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    Darf ich raten ? Dein Mann kam allerdings auch nicht zu dir und hat sinngemäß gesagt "lass uns die Konten zusammenlegen damit ich mehr konsumieren kann".


    Nordi84

    Nein, daran kann ich mich nicht erinnern, aber letztendlich läuft es darauf hinaus, oder nicht? Ich finde das halt nicht so schlimm. Er nimmt mir ja nichts weg.


    Und ob Anonyms Freundin das so sieht - naja, was man so sagt und was man meint und was der andere dann versteht und wiedergibt und was Dritte daraus machen; was ich sagen möchte: hier wird ein deutliches Bild von Anonyms Freundin gezeichnet, basierend auf der wenig Infos. Aber glücklicherweise müssen wir ja gar nicht entscheiden, wie sie was gemeint hat und was das über ihren Charakter aussagt, das bleibt bei Anonym und er hat den besten Eindruck, live und in Farbe.

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    Ich würde an deiner Stelle sagen: Wir haben jetzt mein Auto. Du gibst dein Geld ziemlich komplett aus und mit reinem Gemeinschaftskonto würden wir auch nichts oder fast nichts sparen können. Wenn das Auto aber mal stirbt will ich in der Lage sein mir wieder eines anzuschaffen, und das geht nur durch getrennte Konten.

    Sowas würde ich ihr nicht sagen. Denn sie profitiert ja vom Auto. Also ist es eine Position, auf der sie sich ausruhen kann. Der Mann sorgt vor für Haus/neues Auto/neue Waschmaschine? Prima, dann kann ich ja weiterhin alles verprassen, er wird es schon richten.


    Ich würde überhaupt keinen konkreten Grund nennen. Im Leben kann immer was passieren, wofür man Geld braucht. Da ist es beruhigend, wenn welches da ist. Und wenn du in 5 Jahren einen Flugschein machen willst und dir den dann eben davon finanzierst, statt ein neues Auto zu kaufen, dann ist das eben so.


    Bei uns gibt es auch getrennte Konten, von Anfang an. Als ich wegen unserer Tochter nicht gearbeitet habe, hat er mir monatlich was überwiesen. Jetzt arbeite ich wieder und zahle ihm monatlich flexibel (hab keinen monatlichen Fixbetrag) meinen Anteil. Er verdient ein vielfaches von mir, trotzdem ist es für uns selbstverständlich, dass ich mich beteilige. Er bezahlt alle gemeinsamen Fixkosten und die meisten täglich anfallenden Dinge wie Lebensmittel. Dennoch habe ich genug für mich übrig, womit ich machen kann, was ich will. Und das ist auch gut so, denn ich gebe auch gerne mal Geld aus, was da ist, während mein Mann sehr eisern spart und sich selbst eigentlich nichts gönnt

    . So ersparen wir uns einige Diskussionen und kommen prima miteinander aus. Über die getrennten Konten haben wir auch nie diskutiert, es war einfach für uns beide selbstverständlich.

    Mein Freund und ich haben das "Problem" der unterschiedlichen Ausgaben auch. Er raucht, trinkt viel Kaffee, isst doch relativ viel Wurst. Verdiensttechnisch habe ich momentan etwas mehr Geld als er. Hinzu kommt, dass er Geld insgesamt relativ schnell ausgibt (hier eine CD, da eine BlueRay,...) - und ich im Monat erstmal was spare, bevor ich "Luxus" kaufe. Ich habe finanziell schwierige Zeiten hinter mir und mir gibt es einfach Sicherheit. Würde ich nicht sparen, hätte ich bspw. nicht knapp 2.000€ Autoreparaturen innerhalb weniger Wochen finanzieren können. Tat weh, weil Geld vom Sparkonto - aber war halt auch ohne schlaflose Nacht möglich.


    Kurzum:


    Wir teilen die Fixkosten auf und da die Miete von meinem Konto geht, zahlt er mir halt monatlich einen gewissen Teil. Wir haben eine Haushaltskasse, wo jeder gleich viel zahlt; er aber wenn es knapp, nochmals nachlegt (sind meist 50€). Da zahle ich vermutlich ein wenig drauf wg. seinem Ernährungsstil, aber so ein Pfennigpfuchser bin ich nicht. Es sind halt auch Summe, die völlig im Rahmen sind.


    Zigaretten muss er selber zahlen, da ist die Haushaltskasse tabu. Kosmetika gehen die Basics vom Haushaltsgeld (seine Rasierklingen kosten auch nicht wenig, da kann ich auch MakeUp kaufen). Friseur etc. zahlt jeder selber. Wenn es mal knapp wird, dann wird auch gegenseitig mal was geliehen. Aber es erwartet keiner, dass der andere für alles aufkommt. Und uns was schenken, mal ein Essen gehen spendieren: Das läuft nebenher und geschieht ohne Aufrechnen. Vermutlich bekomme ich da mehr als mein Freund.


    Kurzum:


    Gerade mit doch eher unterschiedlichem Ausgabeverhalten finde ich getrennte Konten mit gemeinsamem Haushaltsgeld die ideale Lösung. Es spart viele Diskussionen und blöde Gefühle - und gleichzeitig bleibt jedem sein Freiraum.


    Wie es mit Kindern und ggf. sehr ungleichem Einkommen wäre: Keine Ahnung.

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    Gemeinsame Urlaube, gemeinsam Essen gehen etc. wäre anders nicht möglich gewesen. Es hat sich immer gut angefühlt.

    Für Dich hat es sich gut angefühlt. Für den TE aktuell nicht.


    Und: Dinge mitzufinanzieren, die machbar sind, vs. ggf. im Notfall duch das Konsumverhalten des Partners (der nichts spart, keine Reserven hat) selber in Engpässe zu geraten, sind für mich zwei Paar Schuhe.

    Eben, es funktioniert halt nicht wenn einer mehr auf Sicherheit und die Zukunft achtet und der andere mehr in der Gegenwart lebt und sein Geld ohne Rücksicht auf Verluste ausgibt. Bzw. natürlich kann sowas funktionieren aber auch nur in dem der Partner der an die Zukunft denkt zurück steckt, das liegt aber auch nicht in der Natur vieler Menschen.


    Und gerade wenn der TE hier eh schon ein schlechtes Bauchgefühl hat sollte er darauf hören, an sowas kann eine Beziehung ganz schnell scheitern bzw. der "naive" Partner kann leicht in finanzielle Probleme gerissen werden. Bleibt bei getrennten Konten und legt euch ggf. lieber ein drittes Konto für gemeinsame Kosten zu.

    @ WM 2014:

    Bei mir und meinem Freund ist es auch unkompliziert, obwohl wir anders ticken. Wir stehen dazu, wir lassen dem anderen seine Einstellung. Es gab EIN neutrales Gespräch, wie wir das handhaben wollen. Basta. Es läuft unverkrampft und unproblematisch.

    Bei uns war es so, dass er schon fertig war und ich noch studiert habe. Dann kamen die kids. Hatte also nie ein richtiges eigenes Einkommen und sein Geld war einfach unser Geld. Habe dann auch noch geerbt, das war dann auch unser Geld. Nun verdiene ich auch und der, der es kann, bezahlt halt. Aber das war von vorne herein von uns abgesprochen und wir leben gut damit. Seins ist meins und umgekehrt, war auch schon so ohne Heirat und kids. Wenn das nicht so gewesen wäre, hätten wir nicht zusammen leben können (ich hätte mir die Wohnung als Student nie leisten können). Wenn ich es mir recht überlege, haben wir auch nie darüber geredet. Wir sind zusammen gezogen, wollten heiraten etc.. - ab dem Zeitpunkt war klar, es gibt ein Konto, auf das ER Geld und jeder nimmt, was er braucht.


    Aber: im vorliegenden Falle willst Du es nicht, auch, wenn es Deine Partnerin ist, mit der Du zusammen lebst. Das muß sie akzeptieren, auch, wenn sie es blöd findet.

    @ Sunflower_73

    Ich hab auch nicht gesagt, dass es zwangsläufig in Disharmonie enden muss, wenn man unterschiedlich tickt, sondern einfach nur, dass ich froh bin, dass es bei mir so läuft und ich keinerlei Diskussionen diesbezüglich habe.

    .... ich verstehe das mit den getrennten Konten, derjenige, der es besser kann, zahlt es halt, wo es bei mir aber echt aufhören würde, wäre, wenn man sich als Ehepaar gegenseitig Geld LEIHT - also was für den anderen übernimmt, weil man es kann, es dann aber wieder einfordert. Da würde ich ihm echt nen Vogel zeigen und er mir auch.

    Naja, das mit dem Leihen waren bei meinem Freund rd. 3.000€ Autoreparatur, wodurch meine Reserven zu dem Zeitpunkt komplett weg waren. Gut, wir sind nicht verheiratet, aber bei solchen Beträgen hört für mich, wenn ich selber ans Limit gerate, das "Schenken" irgendwo auf. Mein Freund hat aber auch gar nicht erwartet, dass ich das anstandslos zahle.

    ich glaube, der Unterschied ist verheiratet und Kinder.


    Wenn für unser Auto, welches wir gemeinsam nutzen, Rechnungen fällig sind, zahlt der, der es kann bzw. es geht halt von dem Konto weg, welches es verträgt, unabhängig davon, wer es gefüllt hat.

    Und wir sind verheiratet, haben aber keine Kinder (und planen auch keine) und machen trotzdem finanziell komplett gemeinsame Sache. Also ja: Nö. ;-D


    Ich finde es schade, dass hier so ein negatives Bild gezeichnet und vor allem das Konfliktpotenzial, der mögliche Ärger und die schlimmen, schlimmen Konsequenzen, wenn man sich jetzt "falsch" entscheidet betont werden. Wenn zwei sehr unterschiedliche Menschen im Guten (was ich mal bei einer Beziehung unterstelle) zusammenkommen, besteht doch auch immer die Möglichkeit, voneinander zu lernen und am Ende auf neue Ideen zu kommen. Man muss es doch nicht gleich so verbissen und mit dem Blick auf's schlimmste angehen.


    Ich würde Anonym da echt ein bisschen Mut machen wollen. Setzt euch zusammen und denkt als Paar darüber nach, wie es ganz speziell für euch am besten laufen könnte.

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    wo es bei mir aber echt aufhören würde, wäre, wenn man sich als Ehepaar gegenseitig Geld LEIHT - also was für den anderen übernimmt, weil man es kann, es dann aber wieder einfordert. Da würde ich ihm echt nen Vogel zeigen und er mir auch.

    Ich denke, das kann jeder sehen, wie er mag--wenn man sich innerhalb der Beziehung einig ist, ist ja alles gut.


    Ich habe ein Hobby, das sehr teuer werden kann-Pferde. Und wegen einer Kolik-OP ( zum Glück bisher nur reine Theorie) würde ich nicht lange diskutieren wollen, dass das Geld eigentlich für den Urlaub / das Auto etc angespart wurde. Daher habe ich einige "eigene Töpfe", die ich mit meinem Geld befülle. Ein Topf ist eben "Pferd/Tierarzt", und aus dem verleihe ich zwar, aber das Geld muss wieder zurück in den Topf, sogar wenn ich es mir selbst leihe. Denn ich bin einfach beruhigter, wenn dort immer mindestens eine Summe x drin ist.