Ja, völlig verständlich und sicher auch klug. Aber wir sind verschieden, bei aller grundsätzlichen Ähnlichkeit, schon aufgrund unseres jeweiligen Vorlebens. Der eine reagiert so und der andere genau gegenteilig davon. Jedenfalls ordnen wir dem Wunsch nach Kontrolle alles unter.


    Der "schlimme Mann" brauchte offenbar zur Kontrolle das Gefühl, zu lieben und geliebt zu werden, außerhalb seiner Ehe. Unverzeihlich? Wirklich?

    Nein, nicht unverzeihlich wenn ich es verstehe(n würde).


    Für mich ist das alles sehr widersprüchlich. Einerseits geht's nur um Sex, andererseits Liebe und geliebt werden?!! Passt für mich leider gar nicht zusammen.

    Allgemein gesporchen: Die Kontrolle ist eine Illusion die in dem Moment in dem das ganze auffliegt für den Lügner als solche erkennbar wird und auf ihn "zurückfällt". Nun gibt es Menschen, die über diese Perioden, in denen sie nicht auffliegen, ihr Leben gestalten. Das bedeutet: sie sind so zufrieden mit den Perioden in denen sie noch nicht aufgeflogen sind, dass sie die negativen Perioden in denen sie auffliegen in Kauf nehmen.


    Wenn Du Deine eigene Gefühlskontrolle (Gefühlseinbringung) aufgibst ist das etwas anderes als wenn Du durch belügen von anderen versuchst Situationskontrolle zu behalten. Das erste passiert innerlich und kann eben auch sehr umfassend positiv sein, besonders in dem Moment in dem es statt findet ;-). Die Konsequenzen daraus trägst in erster Linie Du selbst.


    Das zweite ist eine Manipulation der Umwelt, die eben wenn sie auffliegt unkontrollierbare Konsequenzen durch Dritte nach sich zieht und zwangsläufig eben auch deren Wertung, die nicht der eigenen entsprechen muss. Die Konsequenzen daraus trägt eben auch Deine Umwelt.

    Ich persönlich beispielsweise, würde mich emotional nur öffnen, wenn es die Möglichkeit des Zusammenkommens gäbe. Wenn es diese Möglichkeit definitiv aus egal welchen Gründen nicht gibt, tue ich alles dafür, bloß keine Gefühle zu entwickeln oder zu entfachen.


    Bei manchen scheint das eine das andere nicht auszuschließen. Dies wiederum kann ich eben nicht nachvollziehen.

    ja, genau das ist eben dein Sicherheitsnetz!


    Verstehen müsstest du nur, dass andere ein anderes haben, eines das praktisch gegenteilig von deinem funktioniert. Das muss man nicht gut finden, aber es ist halt so. Fakt. Was nützt es, Fakten anderer zu verurteilen?


    Um es ganz krass herauszuarbeiten: Selbst ein Amoktäter wie der Unglückspilot der German Wings hat aus seinem eigenen Horizont heraus gehandelt. Das war verrückt, aber seine Realität. Verstehen heißt nicht mal, die Handlung nachvollziehen zu können, nur einzuräumen, dass es neben der eigenen noch andere Erlebens-Welten gibt.

    Hm... OK.


    Dann wird es aber verdammt schwer, jemals "echt" von "unecht" unterscheiden zu können, denn das was ich erlebt und gefühlt habe, hat sich verdammt echt angefühlt! Siehe auch Schilderungen von Lavazza. So ein Affentheater von einem Mann und alles nur gespielt? Der nächste macht nicht halb so ein Liebesspektakel und

    Zitat

    das

    soll man dann als echt erfühlen... ?


    Wird noch ein spannendes Leben. ;-D

    Morticia1984 hat geantwortet


    02.10.16 13:51

    Zitat

    Nein, nicht unverzeihlich wenn ich es verstehe(n würde).

    Ich verstehe ein Stück weit Deinen Grundgedanken hinter Deinem Problem. Was Du für Dich ausblendest, dass die Gefühlsebene sehr unterschiedliche Bereiche haben kann.


    Ich z.B. halte es nicht für komplett ausgeschlossen, dass Dein Affären-Mann in Dich innig verliebt ist. Die gemeinsame Zeit und euren Sex genießt. Wer sagt denn, dass wiederholter Sex, zumal wie Du schreibst über 12 Monate lang komplett gefühllos für ihn stattfindet?


    Du machst seine "Geschwätz" einzig daran fest, dass er seine feste Partnerin nicht verlässt und sich offen zu Dir bekennt.


    Das jedoch war das Risiko, dass Du von Anfang an ganz bewusst eingegangen bist.


    Gefühle waren im Grunde von Anfang an zwischen euch da.


    Siehe anderer Faden:

    Zitat

    Er und ich haben uns "gefunden", es passt alles ziemlich gut, etc. Wir mögen uns sehr, - -

    Zu diesem Zeitpunkt wäre von Deiner Seite aus (vielleicht) noch die Möglichkeit gewesen das Ruder rum zu reißen. Ihm eine Frist zu setzen und nach Ablauf dieser zu sagen, sorry ich will das SO nicht mehr. Du kennst meine Wünsche und Vorstellungen, aber teilst sie nicht mit mir. Deshalb breche ich den Versuch eines Beziehungsaufbau's mit Dir ab.

    Zitat

    Für mich ist das alles sehr widersprüchlich.

    Das ist es zum Großteil auch deswegen, weil Du Dich selbst widersprüchlich verhälst. Du weißt, dass der Kontakt und die körperliche Nähe zu ihm Dir Probleme machen.


    Deine ursprüngliche Absicht und dazu passende Aussage:

    Zitat

    Ich sage es immer wieder, es ist fast genauso wie beim Jobwechsel. Solang kein neuer da ist, wird der alte behalten. ...


    Man geht im Berufsleben auch nur selten auf Risiko! Ist in Beziehungen leider auch oft so. Traurig aber wahr!

    Du selbst schreibst von Dir, dass Du den "Warmwechsel" von (D)einem Partner frisch zum anderen nicht vollziehen kannst in der "Plötzlichkeit".

    Zitat

    Ich selber würde das niemals tun, hat absolut nichts mit Fairness, Wahrheit und sauberem Schlussstrich zu tun. Von einem ist nächste. Könnte ich nicht und ich wüsste außerdem, dass es nicht korrekt und keine gute Voraussetzung für etwas Neues wäre. Die meisten/viele wollen davon nichts wissen.

    Von Deinem Affären-Mann erwartest Du aber genau DAS, was Du selbst nicht kannst.


    Es kann sein, dass dieser Mann Liebe mit starken Verliebtheitsgefühlen zu Dir verwechselt. Das muss nicht wie Du es empfindest eine glatte Lüge sein.


    Das empfindest Du nur aus Deiner Perspektive so, weil ihr zwei nach wie vor Sex habt. Er über seine Gefühle zu Dir redet, aber sich nicht konsequent für Dich trennt.

    Zitat

    Die Angst vor Risiko oder Alleine sein ist tausendmal größer als alles andere.


    Erstmal suchen, dann "kündigen" ":/ :(v

    Wann wäre aus Deiner Sicht der richtige Zeitpunkt für seine Trennung von der festen Freundin gewesen?


    Du hast anfangs energisch dagegen diskutiert, dass er sich für Dich sofort trennt, weil Dir das Risiko zu hoch war, dass aus euch kein Paar wird und er seine langjährige Beziehung dafür gecancelt hat.


    Es muss keine emotionale Abhängigkeit auf seiner Seite sein, sondern einfach das gewachsene Gefühl der Verbundenheit durch die lange verbrachten Jahre mit seiner festen Partnerin. Darüber hinaus kann ein Mensch dennoch tiefe Gefühle für einen anderen Menschen empfinden, mit dem er tollen Sex und auch andere harmonische Zeit teilt.


    Was hat Dich bisher abgehalten Dich von selbst zu trennen?

    Zitat

    Ich habe mittlerweile ein paar verschiedene Phasen durchgemacht, sehe mich aber nicht komplett als Opfer, weil ich das natürlich nicht bin. Stimmt, ich hatte anfangs Verständnis für ihn und die ganze schwierige Situation, das habe ich auch jetzt noch.

    Das wäre völlig unnötig von Deiner Seite aus, wenn Du konsequent handeln willst.

    Zitat

    Wir haben über alles gesprochen. Ich drohe ihm nicht mit Druck oder dergleichen, im Gegenteil. Ich verstehe, wenn er es nicht schafft, sein Leben auf den Kopf zu stellen - setze mir aber selber eine Grenze.

    In der Theorie war Dein Denken zielsicher. In der Praxis hat es bis heute versagt.


    Darüber kannst Du sauer sein, verzweifelt und auf ihn soviel Missmut los treten wie es nur geht. Aber für DEIN Nichthandeln, trägt er keine Verantwortung und auch nicht dafür, dass Du lange Zeit sein Verhalten Dir gegenüber mit totalem Verständnis für seine Situation mitgetragen hast.


    DAS war und ist das Fundament eurer Affäre bis heute.

    Zitat

    Ich bin ihm weder böse noch sonst etwas, wenn er sich nicht überwinden kann, wenn sie ihm noch viel bedeutet,

    Du liest vielleicht selbst, dass Du für eure IST-Situation lange Zeit selbst den Katalysator geliefert hast.

    Zitat

    Trotz dieser klaren Worte kam von ihm immer noch sehr Vielversprechendes für mich. ....Was nicht heißt, dass ich meine Grenze nicht einhalten werde. Er hatte trotz der immer noch hoffnungserweckenden Worte Zeit genug. Bin gespannt was rauskommt. Die Grenze ist noch nicht überschritten (aber bald), ich sagte lediglich, dass ich keine Hoffnungen mehr auf "Sieg" habe.

    Auch hier der Wille konsequent sein, aber Dein Handeln ist zu Deinen Worten ebenso widersprüchlich wie seins.

    Zitat

    "Wie oft hab ich schon von Freundinnen der Frauen gehört "hilf ihr, ohne dich kommt sie da nicht weg"

    Zitat

    schmunzel Mehr als dreist. Ist nicht deine Aufgabe, sie aus ihrem eigenen Mist herauszuholen ;-) Du kannst gerne eine Unterstützung sein, wenn sie diesen Schritt dann (selbst) gewagt hat, mehr ist aber natürlich nicht deine Aufgabe. Frechheit so eine Behauptung. :-D

    Warum gilt das alles nicht für Dich selbst Mortica, wenn Dein Verstand das alles so klar benennen kann?

    Zitat

    Na dass ich für mich selbst eine Grenze gesetzt habe, wie lange ich warten will. Ein wenig Bedenkzeit hat er noch. Ist ja nicht so, dass ich ihm gar keine Zeit geben will.

    Zitat

    Mal schauen, ob noch etwas kommt von ihm, ich blocke derzeit ab und will nichts mehr hören. Für mich hat es keinen Sinn mehr, wenn er sich nicht auf der Stelle trennt.

    Sex habt ihr nach eigenen Worten bis heute, nur das Du dafür keine Liebesschwüre mehr brauchst.


    Es passt insgesamt so wenig zu genau dem hier:

    Zitat

    Ich persönlich beispielsweise, würde mich emotional nur öffnen, wenn es die Möglichkeit des Zusammenkommens gäbe. Wenn es diese Möglichkeit definitiv aus egal welchen Gründen nicht gibt, tue ich alles dafür, bloß keine Gefühle zu entwickeln oder zu entfachen.

    An dieser Stelle machst Du Dir offenbar noch immer etwas vor.


    Du hast die Freiheit zu gehen, aber Du tust es nicht. Deine Wut konzentriert sich auf Deinen Affären-Mann, obwohl Du all dem selbst Vorschub leistest. Was hält Dich davon ab Dich konsequent zu trennen, bevor bei Deinen anderen Dates ein Mann "hängen bleibt", der mit Dir bereit ist eine verbindliche Bindung einzugehen? Du spiegelst sein Verhalten und blendest es leider bislang immer noch aus.

    Ich bin gegangen, wer sagt, dass ich das nicht getan habe? Ich habe den Schlussstrich gezogen. Hoffnungen gibt es keine mehr. Diese hat er mir aber gemacht. Immer wieder und er beteuert bis heute, dass es nie gelogen war und er immer noch Gefühle hat. Für mich eben unglaubwürdig.


    Und ich denke eben nicht, dass man 2 Menschen gleichzeitig lieben kann.

    ?

    Zitat

    Das jedoch war das Risiko, dass Du von Anfang an ganz bewusst eingegangen bist.

    Natürlich bin ich das eingegangen, es war aber anfangs auch nie die Rede davon bzw. ich habe es nie verlangt, dass er sie verlässt?? Er hat ja von selbst damit angefangen. Wo wir wieder beim Warum wären. :) Aber sei es wie es sei, ich werde wohl nie seine Beweggründe verstehen.