Auch ich sehe die Wohnungsthematik als Ersatzproblem für ein ganz anderes: euer schwieriges Problemlösungsverhalten.

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    Ich habe immer wenn ich in Beziehungen war, alles und mich hinten angestellt.


    Und mehr oder weniger unbewusst das auch vom Partner erwartet.

    So kannst du nicht glücklich werden, weil es ein Widerspruch in sich ist. Es geht gar nicht. Stell dir doch einen konkreten Interessenkonflikt mal vor: Irgendeine Entscheidung: er will A, sie will B (so einfach wäre es, wenn man das vorher wüsste und beide direkt und klar kommunizieren würden).


    Wenn er A will, aber im Interesse der Beziehung sein Interesse zurückstellt, so sagt er nach außen: "ja, ich will B - für dich, Schatzi" - und signalisiert indirekt, dass er eigentlich A will. Und eben gleichzeitig erwartet er: sie soll (im Gegenzug?) auch ihr Interesse an B zurückstellen und A wollen, und das obwohl sie B will. Ergebnis: wenn sich beide deinen Erwartungen entsprechend verhalten: wollen sie wieder unterschiedliche Ergebnisse! Das muss ja schief gehen.

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    Soviel zu mir. Sie hat auch Baustellen an denen sie arbeiten möchte. Ganz verknappt: sie ignoriert bzw. übergeht Probleme, steckt den Kopf gerne in den Sand bzw. rennt weg.

    Auch ein schwieriges Problemlösungsverhalten schon in sich: Probleme nicht ansprechen. Denn das braucht den Hellseher als Partner. Kopf im Sand oder wegrennen: das lässt keine Kommunikation zu. Damit bleibt das Problem wie es ist. Es kann sich höchstens durch Abwarten von selbst auflösen, und für kleinere wird das passieren, aber nicht für die großen, essenziellen Fragen.

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    Darüber hinaus möchte sie viel Zeit für sich, für andere, entdecken. Mehr als ich.

    Damit kann man doch schon viel mehr anfangen! Es betont zwar einen Unterschied, aber sie spricht dann damit einen Wunsch offen an, der zwar im Konflikt zu deinem Wunsch steht, aber wenigstens ist da mal was auf dem Tisch und sie verdrängt es nicht.


    Ich glaube, Beziehungen passen dann besser zusammen, wenn vor allem dieses Problemlösungsverhalten zusammen passt. Naja, und die Beziehungsvorstellung, wie offen oder exklusiv die Beziehung denn sein soll.

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    Jedenfalls scheint uns jetzt gerade eine räumliche Trennung eine gute (letzte? Möglichkeit zu sein, sich um seine Issues zu kümmern, etwas zu entspannen, und die Zeit zusammen bewusst zu leben.

    "uns"? Ich glaube, das "Paar-Wir" ist einer der schlimmsten Alltags-Manipulationen. Mehr Mut zum "Ich" wünsche ich dir!


    PS. Du klammerst immer noch und bleibst in deinem Nachgebe-Muster (ok, dann bekommt sie ihre eigene Wohnung, obwohl ich eigentlich zusammenwohnen möchte, das ist meine letzte Chance, bevor sie ganz weg ist und wenn ich so tue, als würde ich zustimmen, dann ändert sie ja vielleicht noch ihre Meinung und ist mehr bei mir als dort in ihrer neuen Wohnung) und sie rennt immer noch weg (die zweite Wohnung als Fluchtort).


    Ich glaube Konflikte lösen geht eher so: beide sagen, was sie wirklich, wirklich, wirklich wollen/sich wünschen, ohne die ganze Manipulation, das Bluffen und die verdeckten Erwartungen. Und wie wichtig es ihnen jeweils ist, ihr Interesse auch gegen das Interesse des Partners durchzusetzen (eine Art Priorität/Ernsthaftigkeit, eine Art Einsatz). Und dann finden sich Kompromisse durch Verhandeln: mit Zugeständnissen und Forderungen. Oder einer macht zwei Alternativvorschläge ("das ganze in zwei Hälften teilen") und der andere sucht sich eines davon aus ("die größere Hälfte aussuchen").


    Finden sich in Fragen, die einer von beiden als beziehungsessenziell einstuft kein Kompromiss, oder geht in so einer Frage schon gar keine Kommunikation, dann sollten sich beide die Frage stellen: Ist dann die Beziehung wirklich für mich noch eine zufriedenstellende Beziehung?

    @ ifitaintbroke

    Du lässt dir auf der Nase rumtanzen und die Dame schafft es geschickt dir den Scharzen Peter zu zuschieben.


    Das zurück in getrennte Wohnungen ist nicht der Angfang vom Ende sondern das Ende.

    Ich denke, wenn man schon oft über bestehende Probleme gesprochen hat, sind sie nicht plötzlich weg, bloß weil eine räumliche Trennung geschaffen wurde. Das mag anfangs dann wieder spannender werden, wenn ihr getrennt wohnt, aber ich glaube auch, dass die neu gewonnene Freiheit dann mehr dazu dient sich von einander zu entfernen. Quasi wäre die räumliche Trennung der Anfang vom Ende der Beziehung.

    Hallo zusammen, danke euch für eure Rückmeldungen und Erfahrungen!


    Ich habe mich länger nicht gemeldet, weil wir natürlich auch Gespräche geführt haben, jeder sich Gedanken gemacht hat und so... Hier war/ist auch der eine oder andere Denkanstöße von euch auch hilfreich, und gut ihn auf dem Schirm zu haben.


    Wir haben noch keine Entscheidung getroffen. Es soll kein weglaufen bzw. kaschieren von Problemen sein, da sind wir uns beide einig. Vielleicht ist es aber eine Möglichkeit, kurzfristig Entspannung in die Beziehung zu bekommen, um dann parallel an unseren Issues zu arbeiten. Und ja, wir müssten da dann klare Abmachungen treffen. Die Gefahr, dass das der Anfang vom Ende ist besteht tatsächlich. Wenn wir das beide wissen, darauf sensibilisiert sind, und uns dann trotzdem dafür entscheiden, muss das glaube ich gar nicht grundsätzlich schlecht sein - es könnte eine Chance sein. Falls. Seit ein paar Tagen läuft es auch wieder besser, und bei einigen Themen kommen wir voran bzw. nähern uns dem Kern. Mal schauen. Danke euch!

    Ich glaube nicht, das eine verrübergehende räumliche Trennung was bringt. Aber wenn ihr beide damit bis zum Ende eurer Tage getrennt wohnen bleiben wollt kann das natürlich funktionieren.


    Ich wünsche euch trotzdem viel Glück. Für dich hoffe ich, das du durch den Abstand vielleicht mal wieder klar sehen kannst was eure Beziehung wirklich ist und was sie eben nicht ist.