• Wer glaubt an die Liebe?

    Hier ist ein "virtueller Landeplatz" für alle, die aufrichtig an die Liebe glauben. Hier ist Platz für Eure positiven Erfahrungen und Wünsche. x:)
  • 11 Antworten
    Zitat

    Ich finde schade, dass unsere Kultur ein weniger inniges Verhältnis zwischen Mutter und Kind aufweist als die Stammeskulturen-

    Ich bezweifle, dass das Verhälnis zwischen Mutter und Kind bei den Stammeskulturen wirklich inniger war.


    Ich glaube, dass es heute bei vielen Familien inniger ist. Leider schlägt das Ganze mitunter auch ins Gegenteil- die Kinder werden von scheinbarer Liebe erdrückt (nicht selten ist das nicht Liebe, sondern Selbstbeweihräucherung)


    Ich glaube, da steckt wohl viel sentimentale Verklärtheit mit rein ("früher war alles besser"). Oft spielte das Verhältnis zwischen Mutter und Kind eher eine geringere Rolle, die Kinder hatten mehrere Erwachsene und Geschwister als Bezugspersonen (insbesondere der Sippe/ des Klans). Die Menschen waren damals auch wesentlich stärker mit der Nahrungsbeschaffung und dem Überlebenskampf als heute beschäftigt- das Leben war ziemlich rauh- auch wenn so manche Tradition/Riten versuchte, das Ganze zu entspannen und die Menschen abzulenken und zu zerstreuen...


    Ich glaube auch nicht, dass Liebe durch besonders großen zeitlichen Aufwand "eingekauft" werden kann- viel entscheidender ist, wie die Qualität des Zusammenseins ist- ist sie von gegenseitigem Respekt, gegenseitiger Anerkennung, Führsorge der Eltern für die Kinder (sich kümmern- nicht nur um Nahrungsbeschaffung, Kleidung und Spielsachen, sondern vielmehr soziale (auch gerade Kuscheleinheiten, Streicheln, Lob), künstlerische, musische, technische Bildung), gebe ich dem Kind genügend Freiräume für die Entwicklung der eigenen Individualität (achte ich das) oder möchte ich meinen Willen, meine Vorstellungen aufoktruieren?


    (Ich glaube, dass war auch in zahlreichen Stammeskulturen ein Problem – das Kind wurde in ein "kulturelles Korsett" geschnürt, die Freiräume wurden oft eingeschränkt- (insbesondere bei späteren, nicht urgesellschaftlichen Stammeskulturen) nein, das hatte wenig mit Liebe, vielmehr mit Überlebenskampf zu tun.


    Ich weise auf zahlreiche üble Mittel der "Züchtigung" der Kinder. Der Anpassungsdruck war gewaltig.


    Helfe ich dem Kind, wenn es wirklich Hilfe braucht oder entziehe ich dem Kind Entwicklungsmöglichkeiten, indem ich ihm jedes Problem, jede Schwierigkeit aus dem Weg räume (im Sinne von falsch verstandener Hilfe)? Wenn ich dem Kind immer "Krücke" bin, dann lernt es nicht alleine laufen, ich raube ihm die Möglichkeit, selbständig zu werden. Ich glaube, auch das Zulassenkönnen von Anstrengung des Kindes, vom Kämpfen des Kindes um eine Sache (und den Kampf eben nicht abzunehmen- nur im Notfall) hat mit Liebe zu tun.


    Mehr Freiheit bedeutet nicht zwangsläufig Verlust von Liebe- vielmehr wird die Liebe weniger geheuchelt, sie ist freier.


    Klar werden da Defizite oft schneller offenbar.

    Ich meinte das Verhältnis zwischen Mutter und Kind in der Säuglingszeit.


    Ich gehe dennoch auf deinen Beitrag ein.

    Zitat

    Ich glaube, dass es heute bei vielen Familien inniger ist. Leider schlägt das Ganze mitunter auch ins Gegenteil- die Kinder werden von scheinbarer Liebe erdrückt (nicht selten ist das nicht Liebe, sondern Selbstbeweihräucherung)

    Sehe ich auch so. Die Kinder werden behandelt als wären es kleine Erwachsene, doch sind und bleiben(zumindest eine Zeit lang :-D ) sie Kinder.

    Zitat

    Ich glaube auch nicht, dass Liebe durch besonders großen zeitlichen Aufwand "eingekauft" werden kann- viel entscheidender ist, wie die Qualität des Zusammenseins ist- ist sie von gegenseitigem Respekt, gegenseitiger Anerkennung, Führsorge der Eltern für die Kinder (sich kümmern- nicht nur um Nahrungsbeschaffung, Kleidung und Spielsachen, sondern vielmehr soziale (auch gerade Kuscheleinheiten, Streicheln, Lob), künstlerische, musische, technische Bildung), gebe ich dem Kind genügend Freiräume für die Entwicklung der eigenen Individualität (achte ich das) oder möchte ich meinen Willen, meine Vorstellungen aufoktruieren?

    Eine anregende Umwelt schaffen :)z

    Zitat

    Wenn ich dem Kind immer "Krücke" bin, dann lernt es nicht alleine laufen, ich raube ihm die Möglichkeit, selbständig zu werden.

    Einer schöner Satz.


    Deine Ausführungen erinnern mich an die Reggio-Pädagogik, die mir sehr zusagt.

    Vielen Dank Sensibelman, wie facettenreich und tief Du das Thema beleuchtet hast. @:) :-D

    Zitat

    Die Menschen waren damals auch wesentlich stärker mit der Nahrungsbeschaffung und dem Überlebenskampf als heute beschäftigt-

    Wir leben in wahrhaft luxurösen Zeiten.

    Zitat

    gegenseitigem Respekt, gegenseitiger Anerkennung, Führsorge der Eltern für die Kinder (sich kümmern- nicht nur um Nahrungsbeschaffung, Kleidung und Spielsachen, sondern vielmehr soziale (auch gerade Kuscheleinheiten, Streicheln, Lob), künstlerische, musische, technische Bildung), gebe ich dem Kind genügend Freiräume für die Entwicklung der eigenen Individualität

    Alles wichtige Punkte, um die Persönlichkeit des Kindes/Heranwachsenden zu stärken.

    Zitat

    indem ich ihm jedes Problem, jede Schwierigkeit aus dem Weg räume

    Ich finde es auch wichtig, Vertrauen in die Fähigkeiten des Kindes zu haben.

    Zitat

    Ich glaube, auch das Zulassenkönnen von Anstrengung des Kindes, vom Kämpfen des Kindes um eine Sache (und den Kampf eben nicht abzunehmen- nur im Notfall) hat mit Liebe zu tun.

    Guter Gedanke und gut formuliert. @:)


    Erziehung ist ein komplexes Thema.

    Zitat

    Ich meinte das Verhältnis zwischen Mutter und Kind in der Säuglingszeit.

    Ich glaube, dass es da auch in den letzten 40 Jahren ein Umdenken gegeben hat ... auch insbesondere was das Stillen z.B. betrifft (auch wenn da immer noch viele Fehler gemacht werden).

    Vielen Dank fürs Mitdiskutieren und Eure Beiträge. Vor allem Sensibelman hat einen so wertvollen, ausführlichen Kommentar gepostet. @:)


    Danke nochmals an alle! Es ist spät, bis morgen! zzz


    1abc: einen guten zweiten Tag an der Uni! @:)