Anonym, allgemein bin ich für die Mehrheit. Was ich aber noch beitragen möchte wäre ein Beispiel das der Frau vielleicht zeigt warum getrennte Konten sinnvoll wären.


    Dass auf einem reinen Gemeinschaftskonto im Monat nicht mehr übrig bleiben würde als 4,50 Euro, da sind wir uns wohl einig. Das mit dem "etwas sparen" ohne genau zu wissen was du da ausheckst scheint sie nicht so ganz zu verstehen, dann nenne ihr doch einfach ein Beispiel. Ob es dann wirklich das wird oder sonst was ist ja (relativ) egal. Ich würde an deiner Stelle sagen: Wir haben jetzt mein Auto. Du gibst dein Geld ziemlich komplett aus und mit reinem Gemeinschaftskonto würden wir auch nichts oder fast nichts sparen können. Wenn das Auto aber mal stirbt will ich in der Lage sein mir wieder eines anzuschaffen, und das geht nur durch getrennte Konten.


    Wäre eben so ein Beispiel das ihr vielleicht zeigt warum es nicht ideal ist alles dauernd auf den Kopf zu hauen. Ob/wie viel,.. dann wirklich in ein mögliches nächstes Auto fließt, dass ist dann ja dir überlassen, ist dein Geld und deine Ersparnisse, kannst ja immer noch deine Meinung ändern. ]:D

    ... wobei es keinerlei Erklärung bedarf, wofür man das eigene Geld verwenden möchte, neben Alters- oder Gesundheitsvorsorge auch größere Anschaffungen, denn es besteht hier ja keine Zugewinngemeinschaft.

    Hallo,


    Ich hatte immer getrennte Kasse mit meinen Partnern (zwei langjährige Partnerschaften)


    Ich würde aber sagen, dass bei Euch zwei unterschiedliche Lebensmodelle aufeinander treffen. Es gibt eben Menschen die sparsam sind, und Menschen die es nicht sind.


    Ich würde an Deiner Stelle eben sagen,dass Du jeden Monat den Betrag x sparen möchtest - am besten per Dauerauftrag aufs Festgeldkonto auf Deinen Namen. Ihr würde nicht völlig jede Ausgabe gegen die andere aufrechnen, aber das, was mir wichtig ist - das Sparen - klarstellen.


    Und wenn sie ihre 100- Euro- Friseurbesuche braucht, ist das ok, nur brauchst Du eben genausoviel oder mehr für Dein Festgeldkonto.


    Da würde ich reichlich stur werden.

    Nachtrag: Natüreich würde ich das Sparen begründen - irgendwelche Sparziele wirst Du ja außer Geldansammeln auch haben. Vielleicht wie oben von Just Looking beschrieben das Auto oder aber auch einfach Sicherheit dass Du zB bei längerer Krankheit und Krankengeld nicht gleich in Nöte kämst.


    Aber nicht als Rechtfertigung, sondern als pure Erklärung warum Dir das wichtiger ist als Luxus im Alltag. Denn egal wie selbstverständlich Du es findest zu sparen, für sie ist es selbstvertändlich das Geld das sie in die Finger bekommt für täglichen Luxus auszugeben.


    Wie gesagt, das sind verschiedene Grundhaltungen und ich würde eben an Deiner Stelle einen bestimmten Betrag schon am Monatsanfangals Sparbetrag überweisen. Das Geld steht Ihr nicht zum Abheben zur Verfügung. Du brauchtest es.

    Trotz getrennter Konten bleibt ja immer noch das Problem, dass die Dame nicht mit Geld umgehen kann. Was ist dann mal bei gemeinsamen (notwendigen) größeren Anschaffungen? Soll er diese allein bezahlen, weil sie kein Geld dafür über hat? Ich denke, da sind durchaus noch weitere Reibungspunkte vorprogrammiert. Getrennte Konten allein lösen daher das Grundproblem nicht.

    WENN man gemeinsam lebt, sollte es auch ein zusätzliches gemeinsames Sparkonto geben für Ersatzbeschaffungen im gemeinsamen Haushalt. Kühlschrank, Waschmaschine, TV etc können nicht nur kaputt gehen, sie tun es sogar irgendwann. Und wenn Madame jeden Cent ihres Geldes ausgibt, wird sie wohl erwarten, dass du dann diese Dinge ersetzt. Nicht umsonst landete sie nach ihrer letzten Beziehung in einer möblierten Wohnung--ihr gehörte vermutlich nix in der letzten Beziehung, weil auch da der Mann alles bezahlt hat. Auf so eine parasitäre Beziehung hätte ich keinen Nerv.

    Hier stoßen meines Erachtens zwei Welten aufeinander und wenn nicht beide bereit sind etwas Verständnis aufzubringen für den anderen wird es quasi unmöglich zusammenbleiben.


    Es gibt ja viele Beziehungen in denen so etwas läuft, und wo einer deutlich sparsamer ist, der andere mehr Geld ausgibt.


    Wenn das zu sehr auseinanderklafft und weder sie einsieht das 100 Euro Friseurbesuche zB einfach nicht in den Plan passen, noch er, dass sie eben nicht spart.... dann wird es schwierig.


    Ich könnte weder mit einem Verschwenderischen noch mit einem besonders sparsamen Partner gut umgehen - egal ob jetzt gemeinsames Konto oder nicht.


    Aber Ich würde niemals mein eigenes Konto aufgeben.

    Ich hab jetzt nicht ganz alles gelesen, aber sieht aus, als ist sich die Gemeinschaft recht einig, was Du tun sollst. Will nur kurz was hinzufügen zum Thema Gefühle.


    Dein Bauchgefühl gibt Dir einen wichtigen deutlichen Hinweis (> Vorsicht! Da stimmt etwas nicht o.ä.). Dein Kopf hält dagegen mit "ich sollte nicht so 'denken', warum stört mich das" usw. Fakt ist: Dein Bauchgefühl warnt Dich und Dein Kopf versucht Dir diese Warnung auszureden.


    Hör auf den Bauch!


    Wie Du ihr das klarmachst, da hast Du ja viele tolle Tipps schon bekommen. Aber um gotteswillen vertrau Deinem Gefühl! :)z


    Ich rede leider aus Erfahrung. Ich war so blöd und hatte, um eine Freundschaft zu retten (die beste, wie ich MEINTE) einem Freund viel Geld geliehen (wirklich viel, im 5-stelligen Bereich). An dem Tag der Geldübergabe hat sich alles in mir dagegen gesträubt, mir war kotzübel. Der Kopf war stärker und ich hab's ihm gegeben. Ich muss nicht erwähnen, dass die Freundschaft dann trotzdem aus war und ich das Geld schlussendlich gerichtlich einfordern musste.

    Aus Liebe machen viele viel Blödsinn. Ich kenn da jemanden, die hat um eine zerrüttete Ehe zu retten ihr eigenes geerbtes Haus zum Gemeinschaftseigentum überschrieben und durfte dann nach der Scheidung die Hälfte des ehemals eigenen Hauses vom Ex abkaufen. Ab und an ist ein wenig Rationalität den Bauchentscheidungen vorzuziehen!!


    Bei aller Befürwortung der getrennten Konten würde ich aber mal die uns unbekannte Freundin etwas in Schutz nehmen. Da wird eine unbekannte als Luxusweibchen, verschwenderisch und unverschämt gebrandmarkt. Warum? Ich denke, ihr Weltbild basiert vermutlich auf einem Elternhaus, wo sie das so vorgelebt bekommen hat. Papa verdient, Mama nicht, also ist Papas Geld Familieneigentum. Vermutlich war's auch immer genug und Töchterchen konnte sich alles leisten, ohne je gelernt zu haben, sich einzuschränken. So oder ähnlich. Es ist unmöglich, als Freund, als gleichberechtigter in einer Beziehung da die nicht erfolgte Erziehung durch die Eltern nachzuholen. Da kann man nur seinen eigenen Standpunkt verteidigen und vorleben und hoffen, dass sich die Freundin damit anfreundet und selber zu der Erkenntnis gelangt, das Geld endlich ist.


    Das nächste Auto würde ich übrigens gemeinsam finanzieren, sie dann die Hälfte vielleicht per Kredit?

    Da bin ich wohl fast die einzige, die Anonyms Freundin verstehen kann - es fühlt sich für mich sehr seltsam an, wenn in einer langfristigen Beziehung, in der (wie hier häufiger so schön gesagt wurde) gemeinsam gewirtschaftet wird, die Konten und das Geld getrennt werden. Ich bekomme ab und zu im Bekanntenkreis mit, wie verheiratete Leute sich gegenseitig Geld leihen und muss da immer stutzen. :-D Ganz strange. Nicht verurteilenswert oder so, aber es passt nicht in meine Gefühlswelt. Entsprechend und weil mein Mann das zum Glück genauso sieht, haben wir schon lange ein gemeinsames Konto, ohne wenn und aber - das ist alles "unser" Geld.


    Lustig finde ich, dass ich quasi die umgekehrten Gedanken zu Dir, Anonym, hatte: ob ich das so handhaben "darf", wo doch mein Mann so viel mehr Geld für sich ausgibt, durch teurere Hobbies, immer den neuen Elektrobastelkram, Motorradurlaub allein etc. Ob ich da nicht irgendwie ausgenutzt werde und mich das stören sollte. Ergebnis war und ist letztendlich, dass es mich einfach nicht stört und selbst wenn es irgendwie objektiv, wirtschaftlich oder so betrachtet unvorteilhaft für mich wäre, ist es mir einfach nicht wichtig genug und fühlt sich so trotzdem richtig(er) an. Geld ist doch nur Mittel zum Zweck. Wenn es uns dazu dient, uns Wünsche zu erfüllen, uns abzusichern oder das Leben angenehmer zu machen, dann raus damit, ist doch egal, wer was für sich ausgibt, die Belange des einen sind doch sehr direkt auch die Belange des anderen, das macht für mich eine Beziehung tatsächlich mit aus.


    Damit das alles nicht zu rosarot klingt: natürlich gibt es mal Diskussionen, aber insgesamt glaube ich nicht, dass wir im Vergleich oft über Geld diskutieren, bzw. wenn, dann drehen sich diese Diskussionen eigentlich nicht um das grundsätzliche Prinzip, nach dem wir das handhaben. Damit sind wir beide zufrieden. Und ich glaube, das ist der Knackpunkt - ich finde weder Deine, noch die Ansicht Deiner Freundin grundsätzlich verkehrt oder anstößig. Aber da prallen halt sehr konträre Ansichten aufeinander.


    Hast Du ihr schon mal deutlich gesagt, dass Du ihr ihren Lebensstil nicht vorwirfst oder darüber urteilst und Dein Wunsch nach getrennten Kassen nicht von Missgunst/Ablehnung getrieben ist? Klappt überzeugend vermutlich nur, wenn Du es tatsächlich nicht tust. Da habe ich ein bisschen wiedersprüchliche Vibes von Deinen Beiträgen hier bekommen.


    Vorschläge zu möglichen Konstellationen hast Du ja schon viele bekommen. Die würde ich alle mal ins Gespräch bringen, man kann ja zusammen ein paar Ideen durchspielen, zusammen überlegen, welcher Kompromiss für beide okay wäre.


    Obwohl jegliche Regelung und alle Zahlen vermutlich nichts an dem Problem ändert, dass ihr da einfach unterschiedlich empfindet. Das würde ich dann wohl auch zum Hauptgegenstand der Diskussion machen - nicht, wie regeln wir's und jeder versucht sich durchzusetzen, sondern wie und warum empfinde ich das so und so. Was bedeutet es denn, wenn ich sage, ich will getrennte Kassen/ein gemeinsames Konto. Geht es da wirklich um Geld oder um Verbindlichkeit, Selbstbestimmung, Loyalität, Gemeinschaftsgefühl, Kontrolle, Gönnen ff. oder was man da noch so alles hineinbringen kann. Solche Gespräche halte ich für wertvoll, auch wenn sie nicht direkt auf das Finden einer Lösung ausgerichtet sind (oder oft sogar dann besonders, weil man dann freier spricht) - so lernt man etwas übereinander und im besten Fall lernt man sich besser verstehen und das ist mMn der Grundstein jeder einvernehmlichen Lösung.

    A.fish


    Ich denke, die Konstellation, dass ein Partner den anderen mitfinanziert ist weit verbreitet und auch absolut perfekt. Ich habe damals, als ich angefangen habe, zu arbeiten, meine Freundin - heute meine Frau - auch lange mitfinanziert, während sie noch studiert hat. Gemeinsame Urlaube, gemeinsam Essen gehen etc. wäre anders nicht möglich gewesen. Es hat sich immer gut angefühlt.


    Nur bedarf es dazu ein paar Vorbedigungen, die die beiden hier nicht erfüllen. Wenn einer von beiden das Gefühl hat, der andere verprasse sinnlos das gemeinsame knappe Geld und gefährdet damit entweder den eigenen Wohlstand oder mittel- bzw. langfristige Finanzierungsziele wie Urlaub, neues Auto, Haus etc., dann funktioniert das nicht. Bei mir z.B. war das immer ok, weil meine Freundin sparsam war und ich mich absolut nie ausgenutzt gefühlt habe.

    Darf ich raten ? Dein Mann kam allerdings auch nicht zu dir und hat sinngemäß gesagt "lass uns die Konten zusammenlegen damit ich mehr konsumieren kann". Das ist nämlich das was mich hier so ein bisschen erschreckt, einfach diese Selbstverständlichkeit mit der die Freundin des TE für sich in Anspruch nimmt über das Geld des Partners verfügen zu dürfen.


    Genau das würde mir auch viel mehr Gedanken machen, das deutet nämlich schon stark auf eine Charaktereigenschaft hin die ich persönlich recht abstoßend finde.

    Das Problem fängt bei gemeinsamen Konten an, wenn man unterstellige Vorstellungen hat, wie man mit Geld umzugehen hat. Das ist beim TE und seiner Freundin der Fall.


    Er ist derjenige, der langfristig spart, um teure Sachen zu kaufen, und sie diejenige, die lieber ihr Geld für kurzfristiges ausgibt, das ihr ein gutes Gefühl gibt oder einen schönen Moment. Ich sehe, da sehr viel Konfliktpotential.

    @ TE:

    Vllt wäre das für dich die Möglichkeit anzusetzen. Ihr zu erklären, dass es zu Unruhen und Streit in der Beziehung führen kann und wird. Am besten auch mit Beispielen, wo du ihr Konsumverhalten nicht verstehst.