Wie halte ich meine übergriffige Mutter auf Abstand?

    Meine Mutter hat mich als Kind sehr kontrolliert und bewacht. Auch als Teenie gab es noch extrem strenge Regeln und auch nach meinem Auszug wollte sie mich immer noch erziehen. Unzählige Male habe ich versucht, ihr das auszureden, aber vergeblich. Als ich Kinder bekam, fing sie an, die zu "retten" vor meinen falschen Erziehungsmethoden. Bis heute quatscht sie mir in alles rein, weshalb ich ungern Zeit mit ihr verbringe. Sie würde mich aber am liebsten dauernd treffen und Sachen mit mir unternehmen. Mir würde alle paar Wochen eine halbe Stunde reichen, sie will gemeinsame Nachmittage, Abende, Kaffeetrinken, Kinobesuche, regelmäßig telefonieren etc. Wenn ich sie zu selten anrufe/an Telefon gehe, dann ist sie beleidigt und es gibt Vorwürfe und/oder Tränen. Meinen Geburtstag wollte ich dieses Jahr nicht feiern, weil ich einen ruhigen Tag wollte. Sie war kreuz beleidigt, bis ich eingelenkt und sie doch "auf eine Tasse Tee" eingeladen habe. Sie blieb eineinhalb Stunden und hat mich immer weiter zugequatscht und wollte mich auf weitere Treffen festnageln. Meine Laune wurde immer schlechter. Ich fühle mich in ihrer Gegenwart meist angespannt und gestresst und will einfach nicht viel Zeit mit ihr verbringen. Aber sie checkt es einfach nicht. Ich hab ihr so oft erklärt, dass sie nicht gleichzeitig meine Freundin sein und mich erziehen kann. Sie kann aber nicht aufhören, mich zu belehren und zu verbessern. Also ziehe ich mich weiter zurück. Dann gibt es wieder Vorwürfe und Tränen. Sie will sich jetzt unbedingt mit mir für einen gemeinsamen Abend verabreden, aber mir graut davor und ich will einfach nicht. Also sage ich, dass ich an dem Tag nicht kann. Dann schlägt sie den nächsten vor. Ich komme mir herzlos und gemein vor, wieder nein zu sagen. Aber wenn ich es nicht tue, dann muss ich mich durch ein weiteres solches Treffen quälen, das mir überhaupt keinen Spaß macht. Manchmal wünschte ich, ich könnte wegziehen und ihr meine neue Adresse nicht verraten ... es belastet mich wirklich sehr. Wie handhabt ihr das?

  • 58 Antworten
    greta_ schrieb:

    Ich komme mir herzlos und gemein vor, wieder nein zu sagen.

    Bist Du aber nicht.


    Wegziehen.... geht vielleicht irgendwann mal. Vorerst könntest Du die Telefonnummer wechseln (und dann Anrufe mit unterdrückter Nummer grundsätzlich nicht mehr annehmen). Ggfs. auch die E-Mail wechseln.


    Vielleicht könnte eine Psychotherapie Deiner Mutter helfen, ihre emotionale Abhängigkeit von Dir zu überwinden (so etwas scheint ja hier vorzuliegen).

    Ich kenne so etwas ganz Ähnliches. Du wirst deine Mutter mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht ändern - also musst du dich selbst ändern.


    greta_ schrieb:

    Bis heute quatscht sie mir in alles rein, weshalb ich ungern Zeit mit ihr verbringe. Sie würde mich aber am liebsten dauernd treffen und Sachen mit mir unternehmen. Mir würde alle paar Wochen eine halbe Stunde reichen, sie will gemeinsame Nachmittage, Abende, Kaffeetrinken, Kinobesuche, regelmäßig telefonieren etc.

    Dann mach das doch auch nur selten / kurz.


    greta_ schrieb:

    Wenn ich sie zu selten anrufe/an Telefon gehe, dann ist sie beleidigt und es gibt Vorwürfe und/oder Tränen. Meinen Geburtstag wollte ich dieses Jahr nicht feiern, weil ich einen ruhigen Tag wollte. Sie war kreuz beleidigt, bis ich eingelenkt und sie doch "auf eine Tasse Tee" eingeladen habe.

    Lass sie beleidigt sein und lenke nicht ein.


    greta_ schrieb:

    Also ziehe ich mich weiter zurück. Dann gibt es wieder Vorwürfe und Tränen.

    Richtig, dass du dich zurück ziehst. Lass dir von den Vorwürfen und Tränen kein schlechtes Gewissen machen sondern stehe zu deiner Entscheidung.


    greta_ schrieb:

    Manchmal wünschte ich, ich könnte wegziehen und ihr meine neue Adresse nicht verraten ... es belastet mich wirklich sehr. Wie handhabt ihr das?

    Ich kenn deine Gedanken und dein Verhalten so gut! Du musst lernen, dich abzunabeln. Ich weiß, wie schwer das sein kann, auch wenn man schon lange erwachsen ist.

    Wenn du es nicht alleine schaffst, hole dir Hilfe bei einem Psychotherapeuten.

    Hat deine Mutter kein eigenes Leben? Was ist mit ihrem Mann bzw. deinem Vater?


    Du musst hart bleiben. Erziehung geht auch in Richtung der Eltern.

    Emotionale Erpressung mit Tränen und beleidigter Leberwurst kann sie ja richtig gut. :-/ Eigene Abgrenzung geht nur , wenn Du Deine Grenzen auch beherzigst und einhältst. Keine Ausnahmen!. Du bist ja aber nicht als ihre Unterhaltungsdame auf der Welt und sollst sie bespaßen, sondern führst ein eigenes Familienleben. Ich würde auf ihre emotionale Erpressung nicht eingehen, dann soll sie halt beleidigt sein.

    Sie hat einen Mann, aber das ist ihr zu wenig. Sie will auch alle Feiertage mit uns verbringen, was wir aber nicht wollen. Jedes Jahr vor Weihnachten gibt es wieder Theater wenn wir sagen, dass wir allein feiern wollen. Meistens habe ich dann eingelenkt, wenn sie lange genug Stress gemacht hat.

    Zitat

    Du musst hart bleiben. Erziehung geht auch in Richtung der Eltern.

    Da hast du wahrscheinlich recht. Sie scheint nur alles, was ich ihr schon so oft auseinandergelegt habe, immer sofort wieder zu vergessen. Ich kämpfe und grenze mich ab und denke dann "Jetzt bin ich ein Stück weiter" und dann ignoriert sie wieder alles, was ich mir erkämpft habe. Sie ignoriert einfach alles, was ihr nicht passt, und bedrängt mich immer weiter. Ich bin eher höflich und es fällt mir schwer, jemanden vor den Kopf zu stoßen.



    greta_ schrieb:

    dann ignoriert sie wieder alles, was ich mir erkämpft habe

    Wieso kannst du sie nicht ignorieren? Wie nimmt sie denn Kontakt mit dir auf?

    Sie ruft auf dem Handy an, auf dem Festnetz und schreibt mir SMS , WhatsApps und Emails. Wenn das alles nichts hilft, kommt sie vorbei.

    Es ist immer dasselbe mit solchen Müttern. Am Ende bleibt nur ertragen oder radikal den Kontakt abbrechen. Dazwischen scheint es nichts zu geben.


    Was, wenn du mit deinem Vater sprichst ? Könnte er vermitteln oder hat er schon aufgegeben ?

    Ich würde hier einen ganz anderen Weg vorschlagen.

    Schreib deiner Mutter einen Brief und erkläre ihr was los ist und schlage ihr in dem Brief ein gemeinsames Coaching vor, damit ihr lernt wie ihr es in Zukunft so machen könnt dass ihr beide zufrieden seid.

    Und hör auf, sie anzulügen.

    greta_ schrieb:

    ich will einfach nicht. Also sage ich, dass ich an dem Tag nicht kann.

    Das bringt nichts - natürlich schlägt sie dann einen anderen Tag vor! Fang an, Deine Bedürfnisse zu verteidigen: Du willst nicht. Sag ihr das.

    Zitat

    Wenn du niemanden erwartest, lass die Tür zu. Sie muss es lernen.

    Die Kinder öffnen immer, weil oft Freunde klingeln. Oder sie kommt durch den Garten, im Sommer ist die Terrasse meistens offen. Ich hab schon öfters gesagt, dass ich keinen unangekündigten Besuch will, aber wenn ich nicht ans Telefon gehe, dann kommt sie manchmal vorbei, um "alles zu besprechen". Also wann sie die Kinder oder mich wiedersieht...


    Mein Stiefvater kann da nicht vermitteln, er kuscht meistens vor ihr.

    Ich hab ihr halt schon so oft gesagt und auch geschrieben, wie ich mir den Kontakt wünschen würde. Ich hab ihr echt schon in Einzelheiten (früher Briefe, später Emails) auseinandergelegt, was für eine Art von Umgang ich mir mit ihr wünsche - auf Augenhöhe, dass sie mich als Erwachsene behandelt, mir nicht ungefragt Tipps gibt etc. Aber sie macht es trotzdem. Daher empfinde ich es als sinnlos, es nochmal zu tun, bzw. hab es schon so oft getan und sie ignoriert meine Wünsche. Sie beginnt immer mit "Ich weiß, du willst es nicht hören, aber ..." und dann kommt alles, was sie mir unbedingt sagen muss.

    Steck dir JEDES MAL wenn sie anfängt zu reden demonstrativ Ohropax in die Ohren.

    Und dann jedes mal sagen, Mutti hast du was gesagt? Ich kann dich gar nicht verstehen,

    greta_ schrieb:
    Zitat

    Wenn du niemanden erwartest, lass die Tür zu. Sie muss es lernen.

    Die Kinder öffnen immer, weil oft Freunde klingeln. Oder sie kommt durch den Garten, im Sommer ist die Terrasse meistens offen. Ich hab schon öfters gesagt, dass ich keinen unangekündigten Besuch will, aber wenn ich nicht ans Telefon gehe, dann kommt sie manchmal vorbei, um "alles zu besprechen". Also wann sie die Kinder oder mich wiedersieht...


    Mein Stiefvater kann da nicht vermitteln, er kuscht meistens vor ihr.

    Ich hab ihr halt schon so oft gesagt und auch geschrieben, wie ich mir den Kontakt wünschen würde. Ich hab ihr echt schon in Einzelheiten (früher Briefe, später Emails) auseinandergelegt, was für eine Art von Umgang ich mir mit ihr wünsche - auf Augenhöhe, dass sie mich als Erwachsene behandelt, mir nicht ungefragt Tipps gibt etc. Aber sie macht es trotzdem. Daher empfinde ich es als sinnlos, es nochmal zu tun, bzw. hab es schon so oft getan und sie ignoriert meine Wünsche. Sie beginnt immer mit "Ich weiß, du willst es nicht hören, aber ..." und dann kommt alles, was sie mir unbedingt sagen muss.

    Schmeiß sie aus dem Haus, wenn sie einfach reinstampft.

    Wenn ihr niemand die Stirn bietet, macht sie natürlich weiter.

    Den Rest, den du nicht ändern kannst, da hilft es dann nur noch, dass du zum Schutz der eigenen Nerven die Ohren auf Durchzug stellst und dich nicht darüber aufregst, was sie erzählt.