Wieso gehen langjährige Beziehungen nach Hochzeiten manchmal in die Brüche?

    Hallo zusammen,


    ehrlich gesagt habe ich oben beschriebenen Fall noch nie persönlich erlebt. Das liegt wohl auch daran, dass ich nur ein entferntes verheiratetes Paar kenne, mit dem ich eigentlich nichts zu tun habe. Ansonsten sind alle Paare in meiner Familie unverheiratet (und sind nur noch aus Gewohnheit zusammen).


    Ich habe im Internet oftmals von Beziehungen gelesen, die viele Jahre stabil waren, und dann wurde beschlossen zu heiraten. Kurz nach der Hochzeit fing es an zu bröckeln, und man trennte sich auch nach einigen Monaten.


    Wieso ist es so? Ich meine, man heiratet wohl nicht mit der Erwartung, die Beziehung würde auf ein neues Level gehoben werden nach einer einzigen Zeremonie, oder? Auch fällt es mir schwer, nachzuvollziehen, dass sich manche vielleicht festgekettet fühlen durch einen Vertrag, den man wieder auflösen kann (Scheidung) und somit wieder reißaus nehmen wollen, obwohl man viele Jahre schon sein Leben miteinander verbringt.


    Fallen euch noch andere Gründe ein? Kennt ihr vielleicht so ein (ehemaliges) Paar? Finde interessant, was hinter solchen Trennungen steckt.

  • 55 Antworten

    Ich selbst kenne ein paar Leute, die relativ schnell geheiratet haben und sich nur eine sehr kurze Zeit davor kennengelernt hatten. Wurden auch relativ schnell wieder geschieden, ich denke in diesen Fällen lag es daran, dass man eigentlich nicht zusammen gepasst hat.


    Bei meinen älteren Geschwistern kam die Hochzeit teilweise erst nach 9-10 Jahren Beziehung und das hält.

    Warum sich langfristige Paare plötzlich nach Hochzeit trennen - ich weiß es nicht.

    Ich hab die Erfahrung im Bekanntenkreis auch gemacht. Teilweise waren Paare 10 Jahre zusammen und nach der Hochzeit dauerte es nicht lange bis zur Trennung.

    Vielleicht ist durch die Hochzeit mehr Druck da. Vorher ist alles entspannter und (gefühlt) unverbindlicher. Und mit der Heirat bekommt das ganze etwas sehr formelles und ernstes. So ein Gefühl von, dass ist jetzt für immer und muss klappen.

    EdenRose schrieb:

    Ich hab die Erfahrung im Bekanntenkreis auch gemacht. Teilweise waren Paare 10 Jahre zusammen und nach der Hochzeit dauerte es nicht lange bis zur Trennung.

    Vielleicht ist durch die Hochzeit mehr Druck da. Vorher ist alles entspannter und (gefühlt) unverbindlicher. Und mit der Heirat bekommt das ganze etwas sehr formelles und ernstes. So ein Gefühl von, dass ist jetzt für immer und muss klappen.

    ob nicht schon lange vorher etwas im Argen lag, wenn man sich erst nach 10 Jahren binden möchte?

    Ich glaube dass eine Hochzeit oft ein Versuch ist, die Beziehung zu kitten (leider auch oft Kinder kriegen) und die Paare dann merken dass sich nach einer Hochzeit die Probleme kaum verändern (oder sogar verschlechtern), und sich dann trennen.

    Ich kenne nur Fälle, die relativ schnell geheiratet und sich dann auch schnell wieder scheiden lassen haben.


    Die Ehen, die trotz längerer Kennenlernzeit in einer Scheidung endeten, kriselten schon vor der Hochzeit, doch die Beteiligten wollten das zu diesem Zeitpunkt noch nicht wahrhaben.

    Ich kenne ehrlich gesagt niemanden in meinem Umkreis der geschieden ist. Die Ehepaare, die mir bekannt sind, sind schon 10 Jahre oder gar noch länger verheiratet. Ich war auch schon auf zwei diamantenen Hochzeiten.

    Ich glaube bei den Paaren die sich schnell wieder trennen trotz langer Beziehung davor, dass es wirklich einfach schon gekrieselt hat.


    Ich kenne ein Paar, die schon über Jahre zusammen waren und sie haben geheiratet und sich nach einem halben Jahr scheiden lassen. Das Argument von ihr war, sie kann das so nicht mehr. Mehr weiß ich allerdings von dem Pärchen auch nicht.


    Ein anderes Pärchen wollte nach 8 Jahren heiraten und einen Monat vor Hochzeit hat er alles platzen lassen, da das nicht sein Leben ist. Er will nicht heiraten und erst recht keine Kinder - was sie aber wollte.


    Beide Paare scheinen einfach keine gute Kommunikation zu haben, in den Dingen was sie fürs Leben wollen oder nicht.


    Mein Mann und ich haben letztes Jahr nach 10 Jahren Beziehung geheiratet. Aber viel mehr aus den rechtlichen Gründen. Wegen der Liebe wegen hätten wir den Trauschein nicht gebraucht.

    In meinem Bekanntenkreis sind es eher die schnellen unüberlegten Ehen die scheitern. Bis auf eine, die haben nach 7 Jahren geheiratet und sich nach 2 Wochen scheiden lassen. Er hat sie mit einem Angestellten in Bett erwischt.... Lief wohl schon länger parallel...

    Tatsächlich war das eine Anulierung. Ging vor Gericht wegen arglistiger Täuschung und war mit viel Ärger verbunden. Sie hat sich nur ein halbes Jahr später mit dem (ehemaligen) Mitarbeiter verlobt... Muss man nicht verstehen.

    Ich habe bislang bei solchen Paaren festgestellt, dass sie gedacht haben die Ehe wäre was völlig anderes als die bisherige Beziehung. Sie dachten alles würde toller, rosiger, besser.

    Es stellt sich dann eben schnell die Ernüchterung ein, dass es eben immer noch die gleiche Beziehung ist wie vorher auch.;-D

    Das kann dann aus der Bahn werfen.

    Ich denke wenn man mit der Vorstellung in 'die Ehe geht', dass danach die Beziehung anders ist, läuft schon etwas falsch. Ich persönlich habe sowieso nie verstanden, warum da immer so ein großes Tamtam gemacht wird. Ich selbst könnte auch gut damit leben, meinen Freund nicht zu heiraten. Ich liebe ihn deshalb nicht weniger, aber von der rechtlichen Seite her macht es schon irgendwann Sinn.

    Ich habe es im Bekanntenkreis so erlebt:

    Die beiden waren 8 Jahre zusammen. Die Krise kam während und durch die Hochzeitsplanung. Da konnten sich die beiden ewig nicht auf die Gästeliste einigen (zur Trauung passten von über 200 geplanten Gästen nur 100 Leute in den Kirchenraum), die Kinder der Freunde sollten mit anwesend sein und die Hochzeit sollte überdies ökologisch / nachhaltig / vegan und trotzdem bombastisch sein. Ich hab den Ablaufplan gesehen, eine Excel-Tabelle mit minutengenauen Zeitangaben. Ebenso minutiöse Pläne für die Gruppenfotos...Nee, schönen Dank auch.

    Vielleicht ist es das Gefühl, dass es nach der Hochzeit keine Steigerung der Romantik mehr gibt, dass viele Ehen scheitern lässt. Abgesehen vom Kinder kriegen, wenn man das will. Aber ansonsten wars das..... kennen lernen, zusammen ziehen, verloben, heiraten.... und dann? Sich finanziell noch mehr aneinander ketten, Haus kaufen/ bauen etc. Mit Romantik hat das mMn nicht mehr viel zutun. Vielleicht ist es die Erkenntnis, dass man mit 35/40/45 Jahren so nicht weiter machen möchte wie bisher, weil man sonst vor Langeweile stirbt.

    Ich glaube, da ist schon vorher was kaputt, aber die Hochzeit ist nun mal geplant und dann wird das auch durchgezogen. So ein gemeinsames Ziel (für manche kommt Heiraten ja auch einem Kraftakt gleich, der gut von den zwischenmenschlichen Problemen ablenken kann) eint ja auch, dass man das auf seiner Bucketlist abhaken kann.


    Und danach schlägt der Alltag zu, das Ziel ist abgehakt. Ganz Verrückte legen dann nochmal nach und glauben, mit einem Kind als nächstes Ziel kommt die Harmonie zurück.


    Eine Bekannte von uns war da konsequenter. Hochzeit stand, Kleid gekauft, sie ist nochmal in sich gegangen und hat paar Tage vorher alles abgeblasen. Bäng. Heute ist sie in einer neuen Beziehung, hat ein Wunschkind und ist glücklich. Das war kurz vor knapp. Mit ihrem Verlobten hätte es nicht funktioniert.