speedy

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    Druck, Stress, Arbeit, Probleme hat man immer, sein ganzes Leben lang. Am Anfang einer Beziehung hindert einem das komischerweise nicht daran mehrmals täglich aufeinander rumzuturnen. So wurde das auch in einem Buch das ich gelesen habe beschrieben und die befragten Personen gaben auch zu das es eigentlich nur Ausreden sind

    Stimmt sicher. Nur wofür Ausreden? Ich habs hier schon oft gesagt, es liegt meistens daran, dass man den Anderen nicht mehr begehrenswert findet. (Sicher gibts auch mal andere Gründe wie Asexualtität, Missbrauch, starke Verklemmtheit, meistens sind es aber auch schwer veränderbare Gründe) Es fehlt der Ansporn zum Sex dadurch, du sprichst ja auch von Pflichtsex. Genauso weit kann es dann kommen, wenn man sich einer angedrohten Trennung gegenüber sieht. Und Pflichtsex will vermutlich keiner wirklich. Speedy, da gibt es keinen Kompromiss. Welchen denn? Sicher hat man dann trotzdem vielleicht ab und zu Lust, und das ist das Einzige, was man in dieser Situation geben kann - ja, eventuell noch die Freiheit, dass sich beide für den Sex nach einem Anderen umschauen. Oder eben Trennung.


    Ich verstehe die Forderung nach einem Kompromiss nicht. Auf körperlicher Ebene kann es das nicht geben, da gibts nur hopp oder topp. Drum richtet sich alles nach der Lust oder eben Nichtlust diesen einen Partners, das ist doch logisch. Alles Andere wäre Prostitution und nichts Anderes. Und entweder ist die Liebe groß, die Bindung stark genug, dass man damit leben kann oder nicht. Die Beziehung eventuell öffnen oder eben sich reduzieren. Aber mit Sicherheit kein Kompromiss.

    @Monika65

    Sehr logische Denkweise - leuchtet mir ein :-)


    Entweder man schafft es durch etwas Zurückhaltung das man den lustloseren Partner aus der Reserve locken kann und das Tief überwindet - wie ich schon so oft geschrieben hab - oder es ist einfach ein bestehendes Problem dass man nicht lösen kann weil sich der Zustand nicht mehr ändern wird...


    Man muss nur rausfinden worum es sich handelt.

    Monika

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    Ich verstehe die Forderung nach einem Kompromiss nicht. Auf körperlicher Ebene kann es das nicht geben, da gibts nur hopp oder topp. Drum richtet sich alles nach der Lust oder eben Nichtlust diesen einen Partners, das ist doch logisch. Alles Andere wäre Prostitution und nichts Anderes.

    Bevor ich geheiratet habe, hätte ich das vielleicht auch so unterschrieben. Nun, nach über zehn Jahren Zusammensein sehe ich das doch ganz schön anders. Es mag Paare geben, da ist beider Lustpegel gleich. Bei vielen (mir eingeschlossen) driftet er auseinander. Was bleibt, ist der Kompromiss.


    D.h. einerseits ich reguliere meine Libido zu einem Gutteil per Handbetrieb runter, halte mich ihr gegenüber also ein Stück weit zurück. Andererseits ist es noch oft genug so, dass sie mit mir schläft ohne sonderliche eigene (sexuelle) Lust zu haben. Ein klassischer Kompromiss. Prostituiert sich meine Frau deswegen?


    Eine rhethorische Frage, ich weiß. Aber zeigt das nicht, dass ein Lustkompromiss möglich ist?

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    Dass merke ich z.B. oft daran, dass er nie alles über sich preisgeben will, Geheimnisse um kleiner Dinge macht, z.b. fährt er bald mit freunden für ein paar tage in urlaub, das habe ich zufällig von einem seiner freunde erfahren.

    velandra,


    es schaut so aus als wäre zwischen euch ein riesengroßer abstand.


    du kannst immer nur rätseln was dein freund wirklich fühlt. die "verbindungsschnur" zu ihm ist irgendwie sehr dünn geworden.


    zum beispiel die situation in der badewanne,


    ihr sitzt gemeinsam in der badewanne und du weißt gar nicht was eigentlich gerade passiert zwischen euch.


    er erzählt dir etwas von parlamentswahlen und du wunderst dich darüber. du spürst nicht ob er vielleicht einfach heute auf ein politisches thema gestoßen ist, das ihn den ganzen tag schon beschäftigt und über das er unbedingt sehr gerne mit jemandem reden möchte oder ob das parlamentswahlenthema für ihn eher dazudient um dir auf indirektem weg zu sagen, dass er lieber auf einer sachlichen ebene bleiben möchte weil ihm die körperliche und gefühlsmäßige nähe zu dir, die sich durch das gemeinsame bad "ankündigt" zu viel wird oder unangenehm ist.


    in einer beziehung, in der sich beide partner nahe sind, würde es gar nicht zu so einer rätsel-situation kommen.


    der eine wüßte sofort, (vom gefühl her oder weil es der partner einfach ausspricht) was dem anderen am herzen liegt oder warum sich der andere gerade unerwartet verhält.


    also die erwartung wäre zb. "es gibt ein bad mit viel nähe und auch körperlicher annäherung" und das unerwartete verhalten wäre dann, dass das gar nicht eintritt, weil der partner von parlamentswahlen erzählt.


    aber: es gäbe dann eine rückkoppelung, die "überraschung" würde nur kurz dauern (vielleicht zwei minuten), dann würde der, der die erwartungen hatte bald merken was los ist beziehungsweise einfach merken, dass sich der andere zb. nicht wohlfühlt und würde nachfragen ob ihn etwas bedrückt.


    bei euch sind diese rückkoppelungen, das feedback in situationen (über körpersprache und richtige sprache) sehr schwach ausgeprägt.

    uhu

    Zitat

    Andererseits ist es noch oft genug so, dass sie mit mir schläft ohne sonderliche eigene (sexuelle) Lust zu haben. Ein klassischer Kompromiss. Prostituiert sich meine Frau deswegen?

    Ein klassischer, aber irgendwie fauler Kompromiss. Der beste Weg um die Lust ganz zu verlieren wäre das bei mir.


    Viele Frauen tun es dann, um ihren Mann wenigstens auf diese Weise nahe zu sein, da Männer außerhalb von Sex sehr sparsam sein können mit körperlicher Zuwendung. Was da auf dich und dein Frau zutrifft, wage ich nicht zu spekulieren.

    kuckucksblume

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    in einer beziehung, in der sich beide partner nahe sind, würde es gar nicht zu so einer rätsel-situation kommen.


    der eine wüßte sofort, (vom gefühl her oder weil es der partner einfach ausspricht) was dem anderen am herzen liegt oder warum sich der andere gerade unerwartet verhält.

    ja, da hast du recht, kuckucksblume, aber was du schreibst, bezieht sich auf den beziehungs-idealfall. der ist bei velandra und ihrem mann nicht gegeben, sonst gäbe es die schwierigkeiten auch nicht.


    die kunst ist es, die nicht vorhandene nähe herstellen zu können. klappt das nicht, kann es durchaus oft zu solchen rätsel-situationen kommen. das aussprechen ist das eine, aber es muss dazu kommen, dass dann auch genug offenheit beim anderen da ist, dass er diese art der kritik verträgt (und nicht sauer reagiert).


    und es muss dazu kommen, dass der part, der zum beispiel die nähe einfordert, also velandra, sofort auf den anderen zugehen kann und mit offenen armen das was an nähe oder annäherung zurückkommt, aufnehmen und auf der stelle auch erweitern kann. sonst befinden sich beide in einer sackgasse, und es geht nichts weiter ...

    velandra

    Zitat

    bloß- was kann man daran ändern??

    nachdem ich irgendwo gelesen habe, dass dein mann früher ganz anders war und "ALLES [für dich] getan hat", bis hin zu einem umzug in der stadt, in der du lebtest, sehe ich da ziemlich eingeschränkte möglichkeiten.


    er hat sich verändert, bewusst oder unbewusst.


    meinem gefühl nach geht es nicht um euren (nicht-) sex, sondern um eure liebe zueinander, um eure beziehung.


    du bist nicht in der lage, deine bedüfnisse nach nähe so zu formulieren, dass er sie positiv aufnehmen kann, und er ist nicht in der lage, dir die von dir gewünschte nähe und damit auch den sex zu geben. der grund dafür dürfte vermutlich in der intensität eurer liebe zu suchen sein.


    was anderes würde ich sagen, wenn er auf deinen wunsch nach nähe, als du nackt vor ihm gestanden bist (nachdem du 20 minuten im bett auf ihn gewartet hast) nicht ärgerlich sondern mitfühlend, zugewandt, offen, gesagt hätte, dass er nicht kann, weil ... .


    aber er hat sehr verärgert reagiert und einen streit vom zaun gebrochen, bloß weil du dich ihm so anlehnungsbedürftig und lustvoll gezeigt hast, wie du eben in der situation gefühlt hast. darauf so eine reaktion zu zeigen, ist für mich schon so eindeutig, dass es kaum noch eindeutiger geht.

    velandra,


    ich glaube eine änderung kann erst dann passieren, wenn du dir mehr bewußt wirst was los ist in deiner beziehung.


    im moment sagst du: "es ist alles in ordnung", ok, vielleicht mit einer einschränkung "es ist alles in ordnung, nur wir streiten uns oft" aber es überwiegt, dass alles in ordnung ist. doch ist wirklich alles in ordnung? wann habt ihr euch das letzte mal geküsst? (ein-sekunden küsse meine ich nicht).

    Zitat

    ich kann mich noch an unsere erste meinungsverschiedenheit erinnern: wir waren ca. 3 wochen zusammen, lagen abends im bett, ich war über irgendetwas ein bißchen sauer und wollte meine ruhe und nicht mit ihm kuscheln. er hat gedrängt und gedrängt, "ich solle wieder normal sein" und ich wollte einfach einen moment meine ruhe. Da ist er richtig ausgerastet, hat geheult und geschrien und sich auf den boden geworfen.

    das klingt so als wäre damals die "verbindungsschnur" auch noch nicht sehr dick gewesen. in dieser situation hatte er überhaupt keine antenne für deine gefühle.


    hat sich das dann im laufe der zeit verändert? haben sich eure beiden "antennen" aufeinander eingestellt?

    naja, ich kann das nicht so gut beurteilen. wir kennen uns einerseits sehr gut und wissen,was der andere mag/nicht mag etc. andererseits frage ich mich oft, warum er in speziellen situationen so und so reagiert, weil er eigentlich wissen müsste, wenn mich etwas verletzt. oder aber er macht es gerade deshalb. mir erschrickt es aber oft, dass wir uns nach fast 4 jahren beziehung dennoch oft so fremd sind. ich weiß oft nicht, was er denkt, fühlt, was er eigentlich von mir und unserer beziehung hält. er ist sehr verschlossen.


    küssen? zu "richtigen" küssen kommt es -wenn überhaupt- nur beim sex- leider!!! mir fehlt im alltag sehr viel zärtlichkeit. andererseits ist er manchmal auch sehr anhänglich, z.b. besteht er quasi darauf, dass wir, wenn wir unterwegs sind, immer hand in hand laufen.


    vielleicht habe ich bis her wirklich u


    zu einseitig gesacht, vielleicht ist unser sexproblem wirklich nur ein symptom für etwas viel tiefergehendes. warum aber kann er nicht mit mir reden??

    Liebe Velandra,

    Zitat

    ...weil er eigentlich wissen müsste, wenn mich etwas verletzt.

    Muss er das? Hast Du ihm das klargemacht, was Dich verletzt?

    Zitat

    ...warum aber kann er nicht mit mir reden??

    Redest Du mit ihm, auch über "unangenehme" Themen? Wie reagiert er darauf, blockt er ab? Oder sagt er, er möchte nicht darüber reden? Bleibst Du am Ball?


    Versteh´ mich nicht falsch, ich frage so viel, weil ich mit dem Reden über Sex auch ein Problem habe. Mein Mann und ich reden meist nur über unangenehme Dinge, wenn wir uns "Mut angetrunken" haben... |-o


    Ich möchte auch Deinen Freund nicht verteidigen, das weisst Du, glaube ich, aber ich möchte Dir helfen, dem Problem auf die Spur zu kommen...

    @ :)

    Guten Morgen zusammen,

    um nochmal auf Eure Beziehung zu kommen Velandra,


    dass man nach 4 Jahren weiß was der andere mag oder nicht denke ich gehört doch dazu. Wenn ich mit einer guten Freundin zusammen wohne weiß ich auch nach 4 Jahren was sie mag und was nicht...


    Mit den Gefühlen sieht es schon anders aus - Dein Partner kann nicht Gedanken lesen - Du ja auch nicht.


    Wie oft sprecht ihr über Eure Gefühle? Wenn ihr darüber sprecht blockt er grundsätzlich ab?


    Wie würde er reagieren wenn Du ihm einen innigen Kuss geben würdest? Wenn diese bei Euch sonst nur beim Sex vorkommen, kann es gut möglich sein, dass er alle Zärtlichkeit gleich mit Sex verbindet... Und den will er ja nicht weil er unter Druck steht.


    Man muss an der Liebe arbeiten - wenn jegliche Zärtlichkeit im Alltag eingeschlafen ist wie soll es da noch gewollt von beider Seiten zu Sex kommen?

    Ich denke, entweder ist er nicht ehrlich zu dir, d.h. er sagt nur, dass er ja eigentlich auch noch Sex möchte und das stimmt gar nicht, dann würde das tatsächlich auf eine Trennung hinauslaufen.


    Oder er will es wirklich und kann es nur nicht, weil er mit der Situation nicht richtig umgehen kann. Wie ist er aufgewachsen? Ging man in seiner Familie locker mit Gefühlen um oder wurde über sowas nicht gesprochen? Gab es das Thema Sex oder war das Tabuthema? Hat er Nähe und Zuwendung bekommen und konnte diese auch zurückgeben? Hat er gelernt, Gefühle auszudrücken, zu geben und zu nehmen?


    Ich habe das nie gelernt, das ist ein großes Problem!


    Wenn das so ist oder ein anderes tiefergehendes Problem vorliegt, wirst du ihn da alleine nicht rausholen können, sondern er braucht psychologische Unterstützung!!


    Ich habe hier schon öfter vorgeschlagen sich professionelle Hilfe zu holen und habe das Gefühl, dass das im allgemeinen nicht gerne gehört wird. Liegt es an den Hemmungen davor? Was ist schlimm daran? Viele reden gleich von Trennung, ohne sich mal Hilfe holen zu wollen, ich verstehe das nicht!