Naja,

    um es zu präzisieren:


    Wenn ich ihr die Lösung mit Schleifchen geben würde, wäre sie vom Fall 2, d.h. sie würde sagen "Super, so kriege ich meine Lust wieder." Lass uns machen, Lust lohnt.


    Deine Freundin würde vielleicht sagen "Wat solls, ich will ja gar nicht".


    Oder?


    Und da ich für meine Frau keine Lösung habe, sehe ich natürlich genauso alt aus wie Du. Aber deshalb meine Frage, wie es mit den Voraussetzungen ist. Wenn ich wüsste, dass meine Frau definitiv keine Lust hat und haben will, dann ... würde ich wohl die härteste aller Konsequenzen ziehen und gehen.

    Zitat

    Ich hätte nur gerne eine konkrete Antwort auf die Frage "warum keine Lust?" (liegts an mir, zu müde, zuviel Stress, nur noch freundschaftliche Liebe vorhanden, gefällt der Sex nicht, hab ich eine zu hohe Erwartungshaltung...?)

    Natürlich möchte man Antworten. Die mag einem der andere aber nicht einfach so geben, weil das einer beziehungsmäßigen Bankrotterklärung entsprechen würde und daraus resultierenden Konsequenzen (Trennung) sind ja meistens nicht gewollt. Viele richten sich in einer sexlosen Beziehung relativ bequem ein und da will man schließlich nicht ständig vom anderen mit Fragen genervt werden, da die Antworten darauf dem bequemen Leben gefährlich werden könnten...

    Zitat

    Ich hätte nur gerne eine konkrete Antwort auf die Frage "warum keine Lust?" (liegts an mir, zu müde, zuviel Stress, nur noch freundschaftliche Liebe vorhanden, gefällt der Sex nicht, hab ich eine zu hohe Erwartungshaltung...?)

    Würde dir diese Antwort denn weiterhelfen? Könntest du daran etwas ändern? Man darf dabei nicht vergessen, dass man selbst als "Sex-Fordernder" auch gewisse Bedürfnisse und Erwartungen hat und sich nicht verbiegen kann/soll. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass die Erwartungshaltung bezüglich Sex natürlich größer wird, je kritischer die Situation wird und damit auch der Druck des Lustlosen. Ich glaube, man kann einfach nichts anderes tun als den Anderen so zu akzeptieren, wie er ist- oder zu akzeptieren, dass es einfach nicht passt.


    Ich persönlich bin ja dennoch immernoch der Meinung, dass Sexlosigkeit viel tiefgründigere Gründe hat als "zu viel Stress", die es zu ergründen gilt. Solche Gründe kann es geben, wenn die Sexproblematik in einem zeitraum von vielleicht 2, 3 Monaten auftritt- alles, was da drüber ist, hat m. E. nach nichts mehr mit Stress zu tun.

    @ velandra

    sehe ich auch so. Aber eine Antwort hat man trotzdem nicht. Das WARUM ? bleibt offen und das kann einem ganz schön fertig machen.


    Monika schreibt von nicht mehr attraktiv zu viel klammern etc.


    Das kann auf jeden Fall ein Grund sein.


    Bei mir war es jedoch nicht so. ICh hab ihr ihren Freiraum gelassen, und vom außerlichen verändert hab ich mich auch nicht. Eher hab ich noch mehr auf mein Aussehen und verhalten geachtet. Und andere Frrauen fanden mich auch anziehen, was meine Ex immer extrem Eifersüchtig gemacht hat. Das hat aber trotzdem nicht dazu geführt das sie mehr Lust hatte oder sich mal etwas mühe gegeben hat.


    Ich denke bei ihr war es eher so die Einstellung das sie ja eh immer von mir guten Sex bekommen kann, wenn SIE will. Sie brauchte sich ja also nicht anstrengen, sie konnte ja spätestens nach einigen Wochen damit rechnen das sie mich rumkriegt. Und dann reicht ja das Standardprogramm. Sicherlich war es auch einfach faulheit und Selbstverständlichkeit.


    Aber das sind alles Vermutungen, die wahren Gründe werden wir wohl nie erfahren. Ist vielleicht auch besser so.


    Gruß


    Speedy

    Guten Morgen

    Velandra,


    ich glaube nicht, dass immer wichtige, tiefgründige Ursachen dahinterstecken. "Keine Lust" heißt eben "keine Lust". Das kann doch ganz viele Gründe haben. Wobei schon unterschieden werden muss, ob die Lustlosigkeit auf den Partner bezogen ist oder auf Sex allgemein. Mitunter ist es ja auch so, dass die Unlust auf den Partner das komplette sexuelle Empfinden blockiert.


    speedy,


    Attraktivität macht sich nicht nur an einem gepflegten Äußeren fest. Sexuelle Anziehungskraft hat oft sehr subtile Merkmale. Der Partner kann noch so tolla aussehen und dennoch mag man nicht mit ihm schlafen.


    Vielen vergeht auch die Lust auf Sex, weil sie nicht mehr das Standardprogramm herunterspulen möchten. Und es ist eben nicht jedem gegeben, offen und ohne Hemmungen mit dem Partner über sexuelle Wünsche zu reden. Viele sind da verklemmt und oft krankt es auch daran!


    Und nichts ist deerotisierender (gibts das Wort? ;-D) als eine langweilige, eingeschlafene Beziehung, in der man sich des anderen zu sicher ist und alles als selbstverständlich hinnimmt. Damit wird auch der Sex selbstverständlich und somit langweilig.


    Im Grunde muss die komplette Beziehung überdacht werden. Es müssen keine unter der Oberfläche schwelenden Konflikte vorhanden sein.


    Überlegen wir uns doch mal, wodurch unser Partner für uns sexuell anziehend wird. Da mag jeder unterschiedlich denken aber im großen und ganzen wird sich da Einiges decken. Somit haben wir einen Anhaltspunkt, warum wir (ich nicht, zum Glück!) für unseren Partner nicht mehr aufregend und spannend genug sind.


    Oftmals beginnt das Ganze doch mit dem Zusammenziehen. Da bekommt man (zwangsläufig) Dinge vom anderen mit, die man eigentlich gar nicht wissen möchte ;-D Man tritt in die Intimsphäre des anderen ein. Ich will das jetzt gar nicht im Detail ausschmücken; da kann sich jeder schon selbst das eine oder andere drunter vorstellen. Die Macken und Eigenarten des anderen werden einem auch erst deutlich vor Augen geführt wenn man eine gemeinsame Wohnung hat... Da ist soooo viel...


    Es gibt gewiss Möglichkeiten, auch innerhalb einer gemeinsamen Wohnung private Sphären zu schaffen. Ich denke, dass das bei Einigen ein wichtiger Denkansatz ist.


    Probleme, Sorgen, Schwierigkeiten bringen Partner vorübergehend auch in ein anderes Beziehungsmuster. Man wird zum Berater, zum Seelsorger - man kümmert sich!!! Das ist auch gut so; aber in solchen Phasen kann man eben nicht erwarten, dass der Seelsorger vom Nachmittag, der mir bei Problemen zur Seite steht, abends zum wilden Stier mutiert ;-D


    Und der Druck, der auf den Sexunlustigen ausgeübt wird, wirkt gewiss auch nicht libidofördernd. Man fühlt sich beobachtet, es wird etwas erwartet... puh... schwierig.


    Es gibt doch immer Mittel und Wege, den anderen "scharf" zu machen. Das war doch wohl (hoffentlich!!!) vor der Flaute auch so, oder? Natürlich muss man den richtigen Moment abwarten... aber wenn das dauerhaft nicht mehr funktioniert, dann ist meiner Meinung nach wirklich nichts mehr zu retten.


    Und dann bleibt eben die Möglichkeit, trotz der fehlenden Erotik weiterhin auszuhalten - um dann wahrscheinlich Jahre später endgültig aufzuwachen um festzustellen, dass man Jahre verschenkt hat.


    Leute, wir haben nur dieses eine Leben (aller Voraussicht nach) und eine erfüllte Sexualität ist etwas so Schönes, Elementares... Leute mit gutem Sex sind glücklicher - meine Meinung ;-D


    Sorry für den Roman... ;-)

    Es ist erstaunlich

    wieviel man durch die richtigen Gesprächstechniken erreichen kann. Wer von euch schon mal so ein Seminar über Kommunikation oder Konfliktlösung mitgemacht hat, weiss was ich meine.


    Es geht darum, die Hintergründe zu finden und mit einem Spritzer "richtige Idee" einen Ansatz zur Lösung. Dazu die richtigen Techniken (keine Du-Botschaften, keine Vorwürfe usw).


    Es ist doch klar: ein Paar, dass sich nicht trennt, hat einen Grund, weshalb sie das nicht tun. Ergo muss - solange man sich nicht den ganzen Tag streitet - muss also noch genug Basis für eine Kommunikation da sein.


    Und da bin ich eben anderer Meinung als Velandra (inzwischen). Erst wenn ich alles probiert habe, kann ich aufgeben - und der Weg dahin ist SEHR weit, weil man so viele Dinge machen kann.

    Vagabundin

    Ich kann schon sehr gut nachvollziehen, was du meinst. Aber: gibt es denn dann überhaupt keine "Lösung"? Wie soll man verhindern, dass die Beziehung natürlich nach Jahren selbstverständlich wird, man sich dem Anderen sicher ist? Ich glaube, dann ist es nicht mehr nur ein Sexproblem, sondern dann hängt es einfach auch an zu unterschiedlichen Persönlichkeitsstilen, oder? Ich kann von mir behaupten, dass ich meine Partner immer sexuell anziehend fand, selbst wenn ich sie in- und auswendig kannte.

    Zitat

    Wobei schon unterschieden werden muss, ob die Lustlosigkeit auf den Partner bezogen ist oder auf Sex allgemein.

    Und welche Lösung gibt es, wenn die Lustlosigkeit auf den Partner bezogen ist bzw. auf Probleme innerhalb der Beziehung, der lustlose Partner daran aber nicht wirklich arbeiten "will"?

    Zitat

    dass ich meine Partner immer sexuell anziehend fand

    das ist schon erstaunlich .... kann sicher nicht jede sagen, wobei ich meine es gibt wie Vagabundin schrieb manchmal ganz subtile Dinge die man erregend findet ... und andersrum so Kleinigkeiten die die Luist völlig töten, das für sich selbst herauszufinden ist schon eine große Aufgabe ... meine ich auch :-)

    Folgende These

    Wenn es stimmt, daß die sexuelle Lust nach einiger Zeit bei den meisten Paaren durch Gründe wie "Kinder, mangelnde Distanz, Partner wird subjektiv oder objektiv unattraktiver" nachläßt und das kaum reaktivierbar ist, müßte ich jede paar Jahre den Partner wechseln. Und wenn ich älter und selbst sexuell unattraktiver werde, muß ich darauf hoffen, daß meine eigene Libido nachläßt oder ich muß allein bleiben.


    Ich weiß tatsächlich nicht, ob sexuelle Lust über einen Zeitraum von 10-15 Jahren bestehen bleiben kann.


    Was mir in meiner eigenen Partnerschaft auffällt (seit 3 Monaten): Ich habe auch gerne jeden Tag Sex, aber das ist weitaus ausgeprägter, wenn ich mit jemand zusammen bin. Ich empfinde dann oftmals 2x pro Woche schon als zuwenig. Umgekehrt habe ich als Single gar nicht so oft Sexlust, ich suche mir auch nicht dauernd eine Affäre. Aber wenn ich eine Partnerin habe, habe ich extreme Lust auf Sex. Eigentlich verrückt, weil ich dann auch bei Ablehnung nicht immer mit der größten Gelassenheit reagiere......

    Ich glaube, man "will" dann nicht daran arbeiten, wenn man keine Lösung sieht. Irgendwie klingt das so, als ob man alles in den Griff bekommen könnte, nur weil man willens ist, so ist das aber nicht.

    @test10 ... ja Sexuelle Lust kann auch noch nach 15 Jahren Ehe bestehen daran habe ich keinen Zweifel. Theoretisch sollte man alle Paar Jahre den Partner wechseln, das wäre doch die Idealvorstellung :-) Wenn das jeder täte wäre es auch etwas Selbstverständliches ... ob es den Lustgewinn fördert vermag ich nicht zu beurteilen. Zumindest wäre es spannend ... :-) Oder ?

    Zitat

    Eigentlich verrückt, weil ich dann auch bei Ablehnung nicht immer mit der größten Gelassenheit reagiere...

    Ich denke hier steckt ein großes Problem ... wenn man abgewiesen, abgelehnt, zurückgewiesen wird und selbst Lust hat ist das ein großes Frustrationserlebnis ...

    @Monika

    Zitat

    Irgendwie klingt das so, als ob man alles in den Griff bekommen könnte, nur weil man willens ist, so ist das aber nicht.

    Das glaube ich auch nicht, wenn du deinen Partner nicht (sexuell) attraktiv findest kannst du wollen wie verrückt ... es nützt dann nichts. Und manche brauchen es einfach nicht ... haben absolut keine Libido ... da kannst du auch wollen wie du willst ... nur ich denke man sollte es Ergründen können (ganz genau!) und dann akzeptieren und Entscheidungen daraus treffen ..

    Natürlich muss man unterscheiden, ob der Lustlose einfach keine große Libido hat oder "nur" keine Lust auf den Partner.


    Wie gesagt habe ich in meiner letzten Beziehung 2 Jahre mit diesem Problem gekämpft und die Lustlosigkeit meines Exfreundes lag in jedem Falle an mir bzw. der Beziehung. Aber welche Lösung gibt es für ein solches Problem?