Zitat

    Sie ist eine ganz ganz liebe Frau und ich mag sie als Menschen total gerne. Aber es hat einfach nicht gefunkt.

    ;-D jaja, die, die man selber will bekommt man nicht und die, die man bekäme, die will man nicht ;-D

    Darüber habe ich durchaus auch schon oft nachgedacht. Unterbewusst kann dies sicherlich eine Rolle spielen. Bewusst wähle ich die Frauen, auf die ich stehe oder eben nicht, aber nicht danach aus, wie sie mich behandeln- hoffe ich zumindest ;-)


    Ich möchte ja auch gerne eine Frau an meiner Seite, die mich gut behandelt und nett ist (auch wenn dieses Wort- meiner Meinung nach- zu negativ behaftet ist)...

    Ich meinte auch nicht, dass man sich zwingen soll, sich in eine nette Frau, die man aber unsexy findet, zu verknallen. Ich glaube aber, dass wenn man sich mit destruktiven Beuteschemata auseinandersetzt und gegebenenfalls innerlich etwas ändert, keine Ahnung, Selbstwertgefühl, Blickwinkel, man andere Leute anziehend findet. Davon bin ich überzeugt.


    Da gibt es ganze Bücher zu. Meistens für Frauen, aber ich stelle auch bei vielen Männern fest, dass die sich schlecht von Frauen behandeln lassen. Und wenn man sich dann mit der Ursache, keine Ahnung, der eigenen Mutter oder was weiss ich, auseinandersetzt, dann nimmt man keine miesen Frauen mehr und öffnet sich für die, die man fälschlicherweise erst als langweilig, da nicht arschig, empfunden hat.

    So, jetzt nochmal im Einzelnen:

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    Anfang des Jahres habe ich mich, mehr aus Spaß, als aus tatsächlicher Hoffnung, bei tinder angemeldet.

    Ach Turn, so weit ist es mittlerweile gekommen? Vom Hardcore-Romantiker zum Tinder-Member? ;-)


    Ganz ehrlich, das hast du doch nicht nötig, oder? Was meinst du, was sich bei Tinder für Frauen rumtreiben?


    Gesunde, selbstbewusste, herzliche Frauen, die eine langfristige, dauerhafte Beziehung suchen, die auf gegenseitigem Respekt und Verständnis, Liebe und Nähe aufgebaut ist? Also quasi so eine Frau wie du sie suchst?


    ??Oder eher Frauen, mit den Selbstbewusstsein, dass in den Kniekehlen hängt, die behaupten, sie suchen ne lockere Geschichte und garnichts Ernstes, in Wirklichkeit aber emotional so needy und bedürftig sind, dass sie klammern, eifersüchtig sind, dir nachstellen, dich ständig anrufen, usw??


    Ich glaube irgendwie nicht dran, dass du deine Mrs Turnover auf Tinder findest. Nenn mich altmodisch (mein Gott, ich bin noch nichtmal 30!), aber ich sehe dich eher mit eine Frau, die du beim Freizeitfußball kennenlernst, im Supermarkt, bei Freunden, auf einem Konzert oder sonstwo. Nicht so erzwungen-bedürftig im Internet.

    Zitat

    Seit etwa einem Jahr spiele ich Sonntag abends immer bei einer Freizeitfussball-Truppe mit. Da ist auch eine Frau mit dabei. Da sie mich ein paar mal mit dem Auto mitgenommen hat, kamen wir auch ins Gespräch. Dabei stellten wir fest, dass wir beide große Basketball Fans sind und ein paar Wochen später kam es dazu, dass unsere Lieblingsmannschaften in der NBA in den Playoffs gegeneinander spielten. Daher verabredeten wir uns, zumindest ein paar der Spiele, gemeinsam zu schauen.


    Da die Spiele jeweils mitten in der Nacht zu sehen waren, trafen wir uns schon abends, aßen etwas zusammen, schauten dann noch einen Film oder spielten Mario Kart und verfolgten dann das Spiel. Ich habe mich sehr gut mit ihr verstanden und für mich war es, wie mit einem guten Freund Zeit zu verbringen.

    Klingt schon nach nem Date. Auch wenn es für dich nicht so war, aber wenn ein Mann sich alleine mit einer Frau abends verabredet, muss man immer potentiell an ein Date denken.


    Zumindest hättest du erahnen können, dass es für sie mehr ist als Freundschaft.

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    Drei Mal lief das so ab und nachdem ihre Mannschaft meine mit 4:0 aus den Playoffs geschossen hatte, sahen wir uns erstmal nur noch beim Fussball. Eines schönen Tages rief sie mich aber an und "gestand" mir, dass sie sich mehr wünsche und wollte von mir wissen, wie ich das sehe. Ich war (typisch Turnover-Blitzmerker halt) total überrascht. Meine Antennen hatten mich mal wieder völlig im Stich gelassen...

    Vielleicht hat sie sich aber auch sehr zurückgehalten weil sie gehofft hat, dass du irgendwann den ersten Schritt machst und als der nicht kam, gespürt hat, dass du nichts von ihr willst.

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    Wir trafen uns dann auf einen Kaffee und ich erklärte ihr, dass ich sie als Freund sehr gerne behalten würde, mehr aber auch nicht.

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    "Stören" ist das falsche Wort. Sie ist eine ganz ganz liebe Frau und ich mag sie als Menschen total gerne. Aber es hat einfach nicht gefunkt. Sie ist vom Äußerlichen nicht so mein Typ und auch von ihrer Art würde es aus meiner Sicht nicht über Freundschaft hinaus passen. Aber wir haben auch weiterhin noch Kontakt und da ist auch alles ganz entspannt.

    Hm, schade, dass von dir aus so gar keine Anziehung da ist. Aber was nicht ist, kann meiner Meinung nach noch werden. Nicht immer ist es so, dass es Liebe auf den ersten Blick ist, und oft entwickelt sich sogar sexuelle Anziehung und Verliebtsein eher aus emotionaler Nähe als aus dem ersten Eindruck.


    Zumindest war es bei mir schonmal so. Ist doch ok wenn ihr erstmal Freunde seid. Du machst ihr ja auch keine unnötigen Hoffnungen und warst ehrlich zu ihr. Vielleicht entwickeln sich bei dir irgendwann noch Gefühle, wenn du sie näher kennenlernst, vielleicht aber auch nicht.


    Wenn sie Mrs Turnover sein sollte, dann wirst du das irgendwann merken.

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    Ansonsten versuche ich mir den Tag mit Arbeit vollzustopfen. Ich weiß, dass mich das nicht glücklich machen wird und die Sehnsucht nach Liebe, Lust und Zärtlichkeit ist natürlich, trotz meiner wieder längeren Durststrecke, nicht plötzlich weg. Allein der Glaube daran, ist einmal mehr nicht vorhanden. Eigentlich hätte mir diese letzte Geschichte Mut machen sollen, da es doch beweist, dass es da draußen doch noch Frauen gibt, die mich gut finden. Doch es zeigte mir eben auch das es von beiden Seiten passen muss und momentan pendelt sich die gefühlte Wahrscheinlichkeit dafür, aus meiner Sicht, ganz weit unten ein.

    Naja, die Wahrscheinlichkeit auf eine Hollywood-Begegnung bei der ihr beide sofort vor Verliebtheit auf den ersten Blick umkippt, ist vielleicht gering.


    Spontane körperliche Anziehung und Verliebtheit sind beides so kurzfristige Größen im Laufe eines ganzen Lebens, wieso sollte man den Menschen, mit dem man sein ganzes Leben verbringen möchte, nach Faktoren aussuchen, die biologisch gesehen höchstens zwischen 5 Minuten und 6 Monaten anhalten?


    Aber klar, irgendwie musst du die Frau natürlich anziehend finden, sonst entwickelt sich nichts. Ach Turn, das wird schon noch, bleib dran, und gib manchen Frauen auch mal ne 2. Chance. :)_

    Zitat

    Aber wie geht es euch denn so?

    Och joah, ganz gut soweit. Ich heirate in 3 Wochen in einer ziemlich pompösen Schlosshochzeit den Mann, zu dem ich vor 7 Jahren nach unserem ersten Date gesagt habe: Du bist so ein toller Mann, aber irgendwie hat es nicht gefunkt, lass uns doch einfach Freunde sein. ;-D


    Und ohne den ich mir mein Leben heute nicht mehr vorstellen kann. Was für ein Verlust es gewesen wäre, wenn wir nur Freunde geblieben wären, wenn ich ihn nicht doch näher kennengelernt hätte. x:)

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    Ach Turn, so weit ist es mittlerweile gekommen? Vom Hardcore-Romantiker zum Tinder-Member? ;-)


    Ganz ehrlich, das hast du doch nicht nötig, oder? Was meinst du, was sich bei Tinder für Frauen rumtreiben?

    Nein nein, keine Sorge! Wie ich schon schrieb, war tinder wirklich nur als kurzer, spaßiger Zeitvertreib gedacht und genau das blieb es auch. Habe mich auch schon vor Monaten wieder abgemeldet, da es eben genau das war, was du gerade beschrieben hast (was mich allerdings auch nicht verwunder hat).

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    Nenn mich altmodisch (mein Gott, ich bin noch nichtmal 30!), aber ich sehe dich eher mit eine Frau, die du beim Freizeitfußball kennenlernst, im Supermarkt, bei Freunden, auf einem Konzert oder sonstwo. Nicht so erzwungen-bedürftig im Internet.

    Sehe ich genau so! Deswegen war es auch nie meine Intention bei tinder die Frau fürs Leben kennen zu lernen.

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    Zumindest hättest du erahnen können, dass es für sie mehr ist als Freundschaft.

    Ja, im nachhinein betrachtet hätte ich es wirklich erahnen können. Aber ihr kennt mich- da sie während der Treffen auch nie längeren Augenkontakt oder sogar Körperkontakt gesucht hatte, dachte ich tatsächlich es geht um das Basketballspiel... Jaja, ich mal wieder %-|

    Zitat

    Hm, schade, dass von dir aus so gar keine Anziehung da ist. Aber was nicht ist, kann meiner Meinung nach noch werden. Nicht immer ist es so, dass es Liebe auf den ersten Blick ist, und oft entwickelt sich sogar sexuelle Anziehung und Verliebtsein eher aus emotionaler Nähe als aus dem ersten Eindruck.

    Ich schließe das auch überhaupt nicht aus! Aktuell ist da aber nicht mehr als freundschaftliche Gefühle. Was aber auch an meiner allgemeinen Unlust liegen kann überhaupt Gefühle entwickeln zu wollen.

    Zitat

    Ich heirate in 3 Wochen in einer ziemlich pompösen Schlosshochzeit den Mann, zu dem ich vor 7 Jahren nach unserem ersten Date gesagt habe: Du bist so ein toller Mann, aber irgendwie hat es nicht gefunkt, lass uns doch einfach Freunde sein. ;-D

    Wow, Glückwunsch!! Dann kann ich euch dafür nur alles erdenklich Gute wünschen!

    Ich hab es geschafft!

    Unfassbar...ich bin so glücklich gerade. Hat doch nicht so lange gedauert wie gedacht ;-D


    War heute mit ihr essen und nach unglaublichen 6 Stunden habe ich es geschafft ihr zu sagen dass ich mich in sie verliebt habe.


    Sie sagte darauf das selbe zu mir ;-D ;-D ;-D


    Ich kann es echt nicht fassen....es ist unbeschreiblich schön. Jetzt lassen wir alles auf uns zukommen, aber lassen es dennoch schön langsam angehen ;-)


    Nichts überstürzen :)^

    :)= :)^ :)z Klasse, Styluz89, freut mich, dass dein Mut belohnt wurde.


    Genieß das Verliebtsein, es gibt doch nichts schöneres als Verliebtheit, die auf Gegenseitigkeit beruht. x:) @:)

    Ich weiß nicht genau warum, aber gerade überkam mich das Bedürfnis hier zu schreiben. Vielleicht liegt es daran, dass der Sommer langsam zur Neige geht und die ersten Blätter schon gelb, braun oder orange werden. Vielleicht habe ich vor kurzem etwas gesehen oder gehört, was mich mitgenommen hat. Ich weiß es nicht genau, doch ich dachte es sei eine gute Idee. Vor allem, da mein letzter längerer Text schon wieder eine Weile her ist.


    In letzter Zeit sehe ich sehr viel Liebe. Vor zwei Monaten hat mein bester Freund geheiratet. Ich war Trauzeuge. Es war eine tolle Hochzeit! Ein anderer guter Freund wird seiner Freundin demnächst einen Heiratsantrag machen. Ich war dabei, als er einen Ring ausgesucht hat. Es ist ein sehr schöner Ring!


    Wenn ich diese Paare- und es sind an dieser Stelle nur zwei ausgesuchte Beispiele- in ihrem Miteinander erlebe, wenn ich sie zusammen sehe, höre wie sie miteinander sprechen, dann freue ich mich natürlich für sie, doch ebenso ist da auch ein wenig Neid.


    Neid ist ein hartes Wort (leider fällt mir gerade kein besseres ein). Denn Neid suggeriert man sehr häufig mit Missgunst. Doch das ist es nicht, was ich fühle. Ganz im Gegenteil, ich gönne ihnen, die Zweisamkeit, auch wenn ich selbst nicht viel davon habe. Es ist vielmehr die letzte Festung meines Glaubens daran, dass es so etwas für mich auch einmal wieder geben wird. Würde ich keine solchen glücklichen Paare kennen, wäre ich vermutlich schon längst verzweifelt. Und dennoch fühle ich mich in ihrer Gegenwart des Öfteren wie ein Verlierer, der es nicht geschafft hat, etwas ähnliches zustande zu bringen- so als sei das Spiel schon gespielt.


    Ich frage mich sehr oft warum dieser "Zustand" bei mir nun schon so lange andauert. Es sind triste Gedanken, die mich dann heimsuchen. Solche die man hat, wenn man nachts nicht schlafen kann und die graue Tapete an der Zimmerdecke anstarrt, welche eigentlich weiß ist.


    Meine Großmutter, väterlicherseits, hat einen jüngeren Bruder. Sie selbst war bis zum Tod meines Großvaters verheiratet und hat zwei Kinder. Ihr Bruder ist Zeit seines Lebens alleinstehend. Mein Vater hat eine jüngere Schwester. Er ist mit meiner Mutter nun mittlerweile über 30 Jahre verheiratet und sie haben zwei Kinder: meine ältere Schwester und mich. Seine Schwester, meine Tante, ist und war schon immer alleinstehend. Ich weiß, dass es Blödsinn ist, aber in diesen dunklen Gedanken, frage ich mich manchmal, ob es vielleicht eine Art Fügung ist, dass der jüngere Geschwisterteil in meiner Familie, alleine bleibt.


    Vor kurzem las ich einen Artikel über die Macht des Geruchs. Sehr explizit war darin beschrieben, wie Gerüche unsere Partnerwahl unterbewusst beeinflussen. Es beschlich mich dann der Gedanke, ob ich vielleicht etwas in mir habe, wodurch Frauen- und sei es auch nur unterbewusst- mich nicht als potentiellen Partner in Erwägung ziehen. Vielleicht habe ich schlechte Gene, welche für die Fortpflanzung ungeeignet sind oder ich trage das Potential einer schlimmen Krankheit in mir, welches durch meinen Geruch als stilles Warnsignal abschreckend wirkt.


    Solche Gedanken sind es, die mir den Schlaf rauben. Ich kann sie gerade nicht eindämmen. Sie kommen auch nicht regelmäßig, sondern immer nur stoßweise. Dann halten sie mich wach und ich fühle mich schlecht.


    Ich mag Sicherheiten in meinem Leben. Eine gewisse Routine gibt mir Sicherheit. Doch es ist auch diese Routine, die mir das Gefühl gibt, eingeschränkt zu sein. Ich habe mir ein Leben aufgebaut, dass gespikt ist mit Chance, welche ich aber momentan viel zu selten ergreife. Auf der anderen Seite sind da aber auch viele Gelegenheiten, die ich bewusst von vorneherein außer Acht lasse, da sie in meiner schönen heilen Sicherheitswelt nur für Chaos sorgen würden. Ein Chaos, welches aber womöglich genau die Dinge in Gang bringen könnte, nach denen ich mich immer mehr sehne.


    Ich schreibe schon wieder Unfug und weiß mal wieder nicht, wohin mich meine tippenden Finger als nächstes treiben. Ich schweife ab und komme nicht zum Punkt, wobei ich auch schon wieder vergessen habe, was dieser eigentlich sein sollte. Ich werde langsam müde und dies spiegelt sich hier eindeutig wieder- ich hoffe ihr verzeiht mir.


    Habe ich schon mal davon erzählt, dass ich schon seit langem den unausgesprochenen Traum habe alleine in einer Hütte im Wald zu leben? Es wäre eine sehr schöne, aufgeräumte und auf Vordermann gebrachte Hütte. Ich würde mir ein Gemüsebeet anbauen, Holz für den kleinen Ofen hacken und allerlei Ausbesserungsarbeiten machen. Vielleicht hätte ich einen Hund als einzigen, treuen Gefährten. Es wären dann nur wir zwei und in der Nacht der Sternenhimmel.


    Aber was schreibe ich da? Spätestens nach einer Woche wäre mir langweilig und ich würde wieder zurück wollen. Vermutlich wäre es wie mit den meisten Träumen: in dem Moment in dem man sie realisiert hat, verlieren sie den Großteil ihrer Bedeutung. Das mag traurig sein aber in gewissem Sinne bewahrt es auch davor auf der Stelle zu bleiben, da man sich ja dann wieder etwas neues Suchen muss nach dem man streben kann. Wobei ich auch wieder leicht (und unfundiert) Reden habe. Meine Träume liegen irgendwo ganz tief in einer Schublade, wo ich sie nicht einmal träumen kann, geschweige denn daran bin sie zu realisieren zu können- sofern sie überhaupt noch Existent sind.


    So, dass wars nun aber wirklich für heute. Ich hoffe es war nicht vollkommen wirr! Ich gehe jetzt ins Bett und hoffe meine Zimmerdecke nicht sehen zu müssen. Gute Nacht!

    Ich weiß nicht genau warum, aber gerade überkam mich das Bedürfnis hier zu schreiben. Vielleicht liegt es daran, dass der Sommer langsam zur Neige geht und die ersten Blätter schon gelb, braun oder orange werden. Vielleicht habe ich vor kurzem etwas gesehen oder gehört, was mich mitgenommen hat. Ich weiß es nicht genau, doch ich dachte es sei eine gute Idee. Vor allem, da mein letzter längerer Text schon wieder eine Weile her ist.


    In letzter Zeit sehe ich sehr viel Liebe. Vor zwei Monaten hat mein bester Freund geheiratet. Ich war Trauzeuge. Es war eine tolle Hochzeit! Ein anderer guter Freund wird seiner Freundin demnächst einen Heiratsantrag machen. Ich war dabei, als er einen Ring ausgesucht hat. Es ist ein sehr schöner Ring!


    Wenn ich diese Paare- und es sind an dieser Stelle nur zwei ausgesuchte Beispiele- in ihrem Miteinander erlebe, wenn ich sie zusammen sehe, höre wie sie miteinander sprechen, dann freue ich mich natürlich für sie, doch ebenso ist da auch ein wenig Neid.


    Neid ist ein hartes Wort (leider fällt mir gerade kein besseres ein). Denn Neid suggeriert man sehr häufig mit Missgunst. Doch das ist es nicht, was ich fühle. Ganz im Gegenteil, ich gönne ihnen, die Zweisamkeit, auch wenn ich selbst nicht viel davon habe. Es ist vielmehr die letzte Festung meines Glaubens daran, dass es so etwas für mich auch einmal wieder geben wird. Würde ich keine solchen glücklichen Paare kennen, wäre ich vermutlich schon längst verzweifelt. Und dennoch fühle ich mich in ihrer Gegenwart des Öfteren wie ein Verlierer, der es nicht geschafft hat, etwas ähnliches zustande zu bringen- so als sei das Spiel schon gespielt.


    Ich frage mich sehr oft warum dieser "Zustand" bei mir nun schon so lange andauert. Es sind triste Gedanken, die mich dann heimsuchen. Solche die man hat, wenn man nachts nicht schlafen kann und die graue Tapete an der Zimmerdecke anstarrt, welche eigentlich weiß ist.


    Meine Großmutter, väterlicherseits, hat einen jüngeren Bruder. Sie selbst war bis zum Tod meines Großvaters verheiratet und hat zwei Kinder. Ihr Bruder ist Zeit seines Lebens alleinstehend. Mein Vater hat eine jüngere Schwester. Er ist mit meiner Mutter nun mittlerweile über 30 Jahre verheiratet und sie haben zwei Kinder: meine ältere Schwester und mich. Seine Schwester, meine Tante, ist und war schon immer alleinstehend. Ich weiß, dass es Blödsinn ist, aber in diesen dunklen Gedanken, frage ich mich manchmal, ob es vielleicht eine Art Fügung ist, dass der jüngere Geschwisterteil in meiner Familie, alleine bleibt.


    Vor kurzem las ich einen Artikel über die Macht des Geruchs. Sehr explizit war darin beschrieben, wie Gerüche unsere Partnerwahl unterbewusst beeinflussen. Es beschlich mich dann der Gedanke, ob ich vielleicht etwas in mir habe, wodurch Frauen- und sei es auch nur unterbewusst- mich nicht als potentiellen Partner in Erwägung ziehen. Vielleicht habe ich schlechte Gene, welche für die Fortpflanzung ungeeignet sind oder ich trage das Potential einer schlimmen Krankheit in mir, welches durch meinen Geruch als stilles Warnsignal abschreckend wirkt.


    Solche Gedanken sind es, die mir den Schlaf rauben. Ich kann sie gerade nicht eindämmen. Sie kommen auch nicht regelmäßig, sondern immer nur stoßweise. Dann halten sie mich wach und ich fühle mich schlecht.


    Ich mag Sicherheiten in meinem Leben. Eine gewisse Routine gibt mir Sicherheit. Doch es ist auch diese Routine, die mir das Gefühl gibt, eingeschränkt zu sein. Ich habe mir ein Leben aufgebaut, dass gespikt ist mit Chance, welche ich aber momentan viel zu selten ergreife. Auf der anderen Seite sind da aber auch viele Gelegenheiten, die ich bewusst von vorneherein außer Acht lasse, da sie in meiner schönen heilen Sicherheitswelt nur für Chaos sorgen würden. Ein Chaos, welches aber womöglich genau die Dinge in Gang bringen könnte, nach denen ich mich immer mehr sehne.


    Ich schreibe schon wieder Unfug und weiß mal wieder nicht, wohin mich meine tippenden Finger als nächstes treiben. Ich schweife ab und komme nicht zum Punkt, wobei ich auch schon wieder vergessen habe, was dieser eigentlich sein sollte. Ich werde langsam müde und dies spiegelt sich hier eindeutig wieder- ich hoffe ihr verzeiht mir.


    Habe ich schon mal davon erzählt, dass ich schon seit langem den unausgesprochenen Traum habe alleine in einer Hütte im Wald zu leben? Es wäre eine sehr schöne, aufgeräumte und auf Vordermann gebrachte Hütte. Ich würde mir ein Gemüsebeet anbauen, Holz für den kleinen Ofen hacken und allerlei Ausbesserungsarbeiten machen. Vielleicht hätte ich einen Hund als einzigen, treuen Gefährten. Es wären dann nur wir zwei und in der Nacht der Sternenhimmel.


    Aber was schreibe ich da? Spätestens nach einer Woche wäre mir langweilig und ich würde wieder zurück wollen. Vermutlich wäre es wie mit den meisten Träumen: in dem Moment in dem man sie realisiert hat, verlieren sie den Großteil ihrer Bedeutung. Das mag traurig sein aber in gewissem Sinne bewahrt es auch davor auf der Stelle zu bleiben, da man sich ja dann wieder etwas neues Suchen muss nach dem man streben kann. Wobei ich auch wieder leicht (und unfundiert) Reden habe. Meine Träume liegen irgendwo ganz tief in einer Schublade, wo ich sie nicht einmal träumen kann, geschweige denn daran bin sie zu realisieren zu können- sofern sie überhaupt noch Existent sind.


    So, dass wars nun aber wirklich für heute. Ich hoffe es war nicht vollkommen wirr! Ich gehe jetzt ins Bett und hoffe meine Zimmerdecke nicht sehen zu müssen. Gute Nacht!