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    Und deine Ehe ist doch das beste Beispiel, dass eine klare Rollenverteilung eben nicht automatisch glücklich macht.


    In meinem kompletten Umfeld kenne ich keine einzige Beziehung oder Ehe, in der die Rollen so konsequent verteilt sind wie bei dir und deiner Frau.

    So eine klare Rollenverteilung habe ich auch nie und nimmer angestrebt und ich bin bestimmt auch kein Mann, der einer Frau etwas verbietet, da mir persönlich eine gewisse Freiheit wichtig ist und die gebe ich dann auch gerne meiner Partnerin.


    Eher glaube ich, dass meine Frau -weil sie es auch von zu Hause so kannte- ihre Rolle so angenommen hat. Ich wäre froh, wenn meine Frau mal sagen würde, heute abend gehe ich dahin oder dorthin. Für sich selbst etwas tun, was einen befriedigt, ist ein ganz wesentlicher Punkt, dass man auch mit sich zufrieden ist. Das hat damals auch die Therapeutin erklärt. Das Erkennen ist das Erste und das Umsetzen dann das Zweite. Früher konnte meine Frau bei kleinen Kinder sicherlich nicht so, m.E. wollte sie auch damals schon nicht und hat sich hinter ihrer Rolle "versteckt". Heute könnte sie und will nicht. Meine "Umtriebigkeit" wird nur benutzt, um von der eigentlichen Ursache abzulenken.


    Ach, gesprochen haben wir schon häufig. Aber wenn der Partner etwas sagt, geht es doch häufig rein und links raus. Wer sich nicht helfen lassen will, dem kann man nicht helfen.

    @ DieDosismachtdasGift

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    Es wird dennoch genörgelt und kritisiert, es ist selten genug was sie einbringen als Vater/Partner. Während Frauen, die regelmäßiger weniger Unterstützung daheim erfahren, sich über jede zusätzliche Aufmerksamkeit und Hilfe im Haushalt freuen. Woher dieses von mir wahr genommene Ungleichgewicht zwischen den unterschiedlichen Beziehungsleben/ebenen rührt vermag ich nicht eindeutig einzuschätzen.

    Für meinen Geschmack ist es schon die völlig falsche Denkweise, wenn man von "Hilfe im Haushalt" spricht. Den "Hilfe" durch den Mann impliziert, dass es grundsätzlich die Verantwortung und Aufgabe der Frau ist, sich um den Haushalt zu kümmern. Wenn der Mann dann ein wenig "hilft" gilt das als beklatschenswert. %-|


    So sehe ich das aber überhaupt nicht. Nur weil ich zwei x-Chromosome habe bin ich nicht automatisch für den Haushalt zuständig. Ein allein lebender Mann muss ja sich ja auch um seinen Haushalt kümmern. D.h. dass für mich der Haushalt eine GEMEINSAME Aufgabe ist. Da hilft nicht einer dem anderen, sondern man macht es eben zusammen. Dasselbe bei der Kinderbetreuungs- und Erziehung: "Hilfe" wäre mir da weitaus zuwenig!


    Ich brauche keine "Hilfe im Haushalt", ich erwarte, dass der Mann von sich aus seinen Teil des Haushalts macht. Das sollte eine Selbstverständlichkeit sein, und nichts wofür man dankbar sein muss.


    Im Unterschied zur Frau des TEs würde ich mich gar nicht erst auf eine klassische Rollenteilung einlassen, weil ich das für einen Fehler halte (hat einfach soooo oft negative Konsequenzen, dass ich es einfach nicht für schlau halte. Mal ganz davon zu schweigen, dass ich nicht freiwillig mehr als meinen Teil im Haushalt machen würde.)


    Ich behaupte, dass das viele der haushaltsbezogenen Unstimmigkeiten daher kommen, dass Frauen (und Männer) zunächst glauben, eine klassische Rollenteilung wäre eine gute Idee. In der Praxis merken sie dann aber oft, dass sie das eben doch unzufrieden macht. z.B. in dem die Frau merkt, dass "Hilfe im Haushalt" eben nicht genug ist. Das wird dann mitunter vielleicht als nörgeln gesehen. Aber eigentlich ist es nur die Erkenntnis, dass die klassische Rollenteilung eben sch***e ist. ;-D

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    vielleicht hat man sich auch nicht so viele gedanken ums (un)glücklich seine gemacht?

    Das bestimmt auch, ja.

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    Für meinen Geschmack ist es schon die völlig falsche Denkweise, wenn man von "Hilfe im Haushalt" spricht. Den "Hilfe" durch den Mann impliziert, dass es grundsätzlich die Verantwortung und Aufgabe der Frau ist, sich um den Haushalt zu kümmern.

    :)z Das sehe ich ganz genauso. Und bin gespannt, wie das bei uns wird, wenn wir irgendwann noch ein Kind bekommen. Dann werden die Rollen nämlich vorübergehend deutlich verteilt: ich gehe voll arbeiten, mein Mann macht volle Elternzeit und den Grossteil des Haushalts.

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    Es ist eine hoher Anspruch, die Liebe auch innerhalb von eines Familienlebens und einem routiniertem Alltag zu pflegen.

    Ich halte das nicht für einen hohen Anspruch, sondern die Basis einer glücklichen Beziehung.

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    Ach, gesprochen haben wir schon häufig.

    Hast du schon mal mit ihr über Trennung gesprochen?

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    schon seltsam, dass ganz viele der "späten zweiten ehen" so richtig glücklich werden, weil dann die beteiligten erst wissen, wie sie beziehung gestalten, hegen und pflegen wollen.

    Eine Ehe ist wie ein Hausbau. Beim ersten lernt man, beim zweiten weiß man es besser. :-D


    Sorry für den kleinen humorvollen Ausflug zum ernsten Thema. @:)

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    Eher glaube ich, dass meine Frau -weil sie es auch von zu Hause so kannte- ihre Rolle so angenommen hat. Ich wäre froh, wenn meine Frau mal sagen würde, heute abend gehe ich dahin oder dorthin. Für sich selbst etwas tun, was einen befriedigt, ist ein ganz wesentlicher Punkt, dass man auch mit sich zufrieden ist.

    Hat deine Frau eigentlich Freundinnen oder Freunde? Hobbys, Interessen? Was macht sie gerne? Was tut sie, wenn sie sich nicht um Haushalt oder Kinder kümmert?

    darf ich fragen, was Teilzeit bei deiner Frau bedeutet, SpringerundLäufer?


    Teilzeit ist ja nicht gleich Teilzeit, ich arbeite auch Teilzeit, mir fehlen aber nur 5 Stunden an einer vollen Stelle.

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    Seien doch alle mal ehrlich, besonders die, die in langen Beziehungen leben, seid Ihr immer glücklich und zufrieden mit Eurer Ehe

    ich war das nicht und bin gegeangen, die Frage ist ja, was ist dein eigener Anspruch an deine Ehe? Wenn alles nicht so schlimm ist, dann ist es vielelicht gut, dass du dich hier mal ausgekotzt hast und dann gehst du entspannter in die nächsten 25 Jahre @:)


    Trotzdem möchte ich nochmal eben kurz hierzu etwas anmerken:

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    Ich wäre froh, wenn meine Frau mal sagen würde, heute abend gehe ich dahin oder dorthin. Für sich selbst etwas tun, was einen befriedigt, ist ein ganz wesentlicher Punkt, dass man auch mit sich zufrieden ist. Das hat damals auch die Therapeutin erklärt

    möglicherweise befriedigt es deine Frau genauso wie es ist? Sie geht Teilzeit arbeiten und findet Befriedigung in Haus-und Gartenarbeit. Das gibt es doch.


    Ich weiß, beim Sensibelmann klingt das mit dem Haushalt immer so ratzfatz, aber es geht ja auch anders, selbst Brot backen, eigenes Obst einkochen, aufwändig kochen usw. Vielleicht ist es genau das, was deine Frau glücklich oder zumindest zufrieden macht?

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    Ach, gesprochen haben wir schon häufig. Aber wenn der Partner etwas sagt, geht es doch häufig rein und links raus. Wer sich nicht helfen lassen will, dem kann man nicht helfen.

    SpringerundLäufer, das ist ja nur eine Perspektive. Vielleicht wird deine Frau ja genau das gleiche über dich denken. Jeder versucht den anderen in seine Welt zu ziehen, wo aber der jeweils andere überhaupt nicht zuhause ist.


    Ich bin ein Freund von Kompromissen. Aber das System des Kompromisses hat Grenzen. Wenn man in seinen Positionen extrem weit auseinandersteht, dann wird ein echter Kompromiss für beide Seiten schmerzhaft. Und damit ist nichts gewonnen. Oder jeder ist bereit, 30% in den Kompromiss zu geben, aber dann ist man immer noch auseinander.


    Deine Frau zwingt dich nach deinen Erzählungen eiskalt die Rolle des Antagonisten. Sie hat keine Lust, sie ist zufrieden, für dich muss das dann auch reichen. Wie schon oft bemerkt kannst du sie nicht zwingen, plötzlich ambitioniert in der Beziehung die Initiative zu ergreifen. Und sie wird es nicht aus freien Stücken tun, diese Idee ist in weiter Ferne.


    Du musst dir wirklich deiner Position im Klaren sein. Das, was du ihr noch geben kannst, ist deine Achtung vor ihr als Mensch, Mutter und Partnerin im Sinne einer effektiven Symbiose und des kleinen Wohlstands. Du wärst zufrieden, wenn du das, was dir fehlt, außerhalb der Ehe leben könntest. Sie verbietet es dir aber. Was hast du für eine Wahl? Es akzeptieren, kuschen und leiden. Oder die Trennung mit allen Konsequenzen, Kosten usw.. Es gibt aber noch Schrödingers Katze. Den unbekannten Weg, dessen Konsequenzen erst klar werden, wenn man ihn untersucht. Warum ergreifst du nicht die Initiative und fängst an, die Löcher in deinem Leben zu stopfen? Eine Affäre zu haben, mal mit einer Escort ins Musical statt mit der Frau, ein ONS nach einem gemütlichen Abend? Wenn du damit ehrlich und offen umgehst, drehst du die Rollen rum. Dann agierst du, und deine Frau muss reagieren. Du kannst es ruhig ankündigen.


    Schlimmstenfalls trennt sie sich dann. Aber die Trennung ist ohnehin eine Option, die im Raum steht. Idealerweise akzeptiert sie dein Modell zähneknirschend. Perfekt wäre es, wenn sie aufwachen würde und diesen Platz zurückerobert.


    Du wirst es nicht erfahren, wenn du nicht die Führung übernimmst. Aber das Prinzip Hoffnung würde ich an deiner Stelle aufgeben. Du bist unglücklich, das merkt man. Und solange du nichts dagegen tust, wird deine Frau weiter bestimmen, in welche Richtung euer gemeinsames Leben gehen wird. Weil sie dich vermutlich für schwach hält (dazu passen auch Aussagen wie "Wenn du dich trennen willst musst du gehen") und Schwäche maximal für Mitleid, aber nicht für Achtung sorgt.

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    schon seltsam, dass ganz viele der "späten zweiten ehen" so richtig glücklich werden, weil dann die beteiligten erst wissen, wie sie beziehung gestalten, hegen und pflegen wollen.

    Ich meine mal wo gelesen zu haben, dass zweite Ehen ein höheres Scheidungsrisiko haben als erste Ehen. Insofern könnte dieser Eindruck also darauf zurückzuführen sein, dass die zweite Scheidung sicher eine weniger große Hürde ist als die erste. D.h. die nicht-funktionierenden zweiten Ehen werden eben schnell wieder geschieden werden und es bleiben eher nur die übrig, bei denen es eben wirklich gut passt...

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    , aber es geht ja auch anders, selbst Brot backen, eigenes Obst einkochen, aufwändig kochen usw. Vielleicht ist es genau das, was deine Frau glücklich oder zumindest zufrieden macht?

    Ich habe sowohl schon Brot gebacken als auch Obst & Gemüse (aus dem eigenen Garten) eingekocht- das sehe ich aber tatsächlich eher als Spaß oder Hobby- das könnte es also in der Tat für die Frau des TE-s sein- der Aufwand ist in Bezug zum Nutzen nicht unerheblich groß: Sehr gutes wohlschmeckendes Brot bekomme ich schnell beim Biobäcker um die Ecke, Obst und Gemüse bekommt man wohlschmeckender frisch oder tiefgefroren im Supermarkt.


    Und stärkeren Aufwand zum Kochen kann man sicherlich betreiben (auch das mache ich hin und wieder- zähle es aber nicht zu den notwendigen Haushaltstätigkeiten), wenn man es als Hobby sieht. Ich kann ansonsten auch ab und an in ein gutes Restaurant gehen, wenn ich richtig gutes Essen haben möchte.


    Zudem ist wohlschmeckendes Essen nicht zwangsläufig vom (Zeit)aufwand abhängig.

    @ Dorfnixe

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    Das sehe ich ganz genauso. Und bin gespannt, wie das bei uns wird, wenn wir irgendwann noch ein Kind bekommen. Dann werden die Rollen nämlich vorübergehend deutlich verteilt: ich gehe voll arbeiten, mein Mann macht volle Elternzeit und den Grossteil des Haushalts.

    Hmm, so ganz gleich sehen wir das dann wohl auch wieder nicht. :-) Ein bloßes Vertauschen der Geschlechter ist m.E. noch kein echtes Abweichen von der klassischen Rollenteilung. Dann ist ja wieder einer der Geldverdiener und ein anderer der, der die (undankbare) Aufgabe des Haushalts mitaufgedrückt bekommt und sich hauptsächlich um das Kind kümmert. Das wäre nicht mein Ideal. Ich finde eine möglichst gleichmäßige Teilung der Aufgaben erstrebenswert.

    Sorry fürs OT...

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    Ein bloßes Vertauschen der Geschlechter ist m.E. noch kein echtes Abweichen von der klassischen Rollenteilung. Dann ist ja wieder einer der Geldverdiener und ein anderer der, der die (undankbare) Aufgabe des Haushalts mitaufgedrückt bekommt und sich hauptsächlich um das Kind kümmert.

    Na, wir sprechen aber von einem Säugling und von diesem Modell für eine begrenzte Zeit von vielleicht anderthalb Jahren. Danach gleiten beide Rollen wieder mehr ineinander, z.B. indem dann einer Voll- und einer Teilzeit arbeiten geht. Ich mach jedenfalls kein Babyjahr mehr, been there, done that.

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    Ich finde eine möglichst gleichmäßige Teilung der Aufgaben erstrebenswert.

    Ich ja auch. Geht aber je nach Job & Verdienst (bzw. bei großem Unterschied zwischen dem, was beide verdienen) nicht gut mit einem Neugeborenen.

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    Jetzt wurde hier eine Ursache bei mir darin gesehen, dass wir uns zu wenig geliebt haben oder lieben. Aber mal ehrlich, wer trägt nach 24 Jahren noch seine Frau auf Händen bzw. auch umgekehrt? Ja, wir waren vielleicht nie richtig "verliebt" miteinander und hatten keine wilden Sexzeiten, aber darin eine Ursache zu sehen?

    Wilder Sex ist ja auch nicht das Indiz für eine langlebige Beziehung :|N . Das kann wie ein Strohfeuer nach einigen Jahren gelöscht sein.


    Ich finde, eine tiefe, grundlegende Basis ist das A und O. Wenn die Basis stimmt und eine tiefe Liebe entstanden ist, hält die so manchen schweren Zeiten stand.


    Aber langlebigkeit ist doch ach nicht das Maß aller Dinge. Ich ward eben eher nur Eltern als ein Liebespaar. So, nun sind die Küken flügge und eure Ehe hat somit keinen Zweck mehr...

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    Meine Wünsche blieben in der Regel unerfüllt. So gehe ich weiter meinen beruflichen Weg und lebe meine Hobbies aus und habe darin viel, viel Erfüllung gefunden.

    hm, ehrlich gesagt, wenn das so stimmt wie du schreibst, kann ich mir nicht vorstellen, dass du nicht schon längst zig Affairen o.ä. hattest... wenn mein Mann mich jahrelang konsequent am langen Arm sexuell aushungern lassen würde und zwar nur, weil er stumpf keinen Bock hat (alsi keine psychische oder physische Ursache vorliegt) würde ich ihn so lange nerven bis er geht oder selber gehen. Wenn ein Grund vorliegt und er mir nicht mehr das geben kann, wäre es nur fair über die Öffnung der Beziehung zu reden und einen Kompromiss für beide Seiten zu finden. Aber einfach zu sagen: nö, ich habe einen Bock mehr, also darfst du auch nicht... geht gar nicht. Dann soll sie dich eben machen lassen und du suchst die ne Affaire.