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    Meine Mutter zahlt weder für meinen Lebensunterhalt, noch meine Klamotten, noch meine Miete etc.,

    Für die erste Wohnung beider Töchter habe ich mit meiner Unterschrift und Gehaltsnachweisen gebürgt und mich auch finanziell beteiligt, da habe ich mir anfangs schon das Recht herausgenommen, mich mit Hinweisen einzumischen. Aber damals waren sie 19 bzw. 20.

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    Ich wüsste nicht, warum "einmischen" normal sein soll zwischen Eltern und erwachsenen Kindern, in beide Richtungen.

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    Wobei ich mich schon frage, warum es für manche Elternteile immer so wahnsinnig wichtig ist, ungefragt ihre Meinung kund zu tun.

    Mein gestriges Post hat sich vielleicht etwas krass angehört. Zieht Euch doch nicht an 3 Sätzen hoch. Es geht doch nicht darum, sich ungefragt in das Leben der Kinder einzumischen. Wir tauchen auch niemals unangemeldet bei ihnen auf oder rufen an, um ihnen in irgendeiner Art vorzuschreiben, was sie zu tun oder zu lassen haben. Davon abgesehen, dass Anrufe vielfach von ihrer Seite ausgehen, ergibt sich der ein oder andere Rat einfach im Gespräch. Das ist doch völlig normal.


    Mit meinen Eltern war das etwas anders, während mein Vater ein gern gesehener Gast und Helfer war (auch unangemeldet, sich per Brief anmelden wäre wirklich übertrieben gewesen), war meine Mutter allem und jeden gegenüber missgestimmt und mit ihrer verschrobenen Einstellung wollte ich sie nicht in meiner Nähe haben. Aber das hat mit ihrer speziellen Art zu tun. Ich hätte viel darum gegeben, wenn ich eine Mutter gehabt hätte, die mir mit irgendwas (Wohnung einrichten, Babybetreuung oder was auch immer) zur Seite gestanden hätte.


    Schon in unseren Herkunftsfamilien war es üblich, Meinungen zu haben und diese – im beiderseitigem Einvernehmen- auch ungefragt zu äußern. Ich kann das schwer erklären, aber das sind quasi gewachsene Strukturen. Wobei Schwiegereltern es mit der Einmischung selbst in meinen Augen übertrieben haben.

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    versuche ich sie so zu verpacken, dass sie nicht weh tut.

    Ich mag es nicht, um den heißen Brei herumzureden. "Klipp und klar" sollte nicht im Sinne von "basta" verstanden werden, sondern im Sinne von ich winde mich nicht um das Thema herum. Meine Eltern und ihre Verwandtschaft hätten subtile Bemerkungen niemals verstanden.


    Auch in meinem beruflichen Umfeld sage ich, was ich denke. Bei meinen Aufgaben gibt es sowieso kein, wenn und vielleicht und man könnte.

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    bin zu dem Schluss gekommen, dass es jeweils auf das Verhältnis zwischen zwei Personen ankommt, ob man jemandem "klipp und klar die Meinung sagen" kann/darf/sollte oder nicht

    So ist es. Wir reden in unserer Familie immer direkt miteinander und legen nicht jedes Wort auf die Goldwaage. Meine Kinder wissen das und auch, dass es nicht böse und abwertend gemeint ist. Die kennen uns und unsere Art doch ihr Leben lang. Natürlich bin ich auch schon mal über das Ziel hinausgeschossen (wer macht keine Fehler?), aber das sagt man mir dann schon.


    Puh, nun ist das ein halber Roman geworden.

    Ach ja noch was. Wir telefonieren mit unseren Kindern im Durchschnitt wöchentlich bis monatlich. Sehen tun wir uns je nach Entfernung 1x pro Monat bis 1x im Jahr. Ich denke, dies ist von Einmischung doch um einiges entfernt.

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    Ich hätte viel darum gegeben, wenn ich eine Mutter gehabt hätte, die mir mit irgendwas (Wohnung einrichten, Babybetreuung oder was auch immer) zur Seite gestanden hätte.


    Taps

    Meine Mutter meinte mal, wenn sie Oma wird, zieht sie zu uns in die Nähe, um uns zu unterstützen. Mein Uterus setzte sich in die Ecke und weinte bitterlich und mein Mann und ich, wir haben tatsächlich darüber nachgedacht, ob wir den Plan, die Verhütung einzustellen, nicht doch wieder einstellen sollten.

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    Davon abgesehen, dass Anrufe vielfach von ihrer Seite ausgehen, ergibt sich der ein oder andere Rat einfach im Gespräch. Das ist doch völlig normal.

    so halten wir es auch und man muss ja berücksichtigen, dass Eltern sich auch manchmal Sorgen machen und da eben wenigstens mal eine "guten" Tipp angeben dürfen.


    Meine Kinder lachen oft und sagen: ja ja Mama weiß ich...und dann weiß ich, sie haben es wenigstens gehört


    Sie dürfen aber auch klar sagen: jetzt bitte nicht schon wieder tausend gut gemeinte Tipps (es sind ja aber eher nur 1- 3 ;-) )


    Wenn beide Seiten sagen dürfen was sie denken und das auch lustig, witzig oder zur Not ernsthaft anbringen, dann ist es doch o.k.


    Darf eben nie einseitig sein und immer schön auf Augenhöhe.


    Man muss ja berücksichtigen, dass sie erwachsen sind und einem prinzipiell gar nichts mehr erzählen müssen ;-)


    Wir telefonieren mitunter 3 x wöchentlich, ich erledige auch mal etwas für sie (Anrufe bei Versicheung etc., wenn sie keine Zeit haben) und wenn es mal nur 1 x wöchentlich ist ist es auch o.k. Sie schwatzen aber beide auch gerne mal mit ihren Eltern und vorallem mir und das finde ich auch schön, dass ich so an ihrem Alltag angebunden bin und sie auch mich nicht vergessen ;-)


    Insgesamt kommt ich glaube immer darauf an, ob man ein gutes Verhältnis hat und die Kinder auch spüren, dass man sie mit all ihren Entscheidungen akzeptiert.

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    Ach ja noch was. Wir telefonieren mit unseren Kindern im Durchschnitt wöchentlich bis monatlich. Sehen tun wir uns je nach Entfernung 1x pro Monat bis 1x im Jahr. Ich denke, dies ist von Einmischung doch um einiges entfernt.

    Die Frequenz der Gespräche sagt doch nichts über den Grad der Einmischung aus! Wenn ich mit meiner Mutter alle ein bis zwei Monate mal telefoniere, hat sie - nach eigener Aussage - eine Liste vor sich liegen, mit Sachen, die sie mir sagen will. Alles sind Einmischungen. Ob sie mir jetzt täglich eine Sache präsentiert oder monatlich einen ganzen Haufen reindrückt, macht für mich keinen grossen Unterschied. Oft redet sie so lange, einfach nur, um ihren Sch*** rauszudrücken, dass ich getrost den Hörer weglegen kann. Als einmal das Gespräch aus technischen Gründen unterbrochen wurde, dachte ich, na, sie ruft schon wieder an. Es dauerte zehn Minuten, da rief sie an und sagte: "Du, ich glaub', das Gespräch war weg. Was war denn das letzte, was Du noch gehört hast?" Ohne Worte... sie hatte zehn Minuten lang ins Leere geredet.

    @ Weaselbee:

    Ich vermute, Du bist nicht über 30 und bist nicht vor 15 Jahren von zu Hause ausgezogen. Es geht hier nicht darum, dass Eltern ihren 13- oder auch 18-jährigen Kindern nicht mal (!) sagen können, wenn die Klamotten nicht gefallen. Es geht darum, dass sich hier in diesem Thread mehrere Menschen gefunden haben, denen die Eltern in schöner Regelmäßigkeit gesagt haben, sie seien hässlich, dumm, unfähig, etc., und es ging ohnehin immer nur um einseitige Kritik. Und nein, wenn man sich einbildet, Kritik empfangen zu können, berechtigt das nicht dazu, ungefragt Kritik auszuteilen. Wenn ich meiner Mutter, um Deine Worte zu verwenden, mit 17 gesagt hätte "das sieht kacke aus", da hätte sie mich entweder rausgeschmissen oder mir eine gelangt, wahrscheinlich beides. Abgesehen davon finde ich nicht, dass das ein respektvoller Tonfall ist. Das hat gar nichts mit um den heissen Brei herumreden zu tun, man kann Kritik auch diplomatischer äußern. Aber ich entnehme Deinem Posting, dass Du deutlich jünger bist, da habe ich mich noch anders ausgedrückt.

    @ Taps:

    Wir können hier ja nicht das Verhältnis zwischen Dir und Deiner Tochter beurteilen, aber wenn Du zu einer über 30jährigen sagst, dass ihre Kleidung sch*** aussieht (sic!), dann fühlt sich manch einer hier eben an die Übergriffigkeit der eigenen Eltern erinnert. Dass Deine Tochter Dich seit >30 Jahren so kennt, ist nicht der springende Punkt und sicher keine Rechtfertigung, aber Ihr habt seit >30 Jahren ein gutes Verhältnis, und darum geht es doch.

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    Naja ich sage meine Kindern auch klipp und klar meine Meinung und gebe auch mal unbequeme ungewollte Ratschläge. Wer sollte es denn sonst tun, wenn nicht die engsten Angehörigen?

    Ist das das ureigene Recht der engsten Angehörigen?

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    Aber sie sind erwachsene Personen auf Augenhöhe und verletzende Äußerungen hören sie von mir natürlich nicht. Das ist schon ein Unterschied zu Müttern, die mit ihren Äußerungen treffen wollen.

    Ich glaube nicht, dass meine Mutter mit ihren Äusserungen treffen will. Sie glaubt nur, es stehe ihr zu, ungefiltert ihre Meinung zu allem zu sagen. Weil sie meine Mutter ist. Ihre und Deine Argumentation ist also - leider - genau identisch.


    Ich nehme natürlich wohlwollend zur Kenntnis, dass Du sagst, "verletzende Äusserungen hören sie von mir natürlich nicht", aber ich wette mit Dir, meine Mutter würde von sich genau das gleiche behaupten.

    Kann mich da nur anschließen. Auch "ungefragt Meinung sagen" war in unserer Familie immer üblich im Gegensatz zu meiner Schwiegerfamilie. Darauf musste ich mich dann auch erstmal einstellen. Der goldene Mittelweg hat bei beiden gefehlt. Nur schaudert mich heute noch bei dem "Meinung sagen". :-/

    julejule

    Stimmt, 30 bin ich noch nicht, gehe aber schon ziemlich deutlich drauf zu. In den letzten 5 Jahren hab ich in Australien gewohnt, davor knapp 2 Jahre alleine in D. Mag ja sein, dass sich hier Menschen zusammen gefunden haben, deren Eltern ihnen das Leben schwer machen ABER ich habe mich auf den Post von Tabs bezogen, da sich da wohl ziemlich viele drauf stürzen und zum Teil irgendwie versuchen ihr Verhalten schlecht zu reden.

    Nein, Taps, ich suche nicht das Haar in der Suppe. Du fühlst Dich von mir angegriffen, und ich möchte Dich nicht angreifen, da ich - durch Deine Vorgeschichte - nicht glaube, dass Du Deinen Kindern mit Deinem ungefragten Einmischen schadest. Du wirst da schon sensibel genug sein.


    Ich wollte nur zu bedenken geben, dass Deine Argumentation, warum Du Dich nach einer Aussage ungefragt einmischt, mit der Argumentation der Eltern, die ihren Kindern das Leben bis zu ihrem Tod und bei manchen noch darüber hinaus zur Hölle machen, übereinstimmt. Das hat mich ziemlich schockiert, weil ich dann natürlich meine eigene Grenzsetzung hinterfrage, à la: "Darf ich meine Mutter wirklich verbieten, mir ungefragt ihre Meinung zu geigen? Sie ist ja meine engste Verwandte."


    Es würde auch freuen, wenn sich noch andere dazu äußern könnten.

    @ Weaselbee:

    Ich kenne es auch von vielen Studenten, die ein sehr GUTES Verhältnis zu ihren Eltern hatten, dass sie ihre Eltern oft um Rat gefragt haben und die Eltern eine gesunde Dosis Einmischung beibehalten haben, auch wenn die Kinder schon ausgezogen waren. Der Punkt ist, dass es für die Kinder auch stimmen muss. Es gibt kein Grundrecht auf Einmischung. Und wenn das schon ein Problem war, als die Kinder 18 waren, dann wird es nicht besser, wenn die Eltern das noch 15 Jahre so weiterführen.


    Das Beispiel mit den Klamotten ist hier nur stellvertretend genannt. Mir ist es herzlich egal, was meine Mutter über meine Klamotten denkt, aber sich einzumischen, wie viele Leute meine Doktorarbeit Korrektur lesen, wo sie seit Studienabschluss keinen Finger mehr krumm gemacht hat, das geht zu weit. Und mir dann reinzuwürgen, dass mein verstorbener Vater deshalb sehr enttäuscht von mir wäre, das geht deutlich zu weit. Das ist kein "Deine Klamotten sehen scheisse aus"-Niveau mehr, sorry.

    Wie gesagt, ich hab mich auf Tabs bezogen (und eigentlich auch auf den allgemeinen Titel des Fadens). Ich hab in keinster Weise irgendjemand hier drin das Recht abgesprochen sich über seine Eltern aufzuregen und sich von ihnen persönlich angegriffen zu fühlen oder?!

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    "Darf ich meine Mutter wirklich verbieten, mir ungefragt ihre Meinung zu geigen? Sie ist ja meine engste Verwandte."

    Natürlich darfst Du dass, wenn sie die unsichtbare Grenze überschreitet.


    Meiner habe ich nichts verboten. Eine Diskussion hätte ja, weil sie es nicht begriffen hätte, keinen Sinn gehabt. Ich habe mich stattdessen zurückgezogen, um mich selbst zu schützen.


    Ich wollte deine Aussagen auch nicht infrage stellen (wie käme ich dazu), nur aufzeigen, dass es auch anders sein kann.

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    Das Beispiel mit den Klamotten ist hier nur stellvertretend genannt.

    So ist es.


    Macht doch blos meine Bemerkung zur Kleidung nicht an der Wortwahl fest. Ich weiß gar nicht, ob ich das Sch-Wort meinen Töchtern gegenüber je in dem Zusammenhang benutzt habe.


    Aber man hört doch nicht plötzlich auf Eltern zu sein, wenn die Kinder erwachsen sind. Meine Schwiegereltern z.B. wollten ihre Kinder bis zu ihrem Tod vor Schaden bewahren. Klar ging das auch mal nach hinten los. Wenn man ein gutes Verhältnis hat und die Kinder als ebenfalls erwachsen akzeptiert werden, halte ich das Empfinden für normal. Wenn nicht, dann ist es grenzüberschreitend und man muss als Kind die Konsequenzen ziehen, denn die Eltern tun es nicht.


    Aber nun ist genug zu dem Thema. Und so oft kriegen meine Kinder meine Meinung nun auch wieder nicht ungefragt präsentiert, dass man darauf allergisch reagieren müsste.

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    Aber man hört doch nicht plötzlich auf Eltern zu sein, wenn die Kinder erwachsen sind.

    Ich finde schon, dass die Elternrolle unterschiedlich aussieht in Bezug auf Kleinkinder, pubertierende Kinder, fast erwachsene Kinder, seit Längerem erwachsenen Kindern, beruflich und wohnungsmäßig selbstständigen Kindern usw.


    Sicher ist auch jeder (mal negativ, mal positiv) geprägt durch die Art wie er selber aufgewachsen ist. Ich bin so aufgewachsen, dass meine Mutter sich von klein auf bei mir möglichst wenig "reingemischt" hat (vielleicht hat sie es auch so subtil und geschickt gemacht dass ich das nicht gemerkt habe ;-) ) und mir so viel Spielraum wie möglich gelassen hat. Sowas führt zu Vertrauen, so dass ich sie öfter von selbst nach ihrer Einschätzung frage.

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    Aber glaubst Du, Dein Vater hat es verstanden?

    Hm schwer zu sagen. Ich würde nicht sagen, dass er es vertsanden hat. ABER es hat etwas an unserem Verhältniss geändert und zwar in Richtung "gesundes Verhältnis".


    Alos klar mischen meine Eltern UND meine Schwiegereltern sich gerne noch ein, aber ich (und auch mein Partner) haben gelernt, wie wir damit umgehen können OHNE das es uns dabei schlecht geht.


    Vielleicht einmal ein Beispiel.


    Wir wollen eine neue Küche.


    Beide Elternpaare nerven seit Jahren, weil unsere Küche ein Schrottplatz ist.


    Aber das er und ich völlig unterschiedliche Gechhmäcker haben, hat es eben gedauert, bis wir zufällig "unsere" Traumküche gfunden haben.


    Nun haben wir sie den Eltern präsentiert (erstmal auf Papier)


    Heilig Abend war die ganze Familie beisammen und JEDER hat über die Küche geredet. Die Väter haben bereits den Einbau geplant, die Mütter die Deko. UND meine Partner und ICh ?


    Wir haben stumm dabei gesessen, ab und zu versucht unsere Meinung zu sagen.


    Das ging dann soweit, da sich VÖLLIG genervt war und dann "verboten" habe. Noch ein Wort über die Küche zu sagen.


    Mein Vater ging dann soweit, dass er uns ne andere Küche aufschwatzen wollte, nach seinen Vorstellungen.


    Schlußendlich habe ich dan gesagt.


    "Papa das ist total nett von dir, dass du dir da so Gednaken machst, ABER das ist mein/unsere Küche und die will ich so haben, wie ICH will."


    Seit dem ist das Thema durch.


    Was er also verstanden hat, ist, dass wenn ich (m)eine meinung habe, dann diese eben auch vertreten. gerne hörte ich mir seine Ratschläge an, aber ich muss sie nicht befolgen.


    Zum dem them Ratschläge:


    meine mama hatte mal einen tollen Satz von Ihrem Psychologen gesagt bekommen.


    Ratschläge, sind auch Schläge