Wenn die rosa Brille verschwindet und der "Alltag" einkehrt :(

    Ich bin mit meinem Schatz nun 1,5 Jahre zusammen. Wir sind beide Ende 30.


    Ich hatte vorher eine 3 Jahre lange, unglückliche Beziehung mit einem Mann der sich schon nach nicht mal einem Jahr sehr verändert hat. Aus dem freizügigen, lockeren und viel gebenden Mann wurde ein hochgradig geiziger, egoistischer Macho, der sich nur noch blicken lassen hat, wenn er grad mal Zeit hatte. Er ist meistens lieber seinen Hobbies oder Bar-Touren nachgegangen. Bei Ende der Beziehung hat er zugegegben, dass ich irgendwann eher Zeitvertreib war, als daß er sich ernsthaft eine Zukunft mit mir vorstellen hätte können. Das war krass zu hören, daß sich mein Gefühl nie getäuscht hat. Ich hatte sein verändertes Verhalten damals teilweise darauf geschoben, daß es normal ist, daß er mehr mit Freunden macht ect, weil sich ja "Alltag" einschleicht.


    Mein neuer Freund war am Anfang sehr sehr verliebt . Ich dagegen habe nur sehr langsam Gefühle aufgebaut und bin jetzt eigentlich erst so weit, daß ich auf Wolke 7 schwebe.


    Bei ihm lässt die rosa rote Brille nun allmählich nach, was ja auch irgendwann normal ist. Es schleicht sich langsam der Alltag und etwas Gewohnheit ein. Er wollte mich sonst am liebsten immer täglich sehen. Jetzt unternimmt er wieder mehr mit seinen Freunden und geht seinen Hobbies nach. Selbstverständlich weiß mein Kopf, daß es wichtig ist, auch seinem eigenen Leben nach zu gehen. Und daß es normal ist, daß sich eine Beziehung irgendwann verändert.


    Nur mein Gefühl sagt mir, daß alle Alarmglocken angehen müssen. Es erinnert mich an damals. Ich komme mit dieser Veränderung nicht klar! Ich werden innerlich panisch und brauche wahnsinnig viel Liebe und Bestätigung. Die kommt von ihm natürlich nicht mehr so rüber wie am Angang, als man noch tausend Liebesschwüre bekommen hat und seine endlose Euphorie gespürt hat, wenn man sich gesehen hat. Nun bin ich meist sehr verunsichert wenn wir uns sehen, und möchte ihn am liebsten fragen, warum er mir nicht mehr so oft seine Liebe gesteht, warum wir uns nicht mehr so oft sehen ect …. Ich denke, das wäre ein großer Fehler, aber es frisst mich langsam auf.


    Neulich z.B ging es mir sehr schlecht und das hatte ich ihm auch geschrieben. Nun, eigentlich kenne ich es so, das er fragt, ob er dann zu mir kommen soll. Diesmal kam nur "ich bin mit Freunden in der Bar". Drei Stunden später hat er dann angeboten zu kommen. Ich kann diese Situation nicht real beurteilen.


    Das Gefühl von damals ist wieder da, als mein Ex mich nur noch auf Abruf sehen sollte und sich nur hat verwöhnen lassen und die Liebe sich langsam verabschiedet hat. Ich kann das Gefühl nur schwer von der Realität unterscheiden und habe daher Angst anzusprechen, daß es so ist und es mir deshalb schlecht geht. Ich möchte keine Vorwürfe machen oder ihn unter Druck setzen, mehr für mich da zu sein. Es gibt doch für einen Mann nichts Schlimmeres als diese "warum" fragen!?!


    Was soll ich denn da nun tun? Wie bekomme ich dieses sch… Gefühl wieder weg? Wie werde ich wieder eine lockere selbstbewußte Frau, die nicht nach Liebe und Aufmerksamkeit lechtst wie ein ausgehungertes Tier nach Nahrung? Und in jedem "wir sehen uns nicht" ein "aha, er distanziert sich von mir" sieht? Und zwar bevor er mitbekommt, daß ich mich so fühle . Ich denke nämlich nicht, daß mich das besonders attracktiv machen würde...

  • 2 Antworten

    In einer guten Beziehung ist miteinander reden können m.M.n. elementar wichtig. Dich belastet das Thema, also warum nicht ansprechen?


    Wenn man über solche Dinge spricht kann so viel mehr erreicht werden als wenn du das in dich reinfrisst und es dich auf Dauer immer unglücklicher machen wird...