Wie jetzt verhalten: Kontaktabbruch meldet sich

    Hi Leute!


    Ich hatte vor guten 10 Jahren einmal einen Streit mit meiner besten Freundin. Eigentlich war es kein "Streit" in dem Sinne. Sie hat mich (und ein paar andere) sehr fies hintergangen, es ist mir dadurch auch ein finanzieller Schaden entstanden. Ich kann es hier leider nicht breit treten, da auch andere in dieser Geschichte drin hängen.


    Sie war meine beste Freundin (Freundschaft hatte schon 10 Jahre bestanden) und hat längere Zeit schon falsch gegen mich gespielt, bis es dann eben aufflog. Ich war damals sehr schockiert und fertig, über den finanziellen Schaden war ich schneller hinweg als über sie.


    Leider hat es damals keine Klärung gegeben, da ich sie seitdem nie wieder gesehen habe. Sie hat mich unmittelbar gemieden und ist sehr schnell weggezogen. Aus Facebook hat sie sich gelöscht und die Handynummer auch schnell wieder gewechselt.


    Es gab ein Verfahren wegen des Geldschadens, aber das hat nur ihr Anwalt ausgehandelt. Sie selbst hat man nie gesehen.


    Ich hatte sehr daran zu kauen, weil sie mein Vertrauen missbraucht hatte. Schlimm war, dass es keine Aussprache gab, kein Warum. Ich musste mich daran gewöhnen. Ehrlich gesagt hatte ich danach auch Probleme, Leuten wieder richtig zu vertrauen. :-/ Jahrelang hab ich gehofft, dass sie sich nochmal meldet, damit man darüber reden kann. Es ärgerte mich lange so dermaßen, dass ich zum Coach musste, um zu lernen, damit umzugehen.


    Nun ist das lange her, irgendwann habe ich meinen Frieden damit gemacht. Sie war dann irgendwann auch weg aus meinem Gedächtnis-Radar.


    Dachte ich.


    Nun hat sie mir vor einer guten Woche eine E-Mail geschrieben.


    Das ist nicht der Inhalt 1:1, aber der Wortlaut ist ungefähr so:


    "Hallöchen (mit Spitznamen, der nur sie für mich verwendet), naaa, wie ist es so :-). Ich wollte doch mal schauen, ob unter dieser Email noch jemand zu erreichen ist? Wie gehts denn so? Bussi"


    Das ganze gespickt mit vielen Smilies.


    Ich bin aus allen Wolken gefallen, weil die Wut und Enttäuschung über sie, sofort wieder auflebte. Ich verstehe auch nicht, warum das so ist. Aber seit einer Woche gibt mir das richtig zu knabbern.


    Die Mail war wie ein Tritt in den Magen, ich empfand es als Frechheit.


    Jetzt ist die Frage, wie damit umgehen.


    Es ist 10 Jahre her, man kann sich ja ändern :-/ Aber ich verstehe nicht, warum sie sich überhaupt meldet. Wo ist der Sinn hinter sowas? ":/


    Mein Mann meint, ich sehe es zu eng. Sei doch alles Schwamm drüber.


    Meine Mutter meint, nicht reagieren.


    Die anderen GEschädigten sehen es teils, teils.


    Ich weiß nicht, was ich tun soll. Da ist noch so viel Ärger und das wundert mich selbst total.


    Vielleicht könnt ihr mir ja mal eure Meinung darüber schreiben.


    Viele Grüße,


    Anni

  • 38 Antworten

    Phu, im ersten Moment hätte ich wahrscheinlich eine E-Mail geschrieben, mit der sie nicht mehr gewusst hätte, wer sie ist.


    Die hätte ich aber dann wahrscheinlich wieder gelöscht...... um mich dann wieder auszuloggen und darüber nachzudenken, wie ich weiter vorgehe. Ob ich überhaupt weiter vorgehen möchte.


    So geht's mir jetzt auch, nachdem ich deinen Text gelesen habe..... das ist echt kackendreist!


    Darf ich fragen, wie hoch der finanzielle Schaden war? Nur für ne ungefähre Vorstellung. Geht's um ein paar Hundert Euro? Oder mehrere Tausend?


    Ich würde vermuten, aus Gefühl heraus: Sie will was. Irgendwas, aber nix aufrichtiges und fühlt mal vor, wie du heute zu ihr stehst.

    Zitat

    "Hallöchen (mit Spitznamen, der nur sie für mich verwendet), naaa, wie ist es so :-). Ich wollte doch mal schauen, ob unter dieser Email noch jemand zu erreichen ist? Wie gehts denn so? Bussi"

    Also erstmal klingt das, trotz des verwendeten Spitznamens, nach jeder x-beliebigen Spammail. Uns selbst, wenn die Mail echt ist, da überlegst du echt noch, dich zu melden? Die Mail ist ne Frechheit, weder ne Entschuldigung, noch Reue und zeigt eigentlich sehr gut, dass sie sich in 10 Jahren wohl nicht geändert hat. Mein Rat: Als Spam markieren und nicht reagieren, auch nicht anderweitig versuchen, Kontakt aufzubauen.

    Mich würde so eine Mail auch ärgern.


    Vor allem weil sie so tut als wäre nie was passiert, so als ob 3 Wochen Urlaub dazwischen liegen und nicht 10 Jahre und Streit und finanzieller Schaden.


    Wäre es ihr ernst und hätte sie ihren Fehler eingesehen, dann hätte sie nicht Hallöchen und Bussi geschrieben, sondern so in der Art " Tut mir leid was damals passiert ist, magst du reden?"


    Ich würde sie einfach ignorieren.


    Das lässt sich sowieso nicht mehr kitten.


    Sonst reißt du alte Wunden auf und ärgerst dich hinterher noch mehr.


    Du hast die Sache für dich abgeschlossen und es ist viel Zeit vergangen.


    Es ist zu spät, sie hat keine Chance mehr verdient

    Zitat

    "Hallöchen (mit Spitznamen, der nur sie für mich verwendet), naaa, wie ist es so :-). Ich wollte doch mal schauen, ob unter dieser Email noch jemand zu erreichen ist? Wie gehts denn so? Bussi"

    Ich würde aus mehreren Gründen nicht antworten.


    Zum einen, weil viel Zeit vergangen ist, du lange gebraucht hast, um den Vertrauensbruch zu verarbeiten und sie heute keine Rolle mehr in deinem Leben spielt, dir also ohne sie nichts fehlt. Zum anderen fände ich ihre Email seltsam. Erst ihr "Verrat" ohne den Versuch einer Erklärung oder Entschuldigung, dann zehn Jahre vollkommene Funkstille und Total-Rückzug ihrerseits (Umzug, Wechsel der Handynummer) und ihr Kontaktversuch sieht nun so aus?


    Ich finde es auch nicht gut, nachtragend zu sein und kein Mensch muss auf Knien angekrochen kommen, aber eine Klärung ist bei so schwierigen Geschichten einfach nötig. Nach zehn Jahren hätte ich kein Interesse auf "Hallöchen, blabla." Was sollte ich diesem Menschen, der so lange keinen Platz mehr in meinem Leben hat und mein Vertrauen missbraucht hat, schon erzählen wollen und warum?


    Es wäre anders, wenn sie nach so langer Zeit um eine Aussprache gebeten hätte. Das hätte mir imponiert und ich hätte vermutlich zugestimmt, allein weil ich auch nach vielen Jahren den Willen gut finde, alte Fehler bearbeiten zu wollen.


    Aber auf eine Kontaktaufnahme die rein auf Smalltalk abzielt hätte ich in dem Fall einfach keine Lust und nachdem es für dich wohl ziemlich aufwühlend zu sein scheint, würde ich mich ganz pragmatisch fragen, ob es dir mehr schadet, als nützt.

    Zitat

    Also erstmal klingt das, trotz des verwendeten Spitznamens, nach jeder x-beliebigen Spammail. Uns selbst, wenn die Mail echt ist, da überlegst du echt noch, dich zu melden? Die Mail ist ne Frechheit, weder ne Entschuldigung, noch Reue und zeigt eigentlich sehr gut, dass sie sich in 10 Jahren wohl nicht geändert hat. Mein Rat: Als Spam markieren und nicht reagieren, auch nicht anderweitig versuchen, Kontakt aufzubauen.

    sehe ich ganz genauso

    Hallo,


    wegen des Geldschadens: Konkret beläuft er sich bei mir auf knappe 12.000€.


    Bei den anderen ist es weniger.


    Von der Echtheit ihrer Mail kann ich ausgehen. Ist ihr Sprachstil und dieser Spitzname ist sonst keinem bekannt. Mails in dem Stil hat sie früher auch schon oft geschrieben.

    Aber ehrlich! Wenns mich arg jucken würde, dann würde ich höchstens zurückschreiben, dass sie ihr müden Versuche einfach bleiben lassen soll und dass das einfach unterste Schublade war. Wenn sie dir Schulden zurückzahlen will, dann kann sie dir das gerne geben. Ansonsten bestünde nicht wirklich das Interesse daran, mich mit ihr noch in irgendeiner Art und Weise abzugeben.

    Die Büchse der Pandora...


    Die Frage ist ja, ob / was du dir für den Fall, dass du antwortest, erhoffst?


    Möchtest du erneuten Kontakt? Trauerst du der alten Freundschaft hinterher? Oder geht es dir um eine Entschuldigung? Um Reue? Um eine Aussprache?


    Ich würde mir überlegen, was genau ich möchte. Wenn du besser damit lebst, keine alten Wunden aufzureißen, ignorier sie.


    Willst du Kontakt, um etwas zu klären oder die Freundschaft aufleben zu lassen, antwortete.

    Ich würde sagen: Lass dir Zeit. Es sind 10 Jahre vergangen, auf ein paar Wochen oder Monate mehr kommt es jetzt auch nicht mehr an. Wenn du merkst, dass es dich weiterhin beschäftigt, kannst du nach einer Weile ja antworten und dir bis dahin auch den genauen Inhalt überlegen. Wenn du merkst, dass es verblasst und du kein Bedürfnis hast zu antworten - dann eben nicht.