@ Melete

    Also was jetzt? Soller dich glücklich machen oder kann er es nicht herstellen, weil das Glück aus dir selbst kommen muss?


    Ich denke sie meint dass du mit dir selbst im reinen sein solltest und du ein glückliches Leben auch als single leben kannst ohne dass du einen Mangel verspürst und dadurch abhängig bist und von deiner/em Partner/in verlangst dich glücklich zu machen (= zu hohe Erwartungen an den anderen setzen). Ein Partner oder eine Partnerin machen einen dann nur noch glücklicher wie ein Bonus.


    Verständlich? :-)


    Darum gings mir gar nicht, sondern, ob wirklich er führt. Wenn er einen Urlaubsort wählt, den sie nicht will und sie dann motzt und keift, was ihn wieder dazu bringt einen Urlaubsort zu wählen, der ihr auch passt und mit dem sie glücklich ist, damit er glücklich sein kann, dann ist er sicher nicht derjenige, der führt. ;-D Aber bei euch ist es ja nicht so.


    Doch, genau dann führt er finde ich. Sonst wäre es ja "Beherrschung".


    Wenn wir das oben genannte Beispiel mit der Urlaubswahl mal fort führen:


    Er als der "Führer" der Beziehung will in den Norden, nun schlagt er ihr vor, dass sie doch nach Norwegen fliegen weil es da so herrlich verschneite Gegenden gibt.


    Sie spürt einfach, es zieht sie in den Süden und sagt ihm das auch und dass sie nicht schon wieder nach Norden wolle.


    Dann nimmt er sich ihren Wunsch zu Herzen und denkt nochmal alles durch. Er denkt sich, muss ich unbedingt schon wieder in den Norden, waren wir jetzt eh schon öfter? Ich könnte mir schon vorstellen auch mal einen Strandurlaub zu machen mit Sonne und so! Und das würde sie auch glücklich machen weil ich weiß sie ist eher der Süden-Typ... sie hat ja Recht, sie war ja schon so oft mit mir in den nördlichen Gegenden und sie macht ja eigentlich immer alles mit mir mit.


    Gut, dann fahren wir halt wo anders hin und ich schau mir nochmal die Reiseziele die für uns beide in Frage kommen an. Da hätten wir zum Beispiel Griechenland oder Konstantinopel. Da ist es schon wärmer, es gibt Meer und für mich wär auch der geschichtliche Hintergund der Orte interessant.


    Dann schlägt er ihr beides vor und ihr gefällt zum Beispiel Griechenland sehr weil sie dort noch nie war, es Meer gibt und sie den ersehnten Strandurlaub machen kann und als Bonus gibt es es diesmal auch was geschichtliches zu Entdecken. Und sie weiß ja dass ihm das auch gefällt. Es ist also eine super Wahl von ihm. Und sie entscheidet sich für Griechenland und beide sind glücklich. Auch wenn es ein Kompromiss für beide ist. Er hat geführt indem er ihr diese beiden Dinge vorgeschlagen hat und sie durfte dann ebenso entscheiden. Und er meint dann abschließend ok, dann ist es also Griechenland.


    Führen heißt für mich nicht nur Entscheidungen zu treffen sondern auch den anderen mitreißen! Nicht manipulieren, sondern mit Respekt der Wünsche und Bedürfnisse deiner Partnerin/deines Partners und in Liebe zu ihr/ihm zu handeln, aktiv zu sein, Impulse zu setzen... das muss ja nicht IMMER so laufen dass einer führt, aber maßgeblich läuft es darauf hinaus, dass es einer ist.

    @ Sartané

    Find ich auch toll wie du dazu stehst :)^


    Ich glaub es gibt hier eine große "Dissonanz" bei dem Wort "Führen". Für viele (wohl Frauen) bedeutet es Herrschen, beherrscht werden, ohne Rücksicht und ohen Liebe, einfach pure Dominanz mit Egoismus und ohne Rücksichtnahme auf den anderen. Hier irren sich die Leute. Ihr habt es eh schon geschrieben. Und ich auch. Führen heiß die aktive Rolle einnehmen, von mir aus auch das letzte Wort zu haben. Dafür muss derjenige dann auch gerade stehen und die VERANTWORTUNG tragen. Ich denke dieser Aspekt wird stark vernachlässigt.

    @ Nowoonder

    Zitat

    Ich führe auch in unserer Ehe, da dies sowohl meinem Naturell als auch einem bewussten Beduerfnis meiner Frau entspricht. In ihrer vorigen Ehe hat sie darunter gelitten hat, dass sie führen musste, obwohl sie das gerne dem Mann überlässt.


    Wir kommunizieren jedoch sehr viel über unsere Sichtweisen und Bedürfnisse zu allen Themen, so dass ich ihre Position sehr gut einschätzen und einbeziehen kann. Und anders würden wir das beide nicht wollen. Sie will halt nur, dass die letztendliche Entscheidung von mir getroffen wird. Das fühlt sich für sie besser an und vermeidet, dass wir uns wegen Kleinigkeiten uneinig sind.

    @ Melete

    Das mit dem Urlaub ist einfach. Wir reden über verschiedene Möglichkeiten, bis wir verstehen, welche davon für uns in Frage kommen. Dann entscheide ich. Aber nicht ohne Rücksicht auf Ihre Bedürfnisse. Ich will sie glücklich machen - deshalb würde ich nie eine Urlaubsform wählen, bei dem Ihre Interessen nicht vollauf abgedeckt sind. Eher stelle ich meine eigenen Interessen zurück (in der Tat Winterurlaub in Skandinavien, mit dem sie nichts anfangen kann). Mit Führungsauftrag folgt nämlich auch Verantwortung!

    Wunderbar, du hast die Sache auf den Punkt gebracht :)=

    Zitat

    naja, als Homosexueller willst du dich ja aber auch nicht klein machen, sondern einfach ein Lebensmodell leben.

    Ich lebe doch auch "nur" ein Lebensmodell?! Ich empfinde meine Lebensweise wirklich nicht, als "mich klein machen". Auch wenn ich durchaus verstehe das man diesen Eindruck leicht gewinnen kann, wenn man devoten Menschen gegenüber negativ eingestellt ist. Ich hab das ja schon ein paar mal hier erklärt, ich bin einfach so, ich fühle so.. das bin ICH. Der Mensch der Ich bin. Und nur in so einem von mir ganz bewusst gewählten Lebensmodell bin ich glücklich. Hab ich kein Recht glücklich zu sein weil man eine Gleichberechtigte Partnerschaft leben MUSS?

    Zitat

    Devot leben ist für mich eben kein Lebensmodell, das ist für mich schlichtweg ein "es sich einfach machen".


    Wenn es dabei ja nur sexuell wäre..... das kann ich ja noch irgendwie, auf irgend eine Art und Weise verstehen.

    Auch da wieder, ich wiederhole mich. Ich mache es mir nicht einfach. Ganz und gar nicht. So empfinden das weder Er noch ich. Ich glaube sogar das in so einer Beziehung wie wir sie führen oft mehr "Arbeit" und Gesprächsbedarf drin steckt als in einer normalen. Ich wüsste auch nicht was an meinem Leben einfacher wäre als an einem anderen..


    Ich gehe halbtags arbeiten, erziehe 2 wunderbare Kinder, kümmere mich um Haus und Garten und pflege meine Partnerschaft. Wie jeder oder viele andere Frauen auf der Welt auch...

    Zitat

    Ich muss dich jetzt ehrlich fragen, wie kommst du auf den Begriff "homosexuell", wenn ich "devot" schreibe?

    Aus dem einfach Grund, homosexuelle wurden bis vor wenigen Jahren auch noch als unnormal, krank etc.pp angesehen


    Es war ein harter Kampf ihren Status zu legitimieren und ist es teilweise heute noch. Und devoten Menschen geht es oft ebenso, ihre Art zu Leben und zu Fühlen wird gerne als krank oder unnormal angesehen. Doch warum?


    Es ist ein fühlen etwas abseits der "Norm". Doch nur weil etwas ein wenig vom Standard abweicht muss es doch noch lange nicht krank sein?

    @ Mickflow

    Danke für deine lange Nachricht, du hast dich wirklich reingehängt was. Gibt mir schon zum Denken. Ich weiß es nicht wie ich sein will um ehrlich zu sein, deshalb gibts dieses Thema ja auch um daraus für mich etwas zu lernen.


    Deine Antwort kommt mir aber auch sehr kompflastig vor, vllt. hast du das bewußt so gewollt das weiß ich nicht. Ich bin da aber so gepolt, für mich kommt es erst mal darauf an wie ich mich dabei fühle. Wenn das Gefühl passt dann passt es, wenn nicht frage ich mich warum es nicht passt.


    Wenn ich jetzt zB das Tanzen hernehme, ich fühl mich beim Tanzen frei und verbunden gleichzeitig, es ist ein Miteinander weil die Rollen klar verteilt sind. Es gibt hier keinen Kampf um die Führung, meine Tanzparterin akzeptiert, dass ich die Rolle des Führens übernehme und ich akzeptiere, dass ich die Verantwortung trage ob der Tanz auch ein Miteinander ist und rund läuft oder nicht. Wenn Fehler passieren liegt es meist an mir.


    Ich hab mich auch schon mal führen lassen, aber das mag ich überhaupt nicht. Es entspricht mir nicht. Wer führen will tanzt nicht mit mir. Ich tanze nur mit jemand die sich führen lässt so einfach ist das. Ich hab daher auch schon nimal mit einer Frau nicht getanzt weil sie mir klar sagte sie könne nur führen. Das war für beide in Ordnung.


    Nicht in Ordnung finde ich (und das kannste jetz aufs ganze Leben beziehen) wenn sie sich nicht führen lässt obwohl sie weiß, dass ich führen möchte. Dann hätte sie sich nicht auf den Tanz einlassen dürfen. Hier liegts an mangelndem Bewußtsein. Es gibt viele Frauen die sich beim Tanzen nur schwer führen lassen. Der Tanz läuft dann nicht harmonisch. Nach einer Weile läuft es meist besser doch es ist anstrengend. Es liegt gar nicht am Alter oder an ihren Oberarmen ( ;-D ) sondern an der Einstellung.


    Beim Tanzen zu Führen gibt mir ein Gefühl von Freiheit, ich darf einfach sein wie ich bin, Mann sein. Ohne dass sich die Frau einmischt was ich tue, wie ich es tue. Ich tue was ich will. Obwohl ich sehr darauf achte dass das Tanzen auch ihr gefällt, gerade das macht für mich das Führen ja auch aus, ich achte darauf, dass wenn ich Figuren mache, diese ihr auch möglich sind, ich sie nicht überfordere und es ihr gut dabei geht. Ich achte auf ihre Bedürfnisse und gehe auch auf ihre Wünsche ein. Und wenn sie dann manchmal (kommt auch vor) Impulse setzt und sich zum Beispiel schneller zu drehen beginnt obwohl ich das nicht geführt habe, dann nehme ich das an und geh auf diese Situation, die daraus entstanden ist ein. Egal ob soe das bewußt geführt hat oder es ungewollt passiert ist. Oft entstehen Figuren auch aus der Situation, da denke ich nicht mehr viel nach. Es läuft einfach.

    @ Melete

    Zitat

    Ich will dir die Illusion nicht nehmen, dass du führst. Klar hast du die Verantwortung deine Frau glücklich zumachen.

    Ich sehe es wie Nowoonder. Warum sollte das eine Illusion sein? Für mich ist es eindeutig dass er führt und sie sich führen lässt. Beide sind damit einverstanden. Eventuell hast du ein Thema damit? ;-)

    @ sensibelmann99

    Zitat

    Ich kenne genaugenommen kein Führungsmodell. Wenn jemand eine Idee oder eine Kritik hat, so wird das benannt, wir diskutieren darüber und einigen uns- da gibt es keine Führung, sondern eher die bessere Idee oder den besseren Lösungsvorschlag. Alles andere erfolgt eher in Eigenverantwortung eines jeden Einzelnen und für den anderen.

    Ihr führt also beide

    @ Purplelike

    Vllt. hast du die Erfahrungn icht gemacht, dass sich führen lassen genauso Augenhöhe sein kann. Dazu muss der andere aber auch führen können ;-)

    @ mond+sterne

    Zitat

    MissLilly2017 meinte beispielsweise, sie ist ein "sehr starker Mensch". Aber ein devoter Mensch ist ja gerade nicht stark oder?

    Ich denke nicht, dass "devot sein" und "schwach sein" direkt zusammen hängt. Oft ist es bestimmt so, aber wir reden hier ja von Beziehungen auf Augenhöhe. Da ist es also eine bewußte Entscheidung beider.


    Ich kenne zB Frauen die sich führen lassen (also eher devot sind) und diese sind für mich sehr reizvoll, da sie gerade sehr stark auf mich wirken, da sie sich bewußt sind wie sie selbst gestrickt sind und einen Mann, der sich gerne führen lässt oder (ganz wichtig) nicht führen kann (zB keine Verantwortung trägt) ablehnen!


    Kann es sein dass du hier was verwechselst oder einfach selbst noch nicht diese Erfahrung gemacht hast? Augenhöhe hat jedenfalls nix damit zu tun ob du devot veranlagt bist, es dir einfach gefällt wenn du einen starken Partner oder eine starke Partnerin hast die vorangeht und Impulse setzt, aktiv ist, maßgeblich in der männlichen/aktiven Energie lebt. Schwach sein heißt für mich nicht in deiner Kraft sein. Ein devoter Mensch kann sehr wohl in seiner Kraft sein. Und dennoch diese Vorliebe haben geführt zu werden. Ich glaub mittlerweile wirktlich unter "sich führen lassen" verstehen viele was negatives.

    Zitat

    Ihr führt also beide

    Eher nicht. Entscheidungen müssen nicht auf Grund irgendwelcher Führung getroffen werden, sondern aufgrund rationaler oder emotionaler Überlegung. Ich würde eher sagen, es führt keiner- höchstens Frau Logik oder Herr Geschmack.