Um auf die Frage zurückzukommen kann ich nur von meinen Gedanken und Gefühlen schreiben.


    Als ich meinem damaligem Ehemann fremdgegangen bin, hatte ich kein schlechtes Gewissen. Ich fand es eher erschreckend, was ich über mich gelernt habe. Dass ich eben ohne Gewissensbisse und ohne mich zu schämen, ihn anzulügen, das so durchgezogen habe. Und er hatte es mir auch sehr leicht gemacht, indem er das nicht anzweifelte, was ich ihm auftischte. Am Ende hatte ich eher Mitleid mit meinem damaligen Mann, aber ich selber habe mich toll gefühlt, da ich das Gefühl bekam, toll zu sein. Ich hatte ja im Grunde zwei Männer.


    Und ich habe erkannt, dass meine Ehe keinen Sinn mehr macht und habe mich letzten Endes getrennt und lebe nun seit einigen Jahren mit meiner damaligen Affäre zusammen.


    Wenn ich heute an die Zeit vor 7 Jahren zurückdenke, kann ich nur über mich den Kopf schütteln, wie ich drauf war und wie verlogen und hinterhältig ich mich verhalten habe. Aber damals war mir das alles egal.

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    Es geht bei Männern dabei meist nur um Sex nicht um Gefühle.

    Das glaube ich nicht unbedingt. Gerade wenn es sich um einen Seitensprung/Affäre handelt sind glaube ich oft Gefühle im Spiel. Damit meine ich nicht Gefühle für die Frau, sondern im Sinne von Emotionen im Allgemeinen, die damit auf irgendeine Weise einhergehen und die vielleicht nicht so offensichtlich sind.


    Ich glaube auch nicht, dass es grundsätzlich immer schief geht, wenn man eine Beziehung zu einem Mann führt, dessen Affäre man vorher neben der Ehe war. Das ist doch quatsch. Kann natürlich so sein, aber nicht generell und immer. Das würde ja auch bedeuten, dass man einem Mann eine Affäre in der Beziehung nie verzeihen könnte, weil es ja sowieso schon klar ist, dass es noch einmal passiert.


    Menschen können sich auch ändern und vor allem führt man ja dann eine ganz individuell verschiedene Beziehung zu einem ganz anderen Individuum.

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    JA, es ist so einfach. Wenn man mal dahinter guckt.

    nein, ganz sicher nicht. Vielleicht ist man ganz zu Beginn der Beziehung zu allen gleich, aber dann tritt doch die Dynamik des Zusammenwachsens ein, nd da ist jede Beziehung verschieden. Habe ich einen Partner, der sehr nähebedürftig ist, gebe ich mehr, als wenn ich weiß, dass der Mann, wenn er von der Arbeit nach Hasue kommt, erstmal seine Ruhe braucht. Und man liebt auch nicht jeden mit der gleichen Intensität und in den selben Facetten. Mal ist es eine eher intelektuell basierte Liebe, mal eher erotisch, mal spielerisch, mal auch eine eifersüchtige.


    Ich würde mal behaupten, wenn Frau immer gelich ist und der Partner beliebig austauschbar, hat Frau noch nie richtig geliebt, sondern spielt eben die Paar-Rolle, weil es dazu gehört.

    Ich möchte mal die biologische Komponente in die Diskussion einbringen...


    Das männliche Gehirn ist aufgrund seiner anders gearteten "Bauweise" eher in der Lage, Emotionen voneinander zu trennen. Soll heißen, Männer f* oft fremd, weil sie den erotischen Kick suchen, der ihnen in der emotionalen Beziehung zur Partnerin fehlt.


    Frauen dagegen suchen eher in einer Affäre eine Emotion, die in der bestehenden Partnerschaft abhanden gekommen ist (Nähe, Liebe, Verständnis, all die "weichen" Gefühle eben). Ihr Gehirn bringt sachliches und emotionales Denken eher in Zusammenhang (ist auch der Grund, warum ich gegen meine Frau in Diskussionen immer verliere, die ist einfach zu gut ;-D )


    Das ist der biologische Unterschied. Intellektuell sind die meisten Menschen wohl in der Lage, sich bewusst für oder gegen eine Affäre zu entscheiden. Ein Mann, der eine Affäre eingeht, obwohl er selbst gebunden ist, ist charakterschwach. Eine Frau, die trotz Bindung eine Affäre eingeht, ist ebenso charakterschwach.


    Was ich allerdings bei Frauen deutlich häufiger sehe als bei Männern, ist das Fremdgehen aus Rache. Der Wunsch, das Gegenüber emotional zu verletzen, ist bei Frauen stärker ausgeprägt als bei Männern.

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    Soll heißen, Männer f* oft fremd, weil sie den erotischen Kick suchen, der ihnen in der emotionalen Beziehung zur Partnerin fehlt.


    Frauen dagegen suchen eher in einer Affäre eine Emotion, die in der bestehenden Partnerschaft abhanden gekommen ist (Nähe, Liebe, Verständnis, all die "weichen" Gefühle eben).

    Ist das dein subjektiver Eindruck oder beruht die obige Aussage auf einer Studie?


    Ich behaupte jetzt nämlich, dass Frauen ebenfalls fremdgehen, um sich den erotischen Kick zu holen bzw. um ihr Ego zu pushen.

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    Ich behaupte jetzt nämlich, dass Frauen ebenfalls fremdgehen, um sich den erotischen Kick zu holen bzw. um ihr Ego zu pushen.

    Als ich meinen ersten langjährigen Freund vor ungefähr 10 Jahren betrogen hatte, waren ziemlich genau das meine Beweggründe. Ich war noch sehr jung und dennoch in einer langen Partnerschaft. Ich habe mich einerseits irgendwie von meinem damaligen Freund hängengelassen gefühlt und andererseits habe ich es genossen von anderen Männern sexuell begehrt zu werden. Davon abgesehen wollte ich einfach verschiedene Männer im Bett ausprobieren, einfach weil sich das für mich in dem Moment gut angefühlt hat. Natürlich wusste ich, dass das moralisch verwerflich ist und meinen damaligen Partner verletzen würde, aber ich habe einfach nur an mich, Sex und meine eigene Genussmaximierung gedacht. Und aufregend war das ganze Heimliche irgendwie auch.


    So richtig schlecht habe ich mich damit nie gefühlt, weil mein Ex zumindest solange er nichts davon wusste, auch keinerlei Einschränkungen hatte. Ich habe ihn nach wie vor sehr geliebt und begehrt, für mich hat der Sex mit anderen Männern emotional genau gar keinen Unterschied gemacht. Was allerdings einen Unterschied gemacht hat, ist die Tatsache dass es da ein Geheimnis gab, das zwischen uns stand. Ich glaube, wenn man so etwas Großes unausgesprochen zwischen sich stehen hat, kann man sich nicht mehr so voll und ganz nahe sein, als wenn man aufrichtig ist. Ich glaube deswegen habe ich meinem Ex dann irgendwann ein und zwei Jahre danach die Wahrheit gestanden. Weil ich nicht wollte, dass es diese Ballast zwischen uns gibt, die ich dort abgeladen hatte :-/ Letzten Endes war die Beziehung hinterher nicht mehr die gleiche wie vorher und wir haben es nicht mehr hinbekommen uns gemeinsam zusammenzuraufen.


    Dass ich meinem Ex durch mein rücksichtsloses und hochgradig egoistisches Verhalten das Herz gebrochen habe, tut mir unendlich leid. Das war falsch und ich hoffe, dass er sich von meinem Vertrauensmissbrauch wieder erholen konnte.


    Ich war mir danach lange nicht sicher, ob ich überhaupt für eine monogame Beziehung gemacht bin, aber ich habe keinen meiner darauf folgenden Partner jemals betrogen.


    Betrügen heißt für mich, dass man wissentlich und hinterrücks Grenzen überschreitet, die man als Paar gemeinsam definiert hat.

    als ich meinen mann damals betrogen habe, hatte ich ungefähr eine woche lang ein schlechtes gewissen, habe dann aber eine langjährige on-off-affäre mit diesem anderen mann gehabt.


    irgendwie ist es schwierig zu erklären, wie ich mich dabei gefühlt habe. meinem mann hatte ich gleich zu anfang gesagt, dass wir was tun müssen, weil ich mich verliebt hätte... er hat das zwar zur kenntnis genommen, aber keinen großartigen grund gesehen, an unserer beziehung mitzuarbeiten.


    für mich war das dann eine vollkommen losgelöste parallelwelt - obwohl die familien von mir und meinem affärenmann sehr eng befreundet waren. ich habe es genossen, mir aber sehnlichst gewünscht mit ihm fest zusammen sein zu können. eher hatte ich ihm/uns gegenüber ein blödes gefühl, wenn es in der ehe mal wieder ganz gut lief.


    nun gut... mittlerweile bin ich mit meinem affärenmann verheiratet und keiner betrügt den anderen, sondern ist glücklich angekommen zu sein!

    OrangeCanyon: Nein, mein subjektiver Eindruck ist es nicht. Studien gibt es dazu viele, ebenso viele psychologische Analysen und deren Auswertung. Problematisch ist, dass die meisten Menschen über die tatsächlichen Beweggründe gar nicht reden wollen, teils, weil es schambehaftete Handlungen sind, manchmal aber auch, weil sie schlicht Angst davor haben, dass man sie dann für "abnormal" hält. Fakt ist, und das sind nun mal evolutionsbiologische Erkenntnisse, dass wir Menschen, so, wie es die Natur für uns vorgesehen hat, nicht für eine lebenslange Treue "gemacht" sind. Eher für etwas, das Fachleute serielle Monogamie nennen. Also das Finden eines Partners, die Treue zu ihm für einen gewissen Zeitraum, dann die Suche nach einem neuen Partner, dem wir ebenso lang wieder treu sind. Statistisch werden dafür ca. 3-5 Jahre angegeben. es ist die Zeit, die ein potenzieller Nachwuchs im Allgemeinen braucht, um zumindest nicht mehr vollständig von den Eltern abhängig zu sein. Es ist im Übrigen auch etwa der Zeitpunkt, an dem Kinder damit beginnen, sich von ihren Eltern zu emanzipieren und die Grenzen des sozialen Umfelds stark auszuweiten.


    Eigentlich von der Natur sehr schlau eingerichtet. Dies zu wissen hilft aber nicht dabei, sich selbst damit besser zu fühlen. Wir Menschen haben uns daher selbst auferlegte Regeln gegeben. Sie alle zusammen bilden das, was wir heute Sozialisation nennen. Damit einher gehen Rücksicht, Moral, gesetzliche Regelungen etc. Man kann sich trefflich darüber streiten, ob all diese gesellschaftlichen Vorgaben immer zeitgemäß und richtig sind. Letztlich bleibt nur der Mensch selbst, der sich mit seinem eigenen Gewissen auseinandersetzen muss.


    Daher ist auch die Frage, wie andere Fremdgeher oder Affärenbetreiber sich in dieser Situation fühlen, hinfällig. Jeder anders und auf seine Weise, wäre die richtige Antwort.


    Deine Behauptung, Frauen täten es auch zum pushen des Egos u.ä. kann ohne Weiteres zutreffen. Deswegen habe ich ja nicht ausschließlich geschrieben, sondern eher.


    Was mir persönlich an Aussage wichtig ist, wäre: wir haben einen Verstand, sind in der Lage, die Folgen unseres Handelns auch weitreichender zu betrachten (die meisten von uns jedenfalls).


    Wenn also, wie im vorliegenden Fall, eine Frau eine Affäre mit einem verheirateten Mann hat, dann sind beide (vorausgesetzt, sie haben einen IQ über 70) in irgendeiner Form psychisch "krank". Nicht diagnostizierbar, aber sie handeln definitiv außerhalb dessen, was ich gesunden Menschenverstand nennen würde. Die Gründe dafür wissen wir nicht, wir sehen hier nur das Ergebnis: Eine Frau, die ernsthaft ein einem Beziehungsforum die Frage stellt, wie sich betrügende Männer fühlen, dabei aber völlig ausklammern will, dass sie selbst einen Mann genau dabei unterstützt und gleichzeitig dabei den Eindruck vermittelt, sie wäre weniger zu verurteilen (und darüber sprechen will sie gleich gar nicht). See the problem?

    sry das ich mich als frau mal ein-mische :)^ ich geh regelmessig fremd warum weil es nen kick ist nen abendteuer was verbotendes zu tun ich weiss es gehört sich nicht aber iwi kann ich mein partner nicht verlassen er hat doch alles wegen mir auf geben

    Um hier mal eine direkte Antwort als Mann zu geben:


    Ich bin einmal im Leben fremd gegangen. Grund war, wie so oft, damalige Freundin hatte kaum bzw. kein sexuelles Interesse, sämtliche Gespräche und Änderungsversuche haben nichts gebracht, es war schon ewig nichts mehr gelaufen, man hat zusammengelebt, wie Bruder und Schwester, geliebt habe ich sie trotzdem. Ich war nie gezielt auf der Suche nach anderweitigem Sex, es hatte sich einfach so per Zufall ergeben, der Sex war Hammer, aber schon als es vorbei war, hatte ich sofort ein so tierisch schlechtes Gewissen, dass ich bei derjenigen nicht mal über Nacht blieb, sondern nachts um 4 nach Hause gefahren bin, obwohl dafür kein Grund bestand, weil Sonntag war und Freundin auf einem Wochenendtrip mit ihren Mädels, also nicht daheim. Das schlechte Gewissen hielt auch auch noch eine Weile an, aber als dann weiterhin nichts lief im Bett, habe ich es irgendwann als Bestätigung empfunden, fremdgegangen zu sein und das schlechte Gewissen schwand. Irgendwann kam dann sowieso die (beiderseitige) Trennung, die eigentlich schon längst überfällig war, wenn ich heute so zurückdenke.

    Zitat

    Wenn also, wie im vorliegenden Fall, eine Frau eine Affäre mit einem verheirateten Mann hat, dann sind beide (vorausgesetzt, sie haben einen IQ über 70) in irgendeiner Form psychisch "krank". Nicht diagnostizierbar, aber sie handeln definitiv außerhalb dessen, was ich gesunden Menschenverstand nennen würde. Die Gründe dafür wissen wir nicht, wir sehen hier nur das Ergebnis: Eine Frau, die ernsthaft ein einem Beziehungsforum die Frage stellt, wie sich betrügende Männer fühlen, dabei aber völlig ausklammern will, dass sie selbst einen Mann genau dabei unterstützt und gleichzeitig dabei den Eindruck vermittelt, sie wäre weniger zu verurteilen (und darüber sprechen will sie gleich gar nicht). See the problem?

    Ich verstehe was du meinst, sehe das allerdings ein wenig anders und tatsächlich weniger verwerflich. Ja, sie unterstützt einen Mann dabei....sie ist aber nicht diejenige die betrügt. Da ist für mich schon noch ein Unterschied.....gut finde ich weder das Eine, noch das Andere.


    Ich frag mich eher immer wieder, warum Frau freiwillig eine Nummer zwei sein will? Sich den zeitlichen Möglichkeiten des Mannes hingeben will? Immer ein Geheimnis sein? Mein Stolz ist dafür definitiv zu sehr ausgeprägt.......

    Um mal die Ursprungsfrage zu beantworten: Wenn man nicht aus Stein ist, hat man auf jeden Fall ein schlechtes Gewissen. Trotzdem gibt es in den meisten Fällen klare Punkte, die für einen selbst das Fremdgehen legitimieren. Diese machen es dann auch einfacher, die Gewissensbisse zu ignorieren.