Ich antworte Euch noch, meine Lieben. Hatte bisher keine Zeit.


    ??Wollte nur zwischenmelden, dass er sich heute für die nächste Party angemeldet hat. Eine Pärchenparty die ausnahmsweise als Herrenübschuss-Party freigegeben ist.. so alle 4 Wochen. Natürlich nach 2 Tage nach meinem Abflug.??


    Heute habe ich ihn halb erwischt, als ich aus der Arbeit gekommen bin... da war Action in der Bude und zack, war er im Bad verschwunden. Danach war er kuschlig und wollte mich dauernd umarmen. Auch schon ein Zug, den ich kenne.. immer wenn er sowas macht oder sich im Bad eingeschlossen und SB gemacht hat, kommt er danach an, wird ganz touchy und säuselt mir Liebesschwüre ins Ohr. Bah!


    Zum Glück sind wir am WE gut verplant, ich habe echt keine Lust auf Zweisamkeit.


    Mehr dann am MOntag, da habe ich ein paar Stunden Ruhe. Auch über die letzten Beiträge, vor Allem von Danae.. da ist viel Wahres dran und irgendwie habe ich gerade das Gefühl, dass mein Leben wie ein Scherbenhaufen zusammenbricht :°(


    Schönes Wochenende..

    Ich überlege gerade, ob ich ihn kommende Woche mit dem Thema konfrontieren soll und wir beide die Zeit, in der ich dann weg bin, nutzen, um uns zu überlegen, ob das mit uns überhaupt noch Sinn macht. Ich bin momentan soooo unglücklich und alles ist nur noch Schall und Rauch. Er ist fast daueronline auf der Seite, während ich hier unten im Wohnzimmer sitze und fast eingehe. Das geht so nicht. Einerseits bin ich wahnsinnig froh, bald rauszukommen, andererseits ist es schrecklich, nicht zu wissen, was er dann hier treibt :°(


    Leider komme ich hier nicht zum nachdenken, bin unstrukturiert und drehe mich im Kreis. Macht vielleicht Sinn, direkt im Anschluss an den Urlaub für ein, zwei Wochen in ein Appartement zu ziehen um räumlichen Abstand zu bekommen, denn ich weiß wirklich gar nicht mehr, was ich eigentlich will im Leben, vom Leben. Ich bräuchte einen "Sparringpartner" oder Coach, der das mal mit mir angeht. Finde alleine keinen Anfang. Gibts da Stellen, an die man sich wenden kann?

    Zitat

    Ich überlege gerade, ob ich ihn kommende Woche mit dem Thema konfrontieren soll und wir beide die Zeit, in der ich dann weg bin, nutzen, um uns zu überlegen

    Weisst Du Mädel... Irgendwann musst Du mal anfangen, Deine eigenen Entscheidungen für Dich zu treffen!

    Ralph, hast Du an sich recht.


    Aber: dass ich mich jetzt überhaupt mal mit einer Trennung auseinandersetze ist FÜR MICH ein riesengroßer Schritt und alleine das tut echt weh. Ich wache doch nicht eines Morgens auf und bin plötzlich die unabhängige, selbstbewusste Frau, die ihren vermeintlich untreuen, zumindest aber notorisch lügenden Kerl vor die Türe setzt, sich den Staub von der Schulter klopft und sagt "pfff... hab ich doch gar nicht nötig, sowas.. Waschlappen" :|N


    Das ist unrealistisch, was mich angeht. Das braucht Zeit..

    Ich glaube, niemand wischt sich achselzuckend den Staub von der Schulter nach einer Trennung. Da fließen Tränen und das ist gut so, das gehört dazu.


    Aber wichtig ist, dass Du die Entscheidung dafür mit Dir selber ausmachst und nicht daran knüpfst, was er sagt. Wenn Du darauf wartest, dass er das genau so sieht und sich trennen will, dann bist Du in 10 Jahren noch keinen Schritt weiter.

    Zitat

    zwei Wochen in ein Appartement zu ziehen um räumlichen Abstand zu bekommen, denn ich weiß wirklich gar nicht mehr, was ich eigentlich will im Leben, vom Leben. Ich bräuchte einen "Sparringpartner" oder Coach, der das mal mit mir angeht. Finde alleine keinen Anfang. Gibts da Stellen, an die man sich wenden kann?

    Knuffl, ich kann mich rein versetzen ein Stück weit, dass Du gerade völlig leer gebrannt und innerlich am Nullpunkt angekommen bist.


    Wenn man eine geglaubte Liebe vor sich in die "Entzauberung" gehen sieht, die Sinnhaftigkeit mehr und mehr hinterfragt, ist das ein schmerzlicher Prozess. Eigentlich immer dann, wenn man sich selbst, sein eigenes Leben, den Partner als Schutzfunktion vor der Eigenverantwortung verklärt hat.


    Du hast lange Zeit in einem Kokon gelebt. Früher von Freunden, Familie und in der gewohnten Heimat lebend. Du musstest Dich von nichts/niemandem richtig abnabeln. Es gab für Dich überschaubare Abläufe im Alltag, Menschen, die Dir zugewandt waren, abrufbar in der Nähe, wenn Du das Bedürfnis danach hattest usw.


    Du hast Dich mit sehr mulmigen Gefühl in einen Umzug rein gestürzt, einen Partner, der schon immer etwas "windig und unzuverlässig" war tief in Dein Leben rein gelassen. Die Kenntnis, dass er ein jugendlicher Hallodri ist, war Dir bekannt. Aber Du wolltest seinen Worten glauben, unbedingt. Das war und ist Deine innere Sicherheit, damit Du Dich nicht eigenständig dem Leben stellen musstest.


    In meinem Freundeskreis habe ich eine Freundin mit ähnlichen Wesensstrukturen. Sie ist glücklich an der Seite des potentiellen Partners, der klare Entscheidungen trifft, selbst wenn diese ihr Leben negativ einschränken. Ihr Wunsch ist, den Mann an ihrer Seite glücklich zu machen, zu welchem Preis auch immer. Er soll führen, entscheiden und sie macht dann so mit. Woher das kommt, weiß ich heute, gehört hier aber nicht hin.


    Dein Knackpunkt ist, dass Du Dir lange Zeit vorgemacht hast, dass Dein Freund sich anpassen und verändern wird. Vielleicht auch gehofft, wenn er beruflich genug gefordert und ausgepowert wird, dass sich seine erotischen Eskapaden in Luft auflösen werden.


    Was ich bei Dir vermisse, sind eigene Vorstellungen für Dein Leben, ganz unabhängig von Deiner Partnerschaft. Du wankst hin und her, hoffst, dass Dein Freund für Dich die Erfüllung bringen wird, in dem er mehr und mehr Deine Vorstellungen vom Leben teilt. Du traust Dich allerdings kaum objektiv Tacheles zu reden, weil Du tief in Dir weißt, dass wenn Du es tätest, eure Beziehung offenlegt, wie weit ihr in Teilbereichen in euren Vorstellungen auseinander liegt.


    Dir ist bis heute nicht schlüssig klar, ob Du Kinder willst. Für mich klingt es irgendwie nach einem Deal, Du wirst geheiratet, bekommst die von ihm gewünschten Kinder und dafür soll er eine monogame und verbindliche Beziehung mit Dir eingehen. So funktioniert das allerdings nicht und tief in Dir ahnst Du das vermutlich auch schon lange. Das macht Dir Angst, Du scheust davor diese Erkenntnis an Dich heranzulassen.


    Je weniger, Du für Dich das Eigenprofil neben Deinem Freund und Partner entwickelst, desto weniger entschlussfreudig ist Dein Handeln. Du gehst ungesunde Kompromisse ein, um diese Beziehung weiterleben zu können.


    Ich kann es aus der Ferne nicht einschätzen, ob das eine Art von Beziehungsflucht oder Beziehungssucht ist. Beides liegt eng beieinander, hat allerdings unterschiedliche Wurzeln in der Konditionierung.


    Dich aus dem gemeinsamen Alltag zurückziehen, Abstand haben und Gedanken sortieren ist eine gute Entscheidung, reicht aber nicht aus, wenn das Konzept für Dein Leben weiter kein Fundament bekommt.


    Bitte verlagere das Thema nicht ausschließlich nach außen, sondern gehe tief in Dich, befrage Deine Bedürfnisse und dann stell Dir die Frage, wer bin ich und was will ich für mich leben, auch unabhängig vom Partner.


    Mir scheint, Du hast Dich noch nie richtig von Bezugspersonen abnabeln können, ihr Rat, ihre Sichtweisen, ihr Handeln waren für Dich entscheidend, vielleicht auch aus Angst Eigenverantwortung übernehmen zu müssen.


    Aber das kannst Du für Dich am besten einschätzen. Ich kann nur das mit einbeziehen, was Du hier über Dich selbst schreibst. Das sind sicher zum Teil nur Tageseinflüsse, zum anderen Teil, Momentaufnahmen und das macht es schwer Dir schlüssig Hilfe an die Hand zu geben.


    Allerdings spüre ich eine tiefe allgemeine Verunsicherung in Dir, die es auch unabhängig von der Paarproblematik gibt. Es fällt Dir schwer klare und bodenständige Entscheidungen für Dich zu treffen.


    Was genau macht Dir so viel Angst Knuffl? Die falschen Entscheidungen für Dein Leben zu treffen? Deiner Eigenverantwortung mehr Bedeutung geben zu müssen?


    Du wirkst so verloren und tief traurig, irgendwie in einer fremden Welt lebend, die Dir keinen Halt zu geben vermag. Nichts Verlässliches für Dich bereithält. Hab ich das in etwa richtig erfasst?

    Liebe Knuffl, ich verfolge deinen Weg schon lange und leide echt mit dir! Genau deshalb habe ich bisher nie etwas geschrieben, denn ich habe diese ganze Geschichte fast eins zu eins vor vielen Jahren selbst mitgemacht, so ähnlich, dass ich manchmal beim Lesen deiner Schilderungen und deiner Gefühle erschrecke... Ich erkenne darin so vieles von mir und meinem damaligen Leidensweg wieder, dass ich kaum unbefangene und sinnvolle Ratschläge geben kann - aber genau die brauchst du jetzt, kein immer wieder ausgesprochenens Mitgefühl. Das hast du sowieso :°_ Andere geben sich hier allerdings richtig viel Mühe, dir ein paar kleine, sehr liebevolle virtuelle Kopfnüsse zu geben, und das finde ich absolut bemerkenswert, wollte ich immer schonmal gesagt haben :)^


    Mich hat vor allem das hier

    Zitat

    (...) wichtig ist, dass Du die Entscheidung dafür mit Dir selber ausmachst und nicht daran knüpfst, was er sagt. Wenn Du darauf wartest, dass er das genau so sieht und sich trennen will, dann bist Du in 10 Jahren noch keinen Schritt weiter.


    Ralph_HH

    gerade so sehr getriggert, dass ich mich nun doch zu einem Beitrag entschlossen habe:


    Exakt das war damals auch eines meiner größten Probleme: ich wollte sogar in der Trennung irgendeinen Konsens erzwingen, ich brauchte das einfach, weiß der Teufel, warum, und habe mich unglaublich schwer damit getan, etwas nach meinem Gefühl und meiner Sichtweise zu entscheiden, weil die Konsequenz des Ganzen ja uns beide beträfe - dein Bild mit dem "Trennung nachher von der Schulter klopfen" fand ich da auch sehr treffend! Erkannt habe ich diese "Schwäche", meinetwegen auch diesen Charakterzug aber erst im Nachhinein. Er war für mich in der Vor-Trennungssituation nicht zu benennen, weil ich so verletzt war, langzeitverletzt sogar, da war kaum noch Platz für Reflektionen, nur noch für Traurigkeit, Hilflosigkeit und diese ewige, geduckte Schutzhaltung vor dem nächsten, sich schon abzeichnenden Rückschlag.

    Bin noch nicht wieder zurück, dennoch habe ich jetzt Gewissheit, dass er mindestens einmal im Swinger Club war. An dem Abend als er mir dann im Nachhinein ein plausibles Alibi aufgetischt hat.


    Ich werde direkt ausziehen. Melde mich wieder..

    Ach, Knuffl, wie furchtbar :°_


    Und wirklich, wirklich gut, dass du jetzt Konsequenzen ziehst! Alles Gute dafür!!


    Du hattest mal gefragt:

    Zitat

    Ich bräuchte einen "Sparringpartner" oder Coach, der das mal mit mir angeht. Finde alleine keinen Anfang. Gibts da Stellen, an die man sich wenden kann?

    Klar gibt es die, sicher mehr, als man denkt. Mir (und auch einer lieben Freundin nach einer schlimmen Beziehung und Trennung) hat man bei einer ähnlichen Einrichtung wie hier


    Beratungsstelle


    ganz toll geholfen. Ist zwar nicht meine Stadt, aber im Grunde wohl das gleiche Angebot: jemand, der dir Gelegenheit gibt, dich zu sortieren, dich vielleicht auch mal erstmal auszuheulen, der dich ernstnimmt, der zuhört, der dich einfach begleitet. Oft arbeiten solche Stellen (wie in meiner Stadt) gegen Spenden, du kannst also anonym und selbst entscheiden, ob du € 10,- oder 100,- zahlst und hast überdies nicht diese ja leider so langen Wartezeiten wie bei Psychologen etc.


    Erkundige dich unbedingt, du musst da nicht allein durch :)*

    Danke für den Link, Juli. Ich muss mir da dringend was suchen.


    Bin wieder da und bekomme wahnsinnig viel Unterstützung aus dem Familien- und Freundeskreis. Manche haben letzte Woche ganz viel "live" mitbekommen.


    Mein toller Plan war, gestern Abend heimzukommen, ihn damit zu konfrontieren und direkt ins vorab gebuchte Hotel, bzw zu einer guten Freundin zu ziehen. Wettertechnische Umstände und Müdigkeit hatten aber zur Folge, dass ich erst nachts um 3 zuhause war und heute arbeite ich daheim. Wenn man das arbeiten nennen kann. Ich fühle mich wie ein Zombie. Mal weine ich 3 Sekunden, dann laufe ich wie betäubt durch die Wohnung, gieße Blumen, suche nach Anzeichen welcher Art auch immer...


    Suche nach Appartements, kann mich aber nich durchringen, aufs Buchen-Knöpfchen zu drücken, mein Gepäck liegt unangetastet im Flur. In 3 Stunden kommt er heim, war vorhin auf nen Espresso da aber hat nix gemerkt. Ich weiß einfach gar nichts mehr

    Sein Profil hat er in einer Nacht- und Nebelaktion gelöscht (also ereigentlich schlafen war..) aber er hat am Tag nach einem Besuch im SC (zumindest war er da angemeldet) plötzlich ein Paar in der "Freundesliste" gehabt, die da auch auf der Party angemeldet waren. Wahrscheinlich ist es besccheuert aber ich überlege ernsthaft, die anzuschreiben um ggf. was in der Hand zu haben, wenn er mich wieder anlügen und das abstreiten sollte bei der KOnfrontation... sofern die mir überhaupt antworten, geschweige denn, nicht gleich zu ihm rennen um ihn zu warnen.


    Ach Scheisse, echt :°(

    Zitat

    sofern die mir überhaupt antworten, geschweige denn, nicht gleich zu ihm rennen um ihn zu warnen.

    Oder ihn gar decken, sei es unabgesprochen oder nicht, was ich für möglich halte. Die haben ja auch möglicherweise en Interesse daran, wenn andere nichts weiterplaudern.