ist, jedenfalls sympathischer und weniger oberflächlich als einen Chefarzt, der eine 20 Jahre jüngere süße kleine und ihm deutlich unterstehende Helferin/Assistentin zur Frau nimmt.

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    Könnt ihr wirklich von vornherein ausschließen, dass ein Partner mit dem und dem Job niemals für euch in Frage kommt?

    Ich finde schon, dass man bestimmte Berufe ggf. komplett ausschließen kann, wenn sie zur eigenen Einstellung überhaupt nicht passen, zB:


    Auftragsmörder


    Dealer


    Prostituierte


    Pornodarsteller


    Schlachter (wenn man selbst Veganer ist)


    CSU-Berufspolitiker (wenn man selbst bei den Linken ist)


    Soldat (wenn man Pazifist ist)


    Finanzbeamter (wenn man Schwarzarbeiter ist)


    Da kann es noch so funken - nachdem man den Beruf erfährt, ist die Begeisterung ggf. wohl schnell verflogen :-)

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    Ich finde einen Arzt, der eine Ärztin zur Frau nimmt, die ihm auf Augenhöhe ist, jedenfalls sympathischer und weniger oberflächlich als einen Chefarzt, der eine 20 Jahre jüngere süße kleine und ihm deutlich unterstehende Helferin/Assistentin zur Frau nimmt.

    Stimmt. Aber gerade was ich so gehört habe, ist es für Ärztinnen (aus welchen Gründen auch immer) sehr schwierig einen Partner zu finden. Wir hatten mal nen Professor der meinte, die meisten Ärztinnen sind single und die meisten Ärzte verheiratet.. %-| Ich glaube also, dass es für gut gebildete Frauen schwerer ist, einen Partner zu finden, der auf Augenhöhe ist. Männer haben ja oft ein Problem damit, wenn die Frau höher gebildet ist als der Mann. Also ist es aus männlicher Sicht schon verständlich, wenn er sich dann seine Helferin zur Frau nimmt. ;-D

    @ Fe.

    Da hast du aber jetzt sehr extreme Berufe gewählt. ;-D


    Ich meinte aber, wenn jemand einen ganz "normalen" Bürojob hat oder Lehrerin ist.. Warum das ein noGo sein sollte.. ":/

    Ist schon ein paar Tage her, wollte aber noch schnell dazu Stellung beziehen...

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    Mit dieser Einstellung sollte am besten jeder Partner ein No-Go sein. Denn wenn dein Partner mal Krebs oder ähnlich schwere Leiden hat, dann spätestens ist es dir völlig egal, wenn für die Entwicklung der Behandlungsmethoden auch mal Tierversuche gemacht werden mussten.


    Oder gehörst du auch zu der Fraktion, die gerne Wild isst, aber niemals einen Jäger als Partner möchte? ;-)

    Ich habe diese Einstellung nicht

    , ich wollte lediglich darauf aufmerksam machen, dass nicht nur Schlachter und Jäger die Bösen sind sondern auch der liebe Kinderarzt das ein oder eine andere Tierchen auf den Gewissen haben kann.


    Jäger finde ich übrigens gar nicht mal schlecht, Wild esse ich allerdings nicht gerne ;-)

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    Nein, das wusste ich nicht. :-| Dennoch ist es für mich ein Unterschied, ob man es zwangsweise durchlaufen muss, um seinen Abschluss zu bekommen oder ob man es in Ordnung findet, jeden Tag unschuldige Tiere zu quälen. Letzteres könnte ich nie tolerieren.

    Naja, wenn er nicht will, dass muss er die nicht töten. Viele tun es eben trotzdem weils für die Karriere förderlich ist.

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    Da hast du aber jetzt sehr extreme Berufe gewählt. ;-D

    Sind Schlachter oder Finanzbeamter extrem? *unschuldig guck*

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    Ich meinte aber, wenn jemand einen ganz "normalen" Bürojob hat oder Lehrerin ist.. Warum das ein noGo sein sollte.. ":/

    Oh, ich muss das Wort "normal" in deinem Posting überlesen haben :-)


    Sorry dafür... allerdings: was ist schon normal? Das definiert wohl jeder anders.


    Lehrer(in) mag ja was normales sein.


    Aber zB Mathelehrer(in), ist das auch normal? Bei vielen Leuten ist diese Berufsgruppe wohl verhasster als Zahnschmerzen, Politiker und Steuerfahnder zusammen. Stell dir vor, du bist wegen dieser Berufsgruppe dreimal sitzen geblieben und letztlich ohne Abschluss von der Schule geflogen. Da könnte mancher schnell reißaus nehmen, wenn er feststellt, dass er mit einer Mathelehrerin geflirtet hat...


    Anderes Beispiel: Pfarrer ist doch bestimmt was ganz normales, oder?


    Aber stell dir vor, du bist Atheistin...

    Jede Lehrerin in einen Topf mit Typ spießige Mathelehrerin, die einen erziehen will, zu stecken, finde ich ein bisschen ungerecht. Es gibt genug Lehrerjobs, die sehr locker und eher wie Helfer sind. Es gibt auch Lehrerinnen, die eher ruhig und schüchtern sind und trotzdem gut erklären können, aber keinesfalls Typ dominante rechthaberische Erzieherin sind. Es gibt Lehrer für Erwachsene, ehrenamtliche Lehrer etc. Die sind sicher nicht alle gleich! ;-)

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    Stell dir vor, du bist wegen dieser Berufsgruppe dreimal sitzen geblieben und letztlich ohne Abschluss von der Schule geflogen.

    Es bleibt wohl keiner wegen "einer Berufsgruppe" dreimal sitzen. Wenn, dann wegen einer einzelnen Person, eher aber glaube ich wegen eigener Dummheit, Faulheit und Interessenslosigkeit. Dass dieser Mensch dann später "Berufsgruppen" meidet (anstatt jeden Menschen individuell kennenzulernen) zeigt, dass er nichts dazu gelernt hat und dumm geblieben ist.