Blöde Auto-Korrektur...es sollte heißen:


    Vielen vielen lieben Dank für eure Beiträge! Genau diese unterschiedlichen Ansichten helfen mir dabei die ganze Situation aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. :)


    Mit Sicherheit sind meine Zweifel auch darin begründet, dass ich zuvor leider noch nie eine so lange und intensive Beziehung hatte. Sie sagt mir so ständig, dass ich das allerbeste bin was ihr jeh passiert ist und dass Sie sich sicher ist, dass nichts besseres mehr kommen wird.


    Sie hatte aber nunmal mehrere, auch mehrjährige Beziehungen.


    Diese Referenz scheint mir leider zu fehlen. :(


    Schwierig.


    Andernfalls wäre die Situation allein so schon recht schwer, wenn alles andere "perfekt" wäre, bis auf die Tatsache, dass ich zwei Schwangerschaften und Geburten meiner Partnerin verpasst habe.


    Hinzu kommen in unserer Situation aber noch so viele andere belastende Umstände:


    - Die psychische Abhängigkeit durch den Exmann


    - das gestörte Essverhalten meiner Partnerin


    - die chronische Krankheit


    - dazu hat sie eine Art Arztphobie


    Die Zweifel werden langsam unerträglich😔

    Ich habe die ganze Zeit mitgelesen und würde gern auch meine Eindrücke schildern:


    Mir war lange nicht klar, worin Deine Zweifel eigentlich nun genau begründet sind. Ich finde Deine Beiträge im übrigen aber gut überlegt, strukturiert und empathisch. Da macht sich ein liebevoller Mann Gedanken um seine Partnerschaft und die Kinder.


    Aber ich finde fast, dass es zu viele Gedanken sind. Aus Deinem Eingangsbeitrag geht hervor, dass ihr eine recht liebevolle Beziehung zueinander habt und auch die Sexualität nicht zu kurz kommt. Es wird ebenso klar, dass Deine Partnerin salopp formuliert "ihre Baustellen" hat. Sie reagiert sehr empfindlich, wenn man sie auf ihr Körpergewicht anspricht und macht aus Angst davor, dass der Ehemann ihr die Kinder wegnimmt keine Therapie.


    Klar, Übergewicht ist ein heikles Thema, aber bei der Qualität Deiner übrigen Beiträge kann ich mir schlecht vorstellen, dass Du das nicht einfühlsam mitgeteilt hast. Du wirst also nicht gesagt haben: "Du bist fett; ich will das Du abnimmst".


    Mit der Wegnahme der Kinder wird gern mal gedroht. Es kommt natürlich darauf an, wer das Sorgerecht hat. Aber um das einzuleiten, müsste der Exmann erstmal beim Familiengericht das alleinige Sorgerecht beantragen. Die Hürden dafür sind hoch. Es würde ihm zugesprochen werden können, wenn er der Mutter nachweisen kann, dass das Wohl des Kindes gefährdet ist. Bei dieser Einschätzung spielen viele Dinge eine Rolle, die durch das Jugendamt auch überprüft werden können. Auf alleinige Behauptungen des Vaters sollte eine verantwortungsvolle Mitarbeiterin dabei nicht hören. Man würde also überprüfen, ob es Anzeichen einer Misshandlung oder Vernachlässigung gibt. Bekommen die Kinder genug zu essen, gibt es blaue Flecken etc. Laufen sie in der Witterung angemessener Kleidung herum?


    Lange Rede kurzer Sinn: Deine Freundin hat vermutlich keinen Grund sich zu fürchten und der Beginn einer Therapie ist ganz sicher kein Grund, denn die macht man ja schließlich, damit es einem besser geht.


    Eventuell hat sie Angst vor einer Therapie und die Wegnahme des Sorgerechts durch den Vater ist ein vorgeschobener Grund. Das ist aus der Ferne aber schwer zu beurteilen.


    Ein gestörtes Eßverhalten hat man sich wahrscheinlich auch eher antrainiert und wenn man das erstmal hat, ist es eine Frage der Disziplin. Du hast zu hohen Blutdruck und bist sowieso gesundheitsbewusst, also fällt es Dir leichter, Dich zu einer gesunden Ernährung zu verhalten. Sie hat früher 120 kg gewogen und war nur mit Kiffern zusammen. Das Verhaltensmuster Frust durch Essen zu kompensieren, besteht also wohl schon länger.

    Zitat

    Sie hatte aber nunmal mehrere, auch mehrjährige Beziehungen.

    schreibst Du, aber vor dem Hintergrund, dass sie wohl nie glücklich war, ist das keine Referenz. Jetzt ist sie glücklich. Und das ist sie mit Dir.


    Die Tatsache, dass Du bei der Geburt der Kinder nicht dabei warst mag zwar schade sein, aber auch zu den Kleinen scheinst Du eine liebevolle Bindung zu haben. Das Risiko diese Bindung zu verlieren, ist vorhanden. Gerade weil Du nicht der leibliche Vater bist, hast Du wenig Mitspracherecht nach einer Trennung.


    Du hast weder Schwangerschaft noch Geburt der Kinder miterlebt und findest das schmerzlich. Ich kann Dich ein wenig verstehen, aber eine Schwangerschaft ist nicht zwangsläufig schön. Sie kann auch problematisch sein. Sie kann auch dazu führen, dass man sich jeden Morgen übergeben muss etc. Geburten können riskant sein usw.


    Die zentrale Frage für mich ist: Liebst Du Diese Frau noch?


    Was passiert denn mit der von Dir gekauften Wohnung? Wenn sie Dir gehört, wären Mutter und Kinder ja obdachlos, bzw. müssten sich eine neue Wohnung suchen.


    Ich finde Zweifel in Beziehungen normal. Ich kenne keine langjährige Beziehung, die ohne gelegentliche Zweifel auskommt. Ich habe ehrlich gesagt schon den Eindruck, dass die Zweifel auch ein wenig aus Angst vor der eigenen Courage entstanden sind. Du hast relativ früh Nägel mit Köpfen gemacht, du hast Deinen Lebensweg u. a. dadurch mitgestaltet, dass Du eine Wohnung gekauft hast, in der jetzt vier Personen leben. Das sind ja Verbindlichkeiten, die man so schnell nicht wieder los wird. Abgesehen von den ganzen Dingen, die sich nicht in Zahlen benennen lassen. Damit meine ich z. B. die Bindung zu den Kindern, die -vermutlich - einen Knacks kriegen würde, wenn Du Dich trennst. Das soll Dich nicht von einer Trennung abhalten, wenn Du nicht mehr genug Liebe empfindest. Aber diese Liebe ändert ihre Gestalt im Laufe einer Beziehung und ich habe eher das Gefühl, dass Du dabei bist, Deine rosarote Brille abzulegen und ganz realistisch die vielen kleinen und größeren Baustellen im Leben Deiner Freundin siehst. Jetzt wird es darum gehen, ob Du ihr zur Seite stehen willst und kannst, oder ob das eine Last wäre, die Du nicht tragen kannst oder nicht bereit bist das zu tun. Wenn Du nicht dazu bereit bist, ist das kein Werturteil über Dein Verhalten. Du bist deswegen kein schlechter Mensch. Aber ich habe durchaus die Hoffnung, dass ihr das gemeinsam schaffen könnt. Bei einer Trennung und einer neuen Partnerin kannst Du auch nicht sicher sein, ob das Bild das Du von einer anderen Person hast auch mit der Realität übereinstimmt. Soll heißen: Ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch in einer neuen Partnerschaft Probleme und Zweifel geben wird, die man bewältigen muss. Du hast keine Garantie, dass es einfacher wird.


    Aber die endgültige Entscheidung triffst natürlich Du. Das Gras auf der anderen Seite ist immer grüner und diese Überlegung solltest Du in Deine Entscheidung einbeziehen.

    Zitat

    Ich will die Personen nicht enttäuschen. Wir hatten so eine schöne Zeit miteinander.


    Ich bin einfach nur noch verzweifelt :(

    Das ehrt dich sehr aber du solltest bedenken, dass du (vermutlich) auch nur ein Leben hast. Du solltest es auch genießen können und nicht nur aus Pflichtgefühl heraus aufgeben.


    Was deine Freundin durchgemacht hat ist furchtbar aber nicht deine Schuld.


    Du solltest ganz tief in dich hinnein hören und wenn du sie noch liebst unbedingt versuchen mit ihr zu sprechen und das hin zu bekommen.


    Wenn du aber nur bleibst weil du ein schlechtes Gewissen hast, wird es dich auf Dauer sehr unglücklich machen.

    Ich habe noch etwas wesentliches vergessen. Das hier:

    Zitat

    Meine Freundschaften habe ich auf ein Minimum zurückgefahren. Mein Hobby Fußball habe ich an der Nagel gehängt um mehr Zeit für die Familie zu haben.

    finde ich tatsächlich problematisch. Euer Leben wird nicht besser, in dem Du Dein Leben aufgibst. Du brauchst neben der Beziehung mit all ihren größeren und kleineren Konflikten einen Ausgleich, etwas das Dir Kraft gibt. Ein Freundeskreis und ein Hobby sind gute Möglichkeiten um gestärkt zu werden. Also mach Dein Fußballtraining und triff Dich mit Freunden.

    Hallo Zusammen,


    da ich vor ein paar Monaten nach solch einem Beitrag gesucht habe, nach jemandem gesucht habe, der in der selben Situation war und eine Entscheidung treffen musste, möchte ich euch nun mitteilen wie die Geschichte ausgegangen ist.


    Da ich zunehmend unglücklicher war und die Zweifel mich wirklich zerrissen haben, habe ich um einen Termin bei einem Therapeuten gebeten um ihm die Situation zu schildern und ihn um Rat zu fragen.


    Eine Woche vor diesem Termin ist es dann mit meiner Freundin eskaliert. Sie hat gemerkt, dass bei mir seit längerem etwas nicht stimmt und mich gefragt ob ich überhaupt noch glücklich bin. Ich wollte sie nicht anlügen und habe ihr gesagt, dass ich leider große Zweifel habe und momentan in einem Loch bin aus dem ich alleine nicht mehr rauszukommen scheine. Ich habe ihr versucht alles so gut es geht zu erklären und gehofft, dass sie sich ein wenig in mich hineinversetzen kann und etwas Verständnis für meine Zweifel hat.


    Dem war aber leider nicht so. Als ich ihr alles erklärt habe ist sie vollkommen ausgeflippt. Sie hat mir dann nach längeren


    Diskussionen die Pistole auf die Brust gesetzt und gesagt, dass ich ihr sagen soll ob unsere Beziehung eine Zukunft hat.


    Ich konnte ihr leider nur sagen, dass ich es nicht 100%ig weiß und gerne mit einem Fachmann die Situation analysieren und schauen möchte welche Optionen es für unsere Zukunft gibt. Sie sagte daraufhin, dass sie ihr Schicksal nicht in die Hände eines dritten legt.


    Sie ist eine unglaublich impulsive Person, ist nach unseren Diskussionen nochmal vollkommen aus der Haut gefahren, hat die Kinder aus Ihren Zimmern gerissen, eine große Reisetasche gepackt und ist gegangen. Das ist Anfang November passiert. Erst hat sie mit den Kindern eine Zeit lang bei einer Freundin gewohnt und hat jetzt wieder eine eigene Wohnung. Wir sind getrennt.


    Unmittelbar nach der Trennung muss ich sagen, dass erst einmal eine große Last von mir gefallen ist. Ich war erleichtert wieder etwas "Luft zum Atmen zu haben". Das hielt so etwa einen Monat an. Dann hat meine Ex-Freundin wieder Kontakt zu mir aufgenommen, da sie Geld gebraucht hat. Sie sagte, dass sie all die Wochen darauf gewartet hat, dass ich mich melde und ihr sage, dass sie wieder zurückkommen soll. Daran habe ich in den Wochen aber keinen Gedanken verschwendet.


    Anschließend sahen wir uns ein paar mal, weil sie ihre Sachen aus der Wohnung geholt hat. Das hat mich unglaublich runtergerissen. Wir lagen uns weinen in den Armen und waren sehr traurig darüber, dass unsere Beziehung gescheitert ist.


    Zusätzlich kam noch die Weihnachtszeit. Weihnachten haben wir den Kindern zuliebe noch gemeinsam bei meinen Eltern verbracht. Das war für mich die absolute Hölle, da ich genau weiß wie sehr ich an den Kindern hänge. Und die beiden an mir auch. Sie hingen mir die ganze Zeit im Arm und ich hätte sie am liebsten nie wieder hergegeben. Die gesamte Situation hat mir das Herz gebrochen. Zwei Tage später haben wir uns noch zum Geburtstag der Großen getroffen.


    Aber danach konnte ich einfach nicht mehr. Es geht nicht. Ich habe gedacht es tut mir gut, wenn ich die Kinder sehe. Aber dem ist nicht so. Ich leide unendlich, weil ich sehe, dass sie mich brauchen und ich brauche sie auch.


    Die letzten Wochen habe ich großen Abstand aufgebaut. Und es wird besser. Ab und an telefonieren wir noch. Aber der Kontakt wird weniger und um ehrlich zu sein, will ich das auch so haben.


    Meine Ex-Freundin hat schon nach kurzer Zeit einen neuen Partner gefunden. Ich weiß nicht wie das unter den Umständen geklappt hat, aber noch vor Weihnachten hatte sie einen neuen Partner, den sie auch vor meinen Freunden in der Öffentlichkeit präsentiert hat.

    @ JohnDoe39:

    Ich sehe da ziemlich viele Parallelen zu deiner Geschichte :(


    Allgemein muss ich aber sagen, dass mich das mit dem neuen Freund gar nicht so aus der Bahn geworfen hat. Ich wollte mich ja trennen, und das hatte auch viele Gründe.


    Ich empfand es nur als etwas unangebracht, dass gleich öffentlich zu machen. Aber das kann ich ohnehin nicht beeinflussen.


    Unterm Strich, nach nun gut drei Monaten, muss ich sagen, dass es bisher eine sehr schwere Zeit war, ich aber denke und hoffe, dass es die richtige Entscheidung war.


    Mein größter Wunsch im Leben ist einmal eigene Kinder zu haben. Mit ihr konnte ich mir das einfach nicht vorstellen. Da waren so viele schwierige Baustellen und so wenig Motivation ihrerseits etwas daran zu ändern, dass es mich frustrierte hat. Am Ende war es leider nicht mehr die Frau in die ich mich einst verliebt habe.


    Ich hatte am Ende immer Angst vor ihren Ausrastern. Ich wollte mich nicht mein ganzes Laben lang anschreien lassen, keine Konflikte austragen können und immer alles so akzeptieren müssen wie es ist.


    Der Preis war mir einfach zu hoch. Ich hoffe, dass ich noch die Liebe meines Lebens irgendwo dort draußen finden werde.


    Momentan ist es noch schwer daran zu glauben.


    Trotz allen Problemen die wir hatten, hatten wir auch sehr viele schöne Momente und waren irgendwo Seelenverwandet, konnten sehr gut miteinander reden. Ich vermisse unsere vertrauten Gespräche, die gemeinsamen Abende auf der Couch, das lachen der Kinder,... mir fehlt unendlich viel. Aber langsam gewöhne ich mich daran und es geht wieder Berg auf.


    Jedenfalls möchte ich mich hier noch bei allen bedanken die mir geschrieben haben.


    Es hat mir zum einen sehr geholfen mal etwas "Dampf" rauszulassen und die Situation auch aus anderen Sichtweisen zu betrachten.


    Vielleicht hilf das auch anderen, die sich in einer vergleichbaren Situation befinden.


    Liebe Grüße


    Zukunft17?