Wie weiter in der Ehe?

    Hallo liebe Mitforisten


    Ja, meine Ehe ist an einem Punkt angekommen, wo wir nun wirklich zugunsten aller Beteiligten genau schaun müssen wie es weiter gehen soll. Bin da ziemlich ratlos. ???


    Aber dass nach fast 20 Jahren Beziehung (nicht Ehe) Luft raus ist, ist jetzt für mich auch nicht so gross verwunderlich.


    Positiv ist, dass wir beide füreinander nur noch Gleichgültigkeit empfinden (z.T. gemischt mit mehr oder weniger starker Genervtheit), leider auch nur noch wenig Respekt. Wir haben kleine Kinder und sind uns einig darüber, dass wir ohne die Kinder schon längst getrennte Wege gegangen wären. Eigentlich bereits seit dem zweiten Jahr unserer Ehe (wenn die Kinder nicht gekommen wären).


    Ich meine, es wäre sicher schlimmer, wenn nur einer so empfinden würde und der andere eine grosse Liebe...


    Hinzu kommt, dass wir zur Zeit in zwei gemeinsamen privaten Projekten stecken, dessen Ziele, wenn wir sie dann erreichen würden, nur von uns gemeinsam erreicht werden können und wir beide diese - unabhängig voneinander - zu unserer beider Vorteil anstreben, daher sollten wir schon noch zusammen bleiben für eine begrenzte Zeit. Nennenswerte gemeinsame Vermögenswerte wie Haus etc haben wir nicht.


    Wir wollen uns zwar durch diese momentan sehr unangenehme Zeit durchbeissen nur leider wird das Zusammenleben von Jahr zu Jahr immer schwieriger/kräftezehrender/unangenehmer und macht uns langsam aber sicher irgendwie psychisch nieder.


    Mein Mann ist sehr konservativ und der Meinung, wir sollten für die Kinder und weil man das so als Familienmenschen tut, an der Ehe festhalten, auch wenn da an Gefühlen nichts mehr ist und wir beide (er sorgt sich schon um die Familie und bemüht sich sehr den Kindern ein guter Vater zu sein) völlig unterschiedliche Lebensvorstellungen/Einstellungen und mittlerweile nur noch negative Gefühle füreinander haben.


    Dazu muss ich sagen, bereits zu Anfang haben wir nicht ganz zueinander gepasst, aber wer tut das schon. Unsere glücklichste Zeit war als wir vor den Kindern eine Fernbeziehung hatten. Uns alle paar Wochen sahen. Mein Mann ist Choleriker, während ich dachte es wird schon irgendwie, ist es mit den Jahren immer schlimmer geworden. Eine Therapie oder Hormonuntersuchung verweigert er, obwohl er zugibt, ein Hormon- oder sonstiges Problem zu haben.


    Mittlerweile geht das tägliche Theater für mich gar nicht mehr (ich bin sehr ruhe- und harmoniebedürftig), auch das Zerstören von Dingen, die wir täglich brauchen und generell diese unangenehmen Wutausbrüche wirken sich mittlerweile negativ auf meine Psyche aus.


    Er muss viel arbeiten und pendeln, das überfordert ihn. Auch genügen ihm meine Haushalts- und Kochkünste nicht. Er kann gut kochen, besser als ich ja, und als Hausfrau bin ich wirklich nicht so toll, das stört ihn sehr. Da ich momentan in einer neuen Ausbildung stecke, die er für unnötig hält, gibt das weiter Stoff für Konflikte, er meint, ich solle mich lieber auf die Familie konzentrieren. Wir haben beide Berufe, in denen wir unglücklich sind, aber auch hier will er nichts verändern, er meint in mittlerem Alter sei er schon zu alt dafür. Ich denke da anders.


    Man ist nie zu alt etwas zu verändern wenn man unglücklich ist.


    Ich weiss nicht wie es weiter gehen soll mit uns, seine Wutanfälle stressen mich sehr und ich bin immer weniger bereit das zu ertragen. Auch meine Beruhigungsversuche funktionieren fast nicht mehr. Zu Anfang unserer Beziehung

  • 34 Antworten

    Zu Anfang der Beziehung konnte ich ihn noch gut beruhigen, aber jetzt lässt er sich nicht mehr beruhigen. Er hat auch kein Problem in der öffentlichkeit oder vor den Nachbarn, die sich schon über diese Show kaputtlachen, so zu präsentieren. Mir ist das sehr peinlich, in meiner Familie wird nicht vor Fremden gestritten oder sonstwie Theater gemacht. Ihm ist das völlig wurscht. Mich belastet das sehr. Vor allem vor einer Person die uns nicht leiden kann, lässt er seine Wutanfälle oft raus, beschimpft mich als Schla..., Hu..., schreit meine Schwächen raus - finde das extrem peinlich, aber er meint nur ich hätte mangelndes Selbstbewusstsein, wenn ich das nicht abkönne. Na ja.


    Ich tue mein Möglichstes, kümmere mich voll um die Kinder und "nebenbei" versuche ich beruflich durch meine Ausbildung wieder Fuss zu fassen. Er würdigt dies alles nicht, sieht nur meine Schwächen und ist mein grösster Kritiker. Seine Beschimpfungen gehen oft unter die Gürtellinie und ich musste mich an so eine Art der Streitkultur erst einmal gewöhnen, in meiner Familie hat niemand auf diese Art gestritten. Aber gut, er ist aufgrund äusserer Umstände auch sehr unter Stress und wir haben beide Sorge, dass wir die mit unseren zwei Projekten angestrebten Ziele nicht erreichen. Wobei sich hier wieder der Kreis schliesst: aufgrund unserer Kinder und dieser gemeinsamen Projekte hängen wir immer noch zusammen.


    Was ich mir von euch erhoffe? Weiss ich auch nicht genau, wie man mit einem Choleriker besser umgehen lernt damit wir weiter durchhalten können ? Soll man seine Ziele einfach loslassen? Wenn wir beide einfach loslassen könnten und unsere Ziele aufgeben würden (wir sind bereits so gut wie am Ziel), wäre es viel einfacher...


    Ich weiss einfach nicht in welche Richtung ich/wir gehen sollen...


    Liebe Grüsse @:)

    was auch immer das für ein Ziel ist, warum lässt sich das nicht in getrennten Wohnräumen erreichen?


    da du ja mehr oder weniger resigniert hast: kannst du dir eigentlich vorstellen was ihr da euren Kindern vorlebt?? niemand sollte unglücklich in einer Beziehung mit einem Choleriker verharren!


    warum tust du dir das an? wegen der Kinder zusammen bleiben ist Schwachsin, da sie mehr von selbstbewussten Entscheidungen profitieren und lernen als vom Ausharren in erniedrigenden Situationen wie deiner Ehe.

    in der zwickmühle


    In deiner Schilderung kann ich nicht den geringsten Kristallisationskern entdecken, der Fünkchen einer Hoffnung sein könnte.


    Wenn du nur Schatten beschreibst, wie sollten wir Blinde erkennen, wo die Sonne steht?


    Idee: Schreib mal ein, zwei Sätze mit Werten, die bei euch mental funktionieren.

    Ihr habt noch nie zusammen gepasst und werdet auch für den Rest eures Lebens nicht zusammen passen.


    Allerdings könntet ihr für den Rest eures Lebens noch mit einem anderen Partner glücklich werden.


    Sei du die Veränderung, die du dir wünschst - hat der Gandhi gesagt.

    Ja, du hast Recht, Madame Charenton, ich habe schon gemerkt, dass es für die Kinder nicht gut ist, wenn sie ständig einen cholerisch-aggressiven Vater mit seinen wechselnden Launen und eine apathische Mutter sehen müssen (mein Mann sagt dazu, ich sei "halbtot", aber wie soll ich denn auf seine Wutausbrüche reagieren?


    Wenn ich auch ärgerlich werde (werde nicht so schnell wütend, bin eher ein ruhiger Mensch) oder etwas selbstbewusst sage, wird es nur noch schlimmer. Also stelle ich mich halbtot, so wie es Tiere tun, die nicht fliehen können. Eine bessere Strategie habe ich im Moment nicht.


    Es ist nicht gut für die Kinder, aber wir müssen so leben wie bisher noch maximal 2 Jahre oder wir lassen los und vergessen unsere gemeinsamen Ziele (die wir auch/insbesondere für die Kinder verfolgen, nicht nur für uns). Finanziell sind in diesen 2 Jahren getrennte Wohnungen nicht machbar und nicht sinnvoll.


    Es ist nur in letzter Zeit für mich (ich denke auch für meinen Mann) plötzlich so verdammt schwierig geworden uns gegenseitig auszuhalten, ich weiss nicht warum, wir sind fast am Ziel und es ist nur noch ein Krampf geworden, obwohl wir schon viele Jahre durchgehalten haben. Habe schon wieder ein schlechtes Gefühl, wenn mein Mann heute Abend von der Arbeit nach Hause kommt. Ich merke bei mir körperliche und psychische Veränderungen aufgrund der Situation mit ihm.


    Ich möchte einfach nur Ruhe und Frieden zu Hause. Harmonie. Aber das gibt es mit einem Choleriker nicht. Vor allem, da ich seinen Ansprüchen nicht genüge. Meine Qualitäten als Hausfrau sind nicht gut, ich weiss. Aber ich tue was ich kann. Will momentan einfach nur einen guten Umgang mit ihm haben. Ich weiss einfach nicht mehr wie ich mit ihm umgehen soll. Will einfach nur noch weg, wenn ich könnte.


    Das einzige, was meiner Meinung nach unsere Beziehung retten könnte, wäre wenn wir uns über ganz lange Zeit (mehrere Monate bis ein Jahr) gar nicht mehr sehen würden um gegenseitig zur Ruhe zu kommen. Da könnte vielleicht wieder etwas Positives zwischen uns entstehen. Aber das geht wegen der Kinder und unserer Ziele nicht.


    Madame Charenton, was meinst du mit resigniert haben? Ich weiss nicht, wie ich mich sonst verhalten soll. Wenn wir die Zeit durchhalten wollen, ist die beste Strategie meinerseits Kopf runter und totstellen bis die Ziele erreicht sind. Wenn ich resigniert hätte, würde ich unsere Ziele loslassen und sofort ausziehen.


    Ich weiss auch nicht, was ich tun soll, wie ich diese Zeit noch mit ihm klarkommen soll. Hoffe einfach nur, den Abend und das Wochenende ohne grösseres Theater oder Blamagen vor den Nachbarn zu überstehen.

    Evoluzzer: Du hast Recht, wir passen in gewisser Weise überhaupt nicht zusammen. Das mit einem anderen Partner glücklich werden wenn wir uns trennen, akzeptiert mein Mann nicht. Er meint, er könne zwar noch andere Frauen haben, aber ich glaube er denkt insgeheim mit der Zeit wird es mit jeder Frau so werden wie bei uns jetzt. Auch ist er nicht an sexuellen, kurzfristigen Beziehungen interessiert sondern schon an einer dauerhaften Beziehung, wo man sich gemeinsam was aufbaut. Ausserdem möchte er keine "Stiefmutter" für seine Kinder, sondern den Kindern zuliebe eine intakte Familie, Patchwork-Familien lehnt er ab, er meint sie funktionieren sowieso nicht auf die Dauer.

    kannst du dich nicht mit ihm zusammensetzen und sagen du möchtest in 2 Jahren die Trennung, und Regeln aufstellen die bis dahin gelten.


    z.B. du hast deinen Rückzugsort in eurem Haus der von ihm respektiert wird, wenn er cholerisch wird dann GEH einfach aus dem Raum ohne was zu sagen, du musst dir das nicht antun.


    kannst du denn nicht zu Freunden, Familie ausweichen zwischendurch? immer mal wieder ein paar Tage mit den Kindern um Abstand zu gewinnen?

    was dein Mann möchte ist schön und gut aber so wie er sich verhält hat er keine Wünsche zu äußern, dass würde ich ihm sagen.


    er soll spüren dass du jederzeit zu gehen bereit bist, er wiegt sich wohl sehr in Sicherheit sonst würde er dich nicht behandeln wie seine Sklavin

    Verschw-praktiker: Danke, dass du mich darauf hinweist. Musste gerade erst einmal darüber nachdenken, was es da Positives gäbe.


    Nun ja, wir sind beide konservativ bzw. haben eher traditionelle Einstellungen zum Leben, lehnen sexuelle Abenteuer ab, lieben unsere Kinder, leben hauptsächlich für die Kinder, können miteinander lachen/humorig sein (zumindest in der Vergangenheit). Mein Mann war mir mal supersympathisch am Anfang. Ich mochte seine unaufdringliche/zurückhaltende zuvorkommende, männliche Art (Macho-Gehabe mag ich überhaupt nicht, eher Gentleman-Benehmen). Aber das ist schon lange her, dass er so zu mir war.


    Ich mochte es, dass er von Anfang an ernste Absichten mit mir hatte/ generell ein ernster, zuverlässiger Mensch ist, Verantwortung übernommen hat und mich nicht nur sexuell ausnutzen wollte.


    Aber das ist alles in den Hintergrund getreten durch unsere momentan ungünstigen Lebensumstände und seinen sehr stressigen Job. Wahrscheinlich auch durch meine schlechte Haushaltsarbeit und mangelnden Kochkünste (er kommt aus einer traditionellen Familie, wo dies schon wichtig ist). Nun sind wir irgendwie in der Sackgasse gelandet, wir haben uns beide wohl auch durch die Umstände charakterlich zum Negativen verändert.


    Bin auch nicht sicher ob wir wirklich Liebe empfunden haben, wir tun uns da beide schwer, ich würde sagen wir haben uns zu Beginn sehr sympathisch gefunden und sehr gern gemocht. Aber das ist mittlerweile untergegangen. Wahrscheinlich auch durch die Kinder und den fehlenden Raum für Zweisamkeit.

    Madame Charenton, ein solches "selbstbewusstes" Verhalten wie du es genannt hat wird sehr sicher wieder weitere Wutausbrüche provozieren und evtl. darüber hinaus. Das entwickelt sich dann nur zu meinem Nachteil.


    Einmal habe ich mich so verhalten und dadurch provoziert, nochmal werde ich das sicher nicht tun. Halte mich einfach bedeckt, das ist die bessere Strategie.


    Familie und Freunde wohnen weit weg, eine Fahrt ist teuer. Da ein Kind bereits schulpflichtig ist, kann ich nicht einfach so weg. Bin hier gebunden. Ich wünschte, es wäre möglich, aber ich kann nirgendwo einfach mal so hin.


    Ich kann momentan nicht gehen, weiss nicht mal wohin. Meine Familie war sowieso gegen die Ehe, da kann und möchte ich auch nicht hinkommen und mir dann anhören müssen, selbst schuld hättst du mal gemacht was wir gesagt haben etc. Mit den Kindern zu den Freunden kann ich auch nicht weil sie keinen Platz für die Kinder haben (sind entweder Paare oder Singles), sowieso wegen der Schule gehts schon mal nicht.


    Wenn ich weg wollte, müsste es schon gut geplant sein d.h. neue Wohnung, Schule wegen der Kinder etc. Das ist nicht so einfach. Wäre ich nicht Mutter, wäre ich sicher schon längst weg.

    Madame Charenton: Das mit den 2 Jahren habe ich bereits gesagt, weil ich ehrlich sein wollte...guess what...Wutausbruch provoziert.


    Klappe halten ist besser.


    Es gibt momentan kein Entkommen. Wenn er so richtig in Fahrt ist, akzeptiert er keine Rückzugsorte. Einschliessen - schade um die Tür.


    Wortlos gehen ist aber eine gute Strategie, da hast du Recht.

    Zitat

    Das mit einem anderen Partner glücklich werden wenn wir uns trennen, akzeptiert mein Mann nicht.

    Mir fehlt dabei deine Abgrenzung. Wo bist du dabei, wo werden deine Wünsche berücksichtigt?


    Deine Rationalisierungen klingen alle sehr vernünftig, aber sie werden dich nicht glücklich machen.


    Trenne zuerst mal im Kopf was seine und was deine ist. Du hast m.Mn. schon zu viel seiner Denkweise und Einstellung übernommen. Wenn er mit seiner Einstellung nicht glücklich wird - SEIN Problem!


    DU bist es, die mit einem neuen Partner glücklich werden kann. Wenn er das für sich nicht schafft - momentan klingt er einfach nur zu bequem dafür - dann ist es SEIN Problem.


    Welches "Projekt" soll das sein, dich da noch Jahre zu quälen, vor allem, wenn er so wenig Bereitschaft zeigt, etwas zum Positiven zu verändern? Diese Situation einfach nur auszuhalten ist ja wohl keine wirklich gute Lösung. Wenn dich deine Kinder in ein paar Jahren nicht mehr brauchen, bist du nur wegen ihnen bei diesem Mann geblieben und du wirst dich aufgrund der psychischen Belastung nur noch schlechter fühlen als heute.


    Für mein Empfinden hältst du ihm schon viel zu lange die Stange, kein Wunder, dass du dich immer schwerer mit Alternativen tust.