@Monika

    Zitat

    Viele Frauen tun es dann, um ihren Mann wenigstens auf diese Weise nahe zu sein, da Männer außerhalb von Sex sehr sparsam sein können mit körperlicher Zuwendung.

    Wie man sieht wollen viele Frauen körperliche Zuwendung, bekommen davon zuwenig und vermissen es. Auch das ist ein Grundbedürfnis genauso wie Sex. Es spricht nichts dagegen, dass ich meiner Partnerin körperliche Zuwendung in der Form von Streicheleinheiten, einer Massage o. ä. schenke und sie mir im Gegenzug eine erotische Massage, Handjob, Blowjob, GV o.ä. Es ist nicht immer alles so kompliziert wie es dargestellt wird, es ist eher eine Frage des auf den anderen zu- und eingehen könnens. Immer vorausgesetzt es gibt keine Spannungen untereinander die die Bez. belasten.

    also, meist ist es so, dass streit entsteht, wenn unangenehme dinge angesprochen. wenn mich etwas an ihm stört und ich sage es ihm (sei es noch so lieb), blockt er ab, wird teilweise sogar beleidigend mir gegenüber. genau das sieht man ja beim thema sex. er will sich damit nicht auseinander setzen, dass es mich stört, dass er bei uns so selten ist. ich glaube, er akzeptiert lieber dings so, wie sie sind, als an ihnen zu arbeiten und konflikte zu lösen.


    professionelle hilfe? wenn ich in nächster zeit sehe, dass sich nichts ändert, werde ich das mal in anspruch nehmen.


    ich muss sagen, dass ich ein sehr gefühlsbetonter mensch bin und oft über gefühle spreche. von daher meine ich schon, dass er ganu weiß, wann mich etwas verletzt. ich sage es ihm im entsprechenden fall auch. er allerdings nicht. er sagt nie, ob ihn etwas verletzt etc. das sieht man ja jetzt auch: wir haben kaum sex. er hat ein problem damit. er sagt nicht, wie sein problem aussieht. aber trotzdem soll ich das problem lösen, obwohl es nie zu einem ehrlichen gespräch gekommen ist, wo er mir gesagt hat, was ihn stört/verletzt.

    Nachtrag: seine kindheit war sehr schwieig, scheidungskind, mutter depressiv... ich glaube nicht, dass er mit liebe überschüttet worden ist. ich glaube eher, dass er so behandelt wurde, wie er mich jetzt: mit liebesentzug, wenn man nicht "pariert".


    ich glaube, mir geht es gar nicht um sex an sich. wenn unser alltag zärtlich wäre, würde mir gar nicht so viel fehlen. ich verbinde sex einfach mit nähe.

    Zitat

    aber trotzdem soll ich das problem lösen, obwohl es nie zu einem ehrlichen gespräch gekommen ist, wo er mir gesagt hat, was ihn stört/verletzt.

    Dazu fällt mir grad was ein, vielleicht wär das ja auch was für euch:


    Neulich hatte ich mich mit meinem Mann gestritten, nicht wegen Sex, wegen Kleinkram und wir kamen von einem ins andere, haben uns dann aber wieder abgeregt. Als wir ins Bett gingen, ging es nochmal ganz kurz los und dann lagen wir beide da, genervt und natürlich hellwach, toll! Er meinte dann, wir würden uns so viel streiten, dauernd würde mich irgendwas an ihm nerven...


    Da hab ich voegeschlagen, ein kleines "Psychospiel" zu machen. Und zwar sollte er mir zuerst sagen, was ihn an mir stört, auch Kleinigkeiten, einfach als Aufzählung, ohne Diskussion. Dann umgekehrt, ich sag ihm, was mich an ihm stört, ohne dass er sich gleich verteidigt oder so. Und dann das ganze nochmal in positiv, zuerst sagt er mir, was er an mir mag und dann ich ihm, was ich an ihm mag.


    Hört sich vielleicht ein bißchen an wie Kinderkram, wirkte aber Wunder!! Vor allem fiel mir dabei auf, wie wenig von dem, was ich an ihm mag, ich ihm überhaupt mal gesagt habe und was ihn teilweise wirklich stört, was ich bis dahin nicht ernst genommen habe.


    Jedenfalls gings uns danach supergut und wir konnten friedlichst zusammen einschlafen. Er fand die Idee v.a. im Nachhinein auch echt gut.

    Monika

    Zitat

    Viele Frauen tun es dann, um ihren Mann wenigstens auf diese Weise nahe zu sein, da Männer außerhalb von Sex sehr sparsam sein können mit körperlicher Zuwendung. Was da auf dich und dein Frau zutrifft, wage ich nicht zu spekulieren.

    Dass das nicht jederfraus Sache ist, ist mir klar. Die Gründe aber, warum es meine Frau tut, sind vielschichtig:


    - Sie möchte mir gerne Lust bereiten.


    - Sie holt sich darüber Bestätigung. Hängt gewiss auch damit zusammen, dass sie mit ihrem Körper z.T. unzufrieden ist. Da streichelt es ihr Ego, dass ich sie trotzdem begehre (für mich war sie sowieso nie unattraktiv).


    - Ja, gewiss auch die körperliche Nähe und Zuwendung, mit der ich zugegebenermaßen sparsam bin.


    - Die Bestätigung, dass wir ein Paar und nicht Bruder und Schwester sind.


    Insgesamt brauchst du dir bloß mal in diesem thread durch zu lesen, was den Frauen fehlt, die zu wenig Sex bekommen. Dass alles holt sie sich dabei. Warum sollte sie sich all das versagen, bloß weil ihre Libido nicht immer am oberen Level ist?


    Übrigens habe ich sie erst kürzlich gefragt, ob wir die Häufigkeit ein wenig herunter schrauben sollen. Hat sie entschieden verneint. Last not least: Es ist ja nicht so, dass sie generell keine Lust hätte. Manchmal hat sie, manchmal kommt der Appetit beim Essen, nur manchmal eben nicht. Dann gilt: siehe oben.

    Grossie

    Das ist eine gute Idee. Setzt aber auch voraus, dass man damit konstruktiv umgehen kann. Bei meinem Freund und mir würde das- schätze ich- ausarten, weil er sowas hasst und gerne beleidigend wird, anstatt mir wirklich zu sagen, was ihn stört und auch anzunehmen, was mich stört. Aber ich versuche es mal, schlimmer kanns ja nicht mehr werden. ;-)

    @uhu2

    Was Du über Dich und Deine Frau schreibst, gefällt mir sehr. Das klingt nach einer guten Beziehung, in der man aufeinander eingeht!

    Zitat

    Sie holt sich darüber Bestätigung. Hängt gewiss auch damit zusammen, dass sie mit ihrem Körper z.T. unzufrieden ist. Da streichelt es ihr Ego, dass ich sie trotzdem begehre (für mich war sie sowieso nie unattraktiv).

    und

    Zitat

    manchmal kommt der Appetit beim Essen

    gefällt mir am besten, damit kann ich mich gut identifizieren.


    :)^:)*

    momentane situation

    streit (von sonntag) hat sich gelegt, er ist wieder ganz normal, als sei nichts gewesen. gestern und vorgestern abend kam er abends ins bett und wollte "kuscheln". er will sich wohl doch wieder etwas annähern. ich hingegen mache/sage nichts mehr, was er wieder mit sex in verbindung bringen könnte. mir gehts ganz gut dabei, weil von mir dadurch auch der druck abfällt. mal sehen, wie das so läuft.ich weiß nur, dass von mir nichts mehr kommen wird, weil er jetzt den ersten schritt machen muss.

    uhu

    Klingt einleuchtend. Solange das so funktioniert, ist es ja kein Kompromiss, sondern sie holt sich ganz spezifisch was für sich. Insofern hat sich ja auch Lust dazu. Ein Kompromiss würde heißen, ich lass den Mann drüber, um mal wieder Ruhe zu haben. Habe ich selbst schon gemacht und da bin ich nicht die Einzige. Das ist ätzend und das gibts mit mir nicht mehr. Es führt dazu, dass man den Mann zu verachten beginnt..


    Hier im Forum gabs auch schon mehr als einen Mann, der nachfragte, warum man das nicht von seiner Frau erwarten könnte - aus Liebe, sozusagen, den Körper zur Verfügung stellen, wenn man selbst keine Lust hat.

    @Velandra

    Klingt für mich nach einem Schritt nach vorne...


    Du hältst Dich zurück, er kam die letzten Tage öfters an und wollte Dir nah sein...


    Hoffe für Euch es geht weiter stetig bergauf.


    Und ich wünsch Dir viel Durchhaltevermögen.


    LG.

    Zitat

    Ein Kompromiss würde heißen, ich lass den Mann drüber, um mal wieder Ruhe zu haben.

    So hab ich das anfänglich interpretiert - und wollte dann selber nicht. Sie hat mir dann klar gemacht, dass es sie nicht nervt, wenn ich mit ihr schlafen will. Nerven würde es nur, wenn ich sie unbedingt zur Lust und zum Orgasmuss bringen möchte.

    An alle

    Was sagt Ihr zu folgender Aussage: " Es ist doch klar, dass der Sex nach über 3 Jahren Beziehung nicht mehr so häufig/leidenschaftlich ist wie am Anfang. Wir kennen uns doch jetzt und der Sex kann doch deshalb nicht mehr aufregend sein."

    also gut, dann doch ;-D


    es ist alles relativ.


    ich gehe mal von mir selbst aus, mich kenne ich am besten.


    am anfang einer beziehung hab ich am tag stundenlang sex, an manchen tagen, wenn zeit ist, wird der sex nur vom essen unterbrochen, und das manchmal auch nur, weil es ohne essen gar nicht mehr geht.


    nach einer gewissen weile geht das bedürfnis nach sex zurück, das stimmt. ich sage mal auf einmal am tag, und nicht mehr stundenlang, also nicht mehr sechs, acht, zehn stunden, sondern vielleicht auf ein oder zwei stunden.


    nach einer weiteren weile geht das bedürfnis, rein statistisch auf jeden zweiten tag, also rund drei oder viel in der woche zurück, bei den ein bis zwei stunden bleibt es. manchmal sind es auch vier, fünf oder sechs, aber eben nicht mehr in der regelmässigkeit.


    so ist es bei mir.


    insofern hat dein mann/freund schon recht. aber ich glaube, dein partner ist nicht von einem ähnlich hohen niveau auf ein maß von drei bis vier mal pro woche abgesunken, sondern, wenn ich das richtig im kopf habe, so ungefähr von einmal pro woche auf einmal pro halbjahr oder so ähnlich.


    das ist eine erscheinung, die ich so halt überhaupt nicht nachvollziehen kann, und wo ich mich frage, wo da die liebe ist. dass hier liebe im spiel sein soll, geht mir überhaupt nicht in den kopf hinein.


    es ist bei mir nicht so, dass ich sex brauche, weil ich so ein extremer stier bin, mit so einem extremen drang, sondern weil für mich sex ausdruck für liebe ist. genauso wie ich sex auch als ausdruck der liebe meiner partnerin zu mir empfinde. und wenn ich jemanden liebe, dann will ich ihm (ihr) einfach so oft so nahe wie möglich sein, und genau das geschieht bei mir über den sex. ich brauche dann zum beispiel auch keinen orgasmus, bzw. nicht immer und andauernd, ich brauche die nähe, die gefühle, das anschauen, das anfassen, das angeschaut und angefasst werden, den ganzen körper- und vor allem den seelischen kontakt, der eben nur durch sex hergestellt werden kann.


    in gleicher weise ist mir reden wichtig, nicht belangloses reden, sondern mich in allen facetten mitteilen, meine partnerin in allen feinheiten über reden kennenzulernen, zu erleben.


    deshalb bin ich auch immer ziemlich ratlos und skeptisch, wenn ich höre/lese "kein/zu wenig sex", "kein gespräch", keine kommunikation, einer sitzt am pc, der andere wartet im bett, ...", da hab ich schnell das gefühl, die beiden haben ihre basis verloren.


    ok, bei anderen, bei euch, kann das anders sein, bei mir wäre die basis wirklich weg, wenn ich mich mal so verhalten würde wie dein partner sich dir gegenüber verhält. ich würde mich dann trennen, das wäre schmerzhaft, aber es wäre ehrlich.


    ich brauche auch die art von beziehung, wie oben geschildert, ich kann eine beziehung, wie ihr sie führt, nicht führen, ich wäre totunglücklich, würde aggressiv werden, unzufrieden, nur noch meckern, wie ein eingesperrter wolf rasend nach einer lösung zur verbesserung der situation suchen ... .