Zitat

    Ich habe in 25 Jahren selten Umarmungen bekommen,

    Mach dir bewusst, dass du Mutter-Seelen-Allein bist.


    Gibt die Hoffnung auf, von deinen Eltern geliebt zu werden.


    Es ist eine häufige Strategie der Eltern, durch Liebesentzug die Kinder im Kindesalter, wenn sie auf die Liebe der Eltern emotional angewiesen sind, zu regieren.


    Diese Verhaltensweisen schleifen sich dann ein bis ins Erwachsenenalter.


    Mach dir hingegen bewusst, dass du Mutter-Seelen-Allein bist.


    Du hast deinen Freund, vileicht noch gute Freundinnen, das wars dann aber auch.


    Diese Geborgenheit bei den Eltern hast du nicht.


    Was also erwartest du von deinen Eltern? Dass sie dich lieben, dir Geborgenheit geben?


    Woraus speist sich diese Hoffnung?


    Was also hast du an deinen Eltern? Leute, von denen du finanziell nicht abhängig bist und die dich beschimpfen?


    Lass die doch links liegen, kümmere dich um dich und dein Leben, und gut ist.


    *:)

    Danke für eure Antworten, ich kann auch jeder etwas mitnehmen! :-) @:)


    Meta:

    Zitat

    Und: glaube ihnen nicht, was sie über dich sagen, lass es nicht an dich ran.

    Das tue ich seit Jahren nicht. In Anbetracht der Tatsache, was meine Eltern über mich und zu mir sagen und sich nichts positives von ihrer Seite finden lässt, hätte ich mir schon längst einen Strick nehmen müssen, würde ich ihnen Glauben schenken. Mein Selbstbewusstsein habe ich mir selbst zu verdanken. Natürlich habe ich auch manchmal Selbstzweifel, aber die entwickel ich nicht (mehr) wegen irgendwas das meine Eltern von sich geben.


    -


    Cornelia:

    Zitat

    Zum einen haben sie Angst, die Kontrolle über dich endgültig zu verlieren, zum anderen passiert genau das, wovor sie Angst haben. Du fängst aufgrund der größeren Distanz an, ihr Verhalten zu reflektieren (...)

    Ich denke es ist vor allem das erste. Von ihrem Verhalten sind sie so überzeugt, dass sie sich wahrscheinlich gar keine Gedanken darüber machen, was ich davon halte. Ich läge eh falsch. ;-)

    Zitat

    Bei mir hat das so ca. mit 25 endgültig eingesetzt, und ab dem Punkt war ich dann auch in der Lage, mich ernsthaft abzunabeln und klare Grenzen zu setzen, bis hierher und nicht weiter.

    Ja, interessanter Prozess. Momentan bin ich sowieso recht grätzig, was meine Familie angeht. Es gab da einen Zwischenfall, der mir bewusst gemacht hat, dass meine näheren Verwandten das größte Interesse an mir hat, wenn sie meinen ihren Senf zu irgendwelchen Entscheidungen zugeben zu dürfen, die ich treffe.

    Zitat

    Weil sie genau wissen, auf welche Knöpfe sie bei dir drücken müssen, damit du hochgehst. Mach dir die Automatismen bewußt, die da ablaufen, dann lernst du, sie zu umgehen.

    Das wissen sie, das stimmt. Und sie hatten ja auch meist Erfolg damit.

    Zitat

    Das wäre so ein Punkt, wo du ihnen sagen kannst, daß du so ja gar nicht leben willst. Was bringt es, 12 Stunden zu arbeiten, wenn dabei das Leben neben der Arbeit auf der Strecke bleibt?

    Das wissen sie, das habe ich ihnen so auch gesagt. Ehrlich gesagt, wenig diplomatisch in einem Moment als mir die Hutschnur gerissen ist, mit einem "Selbst schuld. Hättet ihr euch halt für einen besseren Job entschieden, als ihr noch jung genug dazu ward.", aber im Prinzip wissen sie es. Dann allerdings halten sie mich für faul und ziehen wieder Vergleiche mit den Leuten aus der Familie, die sie eh für das untere Ende der Nahrungskette halten, wenn ihr versteht... :-/

    Zitat

    Denn du warst in deiner Kindheit offenbar nur "Beiwerk" und wurdest unter Ferner liefen behandelt.

    Lustige Anekdote zum Thema Kindheit, die mir dazu einfällt: Ich hab aus dem Kunstunterricht mal etwas Selbstgebasteltes mitgebracht und in den Stubenschrank gestellt. Normale Eltern hätten wenigstens was nettes erlogen, meine Eltern meinten das "Kunstwerk" würde wie ein Pimmel aussehen... %-| ;-) Na egal, das fiel mir nur gerade dazu ein...

    Zitat

    Hübscher Widerspruch in sich, fällt dir das auch auf? Einerseits behandelt sie dich wie eine nicht Zurechnungsfähige, andererseits soll dein Freund bei dir unter dem Pantoffel stehen?

    Ja, der Widerspruch fiel mir sofort auf. Deshalb finde ich das auch so lächerlich. Die beiden widersprechen sich ständig.


    -


    Oldie, toller Beitrag mit tollen Tipps! @:)

    Zitat

    Deine Eltern können mit dieser Macht nicht umgehen, sie verhalten sich wie kleine Kindern, denen die Grenzen nicht gezeigt werden, trampeln alles kaputt und schreien geradezu danach: "Zeig mir meine Grenzen!"

    Ich glaube das ist der beste Vergleich, den man ziehen kann! Danke! :)z Die Sichtweise nimmt aus dem ganzen ein bisschen den Groll und Ärger meinerseits. (Ändert aber sonst nichts an der Tatsache, dass es so nicht weitergehen kann.)

    Zitat

    Sie werfen etwas in den Raum, du erklärst dich und rechtfertigst dich. Damit ist das Machtgefälle dann manifestiert und sie können von oben auf dich herab schauen.

    Du hast recht! Das ist bei mir ein generelles Problem, ich fühle oft schnell genötigt mich oder meine Handlungen zu erklären. Das ist ein Punkt den ich mir teilweise auf der Arbeit gegenüber einer bestimmten Kollegin auch immer wieder vor Augen führen muss. Die erinnert mich in ihrem Verhalten und ihrer Biestigkeit sehr an meine Mutter und sie hat es genauso drauf Tatsachen so umzudrehen, dass der jeweils andere als Arsch dasteht und in die Position gerät sich (ihrer Meinung nach) rechtfertigen zu müssen. Aber das ist eine andere Baustelle, bei der ich mich mittlerweile immer besser schlage. ;-)

    Zitat

    Nach der Grenzdefinition durch das "ich werde mit euch jetzt nicht darüber reden!" könnte also ein Schwall an Vorwürfen kommen.

    Das wird es definitiv, da kommt dann wieder das Thema ins Spiel, dass sie wissen, welche Knöpfe sie bei mir drücken müssen. Muss ich dran arbeiten.

    Zitat

    "Wir können uns gern wieder treffen, wenn ihr mir etwas Schönes sagen wollt. Aber um mich einfach nur beschimpfen zu lassen, bin ich mir zu wertvoll!"

    Das wird bei ihnen völliges Unverständnis hervorrufen. Sie bestätigen sich ja gegenseitig immer. Es war nicht leicht für mich, ihre Art zu untersuchen und zu dem Schluss zu kommen, dass sie... so sind wie sie sind. Wenn man als Kind/Teenie allein gegen zwei Erwachsene ankommen muss, die so selbstsicher in ihrem Verhalten sind, dann zweifelt man an sich selbst. Meine Tante war zwar ein guter Austauschpartner, die sich teils auch auf meine Bitte hin eingemischt hat, aber dafür bekam ich dann natürlich eine auf den Deckel, dass "unser Familienleben" keinen "Außenstehenden" etwas anginge. (Sie tun immer gern so als wären wir als Dreierfamilie etwas elitäreres als "der Rest". Selbst die Schwester meines Vaters war dann jemand "Außenstehendes". %-| ) Ich glaube mittlerweile bin ich aber aus dem elitären Kreis rausgefallen. ;-)


    -


    Goldtau, es geht mir weniger um Liebe, als um Respekt. Liebe kann man nicht erzwingen, aber respektloses Verhalten kann man unterbinden und das möchte ich.

    Zitat

    Es ist eine häufige Strategie der Eltern, durch Liebesentzug die Kinder im Kindesalter, wenn sie auf die Liebe der Eltern emotional angewiesen sind, zu regieren.

    Oooh ja, darin sind die beiden Meister! Schon immer gewesen! Und in 99% der Fälle zog das bei mir auch sehr zuverlässig! Ich kam immer mit einem schlechten Gewissen angekrochen und hab dann brav das gemacht, was sie wollten. Das ging sicherlich so bis ich meine Ausbildung angefangen habe und gemerkt habe, dass ich durchaus gut bis sehr gut bin, wenn ich meine eigenen Entscheidungen treffe und eigenverantwortlich Dinge angehe.

    Zitat

    Was also erwartest du von deinen Eltern?

    Respekt. Sonst nichts, den Rest erwarte ich von mir. Ich erwarte vor allem, dass ich nie so respektlos, manipulativ, abwertend und dem Leben so negativ gegenüber werde, weder meinem Freund noch sonstwem gegenüber. Und dass ich bei meinen eigenen Kindern diese Fehler und das Verhalten nicht aufgreife. Wobei ich davor weniger Angst habe, hab ich ja schon geschrieben.


    -


    Ein Punkt, der mich auch stört, ist, dass sie mich auch anderswo schlecht reden. Sie stellen mich hin, als wäre ich das schwierigste "Kind" der Welt, mit dem sie ja soo geschlagen wären. Das hasse ich persönlich wie die Pest. Nicht durch eigenes (Fehl)verhalten aufzufallen, sondern durch Gerüchte, die die eigenen Eltern verbreiten und wo die Leute wahrscheinlich gar nicht am Wahrheitsgehalt zweifeln. Und ja: Bei manchen Leuten interessiert es mich, wie diese über mich denken. Aber gut, das ist wahrscheinlich nochmal eine andere Baustelle, auf die ich kaum einen Einfluss habe. :-/

    Zitat

    Es ist oft so, dass ich mich auf Treffen mit meinen Eltern freue

    Wieso das denn ???

    Zitat

    frage ich mich, warum ich mir das immer wieder antue.

    Das frage ich mich auch immer, wenn ich solche Beiträge lese. Warum ist Menschen die Meinung, Achtung, Zuneigung etc. solcher anderer Menschen wie deine Eltern drauf sind immer so wichtig? Bloß weil sie die Eltern sind?! Das ist für mich kein akzeptabler Grund.

    Zitat

    Macht man das? Bricht man einfach so mit den Eltern? Gibt es kein Mittelding? Soll ich mich zusammenreißen? Bringt das überhaupt etwas, wenn doch meine eigenen Eltern mich für einen Versager halten?

    Wer ist "man" und wieso ist es von Bedeutung für dich was "man" macht? In meiner Familie hat es nicht nur 1 solchen Kontaktabbruch gegeben, und das war jeweils die richtige Entscheidung. In 1 Fall gab es ein Mittelding (Kontaktpause, danach Probezeit, um festzustellen, ob der Schuss vor den Bug gereicht hat). Du reißt dich bereits zusammen und das tut dir nicht gut. Und nein, es bringt rein gar nichts, da dich deine Eltern für einen Versager halten.


    Was bringt dir der Kontakt mit deinen Eltern denn eigentllich?

    Zitat

    Einfach mal beim telefonieren auflegen, ja, dazu hatte ich kürzlich große Lust.

    Wieso rufst du sie überhaupt an? Warum gehst du hin wenn sie anrufen und lässt nicht den AB ran?

    Zitat

    es geht mir weniger um Liebe, als um Respekt. Liebe kann man nicht erzwingen, aber respektloses Verhalten kann man unterbinden und das möchte ich.

    Respekt kann man genausowenig erzwingen wie Liebe. Und respektloses Verhalten unterbindet man in diesem Fall am besten, indem man den respektlosen Personen aus dem Weg geht. Bei Kollegen ist das nicht möglich, bei Eltern schon.

    Zitat

    Ein Punkt, der mich auch stört, ist, dass sie mich auch anderswo schlecht reden.

    Kannst du, wie du selber feststellst, auch nicht ändern. Wenn diese anderen Leute dich persönlich kennen, können sie sich ja ein eigenes Bild machen, wenn sie dich nur über Gerüchte kennen, kann es dir egal sein.

    puh, wenn ich das so lese, bekomme ich richtige aggressionen gegen deine eltern...


    vielleicht solltest du sie jedes mal bestätigen, wenn sie dich kritisieren, ihnen dabei aber gönnerhaft auf die schulter klopfen und sagen, dass es nichts macht, dass sie in deiner erziehung so versagt haben, weil du ja jetzt erwachsen bist und dir selbst alles beibringen kannst, was sie versäumt haben, dir beizubringen. und zum abschluss ihnen noch ganz barmherzig dafür verzeihen und ihnen sagen, sie brauchen sich nicht für ihre großen defizite in der kindererziehung schämen, denn jeder mensch hat nunmal schwächen... :=o


    halt durch und diszanzier dich weiterhin. irgendwann belächelst du sie nur noch, wenn sie ihre sprüche loslassen. und wenn sie dich damit innerlich nicht mehr erreichen, hören sie ganz von alleine auf.

    Zitat

    Ich wüsste auch nicht, was meine Eltern das angeht

    Woher wissen sie es dann alles? Wie das mit deiner alten Wohnung lief und welche Termine du hast muss man nicht groß verschleiern.

    Zitat

    Ich kann ja nicht meinen Job verschleiern und wenn ich Stress auf der Arbeit und daraus bedingt keine Lust auf längere Telefonate habe, ist das ja auch wieder ein Thema, auf das sie abgehen wie ne Kuh auf Glatteis. :-|

    Doch, das kann man. Wenn man keine Lust hat sollte das als höfliche Begründung reichen. Wer dann trotzdem mit mir diskutieren will, obwohl ich ihm höflich "Du, gerade ists schlecht, wann anders. Schönen Abend dir" gesagt habe, der hört von mir nichts mehr ausser tuuut tuuuut tuuuut ;-)


    Ich würde sagen, deine Eltern sind eben so. Ich würde es nicht auf mich und meine Rolle als "das Kind" beziehen. Neid lese ich da nicht raus.


    Ob ich das tolerieren kann oder keinen Kontakt mehr will, würde ich nicht anders entscheiden, als bei Freunden, Bekannten etc. auch.

    Was bin ich foh, dass ich keine solchen Eltern habe.

    Zitat

    Meine Eltern arbeiten in leitenden Positionen im Einzelhandel

    Zitat

    Wobei sie eigentlich in jedem Fitzel etwas zu mäkeln finden.

    Ich nehme nur dies mal raus für meine Antwort.


    Entweder, den Kontakt wieder für eine Zeit abbrechen, oder (das wäre meine bevorzugte Methode, um ihnen einen Spiegel vorzuhalten) einwerfen, warum sie denn beruflich noch nicht so erfolgreich wären, dass sie Geschäftsführer sind - wo sie doch seit vielen Jahren so viel und hart arbeiten.


    Und dies bei allem, was sie sagen. Da fällt dir bestimmt was ein. Angefangen vom Auto, welches sie fahren, bis hin zum Wohnstil (wie, die haben noch keine Luxusvilla? ;-) ).


    Vielleicht merken sie es ja dann mal......

    Schafi

    Zitat

    vielleicht solltest du sie jedes mal bestätigen, wenn sie dich kritisieren, ihnen dabei aber gönnerhaft auf die schulter klopfen und sagen, dass es nichts macht, dass sie in deiner erziehung so versagt haben, weil du ja jetzt erwachsen bist und dir selbst alles beibringen kannst, was sie versäumt haben, dir beizubringen. und zum abschluss ihnen noch ganz barmherzig dafür verzeihen und ihnen sagen, sie brauchen sich nicht für ihre großen defizite in der kindererziehung schämen, denn jeder mensch hat nunmal schwächen... :=o

    ;-D Das wäre natürlich auch eine Art, um das ganze abzukürzen. Hihi. Sind sie aber nicht empfänglich für, immer wenn auf die heutige Jugend geschimpft wird und ich einwerfe, dass "die" auch nur das Produkt ihrer Eltern sind, reagieren sie mit brulaem Unverständnis. ;-)


    -


    Chttp://teSauvage

    Zitat

    Bloß weil sie die Eltern sind?!

    Ja, irgendwie schon. Es gibt viele Menschen auf dem Planeten, aber man hat nur einen Vater und eine Mutter.

    Zitat

    Was bringt dir der Kontakt mit deinen Eltern denn eigentllich?

    Momentan schlechte Laune. Aber eigentlich hoffe ich auf ein vernünftiges zwischenmenschliches Verhältnis.


    -


    mond+sterne:

    Zitat

    Du freust Dich oft auf ein Treffen mit ihnen. Warum?

    Hoffnung? Ich weiß nicht, ich warte auf die große Erleuchtung bei ihnen, dass sie mich so wahrnehmen wie ich bin und nicht so wie sie sich das Bild zusammengezimmert haben.


    -

    Zitat

    Wie das mit deiner alten Wohnung lief und welche Termine du hast muss man nicht groß verschleiern.

    Sie fragen nach, und ich antworte wahrheitsgemäß. Wenn auch knapp. Und dann komme ich meist wieder in diese Rechtfertigungsschiene.


    -


    Antigone:

    Zitat

    Da fällt dir bestimmt was ein. Angefangen vom Auto, welches sie fahren, bis hin zum Wohnstil (wie, die haben noch keine Luxusvilla? ;-) )

    Naja, mein Vater leitet eine Filliale mit 15 Angestellte, sie haben ein 300-qm-Haus und fahren einen Mercedes (Vatterns Lieblingsmarke ;-) ). So ganz funktioniert das also nicht, denn den Lebesstandart, den sie sich aufgebaut haben, ist schon ganz nett. Natürlich nicht gerade Hilton-mäßig, aber auch nicht unbedingt so, dass man sie damit "angreifen" könnte.


    Was ihnen fehlt ist das Menschliche (sie können ja nicht mal trauern), Verständnis, Freu(n)de, und natürlich (Frei-)Zeit. Sie haben außer der Arbeit ja nichts, keine Hobbies, haben keine Haustiere (wir haben Katzen und einen Hund, das verstehen sie überhaupt nicht; bevor sie sich "diese Verantwortung ans Bein binden würden", würden sie sich wohl eher den Teufel ins Haus holen).

    Mmmhh...weißt Du, was mir schon bei Deinem Eröffnungsbeitrag aufgefallen ist? Du hast die Ansichten Deiner Eltern schon übernommen und machst Dich klein und unbedeutend neben ihnen. In fast allen Deinen Beiträgen ist zu lesen, was Deine Eltern machen, haben und können.


    Schon allein, dass Du ausflippst und lauter wirst, wenn sie dich mal wieder klein machen, zeigt, dass Du Dich angegriffen fühlst. Angegriffen kann man sich nur fühlen, wenn man denkt, dass an den Aussagen des Gegenübers was dran ist. Schon in Deinem ersten Beitrag rechtfertigst Du Dich selbst hier im Forum, was Du gar nicht nötig hast. Es ist Dein Leben und alles was Du machst liegt in Deiner Verantwortung, also warum rechtfertigst Du Dich so?


    Meiner Meinung nach wäre ein absoluter Kontaktabbruch das Beste, damit Du Zeit hast, Dein Selbstbewusstsein aufzubauen. Erst dann bist Du in der Lage, den beiden wirklich entgegenzutreten und sie in ihre Schranken zu weisen. Eigentlich müsstest Du ihnen ein müdes Lächeln schenken und ihre Äußerungen vollständig ignorieren. Das schaffst Du aber nur, wenn Du Dein eigenes Selbstwertgefühl steigerst.


    Letztendlich sind Deine Eltern beide bedauernswerte Geschöpfe, die sich auf Kosten ihres eigenen und einzigen Kindes profilieren und sich anscheinend nur dann besser fühlen.


    Mein damaliger Stiefvater war ähnlich gestrickt, allerdings noch ein bisschen extremer. Heute kann ich über diese arme Person tatsächlich nur müde lächeln und bedauere ihn, letztendlich macht ihn seine Art und Weise nur einsam.

    Meine Eltern sind ähnlich drauf. Ihr Verhalten hat mich sogar fast in den Suizid getrieben. Das einzige was mir geholfen hat war, zunächst den Kontakt ganz abzubrechen. Ich hab sie einfach nicht mehr angerufen, sie nicht mehr besucht, komplette Funkstille. Die ersten 2 Wochen habe ich mich entsetzlich schuldig gefühlt und war oft kurz davor, bei ihnen anzurufen und zu Kreuze zu kriechen, wie ich es jahrelang getan habe. Aber ich konnte mich erfolgreich davon abhalten.


    Danach merkte ich, wie es mir plötzlich besser ging. Der Kontaktabbruch tat mir unglaublich gut, ich fühlte mich wie von einer großen Last befreit. Mir ging nämlich auf, dass ich meine Eltern nicht brauche. Weder ihre Hilfe, noch ihren Rat oder ihre Anerkennung (nicht, dass ich die je bekommen hätte). Aber nun wurde mir klar, ich brauche sie nicht und mir geht es besser, wenn ich weder was von ihnen höre noch sehe.


    Nach 3 Wochen rief dann meine Mutter unter einem fadenscheinigen Vorwand bei mir an, weil SIE die Funkstille nicht aushielt (har, har ]:D ) Ja ich weiß, das klingt jetzt niederträchtig, aber es war so ein Hochgefühl nach Jahrzehnten der Erniedrigung endlich selbst am längeren Hebel zu sitzen. Seitdem hat sich unser Verhältnis extrem gewandelt.


    Ich bestimme, was meine Eltern von mir erfahren und was nicht und wie viel Raum sie in meinem Leben einnehmen dürfen. Wenn sie wieder versuchen, übergriffig zu werden, sage ich ihnen, dass wir auf der Ebene gar nicht erst weiter reden brauchen und breche das Gespräch ab. Ohne Diskussion. Das ist alles am Anfang ziemlich schwierig, wird aber mit der Zeit immer leichter. Auch die Besuche habe ich massiv eingedämmt, ich sehe sie so maximal 2x im Jahr. Das scheint für mich eine gute Dosis zu sein.


    Was ich damit sagen möchte liebe TE: Du musst bestimmen, wie viel Raum deine Eltern in deinem Leben einnehmen dürfen, nicht umgekehrt. Dabei wirst du das ein oder andere Mal knallhart sein müssen, aber es geht nicht anders. Möglicherweise geht es auch gar nicht, dann hilft nur noch ein kompletter Kontaktabbruch. Das wird sich schnell zeigen. Probier einfach mal ein paar Wochen komplette Funkstille aus, schau, wie es dir damit geht und lass dich da von niemandem weichkochen. Und bitte deinen Freund dabei um Unterstützung. :)*

    Ich kann das mit der Vorfreude durchaus verstehen:


    Man freut sich auf das, was man sich erhofft. Und nicht auf das, was man voraussichtlich wirklich erleben wird. ??Mir selbst sind erst die Augen aufgegangen, als mein Mann bemerkt hat: Wenn du deine Mutter besucht hast, bist du hinterher immer richtig scheiße drauf - bis dahin dachte ich sogar noch im Nachhinein, diese Besuche würden mir gut tun! Illusion ist eine sehr starke Sache??


    Was Snaiperskaja und Oldie geschrieben haben, kann ich nur voll unterstützen und als praktischen Tip hinzufügen:


    Es lohnt sich, VOR dem Besuch darüber nachzudenken, was man erzählen wird und was nicht. Und wie man auf vorauszusehende Provokationen reagieren wird. Nicht generell, sondern konkret!


    Dabei empfiehlt es sich, erst mal EINE ganz besonders störende und besonders sicher zu erwartende Sache herauszugreifen.


    Beispiel: Sie werden bestimmt wieder sagen: "Also wie du damit leben kannst, so abhängig von deinem Freund zu sein... wird dem das nicht lästig, dich immer zu chauffieren?"


    Dann wirst du sagen:... *Hier Text einsetzen*


    Was mir ansonsten aufgefallen ist:


    Du scheinst noch großen Wert darauf zu legen, von deinen Eltern Akzeptanz zu erhalten. Akzeptanz ist aber etwas anderes als Respekt. Sie WOLLEN dich nicht akzeptieren und deshalb werden sie es auch nicht tun, egal, wie du dich verhältst. Respekt hingegen kannst du erlangen, wenn du deine Grenzen deutlich aufzeigst. Und deutlich heißt eben NICHT unbedingt höflich und nett. Du bist wirklich nicht zur Nettigkeit verpflichtet!!!

    Zitat

    "Selbst schuld. Hättet ihr euch halt für einen besseren Job entschieden, als ihr noch jung genug dazu ward.",

    Dieser Ton war völlig angemessen. Wieso hättest du diplomatisch sein sollen? Du wurdest angegriffen und hast dich gewehrt. Richtig so.

    Zitat

    Das wird bei ihnen völliges Unverständnis hervorrufen.

    Ist doch egal. Denn du willst doch gar kein Verständnis, sondern Respekt. Wenn sie Grenzziehungen ignorieren, gibt es die Möglichkeit, 1. auch mal laut und unhöflich zu werden (wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus), 2. zu gehen mit dem Hinweis, daß du sie gern wiedersehen möchtest, sobald sie deine Grenzen respektieren.


    Was das Erzählen auf Nachfrage angeht: Man kann auch völlig nichtssagend antworten. Vielleicht macht es dir Spaß, mal eine Liste von Null-Antworten zu erstellen? Beispielsweise: "Danke, gut". "Is alles geregelt." "Mmmm. Wie wars gestern im Kino?"


    Und dann gibt es noch die Möglichkeit, sich stur zu wiederholen. "Ich habe jetzt keine Zeit, wir sprechen uns morgen." - "Wie gesagt, ich habe keine Zeit. Bis morgen, tschüs.*klack*"

    Zitat
    Zitat

    Bloß weil sie die Eltern sind?!

    Ja, irgendwie schon. Es gibt viele Menschen auf dem Planeten, aber man hat nur einen Vater und eine Mutter.

    Na und? Berechtigt sie das zu irgendwas? Warum sind dir faire, anständige, sympathsche Freunde nicht lieber als Eltern die dich ständig saudumm anmachen und dich schon immer fies behandelt haben? Dieses "Argument" "weil sie Eltern sind" ist für mich von derselben Qualität wie "weil es schon immer so war" und Ähnliches.

    Zitat

    Momentan schlechte Laune. Aber eigentlich hoffe ich auf ein vernünftiges zwischenmenschliches Verhältnis.

    Und welche Anhaltspunkte hast du in den letzten Jahrzehnten dafür erlangt, dass diese Hoffnung begründet ist?

    Zitat

    Hoffnung? Ich weiß nicht, ich warte auf die große Erleuchtung bei ihnen, dass sie mich so wahrnehmen wie ich bin und nicht so wie sie sich das Bild zusammengezimmert haben.

    Woher soll nach so vielen Jahren plötzlich eine Erleuchtung kommen? Und wieso dürfen sie dich, während du darauf wartest, weiter schikanieren?

    Zitat

    Naja, mein Vater leitet eine Filliale mit 15 Angestellte, sie haben ein 300-qm-Haus und fahren einen Mercedes (Vatterns Lieblingsmarke ;-) ). So ganz funktioniert das also nicht, denn den Lebesstandart, den sie sich aufgebaut haben, ist schon ganz nett. Natürlich nicht gerade Hilton-mäßig, aber auch nicht unbedingt so, dass man sie damit "angreifen" könnte.

    Auf derartige Diskussionen würde ich mich mit ihnen gar nicht einlassen. Die gewinnen sie, so wie es aussieht. Ich würde eher die Schiene "Ich bin zufrieden mit meinem Leben, und der Rest geht euch nichts an" fahren.


    Ich kann verstehen dass du jetzt nicht gleich den Kontakt abbrechen willst. Du hängst viel zu sehr drin. Für die nächste Zeit finde ich daher die praktischen Vorschläge von corazon und devilindisguise gut.


    Und das hier

    Zitat

    Du scheinst noch großen Wert darauf zu legen, von deinen Eltern Akzeptanz zu erhalten. Akzeptanz ist aber etwas anderes als Respekt. Sie WOLLEN dich nicht akzeptieren und deshalb werden sie es auch nicht tun, egal, wie du dich verhältst. Respekt hingegen kannst du erlangen, wenn du deine Grenzen deutlich aufzeigst.

    finde ich eine gute Differenzierung!

    Choupette_Finnian

    Zitat

    Macht man das? Bricht man einfach so mit den Eltern?

    Der eine man macht es, ein andere nicht. Ich z. B. habe es nicht getan. Bei all dem, was ich für mich als schlecht gewertet habe, war immer noch genug da, was sie getan haben, um alles zu tun, was in meiner Macht stand, den Kontakt nicht zu verlieren. Ich musste allerdings lernen, mich nicht mehr verletzen zu lassen aber auch sie schlichtweg so zu akzeptieren, wie sie waren und nicht wie ich es gern gehabt hätte, dass sie sind.

    Zitat

    Gibt es kein Mittelding?

    Wie würde das Mittelding aussehen?

    Zitat

    Soll ich mich zusammenreißen?

    Es wäre schon hilfreich, wenn Du nicht mehr auf ihre Art der Kommunikation einsteigen würdest und etwas selbstbewusster wirst und auch respektvoller, angefangen mit Dir selbst. Zusammenreißen heißt auch etwas auszuhalten, was einen überfordert, wütend macht, an einem nagt - das würde ich nicht tun. Das tut einem nicht gut.

    Zitat

    Bringt das überhaupt etwas, wenn doch meine eigenen Eltern mich für einen Versager halten?

    Was sagt das eigentlich für Dich aus, wenn Deine Eltern Dich für eine Versagerin halten? In Bezug worauf bist Du Deiner Meinung nach in ihren Augen eine Versagerin?

    Zitat

    Es tat gut das runterzuschreiben, vielleicht liest es ja einer und hat einen Rat für mich... @:)

    Das hängt von Deinem Ziel ab.

    Zitat

    Hoffnung? Ich weiß nicht, ich warte auf die große Erleuchtung bei ihnen, dass sie mich so wahrnehmen wie ich bin und nicht so wie sie sich das Bild zusammengezimmert haben.

    Wie realistisch ist es, dass Deine Eltern aus Deiner Sicht die große Erleuchtung haben werden? Was könntest Du tun, damit sie Dich sehen, wie Du bist? Wie nehmen sie Dich denn jetzt wahr?

    Zitat

    aber man hat nur einen Vater und eine Mutter.

    Das ist zwar faktisch zutreffend, trotzdem sind sie unter gewissen Umständen verzichtbar. Tausende wachsen ohne einen Elternteil auf, viele sogar ohne beide Eltern, und aus den meisten werden dennoch prächtige Menschen. Eltern sind höchstens wichtig während der Kindheit bzw. Jugend. Als Erwachsener braucht niemand mehr Eltern. Jedenfalls nicht in dem Sinn als "Vormund". Als Freunde und Vertraute vielleicht, aber das ist bei dir ja hinfällig. Es kommt aber die Zeit, dass Eltern ihre Kinder brauchen. Keine Ahnung wie alt deine sind, wahrscheinlich sind sie im Moment noch recht fit, aber der Tag kommt, an dem das Alter seinen Tribut fordert. Ich wette, darüber haben sie bisher nie nachgedacht. Vielleicht sollte dir mal bei passender Gelegenheit ein Satz in der Art "Habt ihr euch schon mal überlegt in welchem Altersheim ihr später mal leben wollt?" rausrutschen. ]:D Mag sein, dass es sie zum Nachdenken bringt. Obwohl, viel Hoffnung habe ich da nicht.

    Du kannst froh sein, dass es das Internet gibt. Hätte es das vor Jahren schon gegeben, wäre mein Leben sicher anders verlaufen. Auch ich hatte eine Mutter, welche mich immer als kleines Kind behandelt hat, man konnte ihr nichts recht machen. Nach der Trennung verteufelte sie mich ganz. Jetzt habe ich die Reißleine gezogen und ziehe aus meinem Elternhaus aus. Heute hat sie meinem Freund angeboten, dass er bei mir einziehen könnte. Für mich ist es zu spät. Der Umzug läuft und sie wird nach meinem Auszug alleine im Haus zurück bleiben.


    Sie hat mich oft aufs Übelste beschimpft und ich frage mich selber, warum ich das jahrelang ertragen habe. Heute antworte ich auf keine provozierenden Äußerungen mehr von ihr. Sie hat ihr Leben lang über alle Familienmitglieder bestimmt.


    Sie wird ihr Verhalten nie ändern. Sie kann nicht anders. Sie hat nur unterschätzt, dass ich eines Tages wirklich gehen könnte. Darum zieh die Reißleine, reduziere den Kontakt. Es sind Eltern, aber wahre Eltern, welche ihr Kind lieben, verhalten sich nicht so. Auch meine Mutter konnte mit Haustieren nie viel anfangen. Herzlichkeit kannte sie nie - jedenfalls mir gegenüber. Ich wurde immer nur kritisiert. Als mein Vater starb, wurde es besser. Aber trotzdem gab es diese Wutausbrüche. Darum kann ich dir nur empfehlen, tu dir dies jahrelang nicht an. Ändern werden sich deine Eltern nicht. Selbst meine Hörstürze nahm meine Mutter nicht zur Kenntnis, stellte mich als Simulantin hin. Wenn sie behauptet, dass man gesund ist, dann ist man gesund. Auf der einen Seite tut sie mir leid, aber dann denke ich an die letzten Jahre zurück. Ihre Einsicht kommt zu spät. Mir ist auch klar, dass ich sie evtl. das letzte Mal lebend sehe, wenn ich das Haus verlasse, da ich weiter weg ziehe. Zum Teil habe ich ein schlechtes Gewissen, was sie nicht verdient hat.


    Lebe dein Leben, wie du es leben willst. Es ist deine Lebenszeit. Du sollst glücklich sein. Deine Eltern haben zwar Geld, aber richtig glücklich waren sie anscheinend nie. Es sind nicht die materiellen Dinge, welche zählen. Für mich steht an erster Stelle: Liebe, Herzlichkeit und Menschlichkeit. :-)