Wie wichtig findet ihr Vertrauensverhältnis zum Hausarzt?

    Mich würde interessieren, wie wichtig ihr es findet, ein gutes Vertrauensverhältnis zu eurem Hausarzt zu haben (wenn ihr einen habt)?


    Mein eigenes Vertrauensverhältnis ist sehr ambivalent; es hat Sachen gegeben, da hat der Arzt sehr gut reagiert, aber es gab auch Sachen, da wurden meine Beschwerden abgetan und hinterher hat sich herausgestellt, dass eine ernsthafte, chronische Erkrankung dahintersteckt. Es war derselbe Hausarzt, der die Beschwerden dieser Erkrankung zunächst abgetan hatte, aber die Erkrankung dann Jahre später festgestellt hat, weil er (da dann) gründlich untersucht hat. Ich habe bis heute große Hemmungen Beschwerden meinerseits anzusprechen bei diesem Arzt. Ich weiß nicht, ob das an mir liegt oder an dem Arzt. Meine Familie ist da auch keine Hilfe, weil die im Zweifel alle Erkrankungen meinerseits als nicht so schlimm abtun und ich da nicht krank zu sein habe. Das ist ein komplexerer Hintergrund, auf den ich nicht näher eingehen möchte.


    Jedenfalls interessiert mich, wie das Vertrauensverhältnis zu euren Hausärzten so ist und wie wichtig ihr ein gutes Vertrauensverhältnis findet?


    [...]

  • 28 Antworten

    Hallo,


    mir persönliches ist es wichtig, dass meine Hausärztin mich ernst nimmt. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass Ärztewissen sehr begrenzt sein kann. Das hängt natürlich von verschiedenen Faktoren ab: Ausbildung (wo? Richtung?), persönliche Einstellung (gegen / plus schnelle Medikation etc.), Interesse (leider nicht sehr häufig vertreten)... natürlich auch Faktoren wie Charakter, Vorerfahrungen, Erziehung etc.


    Was ich damit eigentlich sagen möchte: ich weiß, dass die Handlungsmöglichkeiten meiner Hausärztin begrenzt sind und das ist ok. Ich weiß ebenfalls, dass dies auch bei Fachärzten so ist. Wenn ich das Gefühl habe nicht ernst genommen zu werden bzw dass mir gegenüber nicht genügend Interesse gezeigt wird (damit ich genese) oder der Arzt "Wissenlücken" aufweist (das können auch Ärzte ;-)... das bezieht sich hier eher auf Fachärzte), verabschiede ich mich höflich und suche mir einen neuen Arzt. Das gleiche würde für meine Hausärztin gelten bzw hat es schonmal.


    Ich persönlich könnte nicht zu einer HA gehen, mit der Begründung, dass ich da schon so lange bin oder alle in der Familie dort hingehen. (Alles schon gehört ;-D ).


    Liebe Grüße @:)

    Das Problem ist,man findet nicht so leicht einen guten Hausarzt.


    Mein HA ist sehr nett ;-) aber das hilft nicht immer.


    Ich habe oft die Erfahrung gemacht,dass er erstmal grundsätzlich von einer Lapalie ausgeht und so richtig in "Wallung" erst kommt,wenn man zum 3.Mal aufkreuzt.


    Ich mache es deswegen inzwischen so (auch wenn das sicher nicht alle toll finden),dass ich gleich zum Facharzt gehe,wenn ich eine "kompetente" Behandlung haben will. Klingt jetzt gemeiner als es ist....aber wenn ich Probleme mit der Blase habe und mein HA mir blindlinks ein AB in die Hand drückt,dann fühl ich mich beim Urologen doch besser aufgehoben,der grundsätzlich erstmal den Urin untersucht, fix nen Ultraschall macht und dann entscheidet, ob ich ein AB brauche oder nicht.


    Bei kleineren Sachen ( Erkältung,Grippe, Magen/Darm,Kreislaufbeschwerden...) geh ich natürlich zum HA, aber so wirklich Hilfe bekomm ich eher selten.


    War im Sommer wegen starkem Schwindel dort. Hat Blutdruck gemessen, der war zu niedrig. Mehr nicht. Als ich dann 3 Tage später wieder da war,wurde wieder Blutdruck gemessen. Mehr nicht.Nach 1 Woche war ich wieder da und er überlegte mal ein Blutbild zu machen,was er dann beim 4. Besuch auch veranlasste.Inzwischen waren 14 Tage ins Land gezogen.


    Gleiches als ich eine taube Gesichtshälfte hatte. Da zogen auch 3(!!) Wochen ins Land, bis er mal ein Blutbild machte und mich schließlich stationär einwies.


    Bei der nächsten tauben Gesichtshälfte bin ich direkt zum Neurologen,der innerhalb 1 Tages die ersten Untersuchungen veranlasste.Nach 3 Tagen war ich diesbezgl komplett gecheckt.


    Ich könnte jetzt noch mehr Bsp aufführen....deswegen: wenn mir was echt spanisch vorkommt (gesundheitl) geh ich zum Facharzt (sofern man einen Termin bekommt)....

    Ich habe eine super Hausarztpraxis, aber ich gehe da nur mit bestimmten Beschwerden hin. Niemals würde ich z.B. mit meinen Gelenkbeschwerden zum Hausarzt gehen, da gehe ich dann direkt zum Orthopäden.


    Ansonsten denken da beide Ärzte auch nach links und rechts und überweisen auch weiter. Und als ich neulich Stress mit dem Arbeitsplatz hatte und echt fertig war, konnte ich auch direkt um eine kurzzeitige Krankschreibung bitten. Ich habe da das Gefühl, grundsätzlich mit Allem kommen zu können. :)^

    Was "frau-mueller-streikt" und "Flamechen79" beschreiben, kann ich größtenteils aus eigenen Erfahrungen auch bestätigen.


    Auch bei Fachärzten gibt es solche und solche.


    Vertrauen ist schon wichtig, aber einen Arzt zu finden (egal ob Hausarzt oder Facharzt), der wirklich sehr gut ist, ist nicht immer einfach.


    Manchmal hilft es, gezielt nach einem guten Arzt zu suchen. Damit habe ich bessere Erfahrungen gemacht, als wie wenn ich gleich zu einem Arzt gehe, nur weil er in der Nähe ist usw.


    Es zwingt ja einen niemand, bei einem Arzt zu bleiben und wer unzufrieden ist und nicht wechselt, nutzt seine Chancen nicht, doch jemanden zu finden, der besser ist.

    Danke für eure Antworten.

    Zitat

    Wenn ich das Gefühl habe nicht ernst genommen zu werden bzw dass mir gegenüber nicht genügend Interesse gezeigt wird (damit ich genese) oder der Arzt "Wissenlücken" aufweist (das können auch Ärzte ;-)... das bezieht sich hier eher auf Fachärzte), verabschiede ich mich höflich und suche mir einen neuen Arzt. Das gleiche würde für meine Hausärztin gelten bzw hat es schonmal.

    Und wenn das gemischt wäre? Also, dass der Arzt einerseits (auch großes) Interesse zeigt, aber für andere Sachen, bei denen man selbst unsicher ist, wie ernst man die nehmen soll, nicht?

    Zitat

    Ich persönlich könnte nicht zu einer HA gehen, mit der Begründung, dass ich da schon so lange bin oder alle in der Familie dort hingehen. (Alles schon gehört ;-D ).

    ;-D ich bin zu dem Arzt als Jugendliche gekommen, weil meine Eltern bei dem auch schon gewesen sind und weil meine Eltern von den meisten Ärzten wenig halten (weil es da auch zu Behandlungsfehlern gekommen ist in zwei Fällen in der Familie bzw. da schräge Sachen gelaufen sind z. N. der Gesundheit der Patienten. Ich hoffe mal, dass das heutzutage nicht mehr so laufen könnte, aber würde auch nicht drauf schwören.). Von dem Hausarzt haben sie dagegen eine hohe Meinung. Deshalb brauche ich denen auch gar nicht damit kommen, dass ich seinen ärztlichen Rat in Zweifel ziehe. Zumal ich ja "eh nichts ernstes" habe in deren Augen; das sieht aber nicht mal der Hausarzt so. Das Dumme ist, dass diese Erkrankung sehr auf meine Leistungsfähigkeit geht. Ich brauche mehr Erholungszeit als gesunde Menschen. Das bekomme ich auch gerade so hin und habe auch manchmal leistungsfähigere Phasen, aber insgesamt kostet mich das alles Energie. Da ich privat kaum Kontakte pflege, habe ich derzeit ausreichend Energie für den Beruf. Zumal der mir Spaß macht. Schlecht sieht es aus, wenn ich auch privat mal etwas mehr als sonst in Beschlag genommen werde, dann schlafe ich manchmal ein, zwei Tage nahezu durch, um wieder auf Normal Null zu kommen. Meine Familie versteht das nicht und ich hatte schon viel Stress deshalb mit denen.


    Leider bin ich nicht derzeit gesetzlich versichert (vorher privat) sonst würde ich mir ein Herz nehmen und auch direkt zum Facharzt gehen für eine 2. Meinung. Es geht bei meiner Erkrankung darum, ob man sie jetzt schon mit Medikamenten behandelt oder erst später. Früher oder später wird man Medikamente geben müssen. Der Hausarzt sagt, dass ich derzeit noch keine Medikamente bräuchte und man das weiter beobachten soll. Ich bin da mittlerweile zu verunsichert, ob ich mir das alles nicht nur einbilde und einfach faul bin. Einfach weil das so Jahre gedauert hat vom Anfang der Beschwerden bis zur Diagnose. Gerade Müdigkeit ist ja nicht spezifisch und kann von allem möglichen kommen.

    Zitat

    War im Sommer wegen starkem Schwindel dort. Hat Blutdruck gemessen, der war zu niedrig. Mehr nicht. Als ich dann 3 Tage später wieder da war,wurde wieder Blutdruck gemessen. Mehr nicht.Nach 1 Woche war ich wieder da und er überlegte mal ein Blutbild zu machen,was er dann beim 4. Besuch auch veranlasste.Inzwischen waren 14 Tage ins Land gezogen.

    Respekt, dass du da trotzdem dreimal hingegangen bist. Ich hätte mich danach nach Hause verzogen und mir gesagt, dass ich mich nicht so anstellen soll und mich gerade lächerlich gemacht habe vor dem Arzt.

    Zitat

    Ich habe da das Gefühl, grundsätzlich mit Allem kommen zu können. :)^

    Das klingt toll.

    Zitat

    Es zwingt ja einen niemand, bei einem Arzt zu bleiben und wer unzufrieden ist und nicht wechselt, nutzt seine Chancen nicht, doch jemanden zu finden, der besser ist.

    Tja das ist eben die Frage. Ich bin auch durchaus schlechteren Ärzten als meinem Hausarzt begegnet (zum Glück nur einmalig) und würde auch nicht sagen, dass mein Hausarzt ein schlechter Arzt ist. Das denke ich nicht. Aber das Vertrauensverhältnis ist nicht gut. Die frage ist, wie wichtig das ist. ":/

    Ich hab keinerlei Ansprüche an meinem Hausarzt. Ich bin selten krank und habe keinen Bedarf an hausärztlicher Betreuung. In meiner aktuellen Stadt habe ich keinen Hausarzt und auch noch nie einen gebraucht.


    Wenn ich für irgendwas mal einen Hausarzt brauche (Krankschreibung, Rezept), gehe ich zu meinen alten Hausarzt in der Heimat. Den kenne ich seit meineauch Kindheit, wir kommen aus demselben Kaff, er hat Kinder in meinem Alter und kenn meine ganze Familie.


    Mit ihm komme ich gut aus, ich habe aber auch weder irgendwelche Erkrankung noch langfristige Probleme. Demnach brauche ich eben auch einfach kein Verhältnis zu meinem Arzt.

    Eigentlich bin ich der Meinung, dass ein Arzt nur dann optimal helfen kann, wenn gegenseitiges


    Vertrauen vorhanden ist. Denn bei der Heilung spielt eben auch die Psyche eine Rolle.


    Aber seit ich von Süddeutschland nach Norddeutschland gezogen bin und zwar in eine


    relativ dünn besiedelte Gegend, wo es nicht viel Auswahl an Ärzten gibt, habe ich ein Problem.


    Damit will ich jetzt nicht andeuten, dass die nordeutschen Ärzte oder die Landärzte schlechter sind.


    Aber hier sind die Ärzte es z.B. gewöhnt, dass die Patienten zu allem Ja und Amen sagen und nichts


    hinterfragen. Ich kenne mich aber in der Medizin relativ gut aus und widerspreche dem Arzt ganz


    lässig, wenn ich es für nötig halte. Und das kommt hier nicht gut an.


    Nachdem ich 3 Hausärzte ausprobiert habe, gehe ich jetzt zu einem Internist.


    Mein letzter Hausarzt hat eine ernste Erkrankung nicht erkannt, weil er meine Beschwerden


    nicht ernst nahm. Dabei waren sie äusserst markant !


    Ich gehe jetzt grundsätzlich zum jeweiligen Facharzt und damit basta.

    Vor 5 Jahren kam ich zu meinem Hausarzt, brauchte einen neuen, weil die damalige Hausärztin es auch nicht drauf hatte.


    Mit diesem hier bin ich super zufrieden, der nimmt sich immer Zeit, hat immer die richtigen Empfehlungen, mit dem "kann " ich. Er berät, schickt weiter, will alle Berichte von den Fächärzten haben, liest sie in meiner Gegenwart, überlegt neu.


    Leider ist der schon Anfang 60 und er will bald aufhören. Ich glaube, ich bekomme dann ein Problem.


    Wenn mir da einer quer käme, würde ich aufstehen und rausgehen. Mir jemand anderes suchen.


    Wobei das in einer Millionenstadt schnell machbar ist, wehe, man lebt in Kleinkleckersdorf und da gibt es keine Auswahl....

    Ein gutes Vertrauensverhältnis zu Ärzten hat es bei mir nie gegeben. Deswegen kann ich auch nicht sagen, dass es mir wichtig ist. Kenne es ja nicht ;-D


    Dass Ärzte Beschwerden, die nicht voll und ganz dem Alltag entsprechen nicht ernst nehmen ist doch ganz normal. Deswegen wechselt man ja auch so häufig.

    Ich dachte eigentlich, ich hätte immer ein gutes Vertrauensverhältnis zu meinem Hausarzt gehabt, bis einmal meine Privatversicherung etwas von ihm wissen wollte und er mein Vertrauen quasi damit ausgenutzt hat. Er hätte mich vorher fragen müssen, bevor er solche Infos weitergibt. Denn im Endeffekt kann sich jeder Mensch als Versicherungsberater ausgebene.

    Zitat

    Und wenn das gemischt wäre? Also, dass der Arzt einerseits (auch großes) Interesse zeigt, aber für andere Sachen, bei denen man selbst unsicher ist, wie ernst man die nehmen soll, nicht?

    Wie meinst du das genau? Nach dem Beispiel: ich gehe mit Verspannungen zum Arzt und er möchte meine Psyche behandeln?


    Falls du das meinst, dann würde ich abwägen wie wahrscheinlich ich das halte. Würde ich das für abwegig halten, dann würde ich das kommunizieren und würde dann weiterhin drauf rumgeritten werden, dann würde ich nicht mehr hingehen. ;-D Also gerade das Beispiel das ich genannt habe kommt oft vor... wenn man nicht mehr weiter weiß, dann ist es die Psyche. ]:D

    Ich hatte schon gute und einen miesen hausarzt.


    Wenn ich ehrlich bin, hab ich mit alten knackern gute erfahrungen gemacht.


    Der beste war der, der mich seit meiner kindheit kannte. Der sah mich auch einmal an ( ich war da kein patient, sondern begleitete nur meine mutter zu einem termin) und sagte: "du gefällst mir nicht. Viel zu blass... hast du oft kopfweh? Bist du oft müde?"


    Und ich hatte tatsächlich eine eisenmangelanämie.


    Ich habe nur schlechte erfahrung gemacht, als man mich nicht ernst nahm. Weder wenn ich unterfunktionssymptome hatte noch ne seitenstrangangina. Blutabnahme musste ich als schilddrüsenpatient erbetteln. Als ich einnal ohne termin kam und meinte "ich warte auch bis zeit is" wurde ich angeblökt.


    Jetzt bin ich wieder bei sehr alten ärzten...und fühl mich wieder gut aufgehoben. Ist ein ärztepaar. Sie suchte wie blöde nach der ursache für meine müdigkeit ( vitamin d Mangel )


    Ihm war es egal dass die letzten schilddrüsenwerte nur 2 monate alt waren und er nahm mich ernst als ich sagte, ich glaub meine schilddrüse stürzt ab.


    Und genau das brauch ich. Jemanden der klipp und klar sagt " damit kann ich nich helfen gehen sie zu abc" und jemand der mir glaubt.


    Ich kann es nämlich echt nicht ausstehen wenn man mich für doof erklären will oder anguckt als wär ich doof.