Scheiß drauf. Die Dinge sind wie sie sind. Dieses Scheiß drauf muss man sich aber erst erarbeiten, bzw. kommen immer mehr Scheiß-draufs mit steigenden Alter. ;-D Du bist noch sehr jung, einiges scheiß drauf wirst du vielleicht erst in Jahren erlangen. Aber es wird kommen.


    Lass die Idioten links liegen. Lass die Hater links liegen. Scheiß auf Vergangenes und geh mit viel Mut weiter in die Zukunft. Sei stolz auf jede Schwierigkeit die du trotz allem gemeistert hast. Lach über deine Fehler und glaub nicht dass Andere Keine haben. Blick nach vorne - wenn man vorwärts gehen will aber zurück blickt stolpert man nur. ;-) Und gib dich nie auf. Irgendwann kommt nach jedem Durchhänger ein Aufwind, und in dem bist du doch grad.

    @ Cinnamon @:)

    Ich finde du bist eine Kämpferin. Und aus deinen Zeilen lese ich auch eine gute Portion Ehrgeiz und vor allem, dass Schule und eine Ausbildung dir wichtig sind. :)^


    Lass dich von Krankheiten und anderen Rückschlägen nicht entmutigen. Denn auch finde auch auf Umwegen und Serpentinen kann man ein Ziel erreichen. Es dauert dann halt etwas länger. Na und?


    Was würdest du beruflich gerne machen, sofern deine Gesundheit dir das erlaubt?

    Sag ruhig, du warst viel krank, bist chronisch krank und holst derzeit einen Schulabschluss nach. Die meisten Menschen fragen dann nicht so genau nach, weil man normalerweise nicht einfach fragt "he, was hast du denn?" und wenn doch, kannst du immer noch entscheiden, ob du das erzählst oder nur vage umschreibst.


    Ich sehe eigentlich keine Probleme, du bist erst Anfang 20, da gibts viele, die beruflich noch nicht viel gemacht habe. Manche reisen viel herum, jobben mal hier und da, "Berufsfindungsphase" sozusagen. Ich finde das gar nicht ungewöhnlich.

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    ich würde anfangs nur sagen, dass du langwierige und noch anhaltende gesundheitliche Probleme hattest/hast, die dich zurückgeworfen haben. Außerdem gab es massive familiäre Probleme, die ihr übriges beigetragen haben. Deshalb hast du jetzt noch mit den Folgen zu kämpfen, du ackerst dich aber durch und gibst nicht auf.

    Das finde ich einen sehr guten Vorschlag. Da gibt man ein bisschen - notwendige - Info, aber man gibt sich nicht preis.


    Auch ich finde, dass du noch viel zu jung bist um von versautem (Berufs)leben oder so zu sprechen. Und ansonsten: wenn ich nicht schon länger gewusst hätte wie alt du bist, hätte ich dich für sehr viel älter und lebenserfahrener gehalten als du tatsächlich bist. Nur an dem dicken Fell musst doch noch etwas arbeiten ;-) Aber wenn du Leute anschnauzst, die dir blöd kommen find ich das auch nicht verkehrt :-D

    Üblicherweise ergibt sich das doch irgendwie... ich glaub fast man könnte es sogar hinkriegen sich mit jemand anzufreunden ohne jemals zu wissen was der eigentlich beruflich macht^^

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    Ich will ehrlich sein können, ohne jedem gleich meine ganze Geschichte auf die Nase zu binden. Nur weiß ich nicht so Recht, wie?

    Schätze die Unsicherheit ist eher auf eigener Wertung begründet als auf rhetorischer Problematik. Sieh's doch mal so: Du hast die spitzen Gelegenheit dir erst ordentlichen Selbstwert aufzubauen und erst dann zu arbeiten. Viele selbstwertsteigern sich dermaßen kompensativ über die Arbeit dass es nimmer feierlich ist, nimm so jemand sein "schaffen" und der ist im Arsch, ich denk das kann dir nicht passieren. Trotzdem...

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    Manchmal denke ich auch selber noch, ich bin einfach nur faul, auch wenn ich eigentlich weiß, dass das nicht stimmt.

    das und ähnliche Glaubensätze sind wohl das eigentliche Problem.

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    ich habe Dich stets als einfühlsame, kluge und (für Dein zartes Alter) lebenserfahrene Teilnehmerin erlebt, die sich dazu gut auszudrücken weiß.

    Seh ich genauso, in meinen Augen ist das wertvoll. :)^ Aber scheiß auf meine Sicht der Dinge, und (noch mehr natürlich^^) auf die der leistungsgesellschaftlich Indoktrinierten - es geht um deine eigene Sicht auf dich selbst. Wenn du einen Schulabschluss machen willst oder dies und das, prima wenn du willst weil du willst... und nicht weil du etwas wert sein willst. Sieh dich jetzt als wertvoll, einfach so, ohne Bedingung, ohne Leistung, einfach weil du (du) bist.

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    Ich meine, ich selbst habe mittlerweile so viel gesehen und erlebt, dass ich niemanden mehr danach beurteile, welchen Bildungsabschluss er hat.

    joa, die anderen :-D


    Je mehr du auch hinter dir stehst desto weniger wird das überhaupt ein Problem sein und bis dahin kann das Thema ja ein Indikator und Experimentierfeld sein.


    Bis zur Stabilisierung deines Selbstwerts (oder eben thematische Teilbereiche davon) würde ich dir aber empfehlen eines nicht zu tun: Nämlich das was dir hier stellenweise (logischerweise) geliefert wird: Die Entschuldigung, du hattest ja Gründe usw. Ja das stimmt natürlich und da gibt es auch nix dran zu rütteln, aber psychologisch gesehn würde ich es nicht empfehlen es tatsächlich als Entschuldigung/Relativierung herzunehmen. Erstens ist "entschuldigung" gar nicht nötig und zweitens impliziert die Verwendung von Entschuldigung deiner Psyche aber gerade eben dass es überhaupt was zu entschuldigen gibt.

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    ich würde anfangs nur sagen, dass du langwierige und noch anhaltende gesundheitliche Probleme hattest/hast, die dich zurückgeworfen haben. Außerdem gab es massive familiäre Probleme, die ihr übriges beigetragen haben. Deshalb hast du jetzt noch mit den Folgen zu kämpfen, du ackerst dich aber durch und gibst nicht auf. Vielleicht noch, dass es dich manchmal selber nervt, dass du deshalb hinter deinen Fähigkeiten zurückbleiben musst, aber probierst trotz der Umstände alles herauszuholen.

    meiner Meinung nach keine gute Methode, absolut nicht^^ Außer du willst dich klein machen und der potentiellen (ist ja nicht mal jeder so!) Leistungserwartung deiner Gegenübers regelrecht entgegenkriechen ]:D Warum rechtfertigen?

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    Außer du willst dich klein machen und der potentiellen (ist ja nicht mal jeder so!) Leistungserwartung deiner Gegenübers regelrecht entgegenkriechen ]:D Warum rechtfertigen?

    Und wenn es ihrer eigenen - berechtigten - Leistungserwartung entspricht?


    Ich finde nicht, dass das eine Rechtfertigung ist, sondern eine Erklärung. Und ich glaube nicht, dass cinnamon mit Anfang 20 ein "ich hab keinen Abschluss und finde es ok so" - und die Reaktionen darauf - aushalten kann.

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    Und wenn es ihrer eigenen - berechtigten - Leistungserwartung entspricht?

    das ist egal, es ist Opferformulierung: hier und da, weil weil weil, und ich würd ja gern, aber, und ich find mich ja selber scheiße aber bitte du mich nicht. So das wär die Übersetzung ;-D (ich seh's vllt ein bißchen krass, aber denkt doch mal drüber nach ob da nicht ein Quentchen was dran ist^^)

    Hallo Cinnamon,


    ich möchte mich ausdrücklich den ermutigenden Anregungen der Vorschreiber anschließen. Du hattest keinen leichten Weg und bist durch Krankheit beeinträchtigt, gehst aber trotzdem weiter, bist tätig und hast ein Nahziel, nämlich den Hauptschulabschluss. Das finde ich toll. Wie es dann weitergehen soll ist im Moment nicht so wichtig.


    Und Du hast es selbst erkannt: die "Schauspielerei" liegt Dir nicht, Du fühlst Dich nicht wohl damit, weil es nicht Deinem Charakter entspricht. Die Umkehr, der Rückzug in die Isolation tut Dir aber auch nicht gut, der Wunsch unter Menschen zu sein ist ja da, da hast Du ja durchaus auch eine Vorstellung von dem "entspannteren Umfeld".

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    Ich finde es schwierig, mich von dem Bild zu verabschieden, von dem, wie mein Leben hätte laufen sollen. Ich weiß, dass mir trotzdem noch viele Türen offenstehen und ich werde mich auch weiterhin bemühen, immer wieder ein bisschen fitter zu werden. Nur ist es nicht das, was ich immer wollte.

    Aus Deinen eigenen Erkenntnissen klingt sehr viel Reife und Selbstreflektion heraus. Das ist ein sehr großer Vorteil, der Dich vielleicht einmal wo hinführen wird, wo Du Dich auch wohl fühlst, Dir Befriedigung und Glück bringen wird, wer weiß.


    Du kannst nicht mehr bei den Eltern wohnen - würdest Du denn gerne, wäre es den Eltern lieber? Also der Nähe wegen, nicht wegen der finanziellen Situation?


    Dass der Rest der Familie sich gleichgültig bis ablehnend verhält, ist wohl ein weit verbreitetes Muster. Tut dies noch sehr weh oder konntest Du dazu inzwischen einen gewissen Abstand einnehmen?

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    Meine Eltern kommen derzeit für meinen Lebensunterhalt auf, was ich schrecklich finde, aber wie gesagt bin ich derzeit gerade so leistungsfähig mit Unterstützung aller meiner Lieben, die Schule zu schaffen. Es nervt mich nur noch und ich mache mir ständig Selbstvorwürfe.

    Wenn Du vielleicht da einmal mehr eine andere Sichtweise einnehmen könntest, nämlich zuerst, dass dies überhaupt nicht schrecklich ist, sondern in gewissen Situationen selbstverständlich. Oder finden Deine Eltern das schrecklich und machen Dir Vorwürfe? Wenn sie es finanziell nicht wuppen könnten, müssten sie auch nicht so ganz allein.


    Ich hör auch raus, dass sie Dich lieben und nur an Deinem Wohl interessiert sind und Dich dabei unterstützen. Dafür sind Eltern da - so sehe ich das - auch wenn die Kinder über die 20 Jahre hinaus es noch benötigen.


    Vielleicht kannst Du da einmal ansetzen, Dich nicht mit Selbstvorwürfen niederzumachen, denn Du ruhst Dich ja schließlich nicht bequem aus. :)* @:)

    Ich finde auch das dir deine bisherige Laufbahn nicht peinlich sein muss. Niemand ist perfekt und niemand erwartet das. Darüber hinaus ist es heute fast normal das man eben keinen geradliniegen Lebenslauf hat.


    Gynmasium inkl. behütetes Elternhaus, am besten irgendwo auf dem Land im Grünen, Abitur, danach wahlweise Grundwehrdienst (den es ja nicht mehr gibt), Ausbildung oder Studium die in der Regelzeit erfolgreich abgeschlossen werden, sofort ein unbefristeter Arbeitsplatz bis zur sicheren Rente, zwischendurch Heirat, Haus bauen, Kinder kriegen und sich im Alter an Rente und Enkelkindern erfreuen.


    Heute sieht das sehr oft ganz anders aus. Leute ohne Schulabschluss. Leute die krankheitsbedingt nicht können, Leute die ein Praktikum nach dem anderen machen ohne Aussicht auf eine Festanstellung, Jugendliche die überhaupt keine Idee haben welchen Beruf sie mal erlernen und ausüben wollen, Anforderungen die immer weiter steigen während gleichzeitig das Bildungsniveau immer weiter absinkt. Leute die nicht arbeiten wollen weil sie genau wissen das ihnen am Ende im Alter genauso nur Grundsicherung zusteht wie viele die ihr Leben lang in unterbezahlten Jobs arbeiten.


    Darüber hinaus sagt das doch alles gar nichts darüber aus was für ein Mensch du bist. Auf dem Stück Papier auf dem Abitur oder Diplom o.Ä. steht, steht nicht ob du ein toller Mensch bist, ob du viele Freunde hast, die zu dir stehen, ob du über Allgemeinwissen verfügst, dich für Musik, Kunst, Kultur, Sport, Politik usw. interessierst uvm.


    Bei mir - nur so als Beispiel genannt - sieht das auch nicht viel anders aus. Schule dreimal gewechselt, zweimal sitzen geblieben, nur Fachabi, danach Bundeswehr und ein Praktikum das ich fast zwei Jahre gemacht habe (da habe ich praktisch eine 40 Stunden Woche gehabt). Danach auf eine Fachhochschule, diese nach einigen Semestern abgebrochen und den elterlichen Betrieb übernommen. Das heißt ich habe gar kein Papier auf dem so was wie Abschluss steht. Trotzdem habe ich meine Arbeit, viel Freizeit die ich mit einem schönen Hobby (Musik) fülle, einen Beruf in dem ich mit Menschen zu tun habe (obwohl ich eine leichte Sozialphobie habe) und so gut verdiene das ich immer über die hohen Steuern jammere die ich regelmäßig zahen darf.


    Alles im allem kein idealer Weg. Und nichts was ich anderen empfehlen würde. Trotzdem mache ich das beste draus, in dem Wissen das noch besser immer möglich ist.

    Sooo... ich mache mich mal ans antworten! Erstmal: Danke für den vielen Zuspruch und die lieben Komplimente |-o . Das ist wirklich sehr nett!

    @ jeany_wob

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    Ich finde übrigens Nichts daran wirklich peinlich, da ja der gesundheitliche Aspekt eine große Rolle spielt in deinem "Werdegang", bzw. dein Gesundheitszustand ja mitverantwortlich ist für deine derzeitige Situation. :-)

    Danke, das ist nett! Es fühlt sich halt nur komisch an, da ich selber mal andere Erwartungen an mich hatte und auch nicht weiß, was wiederum andere Menschen so von mir erwarten oder denken, wenn ich sowas losgelöst von meinem Charakter bei einem ersten Treffen mal erzähle. Ich finde es deshalb fast doof, dass so früh nach dem Job gefragt wird bzw. mache ich das selber nicht so gern. Oft passen Charakter und Jobsituation nämlich gar nicht zusammen. Vielleicht sehe ich das aber auch zu eng und die Frage nach dem Job ist ja eigentlich auch nur reine Interesse und keine Charakterkunde.

    @ FaSoLa

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    Deshalb sehe ich im Grunde auch keinen Anlass für Scham, kann es aber vollkommen nachvollziehen (mir geht es in anderen Bereichen häufig so, da muss ich mir immer vor Augen halten, dass es an den Umständen und seinen Folgen lag und nicht an mir als Person).

    Ja, das geht mir auch manchmal so. Manchmal bin ich sogar so "doof" und vergleich mich beruflich mit meinem Vater oder anderen Menschen, die ich in dem Punkt als Vorbilde sehe, die 20 Jahre älter sind als ich. Da kann ich ja noch hinkommen, aber das hier und jetzt ist ja auch ganz schön und ich kann viel machen.

    Zitat

    Zu deiner Frage: ich würde anfangs nur sagen, dass du langwierige und noch anhaltende gesundheitliche Probleme hattest/hast, die dich zurückgeworfen haben. Außerdem gab es massive familiäre Probleme, die ihr übriges beigetragen haben. Deshalb hast du jetzt noch mit den Folgen zu kämpfen, du ackerst dich aber durch und gibst nicht auf. Vielleicht noch, dass es dich manchmal selber nervt, dass du deshalb hinter deinen Fähigkeiten zurückbleiben musst, aber probierst trotz der Umstände alles herauszuholen.

    Ja, wobei ich vielleicht erstmal nur die Gesundheit erwähne, weil das andere mir doch zu intim ist. Denkt ihr, das ist schlimm/eine Lüge? Ich würde sowas sagen, wie (habe ich mir jetzt überlegt):


    Ich hinke mit meiner Karriere etwas hinterher, weil ich chronisch krank bin. Das ist nicht weiter tragisch, nur bin ich dadurch eben oft müde und nicht so leistungsfähig. Deswegen stecke ich mir meine Ziele eher etwas langfristiger.


    Vielleicht feile ich daran auch noch, aber da weiß der andere ganz grob, wie es bei mir ausschaut, und wenn man sich besser kennt oder versteht, kann ich ja noch weiter ins Detail gehen.

    Zitat

    Bildungserfolg korreliert mit sozialer Lage, deswegen lässt ein Schulabschluss in D weniger Rückschlüsse auf die Intelligenz als auf den sozialen Background zu.

    Ja, das stimmt! Meine Mutter hatte auch mal einen Arbeitskollegen, der mit ach und krach (4er-Schnitt oder so) den Hauptschulabschluss geschafft hat. Der war aber super-wortgewandt, nett und ein Computer-Ass. Er hat dann Old-School-Computerspiele entwickelt und damit auch Geld gemacht, soweit ich weiß. Zumindest war er echt nicht doof. Mein Problem mit der Schule ist eher die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. Vielleicht war das bei ihm auch so.

    @ De.liee

    Ja, diese erzwungenen Unterbrechungen sind immer doof, aber da kann man halt nichts machen, wenn man krank ist. Wie nehmen die Leute um dich herum solche Antworten denn auf, wenn ich fragen darf?

    @ RightNow

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    Hey Cinnamon,


    deine Geschichte muss dir nicht peinlich sein. @:)

    Das ist nett, danke |-o .

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    Sie hat dich zu dem gemacht wer du bist. Jeder hat seinen Lebensweg. Lernen zu dem zu stehen wer du bist und was dich so gemacht hat, ist ein schwerer Weg.


    Ich bin jetzt 27 und selbst mir fällt es manches Mal noch schwer meinen eigenen verkorksten Lebensweg so anzunehmen wie er ist. Es gibt viele Momente die ich bereue. An vielen Tagen zum Beispiel den damaligen Abbruch meines Studiums und andere teilweise unüberlegte Entscheidungen.


    Aber seitdem ich angefangen habe, mich damit auseinander zu setzen, was mich damals dazu bewogen hat, so zu handeln, teilweise auch zu lügen, komme ich besser damit und mit mir im Allgemeinen klar.

    Ja, ich denke, das ist wirklich schwer, aber es wird besser. Es freut mich, dass auch du da Fortschritte machst @:) !

    Zitat

    Mit Anfang 20 ist noch gar nichts verloren. Du hast Leute die dich unterstützen und das Forum ist ja auch noch da.

    Ja, das stimmt. Schön, dass ich euch habe |-o . Ich fühle mich hier echt wohl :-) .

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    Ich habe dich immer als sehr kompetent und einfühlsam hier im Forum wahr genommen.

    Das ist auch nett. Ich gebe mir Mühe |-o .

    @ Sunny Sunflower

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    Auch wenn die Arbeitsagenturen nicht viel taugen: Hast Du Dich mal informiert bzgl. Ausbildung in spezielleren Einrichtungen? Hast Du einen Antrag auf Schwerbehinderung gestellt?

    Bisher nicht, nee. Muss ich das beim Jobcenter machen oder der Arbeitsagentur? Das Jobcenter taugt hier absolut nichts... Und ich frage mich auch, was für eine Ausbildung ich dann machen kann. Eigentlich würde ich gerne was im künstlerischen Bereich machen - etwas herstellen oder eine künstlerische Leistung anbieten. Inwieweit das mit Halbzeitarbeit oder gar Ausbildung zusammengeht, muss ich schauen. Wie ist das denn mit einem Antrag auf Schwerbehinderung? Ist das hilfreich? Was muss man dafür erfüllen? Ich habe nur Sorge, dass ich mich dann psychisch total hängen lasse, wenn ich als schwerbehindert gelten sollte %:| . So nach dem Motto: "Dann ist es ja eh egal." Sorry, wenn das jetzt doof klingt, ich will hier niemanden angreifen, der schwerbehindert ist. Nur assoziere ich, gerade in meinem Alter, damit irgendwie, dass das Leben vorbei ist.

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    Ich bleibe da (10 Jahre nach Studienabschluss und im Job) vage und sage immer nur "persönliche und gesundheitliche Probleme...". Dass die Sachen, die dann im Studium auftraten, gar nichts mit der Vorgeschichte zu tun hatten: Egal. ??Habe auch über lange Jahre einen eher schrägen Lebenslauf: Kein Schulabschluss, nachgeholter Abschluss mehrere Jahre später, Studienbeginn, Fachwechsel... Das alles ca. 7 Jahre später als "normal".??

    Und gucken die Leute nicht komisch, wenn man dann von persönlichen Problemen spricht? ich weiß nicht, ob ich mich das traue .///. Ich finde das auf jeden Fall mutig!

    @ Blechpirat

    Auch dir danke für die netten Komplimente |-o . Ich bin ja echt froh, so rüberzukommen, hihi. Ihr macht mich echt noch verlegen hier ??aber hört nicht auf?? ;-D ! Den Ausspruch mit den Nebelkerzen kenne ich gar nicht, habe dazu auch gerade nichts im WWW gefunden. Was meinst du denn damit?

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    Sei Du selbst, und wer Dich nicht mag, ist selber schuld. Du musst ja nicht mehr in die Details gehen als Du magst, aber zu sagen, dass man es nicht leicht hatte im Leben und deshalb noch nicht alles erreichen konnte was man gewollt (und ganz sicher auch gekonnt) hätte, ist keine Schande. Wer das nicht akzeptieren kann, der soll Dich doch mal kreuzweise ]:D :)*

    Ja, das hast du eigentlich Recht! Danke für den Schubser!


    Ich muss das echt noch lernen. Es ist halt nur doof, wenn man eh schon mit wenig Rückhalt in der Familie und so aufwächst, dann hat man es einfach schwerer, Dinge an sich abprallen zu lassen, weil einen niemand auffängt. Aber naja... ich habe ja euch und meinen Freund und ein bisschen auch meine irren Eltern ;-D !

    Moment... ich schreibe das nochmal kurz raus, weil das in dem Riesen-Text sonst untergeht:


    Ja, wobei ich vielleicht erstmal nur die Gesundheit erwähne, weil das andere mir doch zu intim ist. Denkt ihr, das ist schlimm/eine Lüge? Ich würde sowas sagen, wie (habe ich mir jetzt überlegt):


    Ich hinke mit meiner Karriere etwas hinterher, weil ich chronisch krank bin. Das ist nicht weiter tragisch, nur bin ich dadurch eben oft müde und nicht so leistungsfähig. Deswegen stecke ich mir meine Ziele eher etwas langfristiger.


    Vielleicht feile ich daran auch noch, aber da weiß der andere ganz grob, wie es bei mir ausschaut, und wenn man sich besser kennt oder versteht, kann ich ja noch weiter ins Detail gehen.

    Was ist das für eine Stoffwechselerkrankung ? Ich kann dich verstehen, ich bin gleich alt und hab aufgrund seelischer Probleme das Gymnasium 2 Jahre spaeter erfolgreich als der Rest beendet und studiere jetzt. Ohne Besserung meiner Symptome haett ich es wohl noch nicht geschafft. Lass dir nicht sagen, was du nicht schaffen kannst. Du bist 21 & nicht 91 und sicher nicht dumm ^^

    Liebe Cinnamon


    Aus deiner Schilderung spricht Scham. Und die entsteht, wenn man das Gefühl hat, Erwartungen nicht erfüllt zu haben, Vergleichen nicht standzuhalten und daran selber Schuld zu sein.


    Die Auflösung dieser Kausalkette sollte von hinten erfolgen. Wenn du dich nachhaltig selber davon überzeugen könntest, am Status Quo nicht SCHULD zu sein, sondern stattdessen die URSACHNEN dafür anzuerkennen, wäre der erste Schritt getan. Denn das, was dich in den Jahren, in denen andere durchs Abi stürmen, gehindert hat mitzustürmen, hat handfeste Ursachen. Das schließt zwar nicht aus, dass du dabei auch Fehler gemacht hast, aber so lange diese Fehler nicht exakt zu definieren sind, kann aus ihnen auch nicht lernen. Es wäre also zunächst interessant, ob du in deinem bisherigen Verhalten schon Fehler erkannt hast und dann auch aufgehört hast, sie weiter zu machen. Davon gehe ich – wenn ich deine Schilderungen lese – aus.


    Also bleibt deine wichtigste Aufgabe, die Ursachen für deine bisherige persönliche Geschichte als Faktum anzuerkennen, sie dir quasi selber von Herzen zu glauben – mehr noch: Davon überzeugt zu sein, dass dein gegenwärtiger Stand in Sachen Bildung und Beruf Gründe hat, die dich daran gehindert haben, den allseits als "Normalität" empfundenen Weg zu gehen. Bei Dir war das anders, deine Gesundheit und andere äußere Umstände haben das bewirkt, du hast getan, was du konntest und hast dann anschließend noch mal eine Schüppe draufgelegt und holst nach, was machbar ist.


    Das ist beeindruckend und wird jedem, der sich damit beschäftigt, Respekt abnötigen. Aber es beschäftigt sich leider nicht jeder damit, es ist für sehr viele Menschen einfacher, Schubladen zu benutzen. Und die einen tun das, weil es einfacher ist. Die anderen tun das, weil sie es so gelernt haben. Du hast also geringe Chancen, die Menschen daran zu hindern, dich in eine Schublade zu packen, in die du nicht möchtest. Aber viel wichtiger ist, dass du selber dieses Schubladendenken nicht mitmachst. Wichtiger ist es, dass du dir selber von Herzen glaubst, dass du alles in deinen persönlichen Möglichkeiten Stehende getan hast, um dir eine lebenswerte Zukunft gestalten zu können. DU SELBER musst das glauben, und dazu kann es auch hilfreich sein, die "anderen" nicht ebenfalls in Schubladen zu packen. Sie also nicht gleich als Kritiker an dem zu sehen, was du kannst oder nicht kannst, hast oder nicht hast. Nicht jeder, der dich fragt, ist kritisch oder überheblich. Vor allem aber ist deren Beurteilung erheblich weniger wichtig als dein eigenes Wertgefühl.

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    Vielleicht will ich diese Geschichte niemandem erzählen, weil ich nicht so gesehen werden will. Ich finde es schwierig, mich von dem Bild zu verabschieden, von dem, wie mein Leben hätte laufen sollen.

    Du selber müsstest also auch aufhören, dieses "Eigentlich" vor dein Leben zu stellen. Es sind die schrecklichen "Eigentlichs", die uns immer wieder entmutigen. Es sind die gelernten oder abgeschauten IDEALE, die unterstellen, wir wären gescheitert. Wenn es dir also gelingt, deine Ideale mit deinen Möglichkeiten zu harmonisieren und die blödsinnigen "Eigentlichs" zu entkräften, geht es schon besser.

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    Ich weiß, dass mir trotzdem noch viele Türen offenstehen und ich werde mich auch weiterhin bemühen, immer wieder ein bisschen fitter zu werden. Nur ist es nicht das, was ich immer wollte.

    Dann wäre doch jetzt der Zeitpunkt, deine Ziele deinen Möglichkeiten anzugleichen. Das zu wollen, was du auch erreichen kannst und das dann auch mit ganzem Einsatz zu tun.

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    Ich muss das auch erstmal verdauen, dass ich das überhaupt so öffentlich hier geschrieben habe, wo ein paar Leute vielleicht auch ein Bild von mir haben, auch wenn ich sicherlich nicht jedem bekannt bin

    Ich finde diese Ehrlichkeit sehr berührend. Das erweckt den Eindruck, dass du jetzt zum ersten Mal einer Öffentlichkeit gegenüber die Fassaden herunter lässt. Und das ist ein respektabler Kraftakt, denn es gibt hier ja Menschen, die ein Bild von dir haben. Du hattest jetzt also den großen Mut, diesen individuellen Bildern der anderen Leser und User ein Bild entgegenzustellen, dass der Wahrheit entspricht, dass du aber bisher "eigentlich" selber nicht anerkennen konntest, weil es den üblichen Vergleichen nicht standhalten könnte. Ich ziehe meinen Hut vor dir und finde da grandios.


    Und dann stelle ich dir die Frage, wie du mit der Bezeichnung "grandios" umgehen könntest. Könntest du dich mit dem Gedanken anfreunden, etwas getan zu haben, das jemand als "grandios" empfindet, obwohl die bisherigen Beurteilungen von außen dem scheinbar völlig entgegen stehen? Möchtest du in bestimmten Dingen und Verhaltensweisen überhaupt grandios sein? Oder wäre das eher eine unangenehme Verpflichtung für dich?


    Ich wünsche dir, dass du deine grandiosen Anteile entdecken und anerkennen kannst, deine Leistungsfähigkeit, deine Empathie. Ich wünsche dir, dass du den Rahmen deiner Möglichkeiten auszuschöpfen lernst und die dabei erreichten Erfolgserlebnisse auch zur Steigerung deines Selbstwertgefühles nutzt. Und wenn dir all das gelingt, wenn du dir selber diese Anerkennung geben kannst, dann wird es automatisch unwichtiger, was diejenigen, denen gegenüber du dich offenbaren zu müssen glaubst, von dir scheinbar denken. Was sie WIRKLICH denken, erfährst du eh nicht, weil du ihre Schubladen ja gar nicht kennst.


    Zum Schluss ein sehr einfacher Kommunikationstipp, wenn wirklich gefragt wird und du wirklich sagen möchtest, was Sache ist: "Es ist durch unglückliche Umstände und durch Krankheiten in meinem Leben einiges anders gelaufen, als ich mir das gewünscht habe. Aber ich ARBEITE DARAN und ich bin sehr zuversichtlich, auf einem guten Weg zu sein. Einzelheiten möchte ich dazu noch nicht sagen." Das natürlich mit eigenen klugen Worten ausgedrückt. Ich bin sicher, dass dir das gelingt. Du kannst all das überzeugend überbringen, wovon du SELBER von Herzen überzeugt bist. Und ich glaube, dass du den Mut dazu hast, denn ohne diesen Mut hättest du dich hier gar nicht geoutet.

    @ Milchmann

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    Scheiß drauf. Die Dinge sind wie sie sind. Dieses Scheiß drauf muss man sich aber erst erarbeiten, bzw. kommen immer mehr Scheiß-draufs mit steigenden Alter. ;-D Du bist noch sehr jung, einiges scheiß drauf wirst du vielleicht erst in Jahren erlangen. Aber es wird kommen.

    Ein paar mal hatte ich solche "Scheiß drauf"-Situation sogar schon :-D . Lustigerweise habe ich in solchen Situationen immer am meisten positives Feedback bekommen, wobei es darum bei "Scheiß-drauf"-Situationen ja eigentlich gar nicht gehen sollte. Aber es ermutigt einen, angenommen zu werden. Das hat meine Familie so leider nie gemacht :-( . Naja... die sind halt komisch... Aber ich denke mal, dass daher einfach meine Verunsicherung kommt.

    Zitat

    Lass die Idioten links liegen. Lass die Hater links liegen. Scheiß auf Vergangenes und geh mit viel Mut weiter in die Zukunft. Sei stolz auf jede Schwierigkeit die du trotz allem gemeistert hast. Lach über deine Fehler und glaub nicht dass Andere Keine haben. Blick nach vorne - wenn man vorwärts gehen will aber zurück blickt stolpert man nur. ;-) Und gib dich nie auf. Irgendwann kommt nach jedem Durchhänger ein Aufwind, und in dem bist du doch grad.

    Nach Aufwinde fühlt es gerade gar nicht so an, aber wahrscheinlich bin ich zu streng mit mir. Danke auf jeden Fall für die lieben Zeilen @:) !

    @ Bambiene

    Zitat

    Ich finde du bist eine Kämpferin. Und aus deinen Zeilen lese ich auch eine gute Portion Ehrgeiz und vor allem, dass Schule und eine Ausbildung dir wichtig sind. :)^

    Auch dir, vielen Dank! So viel Zuspruch tut echt so gut! Jetzt muss ich schon wieder heulen, aber diesmal vor Freude :°( ;-D !

    Zitat

    Lass dich von Krankheiten und anderen Rückschlägen nicht entmutigen. Denn auch finde auch auf Umwegen und Serpentinen kann man ein Ziel erreichen. Es dauert dann halt etwas länger. Na und?

    Ja, das stimmt. Nur irgendwie habe ich so eingetrichtert bekommen, dass nichts aus mir werden wird, wenn ich nicht mit 18 Abitur mache, mit spätestens 19 studiere und dann in den Job einsteige. Aber anscheinend stimmt das gar nicht?

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    Was würdest du beruflich gerne machen, sofern deine Gesundheit dir das erlaubt?

    Puuuh... das ist schwer zu sagen. Praktika waren mir bisher leider nicht möglich, aber von der Vorstellung her fände ich eine künstlerischen Beruf toll, ganz grob. Entweder auf der Bühne, wobei das zeitlich schwer werden dürfte, das Thema hatte ich mit RightNow schon mal. Ob es da eine Nische gibt, in die ich in Halbzeit rutschen könnte, weiß ich nicht. Das muss ich sehen. Ansonsten könnte ich mir auch gut vorstellen, etwas herzustellen oder andere anzuleiten. Also z.B. etwas zu bauen und schön zu gestalten oder aber jemandem etwas beizubringen, Musiktunterricht o.ä. Mal sehen ^^. Eigentlich wollte ich immer Paläontologin werden, aber vielleicht steht mir ja auch der Weg noch irgendwann offen. Ich bleibe zuversichtlich :-) !


    Ich schicke schon mal kurz ab, weil gerade schon der Text weg war. Das will ich nicht nochmal erleben müssen %:| .

    Puuuh... und jetzt kann ich gerade meinen eigenen Erwartungen gar nicht mehr entsprechen und euch allen Antworten. Ich mache hier mal einen persönlichen Cut und schaue, was ich morgen o.ä. noch schaffe. Auf jeden Fall schon mal vielen Dank für das überwältigende Feedback! Das ist wirklich schön und rührend *hach*.