@ Choupette:

    Ich habe sie gebeten, mich auf meinem deutschen Handy anzurufen. Macht sie natürlich nicht, da ist sie supergeizig. WTF. Okay, dann schreiben wir eben Mails. Gibt mir mehr Zeit zu reagieren, insofern ist das für mich okay. Aber dass sie sich so standhaft weigert, mich anzurufen, und zwar auch bei wichtigen Dingen, das bringt mich auf die Palme. Ich würde ihr zutrauen, dass sie im Krankenhaus liegt und mich trotzdem nicht anruft und mir dann hinterher Vorhaltungen macht, ich sei ja nicht "normal" (Festnetz) erreichbar. Aber ich sehe es einfach nicht ein, extra für sie einen Festnetzanschluss einzurichten! Dass sie skype nicht hinbekommt, ist doch nicht meine Schuld!


    Heute morgen kam dann noch eine Mail, wo sie zwei Termine vorschlägt, sie will eine ganze Woche kommen :-o Ich kann guten Gewissens sagen, dass das nur ein, zwei wirklich gute Freunde machen, bei allen anderen sind es max. 5 Tage, sowohl durch meine Krankheit bedingt als auch durch die Erfahrung, dass es keinem guttut, so lange aufeinander zu hocken. Andere Freunde wollten auch eine Woche kommen, da habe ich gesagt, dass es für mich okay ist, falls sie ohnehin zwischendurch Tagestouren machen oder sogar mit unserem Auto zwei Tage in der Gegend herumfahren. Ich kann also wirklich guten Gewissens sagen, dass uns niemand anders - von meinem besten Freund abgesehen - so lange besuchen kommt! Schon gar nicht im Winter, wo wir auf eher engem Raum wohnen.


    Ich werde ihr also schreiben, dass mir eine Woche zu lang ist und dass ich möchte, dass sie im Hotel wohnt. Ausserdem werde ich ihr klipp und klar (;-) @Taps ) sagen, dass ich nicht mehr als 1-2 Stunden pro Tag mit ihr verbringen werde. Denn soviel Energie habe ich gar nicht! Wir waren gestern Abend bei Freunden, und nach anderthalb Stunden mussten wir nach Hause fahren, weil meine Symptome wieder deutlich schlimmer wurden. Warum sollte ich also für meine Mutter mehr Energie "verbraten" als für meine Freunde? Undenkbar. Nicht nur, dass sie mir nicht gut tut und noch nie tat, sondern mir geht es physisch schlechter, wenn ich mich mit ihr treffe. Warum tue ich mir das überhaupt an...?

    Zitat

    Aber mal ganz ehrlich: Ich finds schlimm, dass ich sofort ein Negativbeispiel vor Augen habe, wenn du sagst, dass du "dieses und jenes" kommentierst und ich das instinktiv erstmal negativ auslege, bevor ich genauer nachdenke.

    Das ist ganz normal und sicherlich durch viele Jahre mit schlechten Erfahrungen bedingt. Wenn wir uns ein neues Möbelstück kaufen wollen und zufällig bei den Eltern meines Freundes sitzen, dann zeige ich ihnen unaufgefordert den Link (wobei sie mich nicht umstimmen könnten, das versuchen sie aber auch gar nicht). Ich mag es ihnen einfach zeigen. Bei meiner Mutter würde mir das im Traum nicht einfallen. Das zeigt ja auch deutlich, was Taps meinte, dass sie ein NEIN respektieren würde. Unsere Eltern eben nicht.

    Ich habe meine Mutter auch nicht lange ertragen und war immer froh, wenn es vorbei war. Aber eigentlich total schade. Wenn ich jetzt an meine eigenen Kinder denke, wie furchtbar es wäre, wenn sie auch so empfänden. :-/

    Ach ja:

    Zitat

    Ich bin aber überzeugt davon, dass du zu deinen Kindern ein anderes Verhältnis hast - erstens würden sie dir wohl sonst gar nicht so viel Raum geben und zweitens kommst du auch hier nicht so rüber. Hinzu kommen eben die Erfahrungen mit deiner Mutter.

    Ich gebe Dir hier recht, Choupette. Sowohl, was Taps und ihre eigenen Erfahrungen angeht, da ist man eben gebranntes Kind und reflektiert mehr, und auch generell, die meisten Kinder würden ihren Eltern wohl nicht so viel Raum geben, wenn es ihnen unangenehm wäre.


    Aber wie man gerade in diesem Forum immer wieder schön beobachten kann (s. der geschlossene Thread von Jarla), schaffen nicht alle Kinder diese Abgrenzung. Man kann also nicht den Kindern die generelle Verantwortung dafür aufs Auge drücken, sondern die Eltern haben umgekehrt eine Verantwortung, ihren erwachsenen Kindern mit Respekt zu begegnen. Nochmal: Eltern haben kein Grundrecht auf Einmischung in das Leben ihrer erwachsenen Kinder. Und Eltern haben auch kein Grundrecht auf respektlose Einmischung in das Leben ihrer nicht volljährigen Kinder wider den Willen der Kinder, so lange dem Kind durch das Nicht-Einmischen kein Schaden entsteht. Selbst diejenigen Eltern, die ihre Kinder autoritär erziehen und sogar die Berufswahl ihrer Kinder steuern (bei mir geschehen), haben kein recht, ihre Kinder zu beleidigen, nur weil sie anderer Meinung sind. Man muss auch Zweijährige als Menschen respektieren (da gab es doch mal diesen schönen Thread, wo die Grosseltern ihre Enkel ständig auf den Mund küssen wollten und die Kinder sich mit Händen und Füssen gewehrt haben..).

    @ Monika65:

    Zitat

    Ich habe meine Mutter auch nicht lange ertragen und war immer froh, wenn es vorbei war. Aber eigentlich total schade. Wenn ich jetzt an meine eigenen Kinder denke, wie furchtbar es wäre, wenn sie auch so empfänden.

    Gibst Du ihnen denn einen Grund, genauso zu empfinden? Vermutlich nicht, oder? :-)

    Ich hoffe es nicht. Ich achte auch darauf, mich nicht aufzudrängen oder so, aber einfach die Tatsache, dass man so als Last empfunden wird, ist schon hart. Ich kenne nun beide Seiten.

    Zitat

    Man kann also nicht den Kindern die generelle Verantwortung dafür aufs Auge drücken, sondern die Eltern haben umgekehrt eine Verantwortung, ihren erwachsenen Kindern mit Respekt zu begegnen.

    Das stimmt. Ich habe es allerdings umgekehrt auch so erwartet. Unter Respekt zeigen verstehe ich auch, dass man Eltern nicht instrumentalisiert, was ich hier im Forum übrigens häufig lese. Die Erwartungshaltung sollte auf beiden Seiten gleich sein.

    Absolute Kontaktsperre.


    Trenne dich von allem, was dich runter zieht.


    Mehr kann ich dazu wirklich nicht sagen, sonst werde ich böse.


    Du bist eine starke Frau. Mach deinen Wert nicht von Leuten abhängig, die sich aufwerten, indem sie andere abwerten

    Zitat

    Warum tue ich mir das überhaupt an...?

    Das frag ich mich auch. Das wäre nicht mal nötig, um den deiner Meinung nach aus strategischen Gründen erforderlichen formalen Minimalkontakt aufrechtzuerhalten.

    Zitat

    Mehr kann ich dazu wirklich nicht sagen, sonst werde ich böse.

    So gehts mir auch, wenn ich zu viel in solchen Threads lese.

    @ Monika

    Zitat

    Ich hoffe es nicht. Ich achte auch darauf, mich nicht aufzudrängen oder so, aber einfach die Tatsache, dass man so als Last empfunden wird, ist schon hart.

    Kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass deine Kinder auch nur ansatzweise so über dich denken. Und ebensowenig kann ich mir vorstellen dass du so dumpf bist, nicht zu bemerken, wenn du irgendwo übers Ziel hinausschießt. Redest du nie mit deinen Kindern über sowas? Meinst du, sie würden es dir nicht sagen, wenn du dich zB für ihrenn Geschmack zu viel einmischen würdest?

    @ CoteSauvage:

    Schlechtes Gewissen, ganz klar. Aber immerhin bin ich so weit, dass ich darauf bestehe, dass sie mich zu MEINEN Konditionen besucht. Hotel, drei Nächte, max. 2 Stunden Treffen am Tag. Ausserdem unterstützt mich mein Freund mit seiner Anwesenheit. Das war schon bei meinem Ex so, dass meine Mutter sich einigermassen beherrscht hat, solange wir nicht alleine waren.


    Umso unglaublicher die Geschichte, die ich hier im Forum schon mal erzählt habe: Sie fragt meinen Freund quasi hinter meinem Rücken, ob das, was ich ihr erzähle, auch wahr ist. Unverschämt! >:( Er fand das Ganze eher lustig-absurd, aber er ist eben auch sehr diplomatisch. Und kann sich ohnehin nicht vorstellen, wie man so ein schlechtes Verhältnis zu seinen Eltern haben kann - er fährt ca. einmal pro Woche zu seinen und möchte wegen seiner Familie hier auch niemals wegziehen. Was ich wiederum nicht verstehen kann...

    Bitter, wie sehr sich die Geschichten ähneln..


    ja, die Mutter steht nicht hinter ihrem Kind, sondern eher feindselig-fordernd gegenüber.


    Meine hat ja mal ein Jahr mit mir gebrochen (weil ich es gewagt habe, nur teilzeit zu arbeiten), nach ursprünglicher Ankündigung sogar "für immer", hat dann aber wieder eingelenkt, weil mein Chef (den sie auch kennt) sich positiv über mich geäußert hat.. da war ich dann wieder gut genug.


    Schön blöd von mir damals dass ich mich dann wieder auf den Kontakt eingelassen hab. Da hätte auch von mir aus schluss sein sollen.

    Zitat

    Er fand das Ganze eher lustig-absurd, aber er ist eben auch sehr diplomatisch. Und kann sich ohnehin nicht vorstellen, wie man so ein schlechtes Verhältnis zu seinen Eltern haben kann…

    Oh und wie ich das kenne!


    Mein Mann hat das viele Jahre nicht gesehen (kann man wohl auch nicht nachvollziehen, wenn man das nicht selbst erlebt hat) und mich hat im Gegenzug sein gutes Verhältnis zu seinen Eltern gewurmt, zumal Schwiegermutter in meinen Augen sehr eigenwillige Vorstellungen hatte. Dabei haben Schwiegereltern für Kinder (+ Schwiegerkinder) und Enkell alles getan, was in ihrer Macht stand. Ich habe mir (und zum Teil auch meinem Mann) die Jahre wider besseren Wissens unnötig schwer gemacht - so im Nachhinein betrachtet.

    @ Jan74:

    Ja, bitter ist das wirklich!!

    @ Taps:

    Zitat

    mich hat im Gegenzug sein gutes Verhältnis zu seinen Eltern gewurmt, zumal Schwiegermutter in meinen Augen sehr eigenwillige Vorstellungen hatte.

    Mich wurmt sein gutes Verhältnis zu seinen Eltern immer nur mal zwischendurch. Ich muss dazu sagen, dass ich zu den Eltern meines Ex ein sehr gutes Verhältnis hatte. Die Eltern meines jetzigen Freundes sind sehr nett und behandeln v.a. ihre Mitmenschen mit viel Respekt. Aber ihre Weltanschauungen decken sich einfach nicht mit meinen (ich würde mich als weltoffen bezeichnen, ihr Horizont endet kurz hinter der Stadtgrenze). Das verlangt mir viel Toleranz ab, finde ich! Aber immer, wenn ich auch nur den Hauch von Ärger verspüre, halte ich mir vor Augen, dass sie meinen Freund zu dem Menschen gemacht haben, der er heute ist.


    Mail von meiner Mutter:

    Zitat

    Wenn Dir mein Besuch minus die Flugtage zu lange ist, kann ich mich auch selbst beschäftigen, ob hier oder in X. Dann schau mal nach einem Flug vom X - X; die letzten drei Tage würde ich Dich dann nicht mehr behelligen.

    Äh, what? Auch wenn ich ihr zutraue, dass sie das ernst meint und uns dann wirklich in Ruhe lässt: Ich kann ihr ja schlecht schreiben, dass ich erst wieder aufatmen kann, wenn sie zurückfliegt. Ausserdem fühle ich mich ziemlich idiotisch, wenn ich mich drei Tage, bevor sie fliegt, von ihr verabschiede.


    Finde nur ich das absurd? Was mache ich jetzt?...

    Zitat

    ). Das verlangt mir viel Toleranz ab, finde ich!

    Wieso? Sie sind freundlich zu dir und trotzdem brauchst du jede Menge Toleranz, um ihre Meinungen zu respektieren? Für mich hört sich das sehr ichbezogen an, ich merke gerade, wie ich mich mit ihnen identifiziere. Ich finde es ja gut, dass du dich nicht mit ihnen streitest, aber warum fällt es so schwer, das eigene Weltbild nicht so zum Maßstab zu machen?

    @ Monika65:

    Weil sie immer wieder fremdenfeindliche Äusserungen tätigen. Und genau da kommen sie an die Grenzen meiner Toleranz. Mittlerweile haben wir das Thema aber zum absoluten Tabu-Thema erklärt.

    Zitat

    ich merke gerade, wie ich mich mit ihnen identifiziere.

    Ohne sie zu kennen? Naja, wenn das so ist, dann verachte ich Deine Weltanschauung genauso. Ich finde nämlich nicht, dass die "Litauer nur klauen".

    Zitat

    Für mich hört sich das sehr ichbezogen an

    Auch wenn sich ihre Äusserungen meist auf Osteuropäer beziehen, fühle ich mich angesprochen, wenn so negativ über "die Ausländer" gesprochen wird, denn ich bin in diesem Land Ausländerin.


    Aber danke für Dein ausgeprägtes Verständnis. Ich finde das ziemlich anmaßend von Dir!

    Zitat

    warum fällt es so schwer, das eigene Weltbild nicht so zum Maßstab zu machen?

    Wenn ich das tun würde, wäre ich nie mit meinem Freund zusammengekommen. Er war nie ausserhalb von Europa und hat generell keinen Drang zu reisen. Das ist für mich kein Problem, so lange wir Kompromisse finden. Bei Ausländerfeindlichkeit (er ist da gottseidank komplett anders als seine Eltern/Schwester) kann (und will!) ich aber keine Kompromisse finden.

    @ julejule81

    Du bist in einer Verbiegung, oder? Der besagte Eiertanz. Deine Mutter bekommt keine klare Ansage was Du WIRKLICH fühlst und denkst, sondern Du versuchst, diplomatisch die wunden Punkte zu umtanzen, Dich ein bisschen zu verbiegen (so, wie sie es gerne will), aber so, dass Du es selber auch noch ertragen kannst, usw usf?


    Das war bei mir auch so, führt aber dazu, dass sie immer mehr will und immer mehr nimmt und der Druck auf die Verbiegung immer größer wird und irgendwann der Punkt kommt wos knallt.


    Die Frage, "was tun da".. schwierig. Entweder weiter verbiegen und ertragen, oder es knallen lassen. Klar sagen, was Sache ist, auch wenns ein Schock für alle Beteiligten wird. Der Punkt kommt irgendwann sowieso von selber.


    Wenn Du, ganz aufrichtig und ehrlich zu Dir selber, im Grunde genommen Deine Ruhe vor diesen Leuten willst, kommst Du nicht drumrum, das auch mal klar so zu sagen.


    Das ist zuimindest meine Erfahrung und Sichtweise.