Ich bin trotzdem noch der Meinung, dass man "selbst Schuld ist", wenn man eine Affäre eingeht und dann eben - wie so oft - den Kürzeren zieht. Ich weiss, dass man gaaaanz ganz schnell emotional abrutschen und dann nicht mehr klar sehen kann, aber trotzdem - was man mit sich machen lässt entscheidet man ja selbst. Und wenn man(n) / Frau nun meint, sich monate- oder gar jahrelang bequatschen und hinhalten zu lassen (EGAL wie glaubwürdig), dann ist das eine bewusste Entscheidung und selbst verantwortet. Ich kann m.M.n. doch nicht den Mann dafür verantwortlich machen, wenn ich seine Spielchen mitmache :|N


    Rachegedanken in diesem Kontext kenne ich nicht, wohl aber das "Bedürfnis", der eigentlichen Partnerin Bescheid zu geben was ihr Mann da grad für ne Schweinerei abzieht während sie hochschwanger daheim sitzt.... ??in meinem Fall kam zum Glück alles anders und raus, bevor mehr passierte. Ich wusste nichts von ihr.??.

    @ LAVAZZA

    Leider meldest Du Dich nicht mehr. Wär schön, wenn Du nochmal reinschaust. Hätte gern eine Antwort auf meine Frage auf der vorigen Seite. Ausserdem hoffe ich, dass Du nun schon emotional weiter bist :)*

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    Für mich hat Missgunst und Schadenfreude, Nachtreten und dgl nichts mit einem "Idealfall" zu tun.

    Ich glaube für die wenigsten Menschen, die auch nur ein bisschen in sich selbst ruhen. Sich selbst aufzuwerten indem man jemand anderen abwertet, das ist kein sonderlich feiner Charakterzug. Vor allem gehe ich davon aus, dass man selbst nicht lange was davon hat. Dann kommt ein schaler und bitterer Nachgeschmack. Und irgendwann kommen auch die eigentlichen Probleme, die in einem selbst liegen, wieder hoch.

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    Es ist menschlich und normal. Manche stehen dazu, manche anscheinend nicht.

    Manche Menschen haben auch schlicht andere und psychisch gesündere Problemlösungsstragien.


    Gerade du, Morticia1984, hast doch hier im Forum mehrfach die Meinung vertreten, dass Männer generell sehr oft Lügner und zudem, so in der Tendenz, schlechtere Menschen als Frauen wären. Richtig?


    Warum willst du, die sich sehenden Auges in diese Situation hinein manövriert hat und sich standhaft weigert einfach auszusteigen, deine Affäre am Boden sehen? Glaubst du wirklich, dass es dir dadurch besser gehen würde? Du hörst auf dich in deinem selbstverschuldeten Elend zu suhlen, bist plötzlich beziehungsfähig und dann kommt der Traumprinz auf seinem Ross mit wehender silbriger Mähne angallopiert und ihr lebt glücklich und zufrieden bis ans Ende aller Tage?


    Ich denke, zuerst einmal muss man sich selbst erkennen und akzeptieren. So, wie man ist. Man muss seine eigenen Bedürfnisse kennen, man muss seine Wünsche sortieren, seine Stärken kennen und gleichzeitig die eigenen Schwächen als Teil von einem selbst annehmen.


    Dann kann man auch erkennen, wer als Partner wirklich zu einem passt. Und wer eben als Partner nicht oder nicht mehr zu einem passt. Daraus kann man die logischen Konsequenzen ziehen, auch wenn Trennungen trotzdem weh tun.


    Als mein Ex und ich endgültig erkannt haben, dass eine Beziehung zwischen uns nicht (mehr) funktioniert, waren wir beide ziemlich am Boden. Wir haben viel geredet, zusammen geheult und zu viel geraucht. Es hat sich für uns beide angefühlt wie das Ende der Welt, aber die Entscheidung war gut und richtig. Wir verstehen und nach wie vor auf einer freundschaftlichen Ebene, ich wünsche ihm nichts schlechtes. Im Gegenteil.


    Und trotzdem der Weg zur Trennung und die Trennung hart waren, war es richtig so. Weil man frei ist wieder nach vorne blicken zu können. Und ja, auch um den Traumprinzen zu finden. So lange man von einem unpassenden Partner emotional besetzt ist, wird das nämlich sicher nichts.


    Und genau deshalb gehe ich davon aus, dass das Verharren in unguten und destruktiven Beziehungsmustern, zumindest wenn es ein Dauerzustand ist, durchaus vergleichbar mit Selbstsabotage und selbstverletzendem Verhalten ist.

    @ Lavazza

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    "und eins kann ich zu 100% sagen - an eine gemeinsame zukunft glaub ich schon lange nicht mehr. ich hab ihm auch schon gesagt, ich will ihn nicht als partner, denn er würde auch mich betrügen und ausserdem mag ich niemanden als partner der nicht zu seinem wort steht und andere absichtlich verletzt."

    Wie gesagt - lies Deine Worte nochmal und überleg Dir, warum Du nur auf Distanz gehst und das nicht so oder so beendest. Es hat ja eh keine Chance, selbst wenn er sich trennen würde von seiner Frau.


    Und nochmal:


    Was willst Du denn eigenntlich und ganz konkret? @:)

    Hier noch ein Beitrag eines "Leidensgenossen":


    Meine 1,5-jährige Affäre mit einer gebundenen Frau habe ich so beendet: In einem einsamen Moment, in dem Sie mir gerade auf die Nerven ging, habe ich alles, wirklich alles von ihr (Briefe, Geschenke, Erinnerungsstücke usw.) in einem grossen Feuer verbrannt; das hat so gut getan, ich habe es nie bereut. Ist zwar ein bisschen esoterische Denkweise (Feuer reinigt, schafft Platz für neues) aber es hat erstaunlicherweise wunderbar gewirkt. Kurz darauf trat eine richtige Beziehung in mein Leben und wenn ich die Frau heute sehe, hege ich keinerlei Groll oder ähnliches und verspüre auch keinerlei Anziehungskraft mehr.

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    Es ist menschlich und normal. Manche stehen dazu, manche anscheinend nicht. ;-)

    Es jhat niemand bestritten, dass es menschlich und normal ist. Aber was bringt das? "Menschlich und normal" macht in diesem Fall offenbar verdammt unglücklich und rachsüchtig. Menschlich und normal, wie auch fast alle hier festgestellt haben, aber trotzdem absolut nicht erstrebenswert.


    Deinen letzten Satz finde ich ziemlich unfair. Nur weil jemand es anders handhabt, heißt es nicht, dass er das nicht kennt und auch nicht, dass er einfach nur zu irgendwas nicht steht. Das ist doch sehr kurz gedacht. Wozu diese Rechtfertigung, eigentlich würden alle so denken wie man selbst, wenn sie es anders sehen, stehen sie bloß nicht dazu!?

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    "Das würde im Umkehrschluss heißen, dass man nur liebenswert und 'richtig' ist, wenn man theoretisch jeden Mann haben könnte."

    Ja? Genau!

    Nein ;-D

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    tut mir leid bin momentan etwas im stress ....


    ich versuch immer noch auf distanz zu sein, mal fällt es leichter, mal schwerer.....

    Das klingt fast ein bisschen wie 'kontrolliertes Trinken' bei Alkoholabhängigen.


    Solange du dir immer wieder deine Dosis von dem Typen holst, fällt es dir auch immer wieder schwerer, auf Distanz zu gehen. Ich wette nach bspw. 4 Wochen Funkstille wäre es nicht so hart, da du nicht immer wieder angefixt und dadurch in deine alten Muster (Idealisierung, Abhängigkeit, Unsicherheit) zurückgezogen würdest.

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    Ich bin trotzdem noch der Meinung, dass man "selbst Schuld ist", wenn man eine Affäre eingeht und dann eben - wie so oft - den Kürzeren zieht.

    Habe ich nicht so gesehen. Warum sollte es immer oder oft schlecht enden? Ich war naiv genug, um an so etwas überhaupt nicht zu denken. Weil ich eben dachte, dass kein Mensch ohne Grund fremdgeht, ohne Grund lügt, mir was vormacht und vor allem, dass es sich so echt anfühlt und dennoch nur gespielt ist. Weil ich von mir selbst ausgegangen bin und das zu sehr auf das Gegenüber projiziert habe. Ich persönlich würde wohl bis zu einem gewissen Punkt evtl. ähnlich handeln, mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass ich für eine Beziehung oder etwas Beziehungsähnliches nicht 2 Männer gleichzeitig haben wollen würde/könnte, sondern meine alte Beziehung beenden würde. Wenn ich monate- oder jahrelang jemanden hintergehe und/oder sogar Gefühle für jemand anderen in dieser Zeit aufgebaut habe, dann ist für mich das Ende der alten Beziehung glasklar. Leider scheinen andere völlig anders zu denken bzw. zu handeln und hier liegt das große "ERROR" in meinem Verständnis. Mit dem ich einfach nicht klar komme. Weil ich es nicht verstehe.

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    EGAL wie glaubwürdig

    Bist du dir da sicher?


    Alle, die gerade eine sehr glückliche Beziehung führen: alles läuft super, die Chemie ist idealst, der Sex noch besser, der Spaß sowie tiefgründige Gespräche kommen keinen Tag zu kurz und ihr könntet die ganze Welt umarmen. Er ist DER Partner für euch -> dann erfahrt ihr, er hat euch in einer sehr wichtigen Sache belogen oder er betrügt euch seit langer Zeit. Würdet ihr soo klar und vernünftig denken können? Egal wie traumhaft alle Erinnerungen mit ihm waren und egal wie glaubwürdig er war?


    Ich glaube nicht, dass es so einfach ist. Es ist nicht so, als könnte man sagen "Aha er lügt mich an. Oki Doki, weg damit." Schön wäre es. Man hat ja allerhand mit ihm erlebt bzw. es sind extreme Gefühle entfacht. Natürlich kann man eine "kurze" Affäre evtl. nicht mit einer jahrelangen Beziehung vergleichen, dennoch tut die Intensität, die wunderschönen Erinnerungen etc. einiges zur Sache. Sodass die Vernunft sich nicht so einfach ein- oder ausschalten lässt wie ein Fernseher.

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    Ich kann m.M.n. doch nicht den Mann dafür verantwortlich machen, wenn ich seine Spielchen mitmache

    Natürlich. Aber siehe soeben geschriebenen Absatz. So einfach ist das nicht. Das abzuhaken. Wie wenn es um nichts gegangen wäre und man nix erlebt hat. Dann wäre es ja wirklich fragwürdig, warum man das so lange mitmacht. Und besser wird es auch durch seine Beteuerungen dann nicht! Es hat sich alles so wunderschön angefühlt und man kann nicht fassen, dass das alles nur Illusion war. Dann kommt er daher und meint: "Das war alles wunderschön mit dir und 100 % KEINE ILLUSION, das schwöre ich dir." Genau das was man sich ja wünscht. Und dann hergehen und sagen: "Nö, glaub ich dir nicht. Egal ob mein Herz dir recht gibt weil ich es fühle, dass das zwischen uns keine Illusion ist." -> Es ist leider nicht so einfach... Verstehe Lavazza da also sehr.


    Würdet ihr euren Partner so sehen, dass er Spielchen mit euch getrieben hat? Nach allem was ihr erlebt habt? Könnte man. In der Wut macht man das eventuell auch. Aber man kann es einfach nicht glauben.

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    Glaubst du wirklich, dass es dir dadurch besser gehen würde?

    Was ihn und die Genugtuung angeht auf jeden Fall.

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    Wir verstehen und nach wie vor auf einer freundschaftlichen Ebene, ich wünsche ihm nichts schlechtes. Im Gegenteil.

    Hier ist aber der Unterschied, dass ihr offen und vernünftig über alles gesprochen habt. Dass keiner den anderen angelogen hat und mit deinem dicken fetten Fragezeichen zurückgelassen hat! Für mich wäre das ein gewaltiger Unterschied. Wenn ich eine triftige Erklärung für alle meine Fragen bekommen würde, wäre ich garantiert auch freundlicher gestimmt. ;-)


    Warum lügt man (und verletzt somit) zB ewig weiter? Immer noch diese Frage, die Lavazza und ich nicht verstehen .. Frieden würde ICH finden, wenn er offen und ehrlich sagt, dass er ein Aloch war, dass er egoistisch war, dass es ihm unendlich leid tut, und so weiter und so fort.... EHRLICHKEIT. Aber Lüge geht für mich gar nicht.