Zitat

    Aber in einem Punkt bin ich mir ziemlich sicher.


    Der Auslöser des Ganzen hat nichts mit fehlender Liebe zu tun.

    Ich behaupte, dass das genau das Problem war. Ich behaupte, dass er bei stärkerer Liebe größere Probleme gehabt hätte, 3 Monate ohne die TE zu verreisen. Hätte die TE ihn stärker bedrängt, seine Alleingänge zu reduzieren, hätte er vermutlich noch eher Schluss gemacht, so wie er es nach der Reise tat, als er sich bedrängt fühlte. D.h. vermutlich funktionierte die Beziehung nur auf Grund der angeblichen "Freiheiten" halbwegs (was eigentlich eher einem Drang nach Alleingängen entsprach). Ein stärkeres Zusammensein (bzw. der Wunsch danach) wäre vermutlich eher als Einschränkung der Freiheit wahrgenommen worden aber nicht als Hingezogensein. Ich setze diesen Wunsch nach angeblicher "Freiheit" (was vielmehr dem Wunsch nach weniger Zusammensein bedeutet, denn Freiheit kann auch der Wunsch nach Zusammensein bedeuten) und damit das Gefühl längeren Zusammenseins als Einschränkung der Freiheit mit mangelnder Liebe gleich.

    Zitat

    dass solche Beziehungen grundsätzlich funktionieren können. Wenn beide bereit sind sich ein bisschen selbst zurückzunehmen. Oder wenn einer bereit ist sich selbst sehr viel zurückzunehmen.

    Mit dem Zurücknehmen sollen fangen die meisten Probleme an. Meines Erachtens passt es einfach nicht richtig.

    Zitat

    Mit dem Zurücknehmen sollen fangen die meisten Probleme an. Meines Erachtens passt es einfach nicht richtig.

    Diesen Punkt sehe ich für mich ähnlich wie du, ich bin aber auch ein harmoniebedürftiger Mensch mit einem hohen Nähebedürfnis in einer Partnerschaft ;-D Trotzdem bin ich froh, dass mein Partner im Gegensatz zu mir nicht zuhause arbeitet und ein eigenes Hobby hat, mit dem er auch ab und an Zeit verbringt. Wir sehen uns viel, aber auch nicht 24 Stunden am Tag. Das wäre mir persönlich zu viel. Für andere Menschen hingegen wäre es vielleicht genau richtig, sich jede einzelne Minute von jedem einzelnen Tag zu sehen. Für wieder andere wäre es viel zu viel, die sind vielleicht froh über getrennte Wohnungen und Verabredungen alle zwei Wochen.


    Menschen sind verschieden und haben unterschiedliche Bedürfnisse. Und für manche ist es womöglich in Ordnung sich in einem Teilbereich selbst zurückzunehmen, wenn sie dafür in einem anderen Teilbereich vom Partner selbst viele Freiheiten zugestanden bekommen. Das erfordert halt viel mehr ein sich-aufeinander-einpendeln-müssen, als wenn beide Partner eh schon alles sehr ähnlich sehen. Aber wer bin ich, um beurteilen zu können welche Art von Beziehung für andere Menschen die passendste ist?


    Man kann in Foren ja nur unterschiedliche Perspektiven schildern, verschiedene Standpunkte einnehmen und mit dem eigenen abgleichen und so vielleicht besser herausfinden, was für einen selbst passt.

    @ sensibelmann99

    Zitat

    Ich behaupte, dass das genau das Problem war. Ich behaupte, dass er bei stärkerer Liebe größere Probleme gehabt hätte, 3 Monate ohne die TE zu verreisen. Hätte die TE ihn stärker bedrängt, seine Alleingänge zu reduzieren, hätte er vermutlich noch eher Schluss gemacht, so wie er es nach der Reise tat, als er sich bedrängt fühlte. D.h. vermutlich funktionierte die Beziehung nur auf Grund der angeblichen "Freiheiten" halbwegs (was eigentlich eher einem Drang nach Alleingängen entsprach). Ein stärkeres Zusammensein (bzw. der Wunsch danach) wäre vermutlich eher als Einschränkung der Freiheit wahrgenommen worden aber nicht als Hingezogensein. Ich setze diesen Wunsch nach angeblicher "Freiheit" (was vielmehr dem Wunsch nach weniger Zusammensein bedeutet, denn Freiheit kann auch der Wunsch nach Zusammensein bedeuten) und damit das Gefühl längeren Zusammenseins als Einschränkung der Freiheit mit mangelnder Liebe gleich.

    Das klingt tatsächlich sehr zutreffend bzw. passend!


    Lillien, ich finde es gut, dass du dich erstmal von jeglichem WA- Kontakt zurück ziehst. Im Endeffekt bringt es nichts. Er betont immer wieder, dass er nicht mehr möchte. Dann allerdings, sollte es konsequent durchgezogen werden (Kein eifersüchtiges "Gestachel" über WA wegen dem Bekannten etc.)

    Versuch nicht so weit in die Zukunft zu denken, solche Gedanken machen einen Verrückt. Vielleicht seht ihr euch wieder, vielleicht nicht. Im Moment tut es sehr weh ihn nicht zu sehen, aber das wird nicht für immer so bleiben. Der Tag wird kommen, wo es dir nicht mehr wichtig ist ob du ihn wieder sehen wirst. Eines Tages wirst du dich neu verlieben und hoffentlich wird alles passen und du froh sein, dass du diese Trennung mitgemacht hast, weil sie nötig war um dich an den Punkt zu bringen an dem du dann sein wirst.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Beziehung in der wirklich alles in Ordnung war innerhalb von zwei Wochen an einem dummen Streit scheitert. Entweder ihr rauft euch noch zusammen, oder da lag wohl auf einer oder beiden Seiten mehr im Argen. Ich kenne niemanden der eine Trennung langfristig bereut hat, es geht immer irgendwie weiter, auch wenn das direkt nach der Trennung selbstverständlich nicht so wirkt.

    Mir ist das ehrlich gesagt egal ob du das glaubst;) die Beziehung war bis dato schön . Nicht perfekt aber schön . Welche ist perfekt? Ich hab noch nie eine Trennung bereut oder in Frage gestellt . Hier hab ich zum ersten mal das gefühl, dass das ein rießen Fehler ist.

    Lillien


    Ich glaube, dass dein Freund einfach die üblichen Anpassungsschwierigkeiten nach der Rückkehr hat.


    Die hatte ich auch immer. Man muss erstmal die Entfremdung überwinden, wenn man nach einer Abenteuerreise zurückkehrt. (das habe ich dir am Anfang auch schon geschrieben)


    Die Erwartung, wie er sich zu verhalten hat in den ersten Stunden der Rückkehr, kommt noch obendrauf.


    Du kannst das nicht rückgängig machen, aber versuchen, ihn jetzt zu verstehen.


    Man verändert sich auf solchen Reisen und dann passt die Erwartung, dass man genau der gleiche Mensch ist wie vorher, nicht zusammen.

    Zitat

    Bei einer anschließenden Rückreise in die Heimatkultur kann es zu einem erneuten Verständnisproblem kommen, da sich die Person durch die neuen Erfahrungen weiterentwickelt und verändert hat, während das alte Umfeld die gleiche, unveränderte Person erwartet. Es entsteht der sogenannte Re-Entry-Schock.


    Die Person fühlt sich unverstanden, in ihrer Veränderung nicht akzeptiert und vermisst die andere Kultur.

    https://www.ikud.de/glossar/kulturschock.html


    Du kannst "Kultur" auch mit "Freiheit" gleichsetzen. 3 Monate völlig frei zu sein, ist eine besondere Erfahrung.


    Selbst wenn man seine Freiheit freiwillig wieder aufgeben will und wieder die Bindungen aufnehmen will, braucht man dafür Zeit.