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    Zun Beispiel habe ich vor kurzem einen Auftrag erledigt und per Mail an ihn geschickt und die Antwort war: "Du bist ein Schatz".

    Auch das ist eine respektlose Äusserung, die der Chef einem männlichen Kollegen gegenüber vermutlich nie bringen würde.

    Vorneweg: mein Cheg ist verheiratet und ich vergeben.


    Ihr habt schon Recht, wenn ihr sagt, dass ich keine Grenzen gezogen habe. Ich denke, das liegt daran, dass ich die Aufmerksamkeit auch genossen und nicht als unangenehm empfunden habe.


    Auch diese Situation nach dem Streit empfand ich nicht als unangenehm, aber ich hatte das Gefühl, dass es ein Schritt mehr war als sonst: eine längere körperliche Berührung, die ich sonst nur aus Beziehungen kenne.


    Ich sehne mich nicht wirklich nach Sex mit ihm, aber die Berührungen habe ich als vertraut und intim empfunden. Vielleicht ist es dieses Gefühl von Geborgenheit und Schutz, das er mir gibt.

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    Vorneweg: mein Chef ist verheiratet und ich vergeben.

    Das ordnet euch jeweils in einen aktuellen beziehungstechnischen Rahmen ein. Aber es schützt vor gar nix und mag ein Indiz sein für den Rahmen, den sich beide selbst auferlegen, aber eben auch nicht mehr. Auch in Beziehungen bleiben den Menschen ihre Gefühle, Empfindungen, Hormone, Triebe. Gelegenheit macht Liebe. ;-) Wer sich davon abgrenzen will, findet die Antwort nicht im Beziehungsstatus der zwei Menschen, sondern im individuell gelebten Verhalten: in Worten und Taten.

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    Vielleicht ist gerade dieser Versuch alles zu interpretieren das Problem. Im Endeffekt muss man immer schauen was die Realität ist ... Ich mach mir wohl zu viele Gedanken ;-)

    Schau mal auf die Zeitanteile, die ihr jeweils auf Arbeit und mit den Partnern/Kindern verbringt (Stunden pro Woche). Schon das macht aus Kollegen im Prinzip (zeitlich gesehen) fast sowas wie zweite Partner. Und es ist Realität.


    Evolutionspsychologisch würde eine Verbindung eine Menge Sinn machen:


    * du (Ende 20) hast Jugend, Gebärfähigkeit, Attraktivität und sendest Signale von Schutzbedürfigkeit und Nähebedürfnis für dich, und Sympathie für ihn


    * er (dann etwa Anfang/Mitte 40, wenn da >15 Jahre dazwischen sind) signalisiert Status, Ansehen, Schutz für die Partnerin/Familie, Einkommen/Nahrung für die Nachkommen, finanzielle Sicherheit, Führungsstärke und Einfühlungsvermögen, Sympathie für dich


    * in der gleichen Branche arbeitend dürften auch eure fachlichen Interessen recht gut zusammenpassen


    Diesen Grad an realer Attraktiktivität/Fitness (im darwinschen Sinne) muss vorher der reale Beziehungspartner erstmal erreicht haben.


    Was spricht dagegen:


    * deine abstrakte Angst um die Karriere


    * die Unwissenheit um seine wahren Absichten


    * viele Hirngespinste, die sich aus ein paar Zeilen Email und einem Massieren ergeben ;-)


    Falls du wirklich erreichen willst, dass sich das nicht intensiviert, abseits eigener Grenzen beider: schau, dass Dritte anwesend sind und ihr so wenig Zeit wie möglich allein zusammen habt. Wer ein Einzelbüro hat, kann darum bitten, in einem Doppelbüro oder Großraumbüro zu arbeiten. Beim Mittag kann man Dritte dazunehmen, sowas halt. Dann kommen nämlich die Grenzen dritter hinzu. Früher hieß sowas Anstandsdame. ;-) Allzu private oder intime Themen oder Berührungen haben damit erheblich höhere Hürden. Gleichzeitig vergibst du die Schutzrolle damit nicht nur an ihn, sondern auch an dritte.


    Email-mäßig lässt sich mit Gruppenpostfächern operieren, die Arbeitsrollen/-funktionen und Arbeitsteilung in den Vordergrund stellen und nicht Einzelpersonen und Einzelinteressen. Denn die Einzelinteressen vermischen sich gern mal zwischen beruflich und privat.

    Vieoen Dank für die letzten beiden Beiträge, die mich sehr zum Nachdenken angeregt haben. Ich werde den Rat annehmen und es genießen, was mir gut tut.


    Gleichzeitig stimmt es aber, dass wir total viel Zeit miteinander verbringen und da auch gewisse Gefahren lauern. Ich werde versuchen, mir etwas "Schutz" durch Dritte zukommen zu lassen.


    Das mit dem Grenzen abstecken ist für mich schon so eine Hürde. Ich glaube, es wäre gar nicht so schwierig für mich in einer konkreten Situation, in der ich mich nicht wohl fühle nein zu sagen. Ich denke, die Schwierigkeit liegt für mich daran, dass ich was sage, und dann meint er, dass ich das falsch wahrgenommen hätte und er gar kein Interesse an mir hat u.s.w. Das wäre mir unendlich peinlich und ich könnte nicht mehr mit ihm arbeiten. Deswegen auch meine Ausgangsfrage... Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein ;-)

    Sei nicht so streng mit Dir. Es gibt eine gewisse Grundsympathie zwischen dem Chef und Dir. Es schmeichelt, dass er Dir als neuer Kollegin viel Verständnis entgegen bringt.

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    Ich denke, das liegt daran, dass ich die Aufmerksamkeit auch genossen und nicht als unangenehm empfunden habe.


    Auch diese Situation nach dem Streit empfand ich nicht als unangenehm, aber ich hatte das Gefühl, dass es ein Schritt mehr war als sonst: eine längere körperliche Berührung, die ich sonst nur aus Beziehungen kenne.

    Er muss diese Berührung Deines Rückens mit seinem Oberkörper schon sehr bewusst herbei geführt haben. Wie kommt es ansonsten zustande, wenn er Deinen schmalen Nacken massieren kann, die Arme vor seinen Körper gestreckt hält und gleichzeitig mit dem Oberkörper Deinen Rücken berührt? ":/ Dazu muss er sich weit nach vorn beugen, zumal wenn Du vor ihm auf einem Stuhl sitzt.


    Über seine Motivation würde ich allerdings weniger nachdenken, sondern eher darüber:

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    Meinst du, ob ich mir eine Affäre außerhalb meines Arbeitsplatzes mit ihm vorstellen könnte? Ich kann die Frage nicht mit einem eindeutigen Nein beantworten.

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    Aber da wir in derselben Abteilung arbeiten kommt es nicht für mich in Frage und ich signalisiere - so hoffe ich - kein Interesse.

    An dieser Stelle klingt es mehr nach einem Schutz für Dich selbst, weil Du Schwierigkeiten befürchtest, die sich auf Dein Arbeitsverhältnis auswirken könnte, wenn es mehr 'Fahrt' zwischen euch aufnehmen würde.


    Aber generell verneinen kannst Du ein bestimmtes an Interesse an ihm nicht.

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    Was mich daran hindert ist, dass wir uns täglich sehen. Und wir beide vergeben sind. Und ich nicht weiß was er will.

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    Verliebt, glaube ich nicht, aber er löst etwas in mir aus. Ich weiß aber nicht ob das auf Gegenseitigkeit beruht.

    Was wäre, wenn sein Interesse an Dir nicht rein kollegial wäre?

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    Also der Hauptgrund wieso ich mich davor hüte ist, dass wir beruflich miteinander zu tun haben.

    Wenn der Grund des beruflichen Miteinanders entfallen würde, wie wäre die Situation dann für Dich? Voraus gesetzt, es gäbe auch sein aktives Interesse an mehr.

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    Ich mag ihn. Und ich habe schon das Gefühl, dass er die Nähe zu mir sucht,

    Schmeichelt es Dir mehr als Dir vorher bewusst war?

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    . Ich glaube nicht wirklich, dass er seine Ehe für so etwas aufs Spiel setzen würde. Vielleicht ist es auch so, dass ich nur Situationen schönrede, die mir zeigen, dass er vielleicht doch was will.

    Nach eigener deutlicher Abgrenzung klingt es nicht. Warum gibt es die Überlegung für Dich, was er für sich riskieren würde? Es gibt ein latentes Grundinteresse von Deiner Seite?

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    Da ich nicht weiß wie lange ich in dieser Abteilung bleibe, möchte ich das einfach nicht riskieren. Das könnte ganz blöd ausgehen..

    Es sind viele Gründe genannt von Dir, aber der bedeutsamste fehlt mir. Ich liebe meinen Freund aus tiefer Überzeugung, und gefährde diese Beziehung nicht durch mein unüberlegtes Handeln.


    Verstehe das bitte nur als Anregung für eigenes Hinterfragen in Bezug auf Deine Paarbeziehung, weniger als moralische Wertung von mir. Gibt es aktuell Bedürfnisse, die Dein Partner daheim nicht mehr genug stillen kann?

    Also zu dieser Situation auf dem Stuhl kann ich so viel sagen: Er saß drei Stühle weiter am selben Besprechungstisch. Ich habe mich gesetzt, weil ich von der Situation genervt war. Er hat mir gesagt, dass ich an der Situation nicht Schuld bin und das habe ich ihm auch so abgekauft. Ich hatte Tränen in den Augen und habe mich hingesetzt und mich weggedreht. Ich habe nur gehört, dass er aufgestanden ist und habe plötzlich seine Hände an meinen Schultern gespürt und gemerkt dass er mir die Schultern massiert. Der Lehne des Stuhls geht mir ca bis zu den Schulterblättern. Da er sehr groß ist, hat er sich zu mir heruntergebeugt, wobei ich seinen Körper fest an meinem Rücken gespürt habe. Er hat mir noch irgenwas gesagt, aber ich kann mich nicht mehr daran erinnern. Ob die Situation intuitiv stattgefunden gat, kann ich nicht sagen.


    Was meine Beziehung zu meinem Freund angeht, empfinde ich sie als sehr schön. Vielleicht ist es auch nur, weil das Unbekannte einen gewissen Reiz hat. Ich habe kein sexuelles Interesse an diesem Mann, ich denke vielmehr, dass es eine gewisse Spannung zwischen uns gibt, die mir nicht unangenehm ist.

    Liebe ZiaMia,


    aus einer ähnlichen Erfahrung kann ich gut nachempfinden, was du da fühlst und ich bin mir ziemlich sicher, dass du das Ganze eigentlich auch ein bisschen genießt. Ich hatte auch mal einen Vorgesetzten, der mir wirklich sehr aufopferungsvoll in einer ziemlich komplizierten Zeit geholfen hat. Ich weiß bis heute nicht, ob es mehr war als dieses "da" sein und ich empfinde bis heute Zuneigung zu ihm. Ich denke auch, dass du das - solange es für dich ok ist - genießen darfst. Für mich war die Zeit einfach wundervoll und da auch nichts passiert ist (er hat ebenfalls Frau und Kinder), schaue ich bis heute mit einem Lächeln darauf zurück.


    Für eine Sache will ich dich jedoch trotzdem sensibilisieren: Bei mir war es damals so, dass mir diese Zuneigung und das Zuhören und "da" sein vor allem deswegen so gut getan haben, weil ich es so intensiv nur von ihm bekam. Ich war damals mit meinem Ex zusammen und die Beziehung war gut, solide und eben auch nicht mehr ganz so frisch. Irgendwie war der Alltag da und ich fühlte mich etwas alleine mit meinen Päckchen - und dann war er da. Mit der Zeit habe ich mir immer mehr gewünscht von meinem Partner zu bekommen, was mein Vorgesetzter mir gab und die Sehnsucht nach solch einem Menschen an meiner Seite wuchs. Das Ganze gipfelte dann in einer Trennung von meinem damaligen Partner. Ich will nicht sagen, dass dir das auch passiert, nur sollte dein Chef dir mit seiner Art Grundbedürfnisse wie Geborgenheit und Halt geben, ist die Gefahr definitiv gegeben. Sei wachsam.

    Hallo, liebe Teeliebhaberin!


    Vielen Dank, dass du deine Erfahrung mit mir teilst. Ich denke, da gibt es einige Querverbindungen und deine Geschichte zeigt mir, dass wir uns vielleicht gegenseitig dami etwas geben. Solange es uns gut tut, ist nichts Verwerfliches dran!

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    Solange es uns gut tut, ist nichts Verwerfliches dran!

    Die Tatsache dass dir etwas gut tut sagt überhaupt nichts über die Verwerflichkeit deines Tuns aus.


    In deinem Thread in dem du über deine damalige Affaire geschrieben hast, hast du dich auch im Kreis gedreht, das seh ich hier auch wieder kommen.

    Du hast Recht, dass dieses Thema in meinem Leben schon präsent war. Der Unterschied ist, dass die Beziehung damals von der großen Distanz geschützt war. Nun ist es so, dass ich mit diesem Menschen auch arbeiten muss und das will ich nicht. Ich spüre zwar eine Spannung zwischen und aber an einer sexuellen Beziehung bin ich nicht interessiert. Ich habe schon etwas aus meiner Erfahrung gelernt. :)z

    @ CoteSauvage

    Ich kenne ihre damalige Geschichte nicht. Meine Einschätzung beruht ausschließlich auf den hier geschilderten Vorgängen. In diesem Fall hier hat ZM ja gar nichts getan. Heißt also: Vorzuwerfen hat sie sich ja (noch) nichts.

    @ ZiaMia

    Wenn du immer noch mit dem Partner zusammen bist, neben dem du schon eine Affaire hattest solltest du dir allerdings überlegen, ob du diese Gefühle nicht eventuell immer wieder bekommst, weil dir deine Beziehung nicht genug gibt.