@ temare

    Vielen Dank für Deine Beiträge. Nein, es ist nicht so, dass ich darauf keinen Wert lege. Sie haben mich sehr zum Nachdenken angeregt.


    Was mir auffiel ist, dass Du versucht hast, mich fast nur in eine Richtung "zu schubsen". Trennung, da war für Dich vielleicht das Beste, es muss jedoch nicht für mich die beste Lösung sein und da ich auch immer noch nicht weiß, was die beste Lösung ist, lasse ich mir auch noch Zeit für die Entscheidung. Ich trage mein "Leid" jetzt schon viele Jahre, da muss ich nicht innerhalb weniger Tage eine Entscheidung treffen, sondern die Entscheidung muss reifen.


    Ich glaube auch nicht, dass meine Frau nur "geldgeil" ist, auch wenn ich das teilweise so empfinde. Ja, es ist ihr wichtig, einen guten Versorger an ihrer Seite zu haben und das sieht sie sicher für sich auch ans angenehm an. Sie sagt jedoch sogar selbst, dass sie gerne wieder Vollzeit arbeiten gehe würde, um aus der finanziellen Abhängigkeit auszusteigen, wenn es arbeitsmäßig möglich wäre. Sie arbeitet inzwischen über 30 Jahre beim selben Arbeitgeber und da verstehe ich, dass sie diesen Arbeitgeber auch nicht aufgeben will. Andererseits hat der Arbeitgeber derzeit keine volle, sondern nur eine halbe Stelle für sie, so dass sie nicht so einfach auf Vollzeit umsteigen kann.

    Ich glaube persönlich nicht, dass sich an Eurer Beziehung etwas ändert oder ändern lässt. Deine Frau hat nie etwas wirklich so sehr vermisst wie Du es in dieser Beziehung tust. Ihr habt Euch beide irgendwie darin arrangiert und engagiert. Wo läge der Vorteil für sie, dass sie sich für Dich oder Euch ändern würde? Dann müsste sie vielleicht plötzlich mehr mit Dir unternehmen, mehr Sex haben etc. etc., was sie aber gar nicht will. Für ihr persönliches Alltagsleben benötigt sie Dich nicht wirklich, außer als Versorger und Mitbewohner für Dinge, wo es eben genehm ist, einen Mann an der Seite zu haben.


    Ob Du in Deiner Meinung richtig liegst, Dich wegen Deiner (labilen) Kinder weiterhin für die Aufrechterhaltung der Wohngemeinschaft unengeschränkt herzugeben, sei dahingestellt. Ich sehe eher darin eine Ausrede Deinerseits, um weiterhin am Status-quo festzuhalten. Weshalb sollten Kinder Interesse an einer de facto zerrüteten Ehe ihrer Eltern haben?


    Ich glaube aber auch nicht, dass Du letztlich den Schritt zur Trennung umsetzen wirst, da trotz allem vieles auch noch angenehm ist gegenüber dem eines Singlelebens. Das, was Du "Liebe" nennst, ist vorwiegend Verbundenheit gegenüber Deiner Familie für lange 24 Jahre. Würde Dich der Blitz einer neuen Liebe treffen, würdest Du Dir wohl kaum noch große Gedanken um eine (Ehe-)Frau machen, die ihren Ehemann de facto schon seit Jahren verabschiedet hat.


    Du kennst Eure Umstände, Deine Frau. Du weißt, dass Therapien nichts geholfen haben und de facto weißt Du auch, dass ihr eigentlich nie wirklich so richtig für einander bestimmt gewesen seid. Damals hatte jeder für sich seine Gründe für die Beziehung, bloß waren die augenscheinlich nie die selben. Darum: Was soll nach 24 Jahren dann auf einmal so werden können, wie es schon zu Beginn niemals war? Aus meiner Sicht seid Ihr beide Täter wie Opfer. Beide kennt ihr es nicht wirklich besser. Letztlich bleibt meines Erachtens nur die Frage, wer von Euch beiden die Situation länger aushält, denn sie wird von Tag zu Tag zermürbender werden, auch wenn vielleicht dazwischen wieder einmal der eine oder andere gute Tag liegen wird (und man sogleich glaubt, ab jetzt geht's wieder aufwärts). In Wahrheit wird eine allfällige Trennung dadurch nur noch schwieriger, weil man das, was man täglich vermisst, von Tag zu Tag weniger wird und man sich mehr und mehr an das Vermisste gewöhnt. Auch wenn es etwas schwer verständlich ist, aber die Hemmschwelle geht nach unten und wenn man versucht, das Vermisste als Grund einer Trennung auszusprechen, so wird man dabei feststellen, dass durch den immer stärker werdenden Gewohnheitsfaktor das Vermisste immerzu um einen klitzekleinen Punkt weniger an Bedutung beibehält und man sich dann ja deswegen nicht einfach so trennen wird, nicht erst nach 24 Jahren, 30 oder 40 Jahren. Wenn, dann hätte man das vielleicht vor 10 Jahren erledigen sollen, da wäre die Bremsschwelle wohl noch nicht so tief gelegen gewesen.


    Ich wünsche Euch viel Kraft für Eure Zukunft. Wenn Ihr nicht daran kaputtgehen möchtet, solltet Ihr euch irgendwie arrangieren, jedoch ehrlich gesagt, ich wüsste nicht wie.

    Zitat

    Weshalb sollten Kinder Interesse an einer de facto zerrüteten Ehe ihrer Eltern haben?

    Weil die Kinder unsere Ehe nicht als zerrüttet ansehen, sondern sie sehen ihre für sie recht gut funktionierenden Eltern und uns nicht als Paar.

    @ SpringerundLäufer

    Nach diesem Einleitungssatz

    Zitat

    Ich glaube auch nicht, dass meine Frau nur "geldgeil" ist, auch wenn ich das teilweise so empfinde.

    Hätte ich erwartet, dass nun kommt, dass sie dir gesagt, dass du ihr viel bedeutest, sie dich schätzt etc.


    Es kam aber dies..

    Zitat

    Ja, es ist ihr wichtig, einen guten Versorger an ihrer Seite zu haben und das sieht sie sicher für sich auch ans angenehm an. Sie sagt jedoch sogar selbst, dass sie gerne wieder Vollzeit arbeiten gehe würde, um aus der finanziellen Abhängigkeit auszusteigen, wenn es arbeitsmäßig möglich wäre. Sie arbeitet inzwischen über 30 Jahre beim selben Arbeitgeber und da verstehe ich, dass sie diesen Arbeitgeber auch nicht aufgeben will. Andererseits hat der Arbeitgeber derzeit keine volle, sondern nur eine halbe Stelle für sie, so dass sie nicht so einfach auf Vollzeit umsteigen kann.

    Was hat das noch mit eurer Beziehung zu tun?


    Dazu..

    Zitat

    Was mir auffiel ist, dass Du versucht hast, mich fast nur in eine Richtung "zu schubsen". Trennung, da war für Dich vielleicht das Beste, es muss jedoch nicht für mich die beste Lösung sein und da ich auch immer noch nicht weiß, was die beste Lösung ist, lasse ich mir auch noch Zeit für die Entscheidung. Ich trage mein "Leid" jetzt schon viele Jahre, da muss ich nicht innerhalb weniger Tage eine Entscheidung treffen, sondern die Entscheidung muss reifen.

    kann ich Folgendes sagen. In deinem Fall gibt es drei Möglichkeiten:


    1. So weiter machen wie bisher.


    Scheidet offensichtlich für dich aus, denn dann gäbe es den Faden nicht.


    2.Ihr findet endlich als Paar zusammen.


    Du hast selbst geschrieben, dass ihr im Prinzip nie ein Liebespaar ward und eure Ehe eine Vernunftentscheidung ist. Jetzt also eine Beziehung auf ein Niveau zu heben, was von Anbeginn nie gegeben war ist wohl unmöglich. Erst Recht wenn dazu nur von deiner Seite der Wille gegeben ist nicht aber von Seiten deiner Frau.


    3. Ihr trennt Euch.


    Das ist die aus meiner Sicht nach Schilderung deiner Situation von mir empfohlene Lösung. Dazu drängen (schubsen) will dich keiner. Ich kenne deine Lage aus eigener Erfahrung nur zu gut.


    Ich verstehe, dass du nach 24 Jahren denkst, auf weitere 2 Wochen, Monate oder Jahre kommt es nicht an. Du solltest áber zu dir ehrlich sein und dich fragen, warum es so ist.


    Weil du hoffst doch noch mit die Wende zu kriegen?


    Weil du dich nicht stark genug fühlst eine Trennung durchzu ziehen?


    Wegen der Kinder?


    Die Gedanken an eine Trennung sind für dich heute wahrscheinlich so realistisch wie nie zuvor. Momentan hast du Angst davor eine Entscheidung zu treffen, weil du glaubst, dass du mehr verlierst als du gewinnen kannst.


    Du wärst auch nicht der Erste, der an 24 Jahre supotimale Jahre noch mal 24 unglückliche Jahre dranhängt.


    Ich glaube, dass es bei dir so sein kann. Aber auch dann ist es deine Entscheidung und ok.


    Bei allen Veränderungen im Leben spielt der individuelle Leidensdruck die entscheidende Rolle. Dieser Leidensdruck ist (noch) groß genug bei dir. Er könnte nur dann wachsen, wenn du eine andere Frau kennenlernst und du siehst wie eine gute Beziehung aussehen könnte, oder deine Frau eine Entscheidung trifft.

    Zitat
    Zitat

    Weshalb sollten Kinder Interesse an einer de facto zerrüteten Ehe ihrer Eltern haben?

    Weil die Kinder unsere Ehe nicht als zerrüttet ansehen, sondern sie sehen ihre für sie recht gut funktionierenden Eltern und uns nicht als Paar.

    Normalerweise wollen Kinder nicht allzuviel über die Beziehungsprobleme ihrer Eltern wissen und möchten auch nicht hineingezogen werden. Jugendliche in diesem Alter haben oft schon selbst ihre ersten Beziehungserfahrungen gemacht und wissen, dass es nicht immer einfach ist.


    Wenn die Eltern sich trotz ihrer Probleme einander gegenüber immer noch anständig verhalten, so ist das für die Kinder keine unerträgliche Situation. Und ich denke, so ist es auch beim TE. Ich nehme an, gäbe es genügend Sex in der Ehe, wäre er nicht unzufrieden und würde nicht an Trennung denken

    Zitat

    Weil die Kinder unsere Ehe nicht als zerrüttet ansehen, sondern sie sehen ihre für sie recht gut funktionierenden Eltern und uns nicht als Paar.

    Damit ist es aber auch für eure Kinder doch eine zerüttete Ehe- für gut funktionierende Eltern bedarf es keiner Ehe, es bedarf dafür nicht mal einer Wohngemeinschaft.


    Ich behaupte auch, dass die Stichelleien einer Frau sich noch verschärfen werden, meiner Ansicht nach drückt das erhebliche Unzufriedenheit mit ihrer und eurer Situation aus. Ihr solltet euch beide aus diesem Käfig der Unzufriedenheit befreien- wenn ihr euch trennt, sollte das zwar am Anfang schmerzhaft sein (Macht der Gewohnheit wird gebrochen), aber ihr beide werdet euch am Ende befreiter und glücklicher fühlen- davon bin ich überzeugt. Immerhin kann auch deine Frau endlich einen Partner finden, den sie wirklich lieben kann (vielleicht bräuchte sie das auch dringend, damit ihre sexuellen Gefühle erwachen- auch fehlende Liebe kann die Libido deutlich herabsetzen). Genauso, wie du eine Partnerin finden kannst, mit der du dann wirklich glücklich wirst. So seid ihr beide unglücklich und verschenkt viel mögliches Lebensglück.

    Zitat

    Weil die Kinder unsere Ehe nicht als zerrüttet ansehen, sondern sie sehen ihre für sie recht gut funktionierenden Eltern und uns nicht als Paar.

    Könnte es sein, dass eure Kinder eine kaputte Ehe für normal halten, weil sie es nicht anders kennen? Wenn ja, wäre das natürlich alles andere als gut, weil sie später selber Beziehungen haben werden und dann eure Probleme als normal "importieren"....

    so, wie der springer das in einem anderen beitrag geschildert hat, könnte er durchaus recht mit seiner vorsicht wegen der kinder haben. seine frau scheint mir eher der typ, der im falle einer trennung alle schuld auf ihn abladen wird und das auch bei den kindern so kommunizieren wird. ich habe das in der art auch schon in der art mitbekommen - egal wie fair man versucht zu sein, wenn der andere sich einschießt... holla die waldfee!!!

    Zitat

    Dieser Leidensdruck ist (noch) nicht groß genug bei dir.

    Dem ist wahrscheinlich so.

    Zitat

    Wenn die Eltern sich trotz ihrer Probleme einander gegenüber immer noch anständig verhalten, so ist das für die Kinder keine unerträgliche Situation. Und ich denke, so ist es auch beim TE. Ich nehme an, gäbe es genügend Sex in der Ehe, wäre er nicht unzufrieden und würde nicht an Trennung denken

    Sie sehen keine zerrüttete Ehe. Ich verstehe auch unter einer zerrütteten Ehe etwas ganz anderes. Die Kinder kennen es nicht anders. Ohne es schön reden zu wollen, meine Frau verstehen uns als Team, sind gute Eltern. Ich glaube, ich habe hinlänglich beschrieben, was mir fehlt.

    Zitat

    Immerhin kann auch deine Frau endlich einen Partner finden, den sie wirklich lieben kann (vielleicht bräuchte sie das auch dringend, damit ihre sexuellen Gefühle erwachen- auch fehlende Liebe kann die Libido deutlich herabsetzen).

    Ja, das könnte sie vielleicht. Bisher hat meine Frau jedoch alle Trennungsvorschläge abgelehnt. Meine Frau ist ein total auf Sicherheit fixierter und risikoloser Mensch. Sie will sich nicht trennen.

    Zitat

    so, wie der springer das in einem anderen beitrag geschildert hat, könnte er durchaus recht mit seiner vorsicht wegen der kinder haben. seine frau scheint mir eher der typ, der im falle einer trennung alle schuld auf ihn abladen wird und das auch bei den kindern so kommunizieren wird. ich habe das in der art auch schon in der art mitbekommen - egal wie fair man versucht zu sein, wenn der andere sich einschießt... holla die waldfee!!!

    Die Eltern meiner Frau sind auch geschieden (ca. 2-3 Jahre bevor ich meine Frau kennen lernte). Es gab einen fürchterlicher Rosenkrieg, der auch noch geführt wurde als ich meine Frau kennen lernte. Mein Schwiegervater ist bis heute der Schuldige. Meine Frau hat jahrelang nicht mit ihrem Vater geredet, da er "Schuld" an der zerbrochenen Familie war. Meine Schwiegermutter hat alles getan, dass die Kinder keinen Kontakt zum Vater mehr suchten. Inzwischen ist nach über 20 Jahren vieles verraucht, aber Narben sind geblieben.

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    Meine Frau ist ein total auf Sicherheit fixierter und risikoloser Mensch. Sie will sich nicht trennen.

    So sehr scheinst du dich aber diesbezüglich von deiner Frau nicht zu unterscheiden.

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    Es gab einen fürchterlicher Rosenkrieg

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    Meine Schwiegermutter hat alles getan, dass die Kinder keinen Kontakt zum Vater mehr suchten.

    Hast du davor Angst?

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    So sehr scheinst du dich aber diesbezüglich von deiner Frau nicht zu unterscheiden

    Stimmt. Ich denke, ich bin ein Stück risikobereiter, aber gehe auch meist nur kalkulierbare Risiken ein.

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    Hast du davor Angst?

    Alles was ich damals und in den letzten Jahren erlebt habe, muss mir das Angst machen. Ja.