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    Und wieso tust du es dann nicht?

    DAS hatte ich meine Mutter auch immer wieder gefragt, worauf dann immer nur allerlei Ausreden kamen (Schulden, der Haushalt und vor allem wir Kinder). Wir älteren Kinder wären absolut in der Lage gewesen, uns um die jüngeren Geschwister und um den Haushalt zu kümmern. Aber das wollte meine Mutter nicht hören.


    Ja, meine Eltern waren nach dem Hausbau hoch verschuldet. Und? Es wäre für beide Elternteile irgendwie weitergegangen, und für uns Kinder wäre eine Trennung eindeutig besser gewesen. Irgendwann war die Abneigung der Mutter gegenüber dem Vater derart groß geworden, dass sie ihre Kinder in "kommt nach Papa" (= schlecht) und "kommt nach Mama" (= gut) einteilte. Ich hatte das Pech, dass sie mich in "kommt nach Papa" eingeteilte. Das zeigte sie mir täglich. Blöd für sie, dass ich ihr mit zunehmendem Alter wie aus dem Gesicht geschnitten bin und unsere Stimmen am Telefon nicht zu unterscheiden sind. ;-D

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    beschimpft mich als Schla..., Hu..., schreit meine Schwächen raus - finde das extrem peinlich, aber er meint nur ich hätte mangelndes Selbstbewusstsein, wenn ich das nicht abkönne

    Das wird nicht besser werden. Er wird auch nix tun, um die Lage zu verbessern. Es wird immer schwieriger werden.


    Was willst du noch ertragen? Und die Kinder? Ich bin mit solch einem Vater aufgewachsen. Wenn ich dran denke, dann wird mir heut noch übel...so, wie jetzt.


    Pack deine Sachen und fang ein neues Leben an. Das was du hinter dir lassen wirst, das ist es nicht wert sich umzudrehen.

    in der zwickmühle

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    Ich bin vielleicht etwas romantisch-naiv, aber nach so einer Aussage habe ich Schwierigkeiten einen Sinn in einer weiteren Paarbeziehung zu sehen.

    Ich denke, ihr seid kein Paar (mehr). Versuche mal, dich für andere Sichtweisen zu öffnen so in Richtung Wohngemeinschaft. Zwei Wohnungen sind zu teuer, aber wie sieht es in der vorhandenen Wohnung aus, steht für ihn und dich je ein Zimmer zur Verfügung? Er möge seine Sachen selbst erledigen wie einkaufen, kochen, waschen, ...


    Am Ende meiner Ehe habe ich mich selbst verpflegt und einen Umbau des Hauses vorgeschlagen, um getrennte Bereiche zu haben. Die Ansprüche meiner Ex waren aber nicht kompatibel mit den Möglichkeiten. So mussten wir das Haus verkaufen und den Kindern das Nest nehmen.

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    Ich denke, ihr seid kein Paar (mehr). Versuche mal, dich für andere Sichtweisen zu öffnen so in Richtung Wohngemeinschaft. Zwei Wohnungen sind zu teuer, aber wie sieht es in der vorhandenen Wohnung aus, steht für ihn und dich je ein Zimmer zur Verfügung? Er möge seine Sachen selbst erledigen wie einkaufen, kochen, waschen, ...

    ob das bei einem Partner, der in Rage auch Türen eintritt, machbar ist?

    @ in der Zwickmühle

    Ja, du bist in der Zwickmühle. Aber du selber bestimmst, ob und wann du da heraus kommen willst. Die Wände, zwischen denen du dich bewegen kannst, scheinen starr und eng. Aber sie sind von dir selber errichtet worden. Und du siehst dich nicht in der Lage, das zu ändern. Du hältst also – so scheint es bisher – um jeden Preis an der Zweijahresfrist fest, damit das Projekt beendet werden kann.


    Dein Mann weiß das. Und da er eine Trennung nicht akzeptiert, stehen ihm die Türen doch offen, diese Zweijahresfrist zu torpedieren, oder? Auch wenn er selber Interesse daran hat, dass das Projekt gelingt, so hat er doch sicher Möglichkeiten, das auszudehnen, zu manipulieren und sich etwas einfallen zu lassen, damit du die Trennung weiterhin in der Ferne erhoffst, die dafür notwendigen Umstände aber nicht erreichst. So wie du ihn beschreibst, werden jedenfalls bis dahin noch manche Möbelstücke daran glauben müssen und die Kinder noch Schreckliches mit ansehen müssen.


    Ich schreibe das darum so drastisch, damit du dir darüber klar wirst, dass es nicht nur die Umstände sind, die das alles herbei geführt haben, sondern dass du daran mitgewirkt hast und daran auch gegenwärtig mitwirkst. Du hast ja auch trotz des jähzornigen Mannes an der Seite dieses Projekt angestoßen und geplant. Du kanntest ihn und wusstest, was dich erwartet und du hast es trotzdem getan. Und nur DU kannst das dann auch ändern. Niemand sonst. Weder dein Mann, noch deine leidenden Kinder noch jemand hier im Forum. Du hast es in der Hand.

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    Solange wir weiter unter einem Dach leben wird mein Mann das sicher nicht ernst nehmen. Mir wäre es einfach noch wichtig Gedanken zu sammeln, was man tun kann um die 2 Jahre gezwungenen Miteinanders (insbesondere mit einem Choleriker) möglichst anständig/konfliktarm über die Bühne zu bringen.

    Wie das praktisch aussehen kann, ist aus meiner Sicht absolut nicht zu erkennen. Das hat mit dem Nichtwissen um das Projekt zu tun. Das hat aber auch damit zu tun, dass bisher alle Vorschläge von Forumsschreibern als unmöglich angesehen werden, weil dein Mann das nicht akzeptieren würde. Bis auf eine Ausnahme:

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    aber getrennte Wohnungen wären in dieser Situation schon finanziell eine starke Belastung und wären momentan auch für das Projekt eher hinderlich

    Hier wirst du etwas "weicher", nicht mehr ganz so kategorisch. Es wäre also nicht UNMÖGLICH, sondern "eine starke Belastung" und für das Projekt "eher hinderlich". Es ist also nicht mehr ausgeschlossen, sondern nur schwierig. Und schwierig ist letztlich alles.


    Diese "Aufweichung" ist vermutlich dadurch entstanden, dass du diese Möglichkeit nicht mehr kategorisch ausgeshclossen hast, sondern die damit verbundenen Umstände und Planungen wenigstens schon mal ZUGELASSEN hast.


    Und darum habe ich folgende Idee dazu:


    In dem Moment, in dem du nicht mehr ausschließt, dich sofort zu trennen, sieht die Welt anders aus. In diesem Moment kannst du gedanklich ganz konkret in die Planung und Umsetzung dieses "Trennungsprojektes" gehen. Die Zwänge lösen sich auf, es geht nur noch darum, Pläne zu entwickeln und umzusetzen und damit deinem Mann die unerträgliche Macht aus der Hand zu nehmen, die er durch dieses Projekt hat. Er weiß ja, dass er die hat, und er wird alles tun, damit ihm diese Macht nicht genommen werden kann. Du aber kannst sie ihm nehmen, in dem du erstmals – wenn auch nur im Stillen für dich – die MÖGLICHKEIT einer sofortigen Trennung in Betracht ziehst, sie konkret planst und durchdenkst und damit die Zwickmühle an einer Seite öffnest.


    Ich sage damit nicht, dass du das dann auch tun sollst. Ich sage nicht, dass du das Projekt aufgeben sollst. Ich sage nicht, dass du dich sofort trennen sollst. Ich sage aber, dass du wenigstens still für dich einmal die Prioritäten dergestalt verändern kannst, dass nicht das Projekt, sondern die Trennung vorne steht. Damit verändern sich die Perspektiven. Damit sieht die Welt plötzlich anders aus, wenn auch sicher nicht unkomplizierter. Damit sind bestimmte Dinge plötzlich nicht mehr UNMÖGLICH, sondern sie sind nur noch "eine starke Belastung" und "eher hinderlich". Diese Attribute sind meiner Meinung nach dem Leiden eurer Kinder unterzuordnen, auch wenn du dieses Leiden aus verständlichen Gründen nicht so sehen willst. Es ist die Hölle, mit einem türentretenden Vater unter einem Dach zu leben und ihm ausgeliefert zu sein. Es wird ihr ganzes Leben bestimmen, sich den Impulsen des Vater ständig auszusetzen und unterzuordnen. Das ist auch dann nicht weg, wenn die Trennung vollzogen ist, es wird Folgen haben. Und darum hast du die Aufgabe, die Perspektiven wenigstens mal zu verändern und die Prioritäten zu überdenken. Solange alles unmöglich ist, geht das nicht, wenn es nur "eher schwierig" ist, ist es machbar.


    Du siehst also, dass die Fäden für alle Lösungen und Veränderungen in deiner Hand sind, wenn du das willst. Wenn du das nicht willst, hält dein unberechenbarer und gewaltbereiter Mann sie in der Hand, du gibst sie ihm. Und vor dem Hintergrund, dass er deine "Projektprioritäten" sehr genau kennt, wird er alles daran setzen, sie auch in der Hand zu behalten.


    Ich sehe sehr wohl, dass es dir sehr schlecht geht. ich sehe, dass du leidest und es dir nur um Schadenbegrenzung geht und nicht um dein eigenes Wohl. Ich sehe, dass du vermutlich vor der größten Herausforderung deines bisherigen Lebens stehst. Aber ich sehe nicht, dass du machtlos bist, du müsstest aber willens und bereit sein, die Macht wieder zu übernehmen.