Wenn der Partner zu oft die persönlichen Grenzen überschreitet

    Hallo *:)

    Ich benötige mal etwas Rat von Außen. Jemand der weder meinen Mann, noch mich kennt und somit "unparteiisch" die Situation beurteilen kann.

    Ich bin seit knapp 6 Jahren verheiratet und habe drei Kinder.

    Ich bin eigentlich absolut zufrieden mit meinem Leben, meiner Arbeit, meinen Kindern und unserem Zuhause.

    Allerdings trifft dies nicht auf meinen Mann zu der immer wieder sehr starke Unzufriedenheit verspürt und diese an mir "auslässt".

    Ich muss dazu sagen, das ich ein sehr stark ausgeprägtes Harmoniebedürfnis habe und bei Ungerechtigkeiten sehr nachtragend reagieren kann.

    Aus diesem Grund belastet mich die Situation extrem.

    Vor meiner Ehe hatte ich bereits mehr oder weniger positive Beziehungserfahrung sammeln dürfen und mich deswegen bei meinen Mann so wohl gefühlt, denn er gab mir zu verstehen, das er mich so liebt wie ich bin und er war immer verständnisvoll und rücksichtsvoll.

    Ich hatte bald das Gefühl endlich den Richtigen gefunden zu haben und wir haben tatsächlich schnell geheiratet.

    Seine Unzufriedenheit fing mit dem ersten gemeinsamen Baby an. Er kam und kommt nicht damit klar dass sich daraufhin die Sexualität etwas reduziert hatte.

    Er machte dies ständig zum Thema, dass ich als Frau dafür zuständig bin, dass er sexuell zufrieden ist. Ohne das es ihn interessiert hat warum man selbst wenig Lust oder Energie hat. (Schlaflose Nächte die ich alleine manage, durchs Stillen wohl auch einfach körperliche Ausgelaugtheit, Libidoverlust).

    Ich bekam immer öfter Vorwürfe, er hielt mir vor dass doch auch andere Frauen, Haushalt, Kinder und die sexuellen "Erwartungen" des Mannes unter einem Hut bekommen, nur ich gebe mir zu wenig Mühe :-|

    Er machte dieses "Thema" so groß dass mich auch der letzte Funken Lust verlassen hat. (Man muss dazu sagen er hat mir auch nie geholfen wieder Lust zu verspüren. Sexuelle Handlungen hat er eingefordert oder erwartet, sprich kommuniziert was er denn jetzt gerne hätte, nie vorab mal für eine entspannte Atmosphäre ohne diesen Druck dahinter gesorgt).

    Es folgte dann leider eine ungeplante Schwangerschaft, wo er mir aufgrund unserer Probleme unterstellt hat dass das Baby nicht von ihm wäre. Was mich wirklich sehr verletzt. Ich habe in unserer gesamten Beziehung nicht einmal Fremdgeflirtet oder gar mehr! Nix! Das habe ich ihm auch ganz deutlich gesagt. Trotz allem folgen öfter solche Bemerkungen die ich als "Beleidigung " empfinde.

    Auch ist die Streit"kultur" in unserer Beziehung in den Jahren sehr eskaliert. Er ist schnell aufbrausend, beleidigend und grenzüberschreitend.

    Zwar entschuldigt er sich jedesmal, aber das macht die vielen Verletzungen einfach nicht mehr wett.

    Das ist einfach ein Verhalten welches dann den letzten Keim von Anziehung und Begehren systematisch tötet... Dadurch wird er aber immer noch unzufriedener und alles schaukelt sich weiter hoch :-/ Ein Teufelskreis...

    Nun habe ich in den letzten Wochen eher zufällig mitbekommen dass er bei Freunden und Kollegen schlecht über mich spricht. Wie schlimm er es doch mit mir hätte etc.

    Alleine das hat mich sehr verletzt denn ich "lästere" trotz aller Probleme mit ihm nicht hinter seinem Rücken mit anderen und hatte wohl die Hoffnung er sieht das genauso wie ich. Damit meine ich nicht das man mit einer Dritten Person einen Streit analysiert und vielleicht reflektiert darüber redet. Sondern jemand beleidigend schlecht redet.

    Das nächste was ich durch Unachtsamkeit von ihm mitbekommen habe (hat ihm Homeoffice den Chat offen gelassen am PC) ist das er mit einer Kollegin flirtet und sie ihm auch viele Fotos ihres Dekolletee schickt.

    Ich hab den Chat übrigens nur gelesen weil mir die vielen Herzsmileys ins Gesicht gesprungen sind.

    Das war nun der nächste Schlag ins Gesicht. Erst schön lästern über mich und dann noch (sexuell anspielend) flirten mit der Kollegin.

    Weiß mittlerweile einfach nicht mehr ob unsere Einstellung zu einer Beziehung/Ehe übereinstimmt und ob es sich lohnt weitere Verletzungen und Grenzüberschreitungen hinzunehmen damit die Familie zusammen bleibt :°(

  • 121 Antworten

    Liebst du ihn denn überhaupt noch? Ich glaube, wären die Kinder nicht, wärst du schon weg oder? Also sorry, dass musst du dir alles nicht geben.

    Das klingt als hätte er, was Ehe betrifft eine Einstellung wie der Klischee-Ehemann von 1955...


    Nein, damit eine Ehe "funktioniert" genügt es nicht dass die Frau den Mann "zufriedenstellt"...


    Bei so was kriege ich Deja-vu-Gefühle- meine Mutter wollte mir das gerne auch noch so beibringen ("der Mann hat ein Recht darauf!")... Bis ich ihr dann mal erklärt habe, dass dieses "Recht des Mannes" schon vor meiner Geburt abgeschafft wurde..


    Liebst du ihn noch? Mir würde die Liebe bei so was schnell vergehen.

    Ach ja: wenn du vorrangig wegen der Kinder bei ihm bleibst: lass es! Das - ständige Streitigkeiten und böse Stimmung über Jahre - ist für die Kinder schlimmer als eine gut geregelte Trennung.


    Zwei jetzt Erwachsene aus unserer Familie sind psychisch krank weil die Eltern "der Kinder wegen" zusammengeblieben sind... Das ist wirklich schlimm.

    Warum hast du das nötig? Die wirksamste Hilfe im Leben sitzt am Ende des Arms. Man muß Dinge in/an die Hand nehmen.


    Ich wäre schon längst weg.


    Auf was hoffst du denn?


    Wenn ich das richtig verstehe, darf er, ungeachtet deiner nicht vorhandenen Gefühle weiterhin über dich rüberhuschen, nur damit Ruhe im Karton ist, ansonsten ist da nix mit Augenhöhe, nix mit gegenseitiger Achtung. Zu deutsch gesagt; alles im Eimer, ich lese außer längst vergangen Zeiten rein gar nichts Positives.

    Geh zum Anwalt, laß dich beraten, wie du im Falle einer Trennung dastehen wirst.


    Dann kann er auch ungeniert wem auch immer auf den Busen schauen.

    Ich denke auch mal, eine gemeinsame Beratung wird nichts bringen, weil er auf: die muss nur mal häufiger ins Bett und ansonsten hat es zu laufen - gepolt ist.

    Ein Mann, der dir vorwirft, daß sein Kind nicht von ihm wäre, solltest du verlassen. Deine Kinder leiden sicherlich auch unter der ganzen Sache. Du denkst jetzt, die hat gut reden, das stimmt sogar. Ich befand mich in einer noch schlimmeren Situation, eine Horror Ehe und bin bei meinem Mann geblieben. Entweder eine klare Trennung oder du machst das auf Dauer weiter mit, das würde ich mir gut überlegen. Vielleicht wäre eine Eheberatung sinnvoll. Ich wünsche dir alles Gute und fühle dich gedrückt! Ich kann mich sehr gut in dich hineinversetzen.

    Hallo liebe TE, ich sehe es genauso wie meine Vorredner. Es bringt glaube nichts, an dieser Beziehung festzuhalten.

    Es liest sich so, also wäre wirklich keinerlei Liebe mehr im Spiel und ihr seit nur noch wegen der Kinder zusammen. Eine Beziehung auf Augenhöhe ist das sowieso nicht. (War er schon immer so ein Macho?)


    Eine Freundin von mir hätte ähnliche Probleme. Sie hat sich behandeln lassen wie Dreck, nur "dem Kind wegen. Er braucht doch seinen Vater."


    Was war das Ende vom Lied? Nach vielen vergeudeten Jahren hat sie sich von ihm getrennt und hat psychische Probleme und Schlafstörungen seitdem. Sie ist wirklich krank geworden dadurch.


    Pass auf dich auf!

    dieser Mann hat KEINEN Respekt vor dir, und lieben tut er dich auch nicht, mit Liebe hat das nichts zu tun


    im Nachtcafe (diese Sendung) saß mal eine Dame die hat ihre Ehe ähnlich beschrieben, mit Geburt des Kindes begann der Mann sich zu verändern, respektlos und lieblos zu sein, beleidigend etc., sie konnte am Ende nichts mehr richtig machen, hat sich dann getrennt - der Psychologe meinte ein narzisstisch geprägter Charakter fühle sich vom Kind bedroht, das nun weit mehr Aufmerksamkeit bekommt


    es ist Zeit zu gehen, du solltest auch dran denken was du deinen Kindern da vorlebst wenn du bleibst!

    Vor allen Dingen lernen Kinder, wie ein Mann seine Frau behandeln "darf". Hast du Söhne, lernen sie, wie sie ihre künftigen Frauen behandeln dürfen, hast du Mädchen, lernen sie, dass du dich nicht wehrst, hassen dich vielleicht eines Tages dafür.

    Kinder haben ein tiefes Gespür für Unstimmigkeiten, Ungerechtigkeiten, sie werden dann entsprechend geprägt.


    Kennst du so etwas aus eigenem Erleben? Hat deine Mutter ähnliches erleben müssen?

    BenitaB. schrieb:

    Vor allen Dingen lernen Kinder, wie ein Mann seine Frau behandeln "darf". Hast du Söhne, lernen sie, wie sie ihre künftigen Frauen behandeln dürfen, hast du Mädchen, lernen sie, dass du dich nicht wehrst, hassen dich vielleicht eines Tages dafür.

    Kinder haben ein tiefes Gespür für Unstimmigkeiten, Ungerechtigkeiten, sie werden dann entsprechend geprägt.

    Kinder merken auf jeden Fall alles und...


    "Kinder kann man nicht erziehen, sie machen uns sowieso alles nach".


    (Carl Valentin)


    Möchtest du, dass sich deine Kinder daran orientieren, wie dein Mann dich behandelt?


    Und dass sie lernen "Frauen lassen das mit sich machen"?

    Vor allem lernen deine Kinder so möglicherweise, dass es okay/normal ist, in dysfunktionalen Beziehungen zu verbleiben und sich "um des Friedens willens" (der ja eigentlich keiner ist) zu verbiegen.

    Liebe Chiara-85,


    bei meinem ersten Mann habe ich ausgehalten, bis die Kinder erwachsen waren. Ich kenne solche Sprüche wie "das Kind ist nicht von mir" usw. Er betrog mich ständig, hat (wie ich sehr viel später erfuhr) ein Kind mit einer anderen Frau, etwa gleichalt wie unsere Tochter.

    Ich könnte hier noch sehr viel ausführlicher berichten, hier geht es aber um dich.

    Erst nach der Trennung wurde mir klar, dass die Kinder die Scheidung auch in jüngeren Jahren weggesteckt hätten.

    Dein Mann wird sich niemals ändern. Verschenk deine Jahre nicht an ihn.


    Alles Liebe für Dich und Deine Kinder.