Zitat

    Man will evtl nicht wahr haben, dass man so behandelt wird und versteht vor allem nicht warum?

    Weil die Beweggründe des anderen letzten Endes absolut irrelevant sind.


    Was zählt ist doch, ob man sich selbst gut fühlt, ob das Gegenüber ein Gewinn im eigenen Leben ist. Durststrecken hin und wieder sind normal, dennoch sollte der Partner oder Affärenpartner doch letzten Endes in Summe eine Bereicherung für's eigene Leben sein.


    Wenn man nun feststellt, dass es einem nicht mehr gut geht und dieses Unwohlsein, die innere Unzufriedenheit der (neue) Dauerzustand sind, dann muss man letzten Endes seine Konsequenzen ziehen. Ganz egal welche Motive und Beweggründe der Partner oder Affärenpartner hat.


    Ich selbst hatte vor Jahren mal ein langes Techtelmechtel, knappe 3 Jahre. Tiefe (gefühlte) Verbindung, toller Kerl, aber letzten Endes haben wir es nicht in den Alltag geschafft. Für ihn war der Ist-Zustand total in Ordnung, während ich mal mehr und mal weniger still vor mich hingelitten habe und voller Sehnsucht war.


    Fazit: er hat sich nicht geändert, auch wenn ich so lange gehofft und gesehnt habe. Bis ich irgendwann genug gelitten hatte und endlich für mich selbst eingestanden bin. Ich habe von ihm Klarheit gefordert, die konnte er mir nicht geben. Also habe ich ihn auf den Mond geschossen. Weil, mal ehrlich, man sollte sich selbst dann doch am nächsten sein. Was hat man von Wünschen und Träumen, denen man nur nachhängt und die niemals wahr werden werden? Nix.


    Mit solchen unseligen Techtelmechteln oder Affären kann man sich selbst wunderbar beschäftigen, man kann viel hinein projizieren und hoffen und träumen und sehnen und diese ganzen wahnsinnig intensiven Gefühle auskosten.


    Ganz, ohne sich der Gefahr des echten Lebens oder einer echten Beziehung stellen zu müssen.


    Ich denke, dass man vor allem dann (wiederholt) in solche Geschichten reinrutscht, wenn man selbst (momentan) eigentlich nicht so wirklich beziehungsfähig ist. Eine Affäre ist keine Beziehung, eine Affäre ist wie gelegentliches Naschen. Das ist fein und lecker, gesund satt wird man davon aber nicht.


    Das Schöne daran ist aber: wenn man für sich selbst erkannt hat, dass man möchte, dass es einem selbst gut geht, dann kann man das auch in die Hand nehmen. Menschen, die einem nicht mehr gut tun aus dem eigenen Leben entfernen und nach vorne durchstarten.


    Jammern darüber wie unfair und gemein das Leben und die Männer sind, und dass man das sooooo gerne verstehen würde, kann man machen. Ändert rein gar nichts. Ändern kann man immer nur sich selbst, nie die anderen.

    Zitat

    "mittlerweile tut mir auch seine frau verdammt leid. die weiss nicht mit welchen menschen sie da ihr leben verbringt - erschreckend!"

    Man weiß ja nicht, wie sie ist. Klar kann sie eine klasse Frau sein, die übel verarscht wird. Vielleicht haben die beiden sich aber auch verdient. Vielleicht weiß sie auch alles, hat aber ihre Gründe, es hinzunehmen. Kann man nicht beurteilen. Wenn man sicherheitshalber nicht Instrument zum Betrug sein will, weil man selbst es unmoralisch findet, muss man es sofort beenden. Wenn nicht, ist's auch gut, aber dann nutzt es auch nichts, über die (eventuell) arme Frau nachzudenken.

    Zitat

    "Man will evtl nicht wahr haben, dass man so behandelt wird und versteht vor allem nicht warum?"

    Wieso sollte man das nicht wahrhaben wollen? Es ist ja nicht die eigene Schuld, dass man so behandelt wird. Nur dass man es sich gefallen lässt.


    Ich denke, ein Stück weit hilft das "Warum?" durchaus weiter, wenn man Dinge absolut nicht verstehen kann, weil man selbst absolut anders tickt und sich nie so verhalten würde. Allerdings denke ich, diese Fragen sollte man relativ schnell und grob 'abarbeiten', sonst verliert man sich darin. Und neigt dann wieder dazu, es zu verklären und etwas Positives drin sehen zu wollen (nach dem Motto: "Er ist nicht so, weil er unehrlich ist und keine Entscheidung treffen kann, er ist so, weil er nicht ohne mich kann x:) ")


    Im Grunde hat blackheartedqueen recht:

    Zitat

    Weil die Beweggründe des anderen letzten Endes absolut irrelevant sind.

    Wo bleibt der gesunde Egoismus?

    Zitat

    Wieso sollte man das nicht wahrhaben wollen? Es ist ja nicht die eigene Schuld, dass man so behandelt wird.

    Naja. Sehen einige vielleicht etwas anders.


    Wer will schon gerne verarscht werden? Viele suchen die Schuld bei sich selbst. Was hat man falsch gemacht, wieso ich, wieso bin ich nicht liebenswert, was stimmt mit mir nicht weil er mich nicht wirklich will/liebt.... Und deswegen kämpft man u.a. auch. Weil man sich das nicht eingestehen möchte.

    Morticia1984 hat geantwortet


    04.10.16 06:20

    Zitat

    Oder


    Wenn ich es Wert wäre / wenn ich toll wäre, würde er gar nicht überlegen und käme zu mir. :-)

    Gerade die erste Aussage, ist das was ich Dir versucht habe zu vermitteln.


    Nacht welchem "Wert" bemisst sich das?


    Du bist toll! Du bist so wie Du bist richtig! Wichtiger ist sind andere Fragen; "fühle ich mich wohl in meiner Haut, stehe ich zu mir, mag ich mich als Persönlichkeit, die Dinge welche mich ausmachen?" Kann ich mit den Macken und Eigenheiten leben, die ebenso zu mir gehören?


    Nicht andere machten den WERT aus, der Dich zum Menschen unter Menschen macht, sondern DAS was Du an Dir liebst. So lange Du Dir selbst zu wenig zutraust, und das was Dich glücklich und zufrieden macht in Deinem Leben von anderen oder einem anderen Menschen/Mann abhängig machst, sollte in Dir ein lautes ERROR erklingen.


    DAS ist der Systemfehler in Dir und ebenso im Leben der TE.


    Hier zum sinnbildlich machen Deiner/eurer Situation. Fühlst Du Dich zu dick oder zu dünn. Hast Du es selbst in der Hand es zu verändern, sofern für beides keine Krankheit bzw. Funktionsstörung in Deinem Körper verantwortlich ist. Bist Du dunkelhaarig und möchtest Du blond sein, Du kannst es von selbst verändern.


    Was Du nicht in der Hand hast ist, wie sehr sich Gefühle, Worte und Aufmerksamkeit/Handlungen anderer Menschen auf Dich als Person foccussieren. Es ist nicht Dein Einflussbereich, weil es etwas ist, was willkürlich oder unwillkürlich den Willen einer anderen Person bestimmt.


    Worauf Du jedoch Einfluss hast, was es mit Dir selbst macht, wenn Du glaubst nicht gerechtfertigte Ablehnung zu erfahren. Wäre das Ganze ein Dauerprozess vieler/aller Menschen in Deinem Alltag, wäre es natürlich dramatisch und wird größe Selbstzweifel auslösen. Wir sind soziale Wesen und darauf angewiesen zu interagieren.


    In Deinem speziellen Fall ist es von Mrd. Menschen nur EINER, der Dir nicht mit ganzer Konsequenz zeigen kann oder will, welche Priorität Du in seinem Leben einnimmst. Es hat mit einem Wert Deiner Person rein gar nichts zu tun, sondern mit der inneren Einstellung dieses einen speziellen Mannes.


    Beeinflussen kannst Du bei ihm gar nichts, was er nicht freiwillig in Deine Hände legt. Das was zu Dir gehört als Person, Dich innen wie außen liebenswert, unverwechselbar für andere und in deren Priorität steigen lässt ist in Dir angelegt und kann gelebt werden von Dir. Was ein anderer Mensch für sich annehmen will, kannst Du nicht beeinflussen, es hat mit Deinem WERT als Frau und Mensch rein gar nichts zu tun. Diesen Selbstwert gibst Du Dir selbst, er liegt in Deiner Verantwortung!


    Sei gut zu Dir, pflege das Liebenswerte in Dir und hab das Vertrauen, dass es genügend Männer auf dieser Welt gibt, die neugierig genug darauf sind Dich innen wie außen als Wesen kennenzulernen. Nur, weil ein einziger es nicht tut, ist das was Dich zu einer liebenswerten Frau macht nicht erloschen. ;-)


    Bleib positiv und gib Dir selbst das Schöne in Deinem Leben und dann such Dir jemanden der bereit ist es ohne WENN und ABER mit Dir zu teilen. Und werde glücklich dabei! :)z ;-)

    @ Lavazza

    Wie gehts Dir, bist Du Deiner Entscheidung, bzw. der Umsetzung schon etwas weiter gekommen?


    Du schriebst:

    Zitat

    und eins kann ich zu 100% sagen - an eine gemeinsame zukunft glaub ich schon lange nicht mehr. ich hab ihm auch schon gesagt, ich will ihn nicht als partner, denn er würde auch mich betrügen und ausserdem mag ich niemanden als partner der nicht zu seinem wort steht und andere absichtlich verletzt.

    Lies das nochmal.. :)z Tue mir etwas schwer damit, sich nicht trennen zu können wenn man gleichzeitig sowas denkt. Emotionale Abhängigkeit? Aber für was? Selbst wenn er sich trennen würde, dann stünde doch immer noch o.g. im Raum. Was willst Du denn eigenntlich und ganz konkret? @:)

    Zitat
    Zitat

    Wieso sollte man das nicht wahrhaben wollen? Es ist ja nicht die eigene Schuld, dass man so behandelt wird.

    Naja. Sehen einige vielleicht etwas anders.


    Wer will schon gerne verarscht werden? Viele suchen die Schuld bei sich selbst. Was hat man falsch gemacht, wieso ich, wieso bin ich nicht liebenswert, was stimmt mit mir nicht weil er mich nicht wirklich will/liebt.... Und deswegen kämpft man u.a. auch. Weil man sich das nicht eingestehen möchte.

    Ich glaube genau das ist der Punkt.


    Lavazza hat in ihrem 1. Thread doch geschrieben, dass sie für diesen Mann ihren Job aufgegeben hat (!!), und ihre sozialen Kontakte (was bei "normalen" Geliebten üblich ist - dass sie immer parat stehen für den Fall dass der Lover mal ein Stündchen Zeit hat) usw. Das war naiv und falsch (hat sie selber eingesehen also "darf" man das hier schreiben), also hat sie durchaus "Schuld" daran dass sie in diese Situation geraten ist.


    Und dann kommt anscheinend dieser Gedanke "Jetzt hab ich schon so viel investiert ...." auf. So nach dem Motto: Wenn ich jetzt das Handtuch schmeiße, sind die Investitionen ins Leere gegangen. Und dann "gewinnt" (ihn) auch noch die Ehefrau, die so doof ist dass sie entweder nichts merkt oder es (dann eben erfolgreich) aussitzt.


    Das sind die falschen Kategorien, in denen sollte man nicht denken, tut man in so einer Situation - wenn man nicht "geübte Geliebte" ist - aber offensichtlich. Es ist anscheinend total schwierig, umzuschwenken zu dem was eigentlich vernünftig wäre, nämlich einfach eine Bilanz aufzustellen und sich zu fragen: "Tut mir diese Beziehung überwiegend gut oder quält sie mich überwiegend?" Hier ist inzwischen Letzteres der Fall, und Lavazza könnte die Beziehung formal ganz leicht beenden - sie hat keine Kinder, keine Firma, kein Eigentum und auch sonst nichts mit dem Mann gemeinsam, sie muss sich auch nicht scheiden lassen. Sie könnte formal ganz einfach gehen.


    Wahrscheinlich braucht sie diesen Aufbau von Hass jetzt, um von ihm loszukommen. Da hat es auch keinen Sinn, ihr Zeitvorgaben zu machen. Das Fass wird schon überlaufen, und wenn es übergelaufen ist, wird sie den Kontakt abbrechen. Solange es aus ihrer ganz individuellen SIcht noch nicht übergelaufen ist, wird sie weiter das tun, was aus außenstehender Sicht vollkommen unverständlich ist.

    Zitat

    Was willst Du denn eigenntlich und ganz konkret?

    Ich schätze mal, der Idealfall - wie bei fast allen, die ich in dieser Situation kenne - sähe so aus:


    Er trennt sich, weil er ohne sie nicht mehr kann. Und sie sagt dann Nein Danke und will ihn wirklich nicht mehr. Und findet kurze Zeit später außerdem jemanden, mit dem sie glücklich ist.


    Aber ist jetzt nur so eine Vermutung. :-D

    Zitat

    Ich schätze mal, der Idealfall - wie bei fast allen, die ich in dieser Situation kenne - sähe so aus:


    Er trennt sich, weil er ohne sie nicht mehr kann. Und sie sagt dann Nein Danke

    Für mich hat Missgunst und Schadenfreude, Nachtreten und dgl nichts mit einem "Idealfall" zu tun.

    Zitat

    Naja. Sehen einige vielleicht etwas anders.


    Wer will schon gerne verarscht werden? Viele suchen die Schuld bei sich selbst. Was hat man falsch gemacht, wieso ich, wieso bin ich nicht liebenswert, was stimmt mit mir nicht weil er mich nicht wirklich will/liebt.... Und deswegen kämpft man u.a. auch. Weil man sich das nicht eingestehen möchte.

    Ja das stimmt schon, ziemlich sicher sehen das viele so. Aber genau das ist doch im Grunde falsch. Selbstkritik ist ja schön und gut, aber wenn man bei sich eine SCHULD sucht, dafür, dass jemand einen nicht aufrichtig liebt und zu einem steht, dann ist das doch verquer.. Nur weil dieser eine Typ nicht will, ist man nicht nicht liebenswert. Deshalb ist nichts an einem falsch. Es passen nunmal nicht alle Menschen zusammen.


    Das würde im Umkehrschluss heißen, dass man nur liebenswert und 'richtig' ist, wenn man theoretisch jeden Mann haben könnte. Ist ja illusorisch, leider ;-D ;-)


    So eine Schuld kann man suchen, wenn einen absolut jeder Mensch einfach nur total verabscheut. Aber nur weil diese Typ einen nicht mit Haut und Haaren will? Wer ist er denn, das man von seiner Zuneigung seinen Wert abhängig macht?

    Zitat

    Ich schätze mal, der Idealfall - wie bei fast allen, die ich in dieser Situation kenne - sähe so aus:


    Er trennt sich, weil er ohne sie nicht mehr kann. Und sie sagt dann Nein Danke und will ihn wirklich nicht mehr. Und findet kurze Zeit später außerdem jemanden, mit dem sie glücklich ist.

    Ideal wäre eher, dass er ihr so egal wird, dass es sie auch nicht mehr juckt, was er sich dann dazu denkt. So egal, dass selbst ein "Ha, jetzt hab ich es mal dir gezeigt" nicht mehr reizvoll erscheint.


    Aber wenn es so ist: Warum nicht gleich? Genüsslich in den Arsch treten kann sie ihn doch längst. Es würde ihn sicher treffen egomäßig. Also wenn man diese Genugtuung will, kann man die auch schon jetzt haben.


    Aber ich bin überzeugt, dass sie einen nur sehr kurzfristig beflügelt und nicht wirklich zufriedenstellt.


    Persönlich würde ich solche Typen auch nicht zu sehr provozieren, scheint ja sehr schnell am Ego treffbar zu sein. Also ins offene Messer rennen lassen und dann abschießen, wenn er sich von seiner Frau trennt. Will sowas nicht prophezeien, aber am Ende hat man nen freidrehenden Spinner an der Backe, der das nicht akzeptiereren und einen in Ruhe lassen kann. Das ist dann nicht schmeichelhaft, sondern belästigend.

    Zitat

    Für mich hat Missgunst und Schadenfreude, Nachtreten und dgl nichts mit einem "Idealfall" zu tun.

    In der Situation sieht man das etwas anders. Ich denke es gibt so ziemlich niemanden, der sich innerlich nicht ein wenig freuen würde, wenn demjenigen etwas Blödes passiert. Muss ja nicht einmal etwas Gravierendes sein.

    Zitat

    Das würde im Umkehrschluss heißen, dass man nur liebenswert und 'richtig' ist, wenn man theoretisch jeden Mann haben könnte.

    Ja? Genau!

    Zitat

    Aber wenn es so ist: Warum nicht gleich? Genüsslich in den Arsch treten kann sie ihn doch längst. Es würde ihn sicher treffen egomäßig. Also wenn man diese Genugtuung will, kann man die auch schon jetzt haben.

    Richtig. Kann amüsant sein. ;-D

    Zitat

    Ich denke es gibt so ziemlich niemanden, der sich innerlich nicht ein wenig freuen würde, wenn demjenigen etwas Blödes passiert.

    das wollen wohl nur rachsüchtige kleingeister, die ihren anteil immer noch nicht kapiert haben!