Wenn ich mich so umschaue im Bekantnenkreis, frag ich mich durchaus, was die voneinander haben und wollen. Ganz bemerkenswert finde ich da die smalltalk-Fraktion - immer die gleichen Leute, die sich seit 25 Jahren kennen, wöchentlich treffen, und sich eigentlich wirklich gar nichts zu sagen haben und wenn man mal dabei ist, geht es auch wirklich nur um Oberflächlichkeiten. Ich hab da immer das Gefühl, dass dass so eine unausgesprochene Verschwörung zum Selbstbetrug ist - man erzählt sich gegenseitig immer schön, dass alles ok ist und das Leben gut läuft, um sich dabei zu helfen, seine tatsächlich vorhandenen inneren Ängste zu überspielen.


    Da ich das aber nicht kann, gehts mir damit noch schlechter, und ich meide das.


    Letztlich hilft nur Kontakt zu Leuten, die einen wirklich so, wie man ist, verstehen und akzeptieren, und das sind bei unsereins halt nicht allzu viele.

    @ CoteSauvage

    Zitat
    Zitat

    Oh, das interessiert mich jetzt aber. Was hattest du denn im Kopf?

    Na das was du selber schon vermutet hattest: "Soziale Phobie" ist für mich nicht "irgendeine Phobie in Bezug auf andere Menschen" (du hattest das ja erläutert mit: Angst vor Zurückweisung, Kontrollwunsch), sondern eine "Phobie vor sozialen Kontakten" (also Angst, mit anderen Menschen - zu nah - in Kontakt zu kommen). Das was ich meinte müsste eigentlich zur Vermeidung sozialer Kontakte führen, was ja bei dir gerade nicht so ist.

    Naja... ganz so ist es ja auch nicht. Natürlich habe ich auch Angst davor, dass Menschen mir zu nahe kommen. Denn das könnte dann ja dazu führen, dass ich mich so richtig auf sie einlasse, und dann erst recht verletzt und enttäuscht werde, wenn sie mich dann verlassen.


    Und ich habe ja auch eine Zeit lang soziale Kontakte komplett gemieden. Aber, wie ich schon sagte:


    Nur, weil man vor etwas Angst hat, heißt es ja nicht, dass man es nicht tut.


    Es trotzdem zu tun ist sogar der einzige Weg, die Angst zu überwinden.


    Aber ich frage mich halt, ob mein aktuelles Umfeld dazu taugt, oder ob sich meine Ängste da nicht eher verfestigen.

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    Und was folgerst du jetzt @:) ?

    Naja, aus ner Widersprüchlichkeit hätte man vielleicht noch was machen können, aber die ist jetzt ja futsch ;-)

    Dann bin ich ja mal gespannt @:) !




    Ich wollte mich an dieser Stelle nochmal bei euch allen für die Mühe bedanken @:) ! Vielen Dank!

    @ rr2017

    Zitat

    Wenn ich mich so umschaue im Bekantnenkreis, frag ich mich durchaus, was die voneinander haben und wollen. Ganz bemerkenswert finde ich da die smalltalk-Fraktion - immer die gleichen Leute, die sich seit 25 Jahren kennen, wöchentlich treffen, und sich eigentlich wirklich gar nichts zu sagen haben und wenn man mal dabei ist, geht es auch wirklich nur um Oberflächlichkeiten. Ich hab da immer das Gefühl, dass dass so eine unausgesprochene Verschwörung zum Selbstbetrug ist - man erzählt sich gegenseitig immer schön, dass alles ok ist und das Leben gut läuft, um sich dabei zu helfen, seine tatsächlich vorhandenen inneren Ängste zu überspielen.

    Ja, das verstehe ich. Nach 25 Jahren wäre mir das auch zu doof, wenn es wirklich immer nur smalltalk gibt. Aber als Einstieg in eine engere Beziehung ist smalltalk ja eigentlich ganz gut, meine ich. Man lernt sich ein bisschen kennen, was man so mag und was nicht, und schaut halt, ob das halbwegs passt. Und wenn es dann halbwegs passt, kann man ja auch nach und nach mal über tiefergehende Themen sprechen. Wobei ich finde, dass man nie nur über tiefergehende Themen sprechen sollte - das ist ja auch anstrengend. Einfach mal über die Lieblingsserien zu labern ist ja auch erfrischend und lustig und man will ja auch eine gute Zeit haben und nicht immer nur Probleme wälzen. Oder was meintest du genau?

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    Da ich das aber nicht kann, gehts mir damit noch schlechter, und ich meide das.


    Letztlich hilft nur Kontakt zu Leuten, die einen wirklich so, wie man ist, verstehen und akzeptieren, und das sind bei unsereins halt nicht allzu viele.

    Ja, das stimmt wohl.

    Zitat

    Aber sie ist der Meinung, dass ich diese Bestätigung auch in mir finden kann (und muss) und mir das Verbleiben in der Gruppe dabei gut tun wird. Aber ich fühle mich dem einfach nicht mehr gewachsen, schätze ich...

    Das ist völlig verständlich in Deiner Situation. Wichtig wäre Dir solang Du therapeutischen Beistand hast darüber klar zu werden warum Du Dich dem nicht gewachsen fühlst - welche Angst hindert Dich und Dich dann mit dieser Angst auseinander setzen.


    Ich vermute Du steckst ganz tief hier drin:


    Unsere größte Angst


    Unsere größte Angst ist nicht, unzulänglich zu sein.


    Unsere größte Angst ist, grenzenlos mächtig zu sein.


    Unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, ängstigt uns am meisten.


    Das zu ändern geht hauptsächlich über "konkreter" werden. Du bist an vielen Stellen - vielleicht auch aus praktischen Gründen (Forentextverkürzend) - sehr unkonkret und zwar besonders da wo es um die Beschreibungen von etwas geht das Du als positiv empfindest... Das findet man häufig bei Menschen, die - aus welchen Gründen auch immer - ihren Fokus darauf richten mussten negatives durch Anpassung an andere von denen sie abhängig waren zu vermeiden. Ich kenn das aus eigener Erfahrung. Es geht also wirklich darum jetzt wo Du in einem sicheren Umfeld bist (Partnerschaft) Dir darüber klar zu werden was konkret für Dich gut und toll und klasse ist, wenn keiner von dem Du abhängig bist (materiell oder emotional) daneben steht und das - wie vielleicht füher erlebt - ständig negativ kommentiert oder Dir negative Konsequenzen androht / ausübt. Leiste Dir einen Fokus auf das was für Dich positiv wichtig erfahrbar gut ist und werd dir darüber bewusst was das konkret ist und wenn Du Mumm hast versteck dich mal nicht hinter: X ist halt schön - sondern machs dir bewusst und schreib auf was auf welche Art und Weise für Dichschön ist. Wenns verbal nicht geht machs über Kunst.


    Mir fiel das sehr lange sehr schwer - auch noch nach der Therapie und es ist auch heute keine fingerübung für mich, aber es geht deutlich leichter. Wenn man mit einem negativen Vermeidungsfokus aufgewachsen ist ist diese Prägung schwer loszuwerden. Die Prägung loszuwerden um freier für sich selbst und den eigenen Ausdruck zu sein ist aber nun mal der Job den einem keiner abnehmen kann. Das mal so prinzipiell.

    Cinnamon4 *:)

    Zitat

    Ach ja: Außerdem finde ich Freunde als Ausgleich zur Partnerschaft auch einfach wichtig. Ich möchte nicht, dass mein komplettes soziales Glück auf meiner Beziehung beruht. Das ist ziemlich viel Verantwortung. Ich möchte nicht alleine da stehen, falls man sich (leider) doch mal trennt, und ich möchte auch nicht, dass mein Partner immer für mich da sein muss, 24/7. Das geht ja auch gar nicht. Wenn sich das auf mehrere Mensche verteilt, ist das glaube ich für alle zwischenmenschlichen Beziehungen besser, die man so führt.

    :)=

    Zitat

    Hm... Und wie kam es dann dazu, dass du die Freundschaft doch nicht boykottiert hast? Habe schon mal überlegt, es umgekehrt zu machen, und solange mich niemand kennt, zu behaupten, ich wäre lesbisch :=o . Ist zwar irgendwie auch unfair, aber dann denkt wenigstens keiner der Männer, ich will was von ihnen.

    Naja, ich fand die schnelle Frage nach einem (freundschaftlich gemeinten) Treffen für einen Mann wirklich zu schnell und hab sie daher ins Leere laufen lassen. Hab mich dann aber zu einer anderen Gelegenheit doch zu einem Treffen bewegen lassen, also er hat dann später nochmal nachgehakt. Später hat er mir mal gesagt, dass er durchaus erstmal offen auf Männer zugeht, d. h. nicht unbedingt mit einem konkreten Ziel - ist ja auch nicht einfach, wenn man den Gegenüber nicht in der entsprechenden Szene kennen lernt und daher die sexuelle Orientierung nicht kennt. Und zumindest hat er es bis heute gut verkraftet, dass ich mit Männern nicht die Bohne anfangen kann ;-D


    Wenn dir das Thema Freundschaft zu Männern so wichtig ist: Hast du denn auch entsprechende Hobbies? Ich denke, dies würde dir einige Türen öffnen. Und, mit Hinweis auf das Hobby wärest du nicht so schnell in dem Film "Ach, die will was mit mir essen/trinken gehen, da will sie ja bestimmt was von mir".


    Die Lesbennummer halte ich ja für eine schlechte Idee, denn - Achtung, Klischee - Lesben hänge ja gar nicht mit Männern rum, daher versuchen Männer das ja auch gar nicht erst (warum auch? ;-) :=o ). Bei Schwulen ist das ja nochmal anders, die lassen sich ja bekanntlich z. B. von "Frauen in Trennung" emotional ein Ohr abkauen.

    Zitat

    Ich glaube nicht, dass man sich bei jemandem einschmeichelt, den man nicht mag. Aber ich finde es auch hinterfotzig, sich bei jemandem einzuschmeicheln, den man mag. Zuwendung sollte doch immer ehrlich gemeint sein? Natürlich sind einem auch die eigenen Motive nicht immer klar, aber ich versuche schon, das zu beherzigen.

    Ich hätte jetzt gedacht, dass Zuwendung sowieso immer ehrlich ist, außer beim Escort-Service ":/

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    Ja, habe ich. In letzter Zeit häufig. Meine Therapeutin meint, ich solle durchhalten, es würde irgendwann besser werden. Irgendwann würde ich mich an das Gefühl gewöhnen, nicht so viel Bestätigung zu erhalten, wie ich mir wünsche. Der Wunsch nach Bestätigung/positiven Reaktionen ist ja vor allem etwas aus dem Angstspektrum - dadurch würde ich mich sicher fühlen. Natürlich fühlt es sich doof an, nicht (so sehr) durch andere bestätigt zu werden und sich dadurch nicht so sicher und unängstlich zu fühlen. Aber sie ist der Meinung, dass ich diese Bestätigung auch in mir finden kann (und muss) und mir das Verbleiben in der Gruppe dabei gut tun wird. Aber ich fühle mich dem einfach nicht mehr gewachsen, schätze ich...

    Ich bin da ehrlich gesagt bei psychischen Schwierigkeiten immer am Rätseln, wie tief man eigentlich Bohren muss. Es klingt für mich, als würden bei dir vor allem die Symptome in einer Verhaltenstherapie abgearbeitet. Mein Therapeut hat mir ja kürzlich eine Psychoanalyse nahegelegt. Also er meint, dass mich die Beschäftigung mit dem hier & jetzt wenig bis gar nicht mehr voran bringt. Vielleicht kannst du die Bestätigung durch Übung in dir selbst finden, vielleicht musst du aber auch die Situationen nochmal durchleben, die dich "dahin" gebracht haben. Wie gesagt, nur eine Spekulation aus meinem speziellen Kontext ":/

    Was mir persönlich bei deinen Foren Themen stark auffällt ist, dass du mit Biegen und Brechen männliche Freunde willst.


    Und das sogar als diskriminierend bezeichnest wenn die Männer nicht so wollen.


    Aber stell dir mal vor wie das auf der Männerseite ankommt. Man kennt sich vom sehen her. Ok.... und dann merkt man doch dass man "umgarnt" wird. Mit welchem Zweck auch immer.


    Vielleicht wollen viele Männer einfach keine Freundschaft zu einer Frau. Aus Rücksicht auf die eigene, weiß komisch aussieht im Bekanntenkreis , sie das einfach nicht brauchen oder oder oder...


    Das sind doch legitime Gründe.


    Wenns um Freundschaft zu Frauen geht hakst du doch auch nicht so nach soweit ich das rauslesen kann.


    Also warum müssen deine guten Freunde Männer sein?

    @ MissMarie

    Ich schrieb ja auch in diesem (zugegebenermaßen schon 5 Seiten langen) Faden, dass es keine Männer sein müssen. Kannst ja mal nur nach meinen Beiträgen suchen, da schrieb ich sinngemäß, dass mir Freundschaften zu Frauen sogar lieber oder zumindest genauso liebe wären, aber die Interessen oft nicht zusammen passen.

    Zitat

    Aber stell dir mal vor wie das auf der Männerseite ankommt. Man kennt sich vom sehen her. Ok.... und dann merkt man doch dass man "umgarnt" wird. Mit welchem Zweck auch immer.


    Vielleicht wollen viele Männer einfach keine Freundschaft zu einer Frau. Aus Rücksicht auf die eigene, weiß komisch aussieht im Bekanntenkreis , sie das einfach nicht brauchen oder oder oder...


    Das sind doch legitime Gründe.

    Legitim... Was heißt schon legitim... Es sind Gründe, ja, und die gilt es zu akzeptieren. Aber als legitim im Sinne von "Okay." oder "Richtig." oder "Nicht asozial." empfinde ich sie nicht.

    Zitat

    Wenns um Freundschaft zu Frauen geht hakst du doch auch nicht so nach soweit ich das rauslesen kann.

    Doch, schon. Ich schrieb ja auch selbst, dass die Mann-/Frau-Sache eher eine Randnotiz war, zumindest in diesem Faden. Und auch wenn andere Fäden von mir sich ganz damit beschäftigen, ist das in meinem Leben eher eine Randnotiz.


    Wobei mir in einem solcher Fäden schon vor Monaten jemand schrieb:


    "In so einem Umfeld, in welchem Männer und Frauen getrennt voneinander ihre eigenen Süppchen kochen, würde ich gar nicht sein wollen. Das ist doch Energieverschwendung, wenn du so nicht bist."


    Vielleicht hatte er von Anfang an Recht.

    @ Forensiker

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    Ach ja: Außerdem finde ich Freunde als Ausgleich zur Partnerschaft auch einfach wichtig. Ich möchte nicht, dass mein komplettes soziales Glück auf meiner Beziehung beruht. Das ist ziemlich viel Verantwortung. Ich möchte nicht alleine da stehen, falls man sich (leider) doch mal trennt, und ich möchte auch nicht, dass mein Partner immer für mich da sein muss, 24/7. Das geht ja auch gar nicht. Wenn sich das auf mehrere Mensche verteilt, ist das glaube ich für alle zwischenmenschlichen Beziehungen besser, die man so führt.

    :)=

    Danke ^^.

    Zitat

    Naja, ich fand die schnelle Frage nach einem (freundschaftlich gemeinten) Treffen für einen Mann wirklich zu schnell und hab sie daher ins Leere laufen lassen. Hab mich dann aber zu einer anderen Gelegenheit doch zu einem Treffen bewegen lassen, also er hat dann später nochmal nachgehakt.

    Hm... Ein zweites Mal habe ich tatsächlich noch nie gefragt. Für mich ist es ja schon eine Überwindung, 1 Mal zu fragen, und ich denke mir immer: "Der andere weiß doch jetzt, dass ich es will. Also kann er doch genauso gut fragen."

    Zitat

    Später hat er mir mal gesagt, dass er durchaus erstmal offen auf Männer zugeht, d. h. nicht unbedingt mit einem konkreten Ziel - ist ja auch nicht einfach, wenn man den Gegenüber nicht in der entsprechenden Szene kennen lernt und daher die sexuelle Orientierung nicht kennt. Und zumindest hat er es bis heute gut verkraftet, dass ich mit Männern nicht die Bohne anfangen kann ;-D

    Danke für den Einblick ;-D @:) !

    Zitat

    Wenn dir das Thema Freundschaft zu Männern so wichtig ist: Hast du denn auch entsprechende Hobbies? Ich denke, dies würde dir einige Türen öffnen. Und, mit Hinweis auf das Hobby wärest du nicht so schnell in dem Film "Ach, die will was mit mir essen/trinken gehen, da will sie ja bestimmt was von mir".

    Hm... Eigentlich schon, ja. Den letzten wollte ich zumindest dazu bewegen, ein gemeinsames Hobby zu teilen.


    Aber vielleicht könnte ich das noch mehr in den Vordergrund stellen, das wäre sicher hilfreich.

    Zitat

    Die Lesbennummer halte ich ja für eine schlechte Idee, denn - Achtung, Klischee - Lesben hänge ja gar nicht mit Männern rum, daher versuchen Männer das ja auch gar nicht erst (warum auch? ;-) :=o ). Bei Schwulen ist das ja nochmal anders, die lassen sich ja bekanntlich z. B. von "Frauen in Trennung" emotional ein Ohr abkauen.

    Ja... Und wenn ich Männern, die schnell Klischees erliegen, zeigen will, dass ich harmlos bin, ist die Klischee-Schiene vermutlich wirklich der falsche Weg ^^.

    Zitat
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    Ich glaube nicht, dass man sich bei jemandem einschmeichelt, den man nicht mag. Aber ich finde es auch hinterfotzig, sich bei jemandem einzuschmeicheln, den man mag. Zuwendung sollte doch immer ehrlich gemeint sein? Natürlich sind einem auch die eigenen Motive nicht immer klar, aber ich versuche schon, das zu beherzigen.

    Ich hätte jetzt gedacht, dass Zuwendung sowieso immer ehrlich ist, außer beim Escort-Service ":/

    Oh, dann haben wir uns wohl missverstanden. Zielgerichtete Zuneigung ist für mich halt nicht ehrlich... oder besser gesagt... intrinsisch motiviert.

    Zitat

    Ich bin da ehrlich gesagt bei psychischen Schwierigkeiten immer am Rätseln, wie tief man eigentlich Bohren muss. Es klingt für mich, als würden bei dir vor allem die Symptome in einer Verhaltenstherapie abgearbeitet. Mein Therapeut hat mir ja kürzlich eine Psychoanalyse nahegelegt. Also er meint, dass mich die Beschäftigung mit dem hier & jetzt wenig bis gar nicht mehr voran bringt. Vielleicht kannst du die Bestätigung durch Übung in dir selbst finden, vielleicht musst du aber auch die Situationen nochmal durchleben, die dich "dahin" gebracht haben. Wie gesagt, nur eine Spekulation aus meinem speziellen Kontext ":/

    Das kann gut sein. Ich mache gerade tatsächlich eine Verhaltenstherapie, die aber bald endet. Vielleicht ist da wirklich mehr in der Tiefe, in der Beziehung zu meinen Eltern, was weiß ich.

    @ NotMichaelCaine

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    Das ist völlig verständlich in Deiner Situation.

    Dankeschön.

    Zitat

    Wichtig wäre Dir solang Du therapeutischen Beistand hast darüber klar zu werden warum Du Dich dem nicht gewachsen fühlst - welche Angst hindert Dich und Dich dann mit dieser Angst auseinander setzen.

    Ja, das weiß ich eben nicht. Wir kamen halt darauf, dass meine Angst vor Ablehnung/negativen Reaktionen daher kommt, dass ich mich dann ungeliebt fühle und so, als würden ich, meine Meinung, meine Existenz eben zerbröseln. Also fühlt es sich ein bisschen so an, als hätte man ständig Angst vorm Sterben. So, als wäre ich in einem Minenfeld oder in einem aktiven Vulkan und weiß nicht, ob der nächste Schritt mich auf eine sichere Erdplatte führt, oder die Platte schmilzt und ich in den Vulkan stürze. Genau so fühlt es sich an. Ist nicht so toll :-| . Meine Beziehung leidet auch total darunter, weil ich so überfordert bin und ständig weine.


    Aber warum ich meine Existenz da so bedroht sehe, das weiß ich eben nicht.

    Hm... Also meinst du, ich muss erst mit mir selbst ins Reine kommen, bevor ich mich mit anderen auseinandersetzen kann?

    Zitat

    Also meinst du, ich muss erst mit mir selbst ins Reine kommen, bevor ich mich mit anderen auseinandersetzen kann?

    Es geht immer beides nebeneinander her und um authentische Beziehungen zu haben, ist das sogar zentral notwendig, weil der Prozess an sich - des mit Dir ins Reine kommen - ja nie wirklich ganz aufhört. Er wird nur leichter und routinierter, aber verändern - egal wie geringfügig - wirst Du Dich Dein ganzes Leben. Es ist also wichtig zu üben diesen Prozess zeitgleich mit neue Menschen kennen lernen, Berufe ausüben und so weiter umsetzen zu können. Menschen mit weniger großen Starthürden tun das schon ständig. Nur Menschen wie wir, die einfach sich selbst aus vereinfachungsgründen wegblenden mussten sind das nicht gewohnt. Die anderen gehen mit dem zeitgleichen viel routinierter um und sind da viel tiefenentspannter als wir, weil sie einfach gar nicht auf die Idee kommen, das da was perfekt ablaufen müsste. Sie haben diesen Kontroll"wahn" wie wir ja nicht entwickelt.


    Kannst Du damit was anfangen?

    Ist jetzt vielleicht eine Platitüde, aber: Hat nicht jeder Mensch, abgestuft, "Angst" vor Zurückweisung? Für jeden ist ein Korb doch unangenehm, und wenn er zB von jemandem kommt, in den man verknallt ist, oder wenn es jemand ist der einem ständig wieder begegnen wird, dann ist es besonders unangenehm und macht einen besonders traurig.


    Ein maßgeblicher Unterschied scheint mir zu sein, dass manche Menschen das noch schlechter wegstecken als andere, weil sie meinen, dass das nur oder speziell an ihnen liegt - dass sie was falsch machen, dass an ihnen was nicht passt, dass sie nicht interessant sind, nicht attraktiv sind o.Ä. Das liegt an mangelndem Selbstvertrauen, und da wiederum scheint es so zu sein, dass das in der Kindheit ausgebildet oder eben zerstört wird.

    @ NotMichaelCaine

    Zitat

    Es geht immer beides nebeneinander her und um authentische Beziehungen zu haben, ist das sogar zentral notwendig, weil der Prozess an sich - des mit Dir ins Reine kommen - ja nie wirklich ganz aufhört. Er wird nur leichter und routinierter, aber verändern - egal wie geringfügig - wirst Du Dich Dein ganzes Leben. Es ist also wichtig zu üben diesen Prozess zeitgleich mit neue Menschen kennen lernen, Berufe ausüben und so weiter umsetzen zu können. Menschen mit weniger großen Starthürden tun das schon ständig. Nur Menschen wie wir, die einfach sich selbst aus vereinfachungsgründen wegblenden mussten sind das nicht gewohnt. Die anderen gehen mit dem zeitgleichen viel routinierter um und sind da viel tiefenentspannter als wir, weil sie einfach gar nicht auf die Idee kommen, das da was perfekt ablaufen müsste. Sie haben diesen Kontroll"wahn" wie wir ja nicht entwickelt.


    Kannst Du damit was anfangen?

    Ja, kann ich. Das hast du schön gesagt.


    Das ist tatsächlich eines meiner zentralen Probleme. Ich wollte z.B. auch unbedingt meine Psychotherapie abschließen, bevor ich mich beruflich wieder einbringen werde, und meine Psychologin sagte immer: "Wieso eigentlich? Es geht doch auch beides? Nur vielleicht langsamer/nicht ganz so effektiv." Ich will es aber effektiv und perfekt, weil weniger nicht reicht.


    Jetzt fällt mir ein, dass meine Mutter Depressionen hatte, als ich klein war, und mir die Schuld gab. Nie war etwas gut genug, immer machte ich etwas falsch. Ich wollte doch nur, dass sie mich lieb hat :-( !


    Klingt jetzt voll komisch, dass das gerade so hoch kommt, meist denke ich da gar nicht dran.


    Meine Eltern waren sehr mit sich beschäftigt, ihrer Trennung. Solche Dinge eben. Und ich habe eben funktioniert und versucht, ihnen das Leben leicht zu machen und ihnen nicht zur Last zu fallen. Und als das nicht mehr ging, wurde ich bestraft...

    @ CoteSauvage

    Zitat

    Ist jetzt vielleicht eine Platitüde, aber: Hat nicht jeder Mensch, abgestuft, "Angst" vor Zurückweisung? Für jeden ist ein Korb doch unangenehm, und wenn er zB von jemandem kommt, in den man verknallt ist, oder wenn es jemand ist der einem ständig wieder begegnen wird, dann ist es besonders unangenehm und macht einen besonders traurig.

    Da hast du Recht. Aber du sagst ja auch gleich: "Abgestuft." Jeder ist mal traurig, aber manche depressiv. Jeder ist mal misstrauisch, aber manche schizophren. Jeder ist mal ängstlich, aber manche eben phobisch.

    Zitat

    Ein maßgeblicher Unterschied scheint mir zu sein, dass manche Menschen das noch schlechter wegstecken als andere, weil sie meinen, dass das nur oder speziell an ihnen liegt - dass sie was falsch machen, dass an ihnen was nicht passt, dass sie nicht interessant sind, nicht attraktiv sind o.Ä. Das liegt an mangelndem Selbstvertrauen, und da wiederum scheint es so zu sein, dass das in der Kindheit ausgebildet oder eben zerstört wird.

    Hm... Ich glaube, es geht da weniger um das Selbstbewusstsein bei mir - deswegen verstehen auch viele meine Phobie nicht, wirke ich doch eigentlich selbstbewusst. Ich glaube, es geht eher um Existenzängste. Ist schwer zu erklären.

    Hm... Mir kam gerade in den Sinn, dass ich wohl irgendwo nach bedingungsloser Liebe suche. Meine Psychologin sagt, dass der Mensch zwei essentieller Bedürfnisse hat: So sein zu dürfen, wie er ist + geliebt zu werden. Und wenn eins von beidem nicht erfolgt, sehen wir unsere Existenz als bedroht an. Heißt normalerweise nicht, dass jeder oder gar viele auf diese Art für einen da sein müssen, aber wenn die Eltern - wie bei mir - nicht auf diese Art für einen da waren, sitzt das tief. Und dann fühlt jeder neue Schlag in diese Richtung sich richtig bedrohlich an.


    Blöderweise glaube ich aber auch niemandem, der sagt, er liebe mich bedingungslos. Das nennt man wohl mangelndes Urvertrauen oder so?


    Vielleicht liegt die Antwort also tatsächlich nicht in anderen, sondern in mir und der Beziehung zu meinen Eltern. Normalerweise bringen einem Eltern als Kind bei, dass man schon so okay ist und sich selbst bedingunglos lieben darf, indem sie einen bedingungslos lieben. Aber das haben meine Eltern halt nicht. Irgendwie niemand aus meiner Familie. Es gab immer Bedingungen und sonst Strafen, teils drakonische.


    Vielleicht muss ich also lernen, mich selbst bedingungslos zu lieben, auch wenn das wie Hohn klingt. Aber vermutlich kann dieses Loch eh niemand im Außen nachhaltig stopfen.


    Sorry, das war traurig.

    In deinem letzten Beitrag dringst du ziemlich nah zum Kern vor find ich.


    Dass du selbstbewusst rüberkommst, heisst nicht dass du Selbstvertrauen hast. Du ruhst nicht gerade in dir, oder?

    Zitat

    meine Mutter Depressionen hatte, als ich klein war, und mir die Schuld gab. Nie war etwas gut genug, immer machte ich etwas falsch.

    Genau das meinte ich mit Zerstörung von Selbstvertrauen in der prägenden Lebensphase!