• Wir können nicht miteinander diskutieren

    Oder anders gesagt: Mein Freund kommt nicht damit klar, wenn wir mal unterschiedlicher Meinung sind. Gestern gab es mal wieder eine dieser typischen Diskussionen. 'Mal wieder' heißt nicht, dass wir tagtäglich diskutieren würden, wir tun es sogar ziemlich selten, aber wenn, dann ist es symptomatisch. Es ging um ein philosophisches Thema und ein…
  • 186 Antworten
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    Ich finde nicht, dass ich mich zum Affen mache, wenn etwas tue, das aus meiner Sicht geeignet sein könnte, die Kommunikation zu ermöglichen. ;-)

    Natürlich kannst du dich mit ein und derselben Verhaltensweise zum Affen machen + damit eine Kommunikation ermöglichen ;-D

    Lola

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    Wenn sich jemand so extrem von mir abwendet, wenn ich emotional aufgebracht bin und diskutieren will/möchte/muss, dann kann er gleich gehen und sein Leben ohne mich führen!

    Es ging aber doch bei dem Beispiel der TE nicht um wirklich beziehungsrelevante Themen. Wie kann man sich bei dem genannten Thema derart emotional aufbringen, dass man unbedingt diskutieren will, ja sogar MUSS? :-o Ich kann das kein Stück nachvollziehen. ":/

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    Hier geht's aber nicht darum, Kommunikation zu ermöglichen. ;-D

    Doch, aus meiner Sicht schon. :)z Auch und gerade wenn der Inhalt über den Kommunikation nötig ist im Zuge der Eskalation gewechselt haben mag und jetzt bei etwas im Bereich von emotionalen Befindungen liegen dürfte:

    Zitat

    In Wirklichkeit geht's gar nicht mehr um den Inhalt, sondern um Zuwendung, Zustimmung, Anerkennung, Getröstetwerden, Schulterklopfen oder was auch immer.

    Wenn er ihren Diskussionsausstieg als Zuwendungsentzug empfindet, dann wird es der Beziehung nicht zuträglich sein, wenn sie hier Tipps bekommt, wie sie sich der Diskussion noch besser entziehen kann, als sie es eh schon macht.

    @ LolaX5

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    Wenn er ihren Diskussionsausstieg als Zuwendungsentzug empfindet, dann wird es der Beziehung nicht zuträglich sein, wenn sie hier Tipps bekommt, wie sie sich der Diskussion noch besser entziehen kann, als sie es eh schon macht.

    Nö, das stimmt.


    Ich glaube allerdings, sie kann sich da gar nicht seinen Wünschen gemäß verhalten.


    Nicht zustimmen, weil andere Meinung – findet er doof.


    Zustimmen, damit er Ruhe gibt – findet er auch doof, er will sie ja wirklich überzeugen und merkt, wenn sie nur für die Ruhe sagt "ja, Schatz".


    Diskussion beenden – auch doof, weil er dann sein Recht nicht bekommt und er das respektlos findet.


    Ich weiß da keinen rechten Rat...

    Wenn sie auf so einen Satz gar nicht eingeht, entsteht keine Diskussion. Wieso sollte er dann irgendwas vermissen? Er macht ein Statement und gut ists. Wenn es natürlich ständig so läuft, kann vermutlich keiner damit leben. Aber sie sprach davon, dass es eher selten der Fall ist.

    Zitat

    Natürlich kannst du dich mit ein und derselben Verhaltensweise zum Affen machen + damit eine Kommunikation ermöglichen ;-D

    Nicht im Auge des gleichen Betrachters. ;-) Die Bewertung, dass ich mich (angeblich) zum Affen mache, könnte ja nur ein außenstehender Beobachter so vornehmen. Die Person, mit der ich mich in ihrem Kommunikationsstil unterhalte, wird das nicht so sehen...


    Die Art, wie man mit Kleinkinder kommuniziert, ist auf eine Art ja z.B. auch hoch lächerlich. Aber für das Kind ist es sinnvoll, weil es die Beziehung stärkt.


    Und obwohl ich an sich sehr auf sich-nicht-lächerlich-machen Wert lege, emfinde ich Ermöglichen von Kommunikation als das höhere Gut.

    Zitat

    Es ging aber doch bei dem Beispiel der TE nicht um wirklich beziehungsrelevante Themen. Wie kann man sich bei dem genannten Thema derart emotional aufbringen, dass man unbedingt diskutieren will, ja sogar MUSS? :-o Ich kann das kein Stück nachvollziehen. ":/

    Ist doch egal, warum man gerade aufgebracht ist. Aber WENN es so ist, dann möchte ich von einem Partner in meiner emotionalen Beteiligung am Thema ernst genommen werden und nicht ignoriert und belächelt werden. Emotionen zu zeigen macht verletzlich. Wer braucht einen Partner, der sich in so einer Situation gegen einen wendet? (Und nein, damit meine ich nicht, dass sie ihm zustimmen soll. Aber ich empfinde es als ganz und gar kontraproduktiv, ihr zu raten, sich in so einer Sitauation abzuwenden und stärker abzugrenzen. )

    @ Monika65

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    Wenn sie auf so einen Satz gar nicht eingeht, entsteht keine Diskussion. Wieso sollte er dann irgendwas vermissen? Er macht ein Statement und gut ists. Wenn es natürlich ständig so läuft, kann vermutlich keiner damit leben. Aber sie sprach davon, dass es eher selten der Fall ist.

    Klar, wäre natürlich eine Möglichkeit.


    Wenn ich mich in die Lage des Freundes versetze (ich bin da manchmal ähnlich), wäre das wahrscheinlich sogar das, was bei mir am besten ziehen würde. ;-D Ich ertappe mich öfter bei dem Gedanken, wenn dann jemand sagt "ja aber", dass der nur aus Prinzip widerspricht… Ist natürlich (meist) Schmarrn, aber genau dieses Gefühl bringt mich dann in Rage. Sagt der andere gar nix, werde ich auch nicht aufgebracht.

    Zitat

    Ist doch egal, warum man gerade aufgebracht ist.

    Nein, das finde ich definitiv nicht egal.

    Zitat

    Aber WENN es so ist, dann möchte ich von einem Partner in meiner emotionalen Beteiligung am Thema ernst genommen werden und nicht ignoriert und belächelt werden.

    Wenn er nicht persönlich wird, könnte ich es vielleicht, aber vermutlich würde ich dennoch aussteigen. Ich würde im Gegenzug allerdings auch nicht erwarten, dass er sich auf jedes meiner Themen einlässt, noch dazu, wenn es ihm nicht wichtig ist. Das akzeptiere ich. Es geht ja nicht um persönliche Betroffenheit und selbst da muss man nicht auf alles eingehen..

    Zitat

    Emotionen zu zeigen macht verletzlich.

    Kommt auf die Emotionen und dem an, dem man sie zeigt. Ich finde nicht, dass der Satz grundsätzlich so stimmt. Wenn ich vor einer Kollegin in Tränen ausbräche, dann ja, aber wenn ich mich über den Zustand der Welt aufrege, dann nein. Ich nehme Emotionen generell nicht so extrem wichtig, aus meiner Sicht kommen und gehen sie.

    Mollienchen

    Zitat

    Wenn ich mich in die Lage des Freundes versetze (ich bin da manchmal ähnlich), wäre das wahrscheinlich sogar das, was bei mir am besten ziehen würde.

    Sag ich doch. 8-)


    Ich hatte auch längere Zeit mit so einem Exemplar zu tun.. ;-)

    Zitat

    Nicht im Auge des gleichen Betrachters. ;-)

    Wieso nicht? Ich zB kann dein Verhalten so einschätzen, dass du dich damit zum Affen machst und gleichzeitig erkennen, dass du damit eine Kommunikation (zB mit einem Affen ;-D ) ermöglichst. Und du selbst betrachtest das in meinem Beispiel ja ebenso – wie gesagt, es ging mir um einen Diskussionsstil, den DU bescheuert findest. Aber ach so, du findest jetzt ja keinen Diskussionsstil mehr so wirklich bescheuert ]:D

    Zitat

    Die Art, wie man mit Kleinkinder kommuniziert, ist auf eine Art ja z.B. auch hoch lächerlich. Aber für das Kind ist es sinnvoll, weil es die Beziehung stärkt.

    Wer "man"? Ich zB nicht. Und ich habe festgestellt, dass auch nicht-lächerliches Kommunizieren mit Kleinkindern die Beziehung zu dem Kind stärken kann.

    Zitat

    Und obwohl ich an sich sehr auf sich-nicht-lächerlich-machen Wert lege, emfinde ich Ermöglichen von Kommunikation als das höhere Gut.

    OK, das ist eine persönliche Abwägung, nehme ich so als gegeben hin – auch wenn ich dein Abwägungsergebnis persönlich sehr befremdlich finde.

    Zitat

    Nein, das finde ich definitiv nicht egal.

    Ich will in meinen Emotionen ernst genommen werden. Dh. wenn ich etwas so empfinde, wie ich es empfinde, dann braucht niemand kommen und mir sagen oder vermitteln, dass ich falsch empfinde und "wegen sowas" nicht so fühlen dürfte.

    Zitat

    Ich würde im Gegenzug allerdings auch nicht erwarten, dass er sich auf jedes meiner Themen einlässt, noch dazu, wenn es ihm nicht wichtig ist.

    Das erwarte ich schon in einer Beziehung, zumindest ansatzweise. In beide Richtungen.

    Zitat

    Es geht ja nicht um persönliche Betroffenheit und selbst da muss man nicht auf alles eingehen..

    Ich glaube bei persönlicher Betroffenheit könnte ich gar nie so richtig aufgebracht sein. Wenn ich persönlich von etwas betroffen bin, kann ich handeln und auf die Situation angemessen reagerien. Da kommt bei mir nie so ein Gefühl der Hilflosigkeit und des Ausgeliefertseins auf, wie das bei Themen der fall ist, von denen ich eigentlich nicht unmittelbar betroffen bin. (Aber gerade durch diese fehlende Betroffenheit/Handlungsmöglichkeit bleibt eben nur die hilflose Aufgebrachtheit, mit der man dann zurecht kommen muss.)

    Zitat

    Kommt auf die Emotionen und dem an, dem man sie zeigt. Ich finde nicht, dass der Satz grundsätzlich so stimmt.

    Ich empfinde es schon so.

    Zitat

    Wenn ich vor einer Kollegin in Tränen ausbräche, dann ja,

    Lustig, das wäre eine Situation, in der ich mich nicht sonderlich verletzlich fühlen würde.


    Und umgekehrt:

    Zitat

    aber wenn ich mich über den Zustand der Welt aufrege, dann nein.

    Ich fühle mich gerade damit verletzlich, weil aus Erfahung weiß, das eben recht wenige nachvollziehen / nachempfinden können und daher es tendentiell belächeln. (Und wenn ich etwas hasse, ist es ausgelacht zu werden. )

    Zitat

    Ich nehme Emotionen generell nicht so extrem wichtig, aus meiner Sicht kommen und gehen sie.

    Meine Emotionen sind nicht sonderlich wechselhaft. Wenn sie vorhanden sind, dann bleiben sie auch auf die eine oder andere Art so bestehen. Ich empfinde nicht an einem Tag so und an einem anderen ganz anders.

    Lola

    Zitat

    Ich will in meinen Emotionen ernst genommen werden.

    Das kollidiert aber dann vielleicht mit den Emotionen deines Partners, denn deine Emotionalität wegen eines solchen Themas könnte durchaus auch bei ihm negative Emotionen wecken. Im Umkehrschluss müsstest du das genauso ernst nehmen und dich zurücknehmen.

    Zitat

    Da kommt bei mir nie so ein Gefühl der Hilflosigkeit und des Ausgeliefertseins auf, wie das bei Themen der fall ist, von denen ich eigentlich nicht unmittelbar betroffen bin

    Dann möchtest du, dass deine Hilflosigkeit und dein Ausgeliefertsein ernst genommen wird. Gut, das kann ich verstehen, aber dann kommuniziere das auch so. Das Thema macht dich hilflos, das wäre für mich eine Grundlage, darauf könnte ich eingehen, aber nicht auf einen argumentativen Schlagabtausch stattdessen, der womöglich die Emotionen noch mehr hochtreibt.

    Zitat

    (Und wenn ich etwas hasse, ist es ausgelacht zu werden. )

    Ich glaube, das ist das Einzige, bei dem wir beide echt gleich ticken.

    Zitat

    Ich empfinde nicht an einem Tag so und an einem anderen ganz anders.

    Ich bin sicher nicht so beständig wie du, aber auf jeden Fall wechselhafter. Und in meiner Umgebung gibt es Menschen, die geradezu nervtötend launisch sein können. Nähme ich mir das immer zu Herzen, wäre ich schon tot.