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    Nur bei vielen Retourkutschen, entstehen bei mir Selbstzweifel und dann muss ich aufpassen, dass dieses Gefühl nicht an meinem Selbstvertrauen nagt. Aber ich denke, dass das normal ist und jeder damit irgendwie klarkommen muss?

    Und das ist glaube ich der Punkt an dem es bei dir noch hapert. Du musst akzeptieren, dass die Gegenseite (bei dir ja Mann oder Frau) genauso an toller Optik interessiert ist wie du. Und wenn derjenige sich so einschätzt, dass er deinen tollen Charakter auch mit einer anderen Optik bekommt, dann kannst du daran nichts ändern.


    Und das ist auch der Unterschied zwischen Jung und Alt. Jung hat keine Erfahrung und kann sich auch leicht mal verschätzen. Alt hat mehr Erfahrung und weiß z.B. dass toller Charakter und tolle Optik seltener zusammen vorkommt als man hofft.

    strawberrycheck

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    ich finde- das Aussehen ist genau so wichtig, wie du es zulässt bzw. für dich entscheidest...Also wie wichtig ist es dir? Was fällt dir spontan dazu ein? Wie wählst du potentielle Flirtpartner / Innen aus?

    Danke Strawberry, dein Beitrag war eine echte Bereicherung. :-) Wie gesagt, für mich ist das Aussehen sekundär. Ich würde mich eher als Durchschnitt bezeichnen (äußerlich). Ich bin gepflegt und habe etwas Ahnung von Mode. Verkörpern tue ich weder das athletisch schlanke Schönheitsideal, noch bin ich das andere Extrem. Daher würde mir eher potientielle Partner ansprechen, die ebenfalls äußerlich durchschnittlich sind. Und einen süßen, netten Eindruck machen (sowohl bei Männer als auch bei Frauen). Meine Freunde sagen mir auch immer, dass ich einen sympathischen Eindruck mache. Und bei allen meinen bisherigen Jobs, habe ich tolle Freundschafen mit Arbeitskollegen geschlossen und konnte immer sehr gut mit Leuten umgehen. D.h. ich denke nicht, dass ich abstoßend wirke. Aber scheinbar wirke ich eher sehr freundschaftlich/nett. Aber wohl nicht attraktiv/sexy was dann für ein Date reichen würde. Soweit mein Erklärungsversuch.

    _Polarfuchs_

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    Gefällt dir dein Aussehen?


    Wenn nicht, könntest du ja überlegen, was du ändern kannst und möchtest.

    In Summe ja. Ich ändere mein Aussehen insofern, dass ich mir mal ne neue Frisur verpasse oder mal neue Klamotten kaufe. Da bekomme ich auch gleich Feedback von Freunden und Kollegen. Mehr verändern würde ich eher nicht wollen, auch wenn ich weiß, ich könnt noch tausend Dinge an meinem Körper optimieren.

    Zim

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    aber da nicht jeder auf groß, blond und blauäugig steht

    steht da überhaupt wer drauf? Ich dachte die meisten mögen den Typ "Latin Lover"

    Ja, ich. ;-D Nachdem ich selbst als Latino-Typ durchgehe, fasziniert mich komischerweise das Gegenteil. Schoki möchte Vanille. :p> Ich bin so crazy... ]:D

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    Reicht es nicht, wenn man nett, ehrlich und lustig ist? Reicht es nicht, wenn man einen coolen Job hat, mit beiden Füßen im Leben steht und ehrlich sein Geld verdient? Reicht es nicht, wenn man ein gutes Herz hat und von Freunden und Familie geschätzt wird? Scheinbar reicht es nicht.

    Für mich persönlich kann ich das so beantworten: für mich reicht es nicht, wenn jemand bloß gut aussieht. Oben genanntes, also Persönlichkeit, gute Chemie, ähnliche Interessen und Werte ist für mich am wichtigsten, was nicht heißt, dass mir das Aussehen egal ist. Ist es mir nicht.


    Wobei wie schon genannt: es ist Definitionssache. Was ist gutes Aussehen?


    Als ich meine Freundin kennengelernt habe, fiel sie inmitten einer größeren Menschenmenge sofort auf. Sie zog mich sofort an und ich fand sie wunderschön. Objektiv betrachtet war sie damals eigentlich viel zu dünn und klapprig, hatte einen ganz ganz furchtbaren, riesigen, unförmigen Sack an, der als "kleines Schwarzes" durchgehen sollte und ihre Haare, waren buchstäblich ziemlich durch den Wind. Habe ich wohl registriert, denn sonst könnte ich es nicht beschreiben, aber wahrgenommen habe ich es überhaupt nicht. Anziehung war trotzdem total da und ich denke, dass liegt daran:


    Ausstrahlung und stimmiges Gesamtbild sind viel, viel, viel wichtiger, als irgendeinem Schönheitsideal zu entsprechen.

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    Wenn ich die gleichen Personen frage, ob sie ihre aktuelle Partner mit 20kg oder 30kg mehr genommen hätten, sind viele wieder still.

    Finde ich schade. Mir fallen einige Frauen ein, die trotz Übergewicht, auf mich attraktiv wirken. Oder anderes gesagt: Frauen, die nicht "meinem Typ" oder aber den allgemein üblichen Schönheitsnormen entsprechen, und mir dennoch total gut gefallen.


    Warum? Wenn ich so darüber nachdenke, ist es eben 1. die Ausstrahlung und 2. die Gesamterscheinung (gepflegtes Äußeres, passende Kleidung, Verhalten gegenüber anderen Menschen), die ausschlaggebend ist.


    Du willst das nicht hören und vermutlich klingt es wirklich abgedroschen, aber für mich stimmt das nun mal so.

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    Aber ich hätte gerne wie jeder andere Mensch, auch mal eine Beziehung.

    Bist du sicher, dass das Thema Aussehen der richtige Ansatzpunkt ist?

    @ Evindal

    Meine Erfahrung, meine Beobachtungen und meine Meinung als Hetero mit 51 Lebensjahren.


    Ich glaube, dass in allererste Linie das Aussehen darüber entscheidet, ob jemand als Sexualpartner in Frage kommt. Es sagt nur keiner weil es sozial unerwünscht ist.


    Unser Gehirn in der heutigen Form ist leider immer noch ( ich nenne es mal) von Instinkten geleitet, gegen die wir nichts tun können.


    Wenn der optische Check dem Gehirn signalisiert, dass ist ein potentieller (Sexual) Partner, kommt erst unsere im Laufe der Jahrhunderte erworbene Sozialisation ins Spiel und es wird abgeklärt, ob auch der Charakter passt.


    Lediglich bei Personen, bei denen wir ein Vorwissen haben, dass sie aufgrund anderer Umstände als Partner nicht in Frage kommen (Priester, Prostituierte, etc.) entscheiden wir aufgrund unserer Sozialisation, dass wir uns besser nicht verlieben sollten. Aber selbst da funktioniert es nicht immer!


    Umgekehrt funktioniert es nicht. Man wird sich nie in einen Menschen verlieben, bei dem das Gehirn beim aussehen nicht sagt:Passt!


    Allerdings kann es sein, dass man durch zu viel Anpassung und Empathie in eine Schublade geschoben wird. Der Kumpeltyp der mit jedem kann hat's schwer ne Freundin zu finden. Ich kenne einen Fall aus unserer Firma. Ein Mann der bei fast allen Frauen als Kumpel angesehen wurde, mit einigen sogar in Urlaub gefahren ist, aber meines Erachtens in 20 Jahren niemals eine Beziehung hatte. Er wurde wahrscheinlich zu universell und zu empathisch empfunden.


    Wenn man sich verliebt sucht man auch Exklusivität und um es mal so auszudrücken. Männer die allgemein als Frauenversteher angesehen werden,werden von den meisten Frauen nicht als attraktiv angesehen, da dies nun mal eine weibliche Eigenschaft ist.


    Woran es bei dir liegt, kann ich nicht sagen. Vielleicht bist du als Bi-Typ zu ambivalent und wirst von Männern als Hetero und von Frauen als schwul wahrgenommen.


    Ich denke das Internet könnte dir bei der Partnersuche durchaus hilfreich sein, da du dort vielleicht nicht sofort in eine Schublade gesteckt wirst, weil du eben nicht über dein Umfeld bekannt bist.

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    Für mich persönlich kann ich das so beantworten: für mich reicht es nicht, wenn jemand bloß gut aussieht.

    ich glaube, dass in diesem satz sehr viel allgemeingültigkeit drin steckt. für den ersten blick, das erste interesse ist das äußere (= aussehen + ausstrahlung) wohl sehr wichtig - was daraus dann aber wird, ist doch dann sache der persönlichkeitsmerkmale, charaktereigenschaften.


    umgekehrt kann das schon auch funktionieren... man kommt mit jemandem, der eigentlich nicht dem "beuteschema" entspricht in einen netten ratsch und ist plötzlich geflasht vom gesamtpaket... das erfordert dann aber initiative von demjenigen, der eben nicht dem gängigen ideal entspricht ;-)

    Ich las mal irgendwo, dass die Entscheidung "dieser Mensch interessiert mich" in weniger als einer Sekunde fällt und das kann daher nur mit dem Erscheinungsbild erklärt werden. Das trifft aber nur für Flüchtigkeitskontakte zu, bei denen einer von beiden sofort aktiv werden muss, um das Kennenlernen zu beginnen.


    Ich selbst kenne persönlich aber kein Paar, das sich auf diese Weise kennengelernt hat. Es waren immer Situationen, in denen sich die beiden quasi "ausgesetzt" waren, wie beim Studium, auf Arbeit oder bei Freunden, sodass der "Ersteindruck" durch weitere ergänzt wurden, die dann letzlich ausschlaggebend waren.


    Im übrigen ist nicht nur die Optik wichtig. Im Mittelalter trugen die Mädels beim Dorftanz ein sogenanntes "Schweißtuch" am Gürtel, mit dem sie sich zuvor die Achselhöhlen ausgetupft hatten. So war klar, ob man sich "riechen" konnte.

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    Umgekehrt funktioniert es nicht. Man wird sich nie in einen Menschen verlieben, bei dem das Gehirn beim aussehen nicht sagt:Passt!

    Dafür hätte ich gerne mal einen Beleg. Einen wissenschaftlichen, wenn es geht. Wobei ich eigentlich schon das erste Gegenbeispiel bin, also das "nie" kann schon mal nicht stimmen. Wenn ich dran denke, in was für Typen ich schon verliebt war,... weil sie cool waren, weil sie intelligent waren, weil sie Humor hatten, weil sie mich neugierig machten,...


    Meine Mutter fragte mich irgendwann, ob ich nicht mal einen ins Haus bringen könnte, den man auch herzeigen kann. Aber das meinte sie nur im Spaß, ihr war der künftige Doktortitel wichtiger %-|

    Mir ist das Äußere nicht wichtig ;-)


    Ich muss etwas mit dem Menschen anfangen können.. Chemie muss stimmen. Äusseres hilft oder nutzt doch hier nichts?


    Ich bin da aber eher ein Ausnahmefall. Nicht viele denken so, glaub ich.

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    Daher eröffne ich hier mal den Faden: Wie wichtig ist das Aussehen wirklich? Auf was schaut ihr?

    Es geht nicht um innere Werte. Es geht nicht um äußere Werte. Es ist wichtig, dass es passt. Das ist meine Meinung.


    Im übrigen hast Du Recht: Die Menschen werden immer oberflächlicher.

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    Im übrigen hast Du Recht: Die Menschen werden immer oberflächlicher

    Woran machst du das fest? Ich mein, diese Klagen kommen doch schon ewig, das haben mir meine Eltern schon vor 40 Jahren gesagt. Wenn wir damals schon so oberflächlich waren, wie ist es dann heute? Kann es nicht sein, dass es tatsächlich auf den einzelnen ankommt?


    Im Film Juno sagt der Vater zu seiner Tochter: Wenn der Richtige kommt, wirst du es merken, egal wie er aussieht, du wirst trotzdem denken, dass ihm die Sonne aus dem Hintern scheint.


    Und das kann ich genauso bestätigen.


    Ich habe übrigens viel mit Jugendlichen zu tun, ich kann wirklich nicht sagen, dass sich da die letzten Jahre viel geändert hat, wenn, dann eher zum Positiven. Die sind meines Erachtens in vielen Bereichen viel toleranter, als wir es seinerzeit waren.

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    Woran machst du das fest?

    Früher fanden sich Paare nach dem Topf sucht Deckel Prinzip. Das klingt heute ziemlich altbacken.


    Mir persönlich ist die Abkehr von diesem Prinzip das erste Mal in den 90ern aufgefallen als es unter Frauen Mode wurde, sich einen Mann mit einem knackigen Hintern zu suchen.

    Chomsky

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    Bist du sicher, dass das Thema Aussehen der richtige Ansatzpunkt ist?

    Ich würde es jetzt nicht als Ansatzpunkt betrachten. Aber es ist scheinbar ein wichtiger Teil in dem ganzen Beziehungspuzzle, mit dem ich mich früher oder später auseinandersetzen muss.

    Mirsanmir

    Ich denk die Oberflächlichkeit kommt nicht unbedingt davon, weil die Menschen jetzt plötzlich anders denken. Sondern wir heutzutage quasi mit der ganzen Welt vernetzt sind. Und ich denke die große Fülle an Angebot, macht die Leute "oberflächlich". Die Tinder Erfinder (lustiges Wortspiel :-) ) sind sogar einen Schritt weitergegangen. Anstatt, dass sich Leute durch eine große Masse von Profilen durchforsten müssen, erledigt das ein Algorithmus für dich und deine Arbeit ist nur mehr nach rechts oder links wischen. Das beschleunigt die Sache noch mehr. Das erklärt, wieso Tinder-Profile on the spot überzeugen müssen, denn eine zweite Chance hast du einfach nicht.


    Daher suche ich Partner primär nicht online, ich kann damit nicht wirklich punkten. Ich versuchs lieber real, wo ich mich als ganze Person "verkaufen" kann. Bin dennoch nicht sonderlich erfolgreich, aber irgendwann wird es hoffentlich klappen.

    Ich weiß nicht, ob das für den TE hilfreich ist, aber ich habe mich schon mal in jemanden ernsthaft verliebt, ohne dessen Aussehen zu kennen. Nach "objektiven" Gesichtspunkten (sofern man die überhaupt definieren möchte) ist er vielleicht kein besonders hübscher Mensch, und ich lege nicht meine Hand dafür ins Feuer, dass ich ihn rein von der Optik her nicht aussortiert hätte. Und doch ist er für mich (wir kennen uns inzwischen persönlich) ein wunderschöner Mensch. Auch optisch.


    Ob das jetzt als Beleg taugt, dass das Äußere doch nicht so wichtig ist, weiß ich nicht, und diese Art des Kennenlernens ist ja sicher nicht üblich. Aber es ist so passiert und somit (wenigstens) für mich real - bevor wir Fotos getauscht haben, habe ich aus der Angst heraus, wir könnten uns dann plötzlich doch nicht mehr so gefallen, überlegt, was mich jetzt noch "abschrecken" könnte an ihm, und mir fiel nichts ein. In dieser (speziellen, aber eben doch realen) Situation war keine Äußerlichkeit denkbar, die an meinen Gefühlen etwas hätte andern können.

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    Mir persönlich ist die Abkehr von diesem Prinzip das erste Mal in den 90ern aufgefallen als es unter Frauen Mode wurde, sich einen Mann mit einem knackigen Hintern zu suchen.

    Ganz früher wurde der Mann mit dem knackigsten Geldbeutel gesucht, oder der mit dem tollsten Auto, oder der Vater suchte den Kandidaten aus wegen der Beziehungen und der Firma... (60er Jahre und früher)


    Ich weiß nicht, was oberflächlicher ist.


    Ich kannte in den 80ern einige junge Männer, die die Frauen nach dem tollsten Busen aussuchten. Was genau hat sich geändert? Ob das nun weltweit ist oder nicht, es ist eine Sache der persönlichen Vorzüge. Ich leugne nicht, dass es schon immer Menschen gab, denen das Aussehen, der Geldbeutel, die Firma... wichtiger waren, ich habe mich immer viel lieber unter Menschen aufgehalten, die auf andere Dinge schauten, daher kenne ich diese Probleme eigentlich nicht. Aber wenn man nun selbst auf das Aussehen schaut, wenn einem selbst diese Dinge wichtig sind, dann braucht man auch jemanden, der das genauso sieht. Und dann muss man sich nach der Decke strecken und selbst die Kriterien erfüllen, die man an andere stellt.


    Bei mir wären das die schon genannten, Coolness, Humor, Intelligenz, Bildung, Verrücktheit, Persönlichkeit, also ich sollte schon Ähnliches bieten können in dem Maß, in dem ich es von anderen erwarte.


    Aber ist mir auch schon passiert: plötzlich findet man sich an der Seite eines Menschen, von dem man das nie erwartet hätte, einfach, weil man Begegnungen zuließ und Dinge an ihm entdeckt (ja, auch Schönheit, auch wenn sie mir nicht wichtig ist), die man vorher einfach nicht gesehen hatte.