@ birkenzweig

    Was für eine Logik!


    Die Erkenntnis daraus war nur die. nie wieder eine Ehe einzugehen.


    Ich schrieb ja auch Partner und nicht Ehefrau!


    Im übrigen hätte ich mich konsequenterweise von meiner neuen Partnerin getrennt,


    falls sie zur Eheschließung gedrängt hätte.


    Es heißt ja auch Errare Human Est (EHE) oder Lebensende mit drei Buchstaben.

    Ich war etwas nachdenklich, aber hinterher einfach nur erleichtert.


    Die Trennung war eine gute Entscheidung.


    Mein Ex und ich haben uns viel Glück gewünscht für die Zukunft und das war es dann auch.

    @ Birkenzweig

    Der Scheidungsprozess selber ist ja nur ein winziger Schritt von sehr vielen. Und die meisten dieser Schritte wurden schon getan. Ein paar werden vielleicht noch folgen müssen, wenn ich deine Beiträge lese. Nämlich diejenigen, die die Verarbeitung betreffen.

    Zitat

    also ich liebe ihn ja schon lange nicht mehr und war nur noch wegen der kinder dort geblieben. natürlich war das fremdgehen vollkommen überflüssig, zumal wir genug sex hatten

    Um also dauerhaft besser mit ihm abschließen zu können, könntest du damit aufhören, sein Verhalten be- und verurteilen zu müssen. Der Sex, der er mit einer anderen hatte war FÜR DICH überflüssig, FÜR IHN war er das nicht, er hat es für irgendetwas gebraucht, was ihm wichtig war. Und das brauchst du nicht zu verstehen, denn es gehört zu SEINEM Leben, nicht mehr zu deinem. Du "liebst ihn schon lange nicht mehr", dann war also die Trennung und die Scheidung eine gute Entscheidung. Und somit ist der Scheidungsprozess Bestandteil einer - für dich - guten Entwicklung. Es besteht also keine Veranlassung, Angst davor zu haben.

    Zitat

    Ich habe den Tag wohl im vornherein sehr weit weggeschoben und verdrängt,was da passieren wird.

    Das sehe ich als Grund dazu an, dass du dich dafür irgendwie fürchtest, den Tag überbewertest. Okay, das lässt sich nicht mehr ändern, aber du könntest versuchen, gelassener zu werden.

    Zitat

    Ich kanns eigentlich nich erwarten. - eigentlich. fühlt sich komisch an. scheidung war nie thema. wir sind christen, er hat sogar gepredigt. "unzucht" verurteilt. in meinem bekanntenkreis gab es keine trennungen und nu bin ichs gar...

    Das liegt an der Beschaffenheit und "Auswahl" des Bekanntenkreises, der vermutlich auch großenteils christlich konservativ geprägt ist. Ich weiß sehr persönlich, wie sich das anfühlt, mitten aus einem solchen Kreis heraus zum "Outlaw" zu werden. Ich weiß aber auch, dass das die Fakten nicht ändert und dass die Trennung dadurch nicht hätte verhindert werden können. Die Beurteilung durch bekannte ist also subjektiv und an Idealen orientiert, die im größten Teil der Gesellschaft nicht mehr vorhanden sind, oder nur noch theoretisch. Ich rate dazu, sie nicht mehr überzubewerten und die ganzen "Eigentlichs" wenn möglich zu streichen. Sie bringen nur Unglück, so wie auch jedes "wenn, hätte, sollte, wäre und könnte"

    Zitat

    deshalb weiß ich eben nicht: hab ich nur gut verdrängt, oder sehne ichs wirklich herbei?

    Das widerspricht sich nicht. Auch wenn du es herbeigesehnt hast, kannst du die Konsequenzen verdrängt haben. Die Trennung/Scheidung in ihrer Gesamtheit ist aber längst vollzogen, es gibt keinen Grund mehr zum Verdrängen.

    Zitat

    daß er sich nun beinah gar nicht um seine kinder kümmert.... das tut auch weh

    Das ist allerdings ein Thema, das völlig gesondert von der Trennung und dem Scheidungsprozess gesehen und behandelt werden muss. Da würde ich auch am Ball bleiben und ggf. auch Forderungen stellen. Seine Verpflichtungen den Kindenr gegenüber verändern sich mit der Trennung nicht und auch nicht mit der amtlichen Scheidung.

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    aber ich bin echt froh, ihn los zu sein.

    Also ist es eine Erlösung, diese Trennung amtlich zu besiegeln.

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    okay, dann gehe ich mal davon aus, daß ich mega aufgeregt bin, aber mich kein gefühlschaos überfällt

    Egal was dich überfällt. Du hast als gesunder Mensch alles in dir, um damit fertig werden zu können. Was kommen kann, sind Gefühle. Und die wirst du dir anschauen und dich fragen, woher sie kommen. Und dann kannst du sie auch wieder gehen lassen.

    Zitat

    und ja, ich hab freunde. auf einmal sind ganz viele da. echte freunde, die auf meiner seite sind, mich verteidigen, da sind.

    Die Formulierung "verteidigen" klingt nach Kampf und Krieg. Ich rate davon ab, denn das bindet enorm. Abschließen kann man viel besser, wenn man diese Bindungen (durch Hass, Kampf, Krieg, Wut, Schuldzuweisung oder Verurteilung) nicht eingeht.


    Meine eigene Scheidung nach 27 Jahren war von mir lange ersehnt und von meiner Exfrau relativ lange hinaus gezögert. Wenige Tage später war ich wieder am Standesamt, um das Aufgebot für meine jetzige Ehe zu bestellen. Und die dauert auch schon annähernd 20 Jahre. Ich habe nie die Institution Ehe für das Ende meiner langjährigen Ehe verantwortlich gemacht. Sondern ich habe mit viel Reflexion heraus gefunden, warum es letztlich so kommen musste, und darum konnte ich auch meinen Frieden damit machen. Nach dem Scheidungsprozess bat mich meine (Ex)frau übrigens, mit ihr ein Bier in einer Gartenwirtschaft trinken zu gehen. Ich bin dem gern nachgekommen, obwohl ich danach (meiner jetzigen Frau gegenüber) durchaus in Erklärungsnot gekommen bin. Sie fand das nicht lustig, ich fand es aber wichtig und wir konnten das klären. Auch im Nachhinein war es gut so.

    Zitat

    Ich habe den Tag wohl im vornherein sehr weit weggeschoben und verdrängt,was da passieren wird.

    war der wirklich von mir?


    ansonsten, @ oldie49


    danke ich dir sehr für deinen liebevollen, ermutigenden beitrag

    Zitat

    Die Formulierung "verteidigen" klingt nach Kampf und Krieg. Ich rate davon ab, denn das bindet enorm.

    das rührt daher, daß ich mich jahrelang sehr allein gefühlt hab. meine gedanken wurden in frage gestellt, was andere dachten, war immer wichtiger und richtiger und ich meine damit einfach, daß es menschen gibt, die sagen: das seh ich genau, wie du. du hast recht, du denkst richtig. ich brauch das für mich, weil ein narzist einen kaputt macht

    Zitat

    war der wirklich von mir?

    Oh, entschuldige. Das kann ich jetzt nicht garantieren.

    Zitat

    das rührt daher, daß ich mich jahrelang sehr allein gefühlt hab. meine gedanken wurden in frage gestellt, was andere dachten, war immer wichtiger und richtiger und ich meine damit einfach, daß es menschen gibt, die sagen: das seh ich genau, wie du. du hast recht, du denkst richtig. ich brauch das für mich, weil ein narzist einen kaputt macht

    Wenn dir die Erklärung, dass er ein Narzisst ist, hilft, dann wende sie an. Das kann ja durchaus zutreffen. Wenn dir Bestätigungen durch Freunde helfen, dann nimm sie an, denn es ist alles willkommen, was dir zu deinem Seelenfrieden verhelfen kann. Und wenn du Jahre lang mit ihm zusammen geblieben bist – auch der Kinder wegen – weil du das wolltest und nicht zu froh aufgeben wolltest - - - dann sei stolz darauf. Es ist eine beeindruckende Leistung, auch wenn es jetzt manchmal so aussieht, wie wenn du früher hättest aufgeben können. Du wolltest das nicht, weil du noch nicht so weit warst, jetzt bist du soweit.


    Du hast also getan, was in deinen Kräften stand, um die Trennung möglichst zu verhindern. Großartig. Umso wahrscheinlicher ist es, dass der Scheidungsprozess selber einfach nur ein Schritt von vielen ist. Nochmal. Es können Gefühle auftauchen, die du nicht vorher sehen kannst. Betrachte sie neugierig und schau sie dir an. Aber sie können dann so schnell wie möglich auch wieder gehen. Denn alles, was mit der Trennung zusammen hängt, ist ja längst ausgiebig betrachtet und abgewogen worden. Es besteht kein Grund zur Sorge.

    danke oldie, das tut mir grad sehr gut.


    ein fehler war die trennung nicht, nicht für mich und nicht für die kinder. sie leiden, aber sie sehen ja auch, wie sie ausgetauscht worden sind


    wenn sich kinder anhören müssen "ich habe jetzt eine neue familie" .. und das vom eigenen vater..


    und wenn das WE, an dem sie beim vater sein sollen, aus 35 min essen besteht.. und dann muss sich papa "ausruhen, weil er mara (tochter der neuen freundin) abholen muss.. dann is echt was ganz schräg gelaufen


    danke oldie

    Zitat

    ein fehler war die trennung nicht, nicht für mich und nicht für die kinder. sie leiden, aber sie sehen ja auch, wie sie ausgetauscht worden sind

    In aller Regel leiden Kinder auch, wenn sie in einer Familie leben, in der die Eltern nur noch der Form wegen zusammen bleiben. Allerdings bin ich da vorsichtig mit Verallgemeinerungen.

    Zitat

    wenn sich kinder anhören müssen "ich habe jetzt eine neue familie" .. und das vom eigenen vater.

    Sie werden das irgendwann verarbeiten müssen. Darum sollten auch sie – so schwer wie das fällt – jetzt nicht ihren Vater dafür hassen müssen, dass er sich so verhält. Je nach Alter wollen Kinder Vater oder Mutter nicht hassen, weil sie die brauchen.

    Zitat

    und wenn das WE, an dem sie beim vater sein sollen, aus 35 min essen besteht.. und dann muss sich papa "ausruhen, weil er mara (tochter der neuen freundin) abholen muss.. dann is echt was ganz schräg gelaufen

    Du hattest das schon geschildert. Es klingt schrecklich und ich werde jetzt nicht versuchen, sein Verhalten zu erklären oder zu rechtfertigen. Wichtiger als die schlichten Fakten ist in diesem Zusammenhang, wie eure Kinder das ganz spontan empfunden haben. Und damit muss der Vater dann auch konfrontiert werden. Nicht mit deiner Beurteilung der Situation und auch nicht mit der Meinung von Freunden oder Bekannten. Sondern damit, was SEINE KINDER dabei empfunden haben, als er sie nach einer halben Stunde nicht mehr um sich haben wollte. Er muss das wissen, damit er das nicht wiederholt. Er muss wissen, wie seine Kinder empfinden, damit er eine Chance hat, das nicht noch mal zu tun. Wenn er es aber tatsächlich im vollen Bewusstsein und trotz der Verletzungen seiner Kinder wieder tun sollte, müssen sie davor natürlich geschützt werden.


    Nochmal: Die Beurteilung der Situation durch die Kinder ist ausschlaggebend. Wenn sie verletzt sind, muss er das wissen und darf sie nicht wieder verletzen.

    Zitat

    danke oldie

    Von Herzen gern!

    oldie


    das sind sachen, die shcon gelaufen sind. gespräche, mails, die kinder habens ihm direkt gesagt


    er sieht es anders, es ändert nichts. ein narzist lässt die realität, die ihn angreift, nicht zu. er verdreht in seinem kopf die dinge so, daß sie für ihn stimmen. das thema is durch, ich werd den vater an der stelle nicht erreichen. ich kann nur noch schadensbegrenzung betreiben

    Zitat

    er sieht es anders, es ändert nichts. ein narzist lässt die realität, die ihn angreift, nicht zu. er verdreht in seinem kopf die dinge so, daß sie für ihn stimmen. das thema is durch, ich werd den vater an der stelle nicht erreichen. ich kann nur noch schadensbegrenzung betreiben

    :)* :)* :)*


    Ich kenne und versteh das sehr gut (wenn auch nicht aus dem Kontext "Partner").


    Der Durchschnittsmensch spricht auf Ich-Botschaften & Co an, und deswegen glauben allgemein viele Leute "wenn man das ihm/ihr so und so sagt, dann muss er/sie das doch verstehen". Und das ist bei bestimmten Menschen leider ganz falsch, da kann man freudlich, liebevoll, ehrlich, offen, akzeptierend sein wie man will - es nützt nichts, wenn der andere eine psychische Struktur hat, in der JEDE Aussage ausschließlich in "Äußerung=Angriff und Sprecher muss zunichte gemacht/bestraft werden" und "Äußerung=Sprecher kann ignoriert werden" unterschieden wird.


    Gleichzeitig besitzen solche Menschen überhaupt kein Gefühl für die Person bzw. den "Raum" des andern im buchstäblichen und im übertragenen Sinne. Daher kommt dann auch die Notwendigkeit zu "kämpfen", die NICHTS mit Aggression im Sinne von "Angriff" zu tun hat. Nein, alleine das Bestehen auf dem persönlichen Raum ist für den genannten Typ schon ein Angriff. Man könnte bildlich gesprochen sagen, wenn dein persönlicher Raum ein Grundstück mit einem niedrigen Mäuerchen drum ist, dann wird dieser Mensch das Mäuerchen überhaupt nicht als Grenzmarkierung einordnen! Daher wird er auch drübersteigen, wann immer er lustig ist.


    Wenn du dann aber sagst, nee, Moment mal, so nicht, und eine richtige Mauer hochziehst, um dich zu schützen, dann wird dieser Mensch einen furchtbaren Terz machen, weil er nicht mehr in dein innerstes Territorium darf, denn er bildet sich ein, dass die Grenzziehungen für ihn nicht gelten! Und natürlich schon gar nicht, wenn er darin schon einmal herumgelatscht ist (mit oder ohne Erlaubnis).


    Jeder normale Mensch würde es respektieren, wenn man sagt, du, hier ist die Grenze, für den oben genannten Typ gibt es sowas einfach nicht.


    Wer solche Menschen nicht hautnah erlebt hat, der kann sich das wahrscheinlich nicht vorstellen, dass man da mit Geduld nichts und wieder nichts machen kann. Man entwickelt entweder eine krankhafte Unterwerfung oder man geht....


    Viele Grüße

    Es waren sehr gemischte Gefühle. Das Trennungsjahr war um, ich war schon mit meinem neuen Partner zusammen. Einerseits wollte ich nicht zurück, das Wissen, dass es so besser ist, war und ist da. Andererseits das Bedauern, dass es nicht geklappt hat, was hätte sein können... es war an dem Tag noch einmal sehr traurig. Wir waren ja 10 Jahre lang ein Paar. Wir haben beide während des Termins geweint.


    Es war ein Abschluss, ein Abschied und ein neuer Anfang und hat es endgültig gemacht.


    Dagegen ausschließlich positiv waren die Gefühle, als das Urteil endlich rechtskräftig war, und ich mir meinen Namen wiederholen konnte.


    Alles Gute für dich!

    Zitat

    Dagegen ausschließlich positiv waren die Gefühle, als das Urteil endlich rechtskräftig war, und ich mir meinen Namen wiederholen konnte.

    darauf freu ich mich auch schon sehr


    wie lange hats bei dir gedauert von der antragstellung an? und man kann mit dem rechtskräftigen urteil sofort lostraben, oder?

    Ich muss mal nachschauen... es war aber nicht sehr lang, etwa 3 Monate bis zum Gerichtstermin + noch ein Monat und ein paar Tage , da kein Versorgungsausgleich durchgeführt wurde und wir uns insgesamt einig waren.


    Ja, da kann man dann sofort los, wenn der Rechtskraftsvermerk drauf ist. Dafür muss das Urteil nochmal zum Gericht, das hatte mein Anwalt alles erledigt.