Verschw-praktiker: warum ich auch kein Fünkchen Hoffnung sehe: da mein Mann mir gesagt hat, er hätte keinerlei Gefühle mehr für mich, Respekt auch keinen und auch ich weiss nicht mehr ob noch Gefühle da sind, aber er wegen der Kinder als Familienmensch trotzdem zusammen bleiben will hat mir mehr oder weniger den Rest gegeben. Ich bin vielleicht etwas romantisch-naiv, aber nach so einer Aussage habe ich Schwierigkeiten einen Sinn in einer weiteren Paarbeziehung zu sehen. Ich verstehe nicht wie man mit jemandem, den man eigentlich sch... findet, weiterhin zusammen bleibt, trotz Kindern. Weiss nicht, ob das für mich persönlich Sinn ergibt.


    Wobei auch die Wahrscheinlichkeit als Mehrfach-Mama nochmal einen ernsthaften, dauerhaft dableibenden Partner zu finden in meinen Augen nicht so gross ist. Insofern ist mir das Argument Chance mit jemand anderem glücklich zu werden auch nicht so wichtig.

    Ja, Flamechen, ich weiss. Ich hänge überhaupt nicht an der Beziehung bzw. meinem Mann, sondern nur an den Zielen unseres gemeinsamen Projektes, die wenn wir sie erreichen, sowohl für die Kinder als auch für meinen Mann und für mich eine win-win-Situation schaffen. Danach können wir ruhig auseinander gehen. Mir fällt es einfach wahnsinnig schwer kurz vor dem Ziel aufzugeben. Aufgeben war noch nie mein Ding, vor allem nicht kurz vorm Ziel. Es ist wie beim Marathon. Du hast es fast geschafft und kurz vor dem Ziel macht ein Bein schlapp. Was macht man? Auch wenn man sich gesundheitlich (dauerhaft?) schadet - rennt man weiter, oder nicht?

    Mein Mann ist eher konservativ. Eine Freundschaft wird er ablehnen und diese Definition unseres Status würde denke ich mal erst was bringen, wenn wir räumlich und auch sonst getrennt sind. Bin auch nicht überzeugt ob er sowas generell akzeptiert, da nie weibliche platonische Freundinnen hatte, aber ein guter Umgang miteinander würde mir absolut genügen, eine Freundschaft mit meinem Mann brauche ich eigentlich nicht unbedingt.


    Solange wir weiter unter einem Dach leben wird mein Mann das sicher nicht ernst nehmen. Mir wäre es einfach noch wichtig Gedanken zu sammeln, was man tun kann um die 2 Jahre gezwungenen Miteinanders (insbesondere mit einem Choleriker) möglichst anständig/konfliktarm über die Bühne zu bringen.

    ms92: darauf möchte ich nicht näher eingehen, aber getrennte Wohnungen wären in dieser Situation schon finanziell eine starke Belastung und wären momentan auch für das Projekt eher hinderlich.


    Ich befürchte einfach es bleibt mir nur - entweder aufgeben und Ziele vergessen oder durchquälen und die Gesundheit hinten anstellen. Da ich aber ein ehrgeiziger Mensch bin, habe ich einfach Probleme auf Ziele, auf die ich und andere jahrelang hingearbeitet haben einfach aufzugeben. Ich glaube, das ist wohl ein Ego-Problem meinerseits. Loslassen wäre so viel einfacher, ja.

    wenn das mysteriöse Projekt einen so hohen Stellenwert hat bleibt dir nichts anderes als 2 Jahre auszusitzen...was Wahnsinn ist, vor allem weil deine Kinder 2 Jahre indirekt diesen Wutausbrüchen ausgesetzt sind bei denen dein Mann sogar gewalttätig wird gegen Gegenstände und dich erniedrigt.


    um das besser auszuhalten gibt es nicht viele Möglichkeiten außer eben ruhig den Raum zu verlassen wenn er cholerisch wird und evtl. kannst du dich ja öfter mit Freundinnen treffen etc. du musst ja nicht ständig zu Hause hocken.


    evtl. kannst du auch andere Männrr daten und jetzt schon ein bisschen dein Leben genießen.

    So einem Mann endlich mal die Stirn bieten.


    Wo bleibt die Wut darüber, dass man so etwas nicht tut, anschreien , Dinge zu zerstören?


    Vor Fremden Szenen ertragen zu müssen.


    Die Kinder lernen genau das. Vater trampelt rum und Mutter wehrt sich nicht, die werden u.U. Dann mal genauso.


    Tacheles reden. Verhalten nicht eine Minute länger hinnehmen.


    Zum Rechtsanwalt gehen, sich die Möglichkeiten für eine Trennung aufzeigen lassen.


    Warum hilft die eigene Familie nicht oder wurde da das Duckmäusertum ‚gelehrt‘?


    Immer schön still zu halten hat wieviel Jahre jetzt schon nix gebracht? Mal ehrlich werden und den Irrtum dieser Verbindung einsehen.


    Gesunde Unterstützung suchen . Selbstbewusstsein erlernen. Therapeutisch das ganze aufarbeiten.


    Das wird auch den Kindern etwas bringen.

    Irgendwie erinnert mich das an die Ehe meiner Eltern. Mein Vater ist cholerischer, herrschsüchtiger Einzelgänger, meine Mutter das leidende, leider sehr inkonsequente Opfer. Wir Kinder (wir waren 6!) merkten das Theater natürlich schon frühzeitig. Als ich 15 war, fragte ich meine Mutter, warum sie sich nicht endlich trenne, das sei doch keine Ehe. Wir alle hofften, dass sich die Eltern trennen, denn unser Familienleben war einfach keines. Kaum hatte ich mein Abi in der Tasche, flüchtete ich. Ich konnte es keinen Tag länger mehr zu Hause ertragen. Im Ergebnis haben wir alle einen psychischen Knacks davongetragen. Drei von uns (einschließlich mir) waren jahrelang erfolgreich in Therapien, von den drei anderen hat es eine geschafft, ein glückliches Leben zu führen. Eine Schwester von mir sackt hoffnungslos ab. Mein Bruder (mental behindert) knabbert massiv an seinen Erlebnissen, kriegt sein Leben aber doch einigermaßen gebacken.


    Mein Rat wäre deshalb: Trennt Euch!

    Zitat

    Warum hilft die eigene Familie nicht oder wurde da das Duckmäusertum ‚gelehrt‘?

    Hallo Benita, die TE hat schon gesagt, dass ihre eigenen Eltern von vorneherein gegen die Beziehung waren - und von daher ist von der Seite keine Unterstützung zu erwarten. Die TE hat jetzt nur noch den einen HEBEL, nämlich dass sie so von jetzt auf gleich so tut, als ob sie sich "alles überlegt hat" und sie proklamiert, dass ihr dieses ominöse "Projekt" NUNMEHR - unter den gegebenen Umständen - völlig egal ist. Sie kann damit den cholerischen Lebenspartner beliebig unter Druck setzen. Kann sie das aber damit nicht, dann ist was an der Sache oberfaul. Dann engagiert sie besser den Russen (als Leibwächter) bevor dieser Choleriker ganz durchdreht. Türen eintreten geht gar nicht! dann muss der Choleriker mal beigebracht kriegen, wie es sich anfühlt, wenn IHM jemand die Tür eintritt!

    das gemeinsame Projekt ist das Tilgen von Schulden, oder?


    Für deine Kinder ist es eine Hölle. Kein Kind sollte so aufwachsen müssen. Was bekommen sie denn als "Vorbild" für ein Familienleben und eine Paarbeziehung mit? Ein Mann, der vor Wut Türen eintritt und, wenn ich deine Andeutungen richtig deute, auch handgreiflich wird? Das kann echt nicht dein Ernst sein......

    in der zwickmühle

    Zitat

    Mittlerweile geht das tägliche Theater für mich gar nicht mehr (ich bin sehr ruhe- und harmoniebedürftig), auch das Zerstören von Dingen, die wir täglich brauchen und generell diese unangenehmen Wutausbrüche wirken sich mittlerweile negativ auf meine Psyche aus.

    Das ist deine Entscheidung und wenn du das so weiterleben willst, dann soll es so sein. Was deine Kinder betrifft, so leben sie das mit und werden entweder so duckmäuserisch wie du oder so wie dein Mann. Herzlichen Glückwunsch!

    Zitat

    Man ist nie zu alt etwas zu verändern wenn man unglücklich ist.

    Und wieso tust du es dann nicht?