Wenn man als verheiratete Frau vergebene Männer verführt.

    Hallo zusammen!


    Bevor mich anhand des Titels alle verurteilen und für einen boshaften, skrupellosen Menschen halten, möchte ich die Situation erklären und würde mich wirklich freuen, wenn ich eure Meinung erfahren könnte.


    Ich bin 27 und seit 6 Jahren mit meinem Mann verheiratet. Während ich kein besonders emotionaler Mensch bin und Gefühle für mich nicht wirklich greifbar sind (so verstehe ich "Liebe" nicht, nehme aber an, dass es diese angenehme Nähe und das starke Zugehörigkeitsgefühl zu meiner besseren Hälfte ist), ist mein Mann quasi das Gegenteil und ein gefühlsbetonter, romantischer Mensch. Wir waren beide Spätzünder und hatten miteinander das erste Mal und seitdem keinerlei andere Partner.


    Selbst empfinde ich über die Jahre immer mehr das Verlangen, neues zu lernen und vor allem meine Neugierde zu befrieden. Die Frage, wie es ist, neben einem anderen Mann zu liegen und einfach zu sehen, wie sich Sex mit anderen anfühlt. Versteht mich nicht falsch, ich habe das Thema bei meinem Mann angesprochen. Er versteht es und würde es erlauben, wenn es mal soweit ist. Selbst möchte er mir aber treu bleiben und hat nicht das Interesse an anderen Frauen, was mir den Wind aus den Flügeln nahm. Ich hätte weniger Bedenken, wenn er sich ebenfalls eine Frau suchen würde, um mit ihr zu schlafen, statt auf mich zu warten... Trotz dieser Erlaubnis wirkte er verständnisvoll und gleichzeitig zerknirscht, weswegen ich das Thema nicht weiter angesprochen habe. Mir geht es nicht darum, meinen Mann zu betrügen und mein Glück bei einem anderen zu suchen, denn Fremdgehen beginnt meiner Meinung nach immer im Kopf. Stattdessen finde ich den Gedanken prickelnd, von anderen Männern begehrt, umworben und letztendlich genommen zu werden. Nichts weiter. Von daher sehe ich dabei eine klare Linie zwischen der Nähe zu meinem Mann und dem "Spiel".


    Nun habe ich einige Männer kennengelernt, ursprünglich haben wir einfach geplaudert und nach und nach hat sich eine Spannung entwickelt. Einige sind in ihrer Beziehung glücklich, andere fühlen sich vernachlässigt oder haben Vorlieben, die ihre Frauen nicht teilen. Sie alle hätten an einem Treffen mit mir Interesse und natürlich wollen sie ihre Beziehung nicht gefährden. Im Gegensatz zu mir habe ich aber das Gefühl, dass es bei ihnen anders als bei mir ist und es ihnen mehr einen Kick gibt, ihre Frauen zu betrügen bzw etwas verbotenes zu tun. Sie können sich vorstellen, eine "Nebenfrau" zu haben und trennen ihre Gefühle gegenüber mir nicht von den ernsthaften Gefühlen gegenüber ihren Frauen ab. Ich hoffe, das macht irgendwie Sinn. Um es in Bildsprache zu erklären, habe ich zwei Schubladen. Eine Goldene, in der sich meine Gefühle mit meinem Liebsten befinden, die ich schätze und nicht verlieren möchte. Diese schließe ich und öffne bei Bedarf eine graue Schublade, die meine Neugierde enthält. Bei denen, mit denen ich in Kontakt war, habe ich aber das Gefühl, dass sie beide Schubladen die ganze Zeit offen halten und deren Inhalte vermischen wollen.


    Nun aber zu meinen Fragen:


    - Sollte ich in meinem speziellen Fall meinem Mann von meinem Vorhaben erzählen? Ich habe kein schlechtes Gewissen wegen dem sexuellen Akt selbst, weil das für mich keine Große Sache ist, die die Welt verändert. Es ist, als ob ich meine Brötchen einmal bei einem anderen Bäcker kaufe und das Thema damit für mich erledigt habe. Für meinen Mann, gerade weil er emotionaler ist, ist das dagegen eine größere Sache und ich denke ich würde ihn vor allem durch Ehrlichkeit verletzen.


    - Mir geht es nicht darum, die Beziehungen anderer Frauen zu zerstören. Ich möchte niemanden ausspannen und auch keine Geliebte werden, sondern im besten Fall ein paar Mal Sex haben, ohne das ganze als Freundschaft oder mehr fortzusetzen. Niemand soll an mich gebunden werden, aber mache ich dennoch etwas in deren Ehen kaputt?


    - An die verheirateten Frauen hier: wie würdet ihr diese Sache sehen, wenn es um euch ginge und euer Mann sich einmalig austobt (ihr davon vermutlich nie etwas mitbekommen würdet) und sich seine Gefühle für euch nicht verändern?


    Solo-Männer wären natürlich auch eine Option, nur habe ich in dieser Richtung noch niemand interessanten kennengelernt. Die meisten wollen eine "Freundschaft+", an der ich nicht interessiert bin. Gerade weil ich noch nicht so viel Erfahrung habe, möchte ich unkomplizierten Sex haben, ohne Bindung und auch nur 1-2x, bis man wieder seiner eigenen Wege geht. Auch ein gehetzter One-Night-Stand mit einem angetrunkenen Menschen aus einer Disco ist für mich uninteressant. Kontakt mit einem Pärchen hatte ich schon, allerdings endete es noch bevor es angefangen hat, weil sich der weibliche Part aufgrund von Unsicherheit/Eifersucht zurückgezogen hat. Swingerclub fällt weg.

  • 92 Antworten

    Ich empfinde Deinen Fall jetzt nicht wirklich als speziell und denke, Du versuchst Dir den stinknormalen Betrug in irgendeiner Weise schönzureden und den Trieben nachzugeben.


    Zu einer offenen Ehe gehört FÜR MICH dazu, auch ehrlich zu sein. Zumal Du ihm ja schon Deine Wünsche geäußert hast. Kann mir nicht vorstellen, dass sowas unentdeckt bleiben kann. Ich schätze, dass man sich unbewusst schon verändert, zumindest auf Dauer.


    Eventuell hast Du bei vergebenen Männern tatsächlich eher eine Chance - die Aussicht auf Sex ohne Konsequenzen mag für den einen oder anderen total verlockend sein!


    Aber ob das alles so einfach wird, wie Du es Dir vorstellst? Meine Moralvorstellungen hindern mich daran, danach zu glauben.

    Zitat

    Du versuchst Dir den stinknormalen Betrug in irgendeiner Weise schönzureden und den Trieben nachzugeben

    Da muss ich mich lucidane anschließen.


    Deshalb halte ich nicht allzu viel davon wenn sich Menschen in so jungem Alter schon fest binden... ist doch klar dass man mit 21 nicht schon den Rest seines Lebens mit einer Person verbringen will, man will erstmal Erfahrungen machen und bisschen rumkommen ;-)


    Du solltest deinem Mann davon erzählen bevor irgendwas passiert ist, früher oder später würde er dahinter kommen und dann ist das Chaos groß. :(v


    Und ein Partner der einen hintergeht hat niemand verdient, das wird jeder mit jeder mit gesunder Moral sehen.

    Sehe ich ähnlich.


    Du machst innere Klimmzüge, um für dich einen angenehmen Weg zu finden, deinen Bedürfnissen nachzugeben und dennoch die Nähe und Geborgenheit einer Ehe zu behalten. Dein Mann ist "einverstanden", und nun gehts noch darum, den Betrug an den Frauen der künftigen Liebhaber zu rechtfertigen, um ein gutes Gefühl behalten zu können.


    Alles haben, alles behaltebm nichts riskieren - wenn dir dieser Weg behagt und so verlockend erscheint, kannst du ihn doch einfach gehen.


    Auszuschließen ist nicht, dass er sich nicht als ganz so risikofrei herausstellt, wie es dir vorschwebt: Jemand könnte sich "unterwegs" verlieben, es könnte unfreiwillige Dramen geben ... mit Gefühlen spielt man besser nicht, und Gefühle können sich unerwartet einmischen ...

    Und ich meine das nichtmal groß wertend. Habe meinen Mann ebenfalls mit 21 kennengelernt und man kann sich seiner Sache nie sicher sein. Für mich kommt das halt sehr kalt und egoistisch rüber. Aber wir ticken auch nicht alle gleich...

    Hallo Yaria,


    ich kann deine Beschreibungen bzgl. Emotionen (besonders in Bezug auf Sex) sehr gut nachvollziehen. Das können emotionalgesteuerte Menschen nicht


    Beleuchten wir das Ganze doch etwas rationaler: Ob Betrug oder nicht, sei mal dahingestellt, das müsstet ihr schon selber wissen. Dein Mann hat dir das Fremvögeln ja erlaubt. Wie wär's, wenn du ihn einfach mal, ohne weiteren Zusammenhang bei passender Gelegenheit (sodass er nicht sofort denkt, du hast da schon Männer in der Warteschleife) fragst, ob er es denn auch wissen möchte, falls du mal was mit wem anders hast?


    Tatsache ist, dass du diesen Drang nunmal hast. Ob er dich groß verändert, wenn du ihm nachgibst, kannst du, ohne es zu testen, nicht wissen. Jemand Emotionales würde das bestimmt verändern. Du scheinst mir anders drauf zu sein. Auf der anderen Seite musst du bedenken, dass es natürlich sein kann, dass du den Sex mit anderen so aufregend oder gut findest, dass der eheliche Sex dagegen uninteressant wird. ??Allerdings habe ich bei Sex mit anderen als meinem Freund jedes Mal festgestellt, dass er gar nicht so gut sein kann wie der gewohnte, weil mein Partner mich eben am besten kennt. Und so aufregend es mit "fremden" Männern auch zuweilen ist, ich freue mich danach umso mehr auf und über Sex mit dem gewohnten und geliebten Mann.?? Wenn du diesbezüglich also keine Bedenken hast, weil es schon viel Zeit und Aneinander-Gewöhnen geben muss, bis der Sex für dich gut wird, dann dürften ein paar wenige Fremdvögeleien nicht so gefährlich sein.

    Ach Gott, jetzt ist meine mühsam getippte Antwort weg. Entschuldigt, dass ich mich jetzt etwas kürzer halte, als ich es ursprünglich wollte!


    Vielen Dank für eure Antworten, die mir tatsächlich viel helfen. Ich versuche einfach, auch die andere Seite zu sehen. Gerade weil ich nicht besonders gefühlsbetont bin (und schon oft als kalt beschrieben wurde), freue ich mich über verschiedene Meinungen. Einen Betrug schönzureden versuche ich nicht und auch bin ich nicht bei meinen Mann, weil ich das bequeme Nest nicht verlassen möchte. Unsere Beziehung ist wunderbar, der Sex ist erfüllend und ich würde mich noch immer dafür entscheiden, ihn zu heiraten. Nur die Neugierde ist es, die mich antreibt. Ich hatte noch nie andere Verabredungen, nie einen anderen geküsst geschweige denn mehr. Deswegen habe ich vielleicht zu früh geheiratet und hätte vorher anderes erleben müssen, statt direkt am Anfang den richtigen Partner zu finden. Sieht aus, als ob ich auch in dieser Sache spät dran bin.


    Möglicherweise sind auch meine Moralvorstellungen anders, obwohl ich sie deswegen nicht gleich als "ungesund" bezeichnen würde.

    @ Papilio niger:

    Das hatten wir damals besprochen und er wollte so wenig wie möglich erfahren, wenn es mal passieren würde. Aber ich werde es trotzdem nochmal ansprechen, vielleicht hat sich das seitdem verändert. Umgekehrt würde es mich sehr interessieren, wenn er sich mit einer anderen Frau trifft, aber das hatte er von Anfang an abgelehnt.

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    Riskant sind natürlich auch deine "Kandidaten". Nach dem, was du beschreibst, gehen sie eher unbedarft mit ihren Gefühlen um. Ob sie ihre Partnerinnen nun betrügen wollen oder nicht, müssen sie wissen. Dass es dir nichts ausmacht, diejenige zu sein, mit der sie fremdgehen, ist deine eigene Sache. Aber dass du spürst, dass sie durchaus offen wären, irgendwelche Gefühle in dich zu investieren, kann alarmierend sein. Du solltest denen vorher klarmachen, was du willst: keine Gefühle, keine Freundschaft plus, womöglich keine Wiederholung. Und sobald du merkst, da bahnt sich von anderer Seite mehr an, wäre es deine Aufgabe, dich von so einem Kandidaten zurückzuziehen. Prinzipiell sollte in so einer Konstellation jeder dasselbe wollen, sonst wird es unnötig kompliziert schon im Vorfeld.

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