Ich hatte schon gute und einen miesen hausarzt.


    Wenn ich ehrlich bin, hab ich mit alten knackern gute erfahrungen gemacht.


    Der beste war der, der mich seit meiner kindheit kannte. Der sah mich auch einmal an ( ich war da kein patient, sondern begleitete nur meine mutter zu einem termin) und sagte: "du gefällst mir nicht. Viel zu blass... hast du oft kopfweh? Bist du oft müde?"


    Und ich hatte tatsächlich eine eisenmangelanämie.


    Ich habe nur schlechte erfahrung gemacht, als man mich nicht ernst nahm. Weder wenn ich unterfunktionssymptome hatte noch ne seitenstrangangina. Blutabnahme musste ich als schilddrüsenpatient erbetteln. Als ich einnal ohne termin kam und meinte "ich warte auch bis zeit is" wurde ich angeblökt.


    Jetzt bin ich wieder bei sehr alten ärzten...und fühl mich wieder gut aufgehoben. Ist ein ärztepaar. Sie suchte wie blöde nach der ursache für meine müdigkeit ( vitamin d Mangel )


    Ihm war es egal dass die letzten schilddrüsenwerte nur 2 monate alt waren und er nahm mich ernst als ich sagte, ich glaub meine schilddrüse stürzt ab.


    Und genau das brauch ich. Jemanden der klipp und klar sagt " damit kann ich nich helfen gehen sie zu abc" und jemand der mir glaubt.


    Ich kann es nämlich echt nicht ausstehen wenn man mich für doof erklären will oder anguckt als wär ich doof.

    @ frau_mueller_streikt

    Zitat

    Wie meinst du das genau? Nach dem Beispiel: ich gehe mit Verspannungen zum Arzt und er möchte meine Psyche behandeln?


    Falls du das meinst, dann würde ich abwägen wie wahrscheinlich ich das halte. Würde ich das für abwegig halten, dann würde ich das kommunizieren und würde dann weiterhin drauf rumgeritten werden, dann würde ich nicht mehr hingehen. ;-D Also gerade das Beispiel das ich genannt habe kommt oft vor... wenn man nicht mehr weiter weiß, dann ist es die Psyche. ]:D

    Nein, ich meine das so, als wenn man Beschwerden X hat und diese zT gegenüber dem Arzt anspricht (Müdigkeit/Energielosigkeit zB). Dieser sagt, dass die Beschwerden X keinen Krankheitsherd hätten und das viele Menschen hätten. Jahre später stellt derselbe Arzt zufällig fest, dass Erkrankung Y vorliegt. Eine fortschreitende Erkrankung, die man aber mit Medikamenten relativ gut begandeln kann; nur das einstellen mit den Medikamenten kann länger dauern und viele Ärzte kennen sich damit nicht gut aus.


    Die Diagnose Y, die man bekommen hat, ist eine Erkrankung, von der die Beschwerden X kommen (können). Der Arzt meint aber, dass die Erkrankung Y noch nicht weit genug fortgeschritten sei, um die Beschwerden X zu verursachen. Vor allem hätte jeder ein bisschen Beschwerden wie X, dabei habe ich nur einen Teil der Beschwerden genannt. Vielleicht hätte ich das in meiner Schilderung beim Arzt dramatisieren sollen? Ich schildere auch sehr belastende Sachen immer recht nüchtern-sachlich und ich weiß ja auch nicht, wie ich mich ohne die Erkrankung Y fühlen würde. Ich überlege dann, ob ich die restlichen (belastenderen) Beschwerden X dem Arzt sagen soll und lasse das dann, weil der Arzt ja zu den teilweise geschilderten Beschwerden X schon meint, dass meine Erkrankung nicht fortgeschritten genug sei dafür und weil mir das zu privat persönlich ist; ein Arzt weiß naturgemäß viel von mir, aber er muss nicht alles von mir wissen. Es könnte außerdem sein, dass ich mich nur anstelle und auch gesunde Menschen die Beschwerden X haben. Vielleicht bilde ich mir das doch nur ein? Die Erkrankung ist ja noch nicht fortgeschritten genug laut Arzt. Dabei würde die Erkrankung die Beschwerden X erklären.

    Wenn mein Hausarzt rumeiern würde, würde ich erst mal zum entsprechenden Spezialisten gehen, sei es Orthopäde, Internist, Neurologe oder was auch immer.


    Und wenn ich Anspruch auf Hilfe erlangen will, dann rede ich Tacheles, wie und wo und was ich für Probleme habe. Was zu verschweigen bringt mich doch null weiter. Der Arzt ist kein Hellseher.


    Da muß ich alles offen legen.


    Allerdings wären Sprüche, wie, das hat fast jeder, ein no go.


    Fakt: wenn mich das nicht befriedigt, solchen Kram anzuhören, muß ich doch nicht erst eine Forengemeinde befragen, ob das ok so sei. Da wechsle ich doch einfach den Arzt, weil ich weiterkommen will. Dazu braucht es nur meine eigene Zustimmung und dann los.

    Es gibt Faktoren dabei sowohl auf meiner als auch auf Seiten des Hausarztes, warum das alles so gelaufen ist. Mir geht es in diesem Thread nicht um die Erkrankung, die ich habe, und auch nicht konkret um einen Arztwechsel. Fakt ist, dass ich eben ein sehr ambivalentes Vertrauensverhältnis zu diesem Arzt habe und überlege, ob ich ihm mehr vertrauen sollte. Diese Frage kann und möchte ich aber nicht abschließend in einem Thread klären. Das ist mehr der Hintergrund zur Frage. Mich interessiert in diesem Thread wie das bei anderen aussieht, was ihr für ein Vertrauensverhältnis zu eurem Hausarzt habt.

    Ich hatte schon immer feste Hausärzte und musste diese ab und an wechseln durch Umzüge oder einmal auch weil ich sehr unzufrieden war. Leider habe ich bisher eher die Sorte "Wie lange wollen Sie denn krankgeschrieben werden?" kennengelernt, als wirklich bemühte Ärzte. Muss dazu sagen, dass ich selten krank bin und wenn ich zum Arzt gehe, dann weil ich tatsächlich bei einer starken Grippe eine Krankschreibung benötige, allerdings gab es auch zwei, drei Besuche, bei denen ich mich nach einer vernünftigen Behandlung gesehnt hätte und diese nicht bekam (nichts chronisches). Einmal hatte ich starke Schmerzen und erzählte direkt, dass Ibuflam nicht hilft. Wurde mit Krankschreibung und einem Rezept für Ibuflam nach Hause geschickt. %-|


    Ich finde ein gewisses Vertrauensverhältnis zum Hausarzt also im Prinzip schon wichtig, es ist mir jedoch noch nicht untergekommen. Gerade Allgemeinmediziner empfinde ich als "Fließbandärzte". Da ich eben quasi nie wirklich krank bin, außer mal Erkältungen oder Grippe, ist das ok. Hätte ich etwas schlimmeres oder chronisches und mein Gefühl würde mir sagen, dass der jeweilige Arzt nicht so agiert, wie er sollte, würde ich ohne Zögern wechseln. Natürlich habe ich grundsätzlich erstmal mehr Vertrauen in den Arzt als in Google, aber wenn es mir schlecht geht und es mir vorkommt, als bekäme ich keine vernünftige Hilfe, wäre ich schneller bei einem anderen Arzt, als ich die Krankenkassenkarte aus dem Portemonnaie gefummelt bekomme.

    Ich habe deine Erklärung, dass es sich bei deinem Beitrag um keinen regelwidrigen Beitrag handele, gelesen, HX2T6. Allein das Beteuern, dass es sich um einen regelkonformen Inhalte handelt, ist nicht ausreichend, er muss einer entsprechenden Prüfung auch standhalten. Wir sind gerne bereit, dir zu erklären, wieso ein Inhalt den Regeln entspricht oder auch nicht - du musst das nicht als Off-Topic-Inhalt an deinen Beitrag hängen. Bitte wende dich einfach per Hinweis an die Moderation an uns und per PN an mich.


    Einen OT-Beitrag entfernt.

    @ Elisada

    Zitat

    Wir sind gerne bereit, dir zu erklären, wieso ein Inhalt den Regeln entspricht oder auch nicht

    ja, das habe ich im PN-Verkehr mit der Moderation ja gemerkt, was ihr unter "erklären" versteht. Und ein Moderator antwortet offenbar grundsätzlich nicht auf meine PNs. *:)


    Steht doch einfach dazu, wie ihr das hier handhabt.

    Mir ist ein gutes Verhältnis zum Hausartz SEHR wichtig.


    Ich habe 14 Jahre an meinem letzten Wohnort (Studienort) gelebt und hatte dort von Anfang an (eher durch Zufall) eine tolle Praxis mit mehreren Ärzten, u.a. meiner tollen Hausärztin. Die Praxis hat in der Zeit expaniert, ist umgezogen und hat sich modernisiert. Gutes Angebot (u.a. Ultraschall); Verzicht auf IGeL-Kram - und Bereitschaft, vieles zu befürworten/verordnen. Da ich in der Zeit rd. 20 OP's hatte, hat sich natürlich ein enger Kontakt ergeben. Und eine tolle, individuelle Behandlung. Viel Augenhöhe, Entgegenkommen etc. War in sehr vielen Situationen wirklich hilfreich.


    Vor 2 1/2 Jahren bin ich umgezogen. Seither kaum Gesundheitsprobleme (ein paar Erkältungen, Magen-Darm, eine Gallenkolik). Großstadt, in meinem Stadtteil eher wenige Ärzte. Starke Neigung zu IGeLund 2-Klassen-Medizin. Und wenig Irgendwas. Mit meinem Hausarzt bin ich bei den wenigen Besuchen nie richtig warm geworden. Die Praxisausstattung is unterirdisch (alt, kein Ultraschall). Alles dauert ewig und Service gibt es nicht; oft läuft was schief (musste mehrfach AU-Bescheinigungen reklamieren wg. falscher Daten etc.). Kurzum: Es hat gereicht, aber die Vertrauensbasis fehlt. Meine wichigen Kontrollen (Endo wg. Schilddrüse, Knie-TEP) habe ich selber koordiniert und der Hausarzt war kaum im Bilde.


    Nun steht erneut ein Ortwechsel bevor - und ich bin gespannt, was sich diesmal ergibt. Da es hoffentlich der letzte Ortswechsel meines Lebens ist, hoffe ich auf eine langfristigere Hausarztbeziehung. Meine alte HÄ ist leider weiterhin zu weit weg. Ein Sandkastenfreund ist mittlerweile als Hausarzt niedergelassen und evtl. fällt meine Wahl auf ihn.

    Danke für alle weiteren Antworten.


    Ist euch die Fachkompetenz wichtiger als die Frage, ob ihr dem Arzt vertraut und ihm auch recht persönliches erzählen könntet? Mir persönlich ist die Fachkompetenz wichtiger.

    Mein Arzt, meine Ärztin muss wissen, was er/sie tut und seine/ihre Rolle kennen. Das reicht mir eigentlich schon.


    Ich habe keinen Hausarzt im engen Sinn. Ich bin in Kunde einer Gruppenpraxis. Da gehe ich im Normalfall zwar schon immer zu derselben Person, aber in den letzten acht Jahren waren das schon vier Ärzte, weils halt auch da Fluktuationen gibt. Ist für mich aber kein Problem, weil mir, wie erwähnt, nicht die Person selbst wichtig ist. Klar ist es schön, wenn ich jemanden hab, mit dem ich mich gut versteh. Meine jetztige Ärztin ist super, möchte sie nicht tauschen. Aber wenn sie mal nicht mehr da arbeiten sollte, ist das halt so.


    Ich gehe alle vier Monate zum Check plus einmal im Jahr zur Augenkontrolle, verbringe also etwas mehr als eine Stunde pro Jahr in der Praxis. Da erzähl ich nichts Persönliches, was nicht therapierelevant ist.

    Das Eine schließt das Andere ja nicht zwangsläufig aus, oder? Und ich finde beim Hausarzt das Vertrauensverhältnis schon wichtig.


    Dafür lege ich bei Fachärzten mehr Wert auf die Fachkompetenz als auf das persönliche Verhältnis.

    Zitat

    Danke für alle weiteren Antworten.


    Ist euch die Fachkompetenz wichtiger als die Frage, ob ihr dem Arzt vertraut und ihm auch recht persönliches erzählen könntet? Mir persönlich ist die Fachkompetenz wichtiger.

    Wie Schmidti schreibt: Das Eine schließt das Andere nicht aus.


    Beim Hausarzt, der mich relativ "rundum" betreut, ist mir das Vertrauensverhältnis wichtig. Meine alte HÄ wusste viel Persönliches von mir. Weil sie fragte, weil sie den Patienten relativ ganzheitlich sah - und weil ich halt oft genug etwas hatte, so dass sie auch meine gesamte Lebenssituation interessiert hat. Und genau das fehlt mir aktuell bspw.


    Bei einem Facharzt erwarte ich einen vernünftigen Umgang mit mir; kann mich aber prima auf das Kernproblem beschränken und muss nichts Persönliches erzählen. Arroganz und Abgefertigwerden mag ich nicht; aber der Fokus auf das Wesentliche reicht dann auch.

    Also ernsthaft? Ich bin bei dieser Frage mehr als verwundert. Der Hausarzt überweist mich im Regelfall zum nächsten Facharzt, oder ins Krankenhaus.......sollte denn da nicht Vertrauen oberste Priororität haben????


    Kein Vertrauen......kein Hausarzt!!!

    Zitat

    Das Eine schließt das Andere ja nicht zwangsläufig aus, oder? Und ich finde beim Hausarzt das Vertrauensverhältnis schon wichtig.

    Na ja, ob ich den Arzt für kompetent halte und ihm vertraue, bedingt sich ein Stück weit gegenseitig. Aber ich kann einen Arzt einerseits durchaus für fachlich fähig halten, aber gleichwohl kein tiefergehende persönliches Vertrauen zu ihm haben. Alles in allem denke ich auch nicht, dass ein tiefergehendes Vertrauen und damit einhergehend Offenheit bzgl. aller möglichen oder unmöglichen Beschwerden nötig ist. Es ist ein dienstverhältnis. Daraus eine Freundschaft entstehen zu lassen bzw. ein Arzt-Patientenverhältnis auf so einer persönlichen Ebene zuhaben, kann ich mir definitiv nicht vorstellen; ich finde es aber interessant und erfreulich zB für Luci23 so ein vertrautes Verhältnis zueinander zu haben.


    Ich kann mir auch nicht vorstellen mit dem Arzt offen darüber zu reden und belasse es wahrscheinlich beim Status quo. Im Moment ist meine Neugier nach einem anderen Arzt-Patientenverhältnis wieder weg. Ich nehme den bekannten Weg, auch wenn der nicht der optimale ist.

    @ Shelby T.

    Deine Verwunderung könnte auch daher kommen, dass ich mich schlecht ausdrücken kann. Gerade wenn ich versuche etwas Inneres anderen gegenüber auszudrücken, wird es oft unverständlich. Das ist auch ein Grund, warum ich mit Ärzten nicht gut über subjektive Beschwerden sprechen kann und will. Das endet aller Wahrscheinlichkeit nach nur vermeidbar blöd.